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Strehlen ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Blüthen der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Strehlen (Karstädt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strehlen
Gemeinde Karstädt
Koordinaten: 53° 10′ N, 11° 48′ OKoordinaten: 53° 10′ 22″ N, 11° 48′ 11″ O
Höhe: 46–50,6 m ü. NHN
Eingemeindung: 1973
Eingemeindet nach: Blüthen
Postleitzahl: 19357
Vorwahl: 038797

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Strehlen ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Blüthen der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Geografische Lage

Strehlen liegt nordöstlich von Karstädt und nördlich des Ortsteils Blüthen. Nordwestlich von Strehlen befindet sich der weitere Ortsteil Dallmin, nordöstlich befindet sich der Gemeindeteil Wittmoor. Durch den Ort führen die Kreisstraßen 7040 und 7038. Das Gelände liegt in Höhe der Dorfkirche auf 49,1 m ü. NHN und fällt nach Süden hin auf 46 m ü. NHN ab. Die höchste Erhebung ist der 50,6 m ü. NHN hohe Silberberg im Südwesten der Gemarkung. Rund 400 Meter nordöstlich am nördlichen Rand des Weges nach Wittmoor befindet sich vermutlich eine jungslawische Siedlung aus dem 10. oder 11. Jahrhundert.

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Das kleine Straßendorf wurde im Jahr 1344 erstmals urkundlich als Streel erwähnt. Weitere Nennungen waren to Strelen im Jahr 1370 und by Strelen im Jahr 1441. Fischer verweist auf die Lage des Ortes an einem Bach, der in die Löcknitz fließt. Der Name stammt aus dem Slawischen ab und bedeutet „Pfeil“ ab und kann auch als „Flussarm, gleichmäßig dahinfließendes Wasser, Spitze beim Zusammenfluss von Gewässern“ gedeutet werden.

Besitzgeschichte

Die Besitz- und Herrschaftsverhältnisse sind seit dem Mittelalter eng mit den Familien von Winterfeld und später von Jagow verbunden. Bereits 1344 wurden die Angefälle auf Hebungen in Dallmin, Strehlen und Blüthen an Konrad von Winterfeld verliehen. Vor 1548 bis 1799 befand sich Strehlen im Besitz der Familie von Winterfeld zu Dallmin. Für das Jahr 1684 sind zwei Rittersitze belegt, was auf eine Aufteilung des Besitzes innerhalb der Familie oder auf mehrere adelige Wohnsitze hinweist. 1745 bestanden drei Besitzanteile im Dorf. 1799 ging der Besitz an die Familie von Jagow zu Dallmin über, die das Dorf bis 1872 innehatte.

13. bis 16. Jahrhundert

Im Jahr 1344 wurde Strehlen als Dorf erwähnt. 1542 bestanden 16 Häuser im Ort. Der Pfarrer erhielt aus jedem der 16 Häuser jeweils einen Scheffel Gerste; insgesamt wurden etwa 60 Kommunikanten gezählt. Die Kirche verfügte über Ackerland zur Aussaat von neun Scheffeln im Sechsfelderrhythmus. 1551 ist ein Krug belegt. 1555 kam es zum Auskauf eines Bauernhofes durch die Familie von Winterfeld. 1558 lagen bereits drei Höfe wüst; zugleich hatten die Junker hinter dem Kirchhof einen Speicher („Spiker“) neu errichtet. Die Abgaben des Pfarrers beliefen sich auf nur noch 13 Scheffel Gerste; die adligen Besitzer (die „Junker“) sollten fortan die fehlenden Leistungen ausgleichen. 1581 wird vermerkt, dass der Familie von Winterfeld von den wüsten Höfen noch Abgaben rückständig geblieben waren. Die Kirche wurde vom Küster aus Dallmin mitversorgt. Dieser erhielt aus jedem Haus ein Viertel Scheffel Roggen. Da die Junker die wüsten Hufen bewirtschafteten, sollten sie ihm ebenfalls entsprechende Abgaben leisten. 1576 wurden 14 Hufner und drei Kossäten, darunter ein Schmied, gezählt. 1581 wurden für die Kirche zusätzlich zwei Landstücke im Wittmoor genannt. Im Jahr 1588 nutzte die Gemeinde Strehlen Ackerflächen auf der wüsten Feldmark Mollnitz als Weide.

17. Jahrhundert

1652 wurden in Strehlen drei Hufner und zwei Kossäten gezählt; insgesamt lebten sechs Personen im Dorf. 1686 bestand eine stark von Wüstungen geprägte Struktur: Es wurden zwölf Zweihufner nachgewiesen, davon sechs wüst, sowie vier Kossäten einschließlich eines Schmieds. Zudem existierten ein Schankkrug, ein Kuhhirt sowie ein Schäfer, der zugleich die Schweine hütete. Der Hufenbestand belief sich auf 24 Hufen mit einer Gesamtaussaat von 15 Wispeln und 14 Scheffeln. Die wüsten Höfe wurden von der Obrigkeit in den Rittersitz Dallmin einbezogen, während zwei Höfe von Kossäten genutzt wurden. Die Feldmark war in drei Felder unterteilt; der Ertrag lag bei Roggen beim Dreifachen, bei Gerste beim etwa Zweieinviertelfachen der Aussaat. Die Wiesen, die pro Hof etwa drei Fuder Heu lieferten, sowie Weide, Viehzucht und Acker wurden als mittelmäßig bewertet. Es bestand eine gewisse Mast in den Eichenbeständen, jedoch keine Fischerei und nur begrenzte Versorgung mit Brennholz. Insgesamt wurde die wirtschaftliche Lage der dritten Klasse zugeordnet.

18. Jahrhundert

1719 wurden in Strehlen 12 Hufner, vier Kossäten sowie zwei Hirten ohne Vieh gezählt; der Hufenbestand betrug 24 Hufen zu je sechs Groschen. 1734 bestanden 12 Bauern, vier Kossäten und acht Häuslinge sowie ein Schmied, ein Schäfer und zwei Hirten. Die Feldmark umfasste weiterhin 24 Hufen mit einer Gesamtaussaat von 15 Wispeln und 14 Scheffeln. 1745 wurde Strehlen als Dorf mit 12 Bauern und vier Kossäten beschrieben. 1760 wurden erneut 12 Hufner und vier Kossäten gezählt, hinzu kamen ein Dorfschäfer und ein Dorfschmied; der Hufenbestand lag unverändert bei 24 Hufen. 1791 bestanden 12 Bauern, vier Kossäten und 13 Hausleute; insgesamt wurden 29 Feuerstellen gezählt.

19. Jahrhundert

1801 wurden in Strehlen 12 Ganzbauern, vier Kossäten und 14 Einlieger gezählt; der Hufenbestand betrug 24 Hufen bei insgesamt 29 Feuerstellen. 1819 bestanden weiterhin 12 Hufner und vier Kossäten, ergänzt durch einen Dorfschäfer, einen Kuhhirten, einen Dorfschmied sowie drei Paare Einlieger. Die 24 Hufen waren mit jeweils sechs Groschen bewertet. 1846 wurden 37 Wohnhäuser verzeichnet. In diesem Jahr erhielt der Bauer Henning aus Strehlen die Genehmigung zur Anlage einer Ziegelei. 1860 bestanden drei öffentliche Gebäude, 44 Wohnhäuser und 34 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Ziegelei.

20. Jahrhundert

1900 wurden in Strehlen 30 Häuser gezählt. 1931 bestand der Ort aus 40 Wohnhäusern. 1939 wurde eine differenzierte land- und forstwirtschaftliche Betriebsstruktur verzeichnet: Es bestanden neun Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, neun Betriebe mit 10 bis 20 Hektar, sechs Betriebe mit 5 bis 10 Hektar sowie vier Betriebe mit 0,5 bis 5 Hektar. Insgesamt wurden 109 berufstätige Personen erfasst, davon 41 in Industrie und Handwerk sowie acht im Handel und Verkehr.

Im Zuge der Bodenreform wurden 1946 insgesamt 27,51 Hektar enteignet und neu verteilt. Zwei Neubauern erhielten jeweils 1,50 Hektar, vier weitere zusammen 7,01 Hektar. Acht Altbauern erhielten 16,60 Hektar; der Rest fiel an die Gemeinde. 1960 wurde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) vom Typ I mit dem Namen „Grüne Aue“ gegründet. Sie umfasste 47 Mitglieder und bewirtschaftete eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 368 Hektar. Im Jahr 1974 wurde sie an die LPG „Vereinte Kraft“ in Blüthen angeschlossen. Ein Jahr zuvor wurde Strehlen in die Gemeinde Blüthen eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerentwicklung in Strehlen von 1734 bis 1971
Jahr17341772179118011817183718581871189519251939194619641971
Einwohner123146165147153209241258224198191380149125

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche Strehlen
  • Die Dorfkirche Strehlen ist eine Saalkirche aus dem Jahr 1903. Im Innern stehen unter anderem drei kleine Heiligenfiguren aus einem spätgotischen Schnitzaltar.
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