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Karstädt ist eine amtsfreie Gemeinde des Landkreises Prignitz in Brandenburg. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Karst

Karstädt (Prignitz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Karstädt (Prignitz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Karstädt hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 10′ N, 11° 44′ OKoordinaten: 53° 10′ N, 11° 44′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 253,55 km²
Einwohner: 5734 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19357
Vorwahlen: 038797, 038783 (Karwe)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 173
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlenstraße 1
19357 Karstädt
Website: gemeinde-karstaedt.de
Bürgermeister: Udo Staeck (CDU)
Lage der Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz
KarteLenzerwischeLenzen (Elbe)LanzCumlosenGroß Pankow (Prignitz)PritzwalkGumtowPlattenburgLegde/QuitzöbelRühstädtBad WilsnackBreeseWeisenWittenbergePerlebergKarstädtGülitz-ReetzPirowBergePutlitzKümmernitztalGerdshagenHalenbeck-RohlsdorfMeyenburgMarienfließTriglitzLandkreis Ostprignitz-RuppinPutlitzMecklenburg-VorpommernSachsen-AnhaltSachsen-Anhalt
Karte

Karstädt ist eine amtsfreie Gemeinde des Landkreises Prignitz in Brandenburg. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Karstädt.

Geographie

Karstädt befindet sich im Nordwesten des Landes Brandenburg. Südwestliche Teile des Gemeindegebietes liegen innerhalb des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Innerhalb der Gemeindegrenzen münden die Tarnitz, die Karwe und weitere kleine Flüsse und Gräben in die Löcknitz. An der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern verläuft der Meynbach.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Karstädt gehören folgende Ortsteile:

  • Blüthen mit den bewohnten Gemeindeteilen Strehlen, Waterloo und Klockow
  • Boberow mit dem Wohnplatz Gosedahl
  • Dallmin mit dem Wohnplatz Tiefental
  • Garlin mit den bewohnten Gemeindeteilen Seetz, Sargleben, Dargardt und Bootz
  • Groß Warnow mit dem bewohnten Gemeindeteil Klein Warnow [bis 27. Oktober 1937 „Wendisch Warnow“]
  • Karstädt mit den bewohnten Gemeindeteilen Postlin und Stavenow
  • Kribbe mit den bewohnten Gemeindeteilen Neuhof, Wittmoor und Karwe
  • Laaslich mit dem bewohnten Gemeindeteil Lenzersilge
  • Mankmuß mit den bewohnten Gemeindeteilen Mesekow und Birkholz
  • Nebelin
  • Premslin mit den bewohnten Gemeindeteilen Glövzin, Neu Premslin
  • Pröttlin mit den bewohnten Gemeindeteilen Pinnow und Zapel
  • Reckenzin mit dem bewohnten Gemeindeteil Streesow

Dazu kommen die Wohnplätze Forsthof, Kolonie, Margarethental, Neu Pinnow, Neuhof Ausbau, Neuhof Mollnitz, Semlin, Siedlung an der Bahn, Wendisch Warnow und Ziegelei.

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Kirche in Karstädt
Rittergut Bootz 1864/65

Karstädt wurde 1271 erstmals urkundlich erwähnt und ist ein altes Angerdorf. Der Ortsname geht zurück auf den Ritter Reinoldus (Reinhold) des anhaltischen Adelsgeschlechts von Karstedt, der sich als Zeuge in Wittstock auftrat. Ein Bezug zwischen dem Namen der Familie und der Ortschaft gilt als genealogisch gesichert. Im Jahr 1305 wurde Johann genannt von Karstedte erwähnt, 1421 findet sich die Form to Karstede, 1482 wiederum to Karstede sowie 1495 Karstede.

Besitzgeschichte

Der Ort Karstädt wies eine komplexe Besitzgeschichte mit mehreren Anteilen auf. Vor 1421 besaßen die von Winterfeld zu Dallmin jährliche Renten im Umfang von 5 1/2 Wispel sowie weitere Hebungen von sechs Hufen mit Gerechtigkeiten und Diensten. Zwischen 1421 und 1872 gehörte dieser Anteil zur Herrschaft Stavenow, die bis 1647 im Besitz der von Quitzow stand, von 1647 bis 1719 von den Freiherren von Blumenthal gehalten wurde und von 1719 bis 1809/1819 an die von Kleist gelangte, bevor er schließlich an die von Voß zu Stavenow überging. Diese übten die Ober- und Untergerichtsbarkeit, das Kirchenpatronat sowie die Herrschaft über sechs Hufner und vier Kossäten einschließlich des Dorfschulzen (belegt 1649 und 1745) aus; seit 1814 umfasste dieser Anteil zudem den Besitz der von Wartenberg (siehe dritter Anteil). In den Jahren 1474, 1483 und 1518 veräußerten die von Quitzow Hebungen aus Karstädt an den Kaland in Perleberg auf Wiederkauf, die noch 1542 von diesem erhoben wurden. Ein zweiter Anteil befand sich bereits vor 1315 beziehungsweise vor 1579 bis 1872 im Besitz der von Karstedt zu Kaltenhof. Einer der beiden Rittersitze war zwischen 1629 und 1713 im Wiederkaufsbesitz der von Winterfeld zu Dallmin. Dieser Anteil umfasste drei Bauernstellen, die für 1711 und 1745 nachgewiesen sind. Ein dritter Anteil gehörte von vor 1547 bis 1814 den von Wartenberg zu Nebelin und umfasste zwei Hufnerstellen (belegt 1599) mit Zaungerechtigkeit (1711 und 1745). Im Jahr 1814 wurde dieser Besitz an die von Voß zu Stavenow veräußert und damit mit dem ersten Anteil vereinigt. Darüber hinaus erhielt 1542 die Kommende Dobberzin in Perleberg einen Roggenzins von 24 Scheffel von zwei Bauern, während 1715 das Rülowsche Lehen eine Pacht von 1 1/2 Wispel bezog.

14. bis 16. Jahrhundert

Karstädt ist 1421 als Dorf belegt. Für 1483 ist ein Schulzenhof nachgewiesen. 1542 bestand kein Pfarrhaus und kein Pfarrland; der Pfarrer erhielt 1 Wispel Roggenpacht von zwei Bauern sowie zusätzlich 1 12 Wispel von vier Bauern und 1 12 Wispel aus Blüthen. Für 1542 sind 1 Schock Kommunikanten belegt. Ein Küster fehlte; 1558 gab jeder Hufner 12 Scheffel und jeder Kossät 1 Viertel Roggen. Der Kirchacker umfasste Saat zu vier (1581: sechs) Scheffeln im Dreijahresrhythmus; 1558 bestanden zwei Wiesen, 1581 zusätzlich weiteres Land. Im Jahr 1576 umfasste das Dorf elf Einhufner und vier Kossäten.

17. Jahrhundert

1652 sind sieben Hufner und vier Kossäten mit insgesamt elf Personen überliefert. 1686 bestanden acht Hufnerstellen ohne Hufe (davon eine wüst) sowie sieben Kossäten, darunter drei Dreiviertelhufner. Die Aussaat betrug insgesamt 13 Wispel 8 1/2 Scheffel; den wüsten Hof nutzte ein Bauer. Es wurde Dreifelderwirtschaft betrieben, wobei beim Roggen noch nicht das dritte Korn und bei Gerste das zweite Korn gewonnen wurde. Die Wiesen galten als mittelmäßig (ein Hufner erhielt etwa sechs, ein Kossät zwei Fuder Heu), Weide und Viehzucht waren schlecht. Der Acker war mittelmäßig, es gab etwas Mast auf dem Hufschlag, keine Fischerei und nur notdürftiges Brennholz (Kavelholz). Das Dorf wurde in die zweite Klasse eingeordnet.

18. Jahrhundert

1719 umfasste Karstädt elf Hufner, vier Kossäten, zwei Paare Einlieger und zwei Hirten ohne Vieh bei acht Hufen zu 14 Groschen. 1734 werden elf Ganzbauern, vier Kossäten, sechs Häusler, ein Schäfer und ein Hirt erwähnt; die Aussaat betrug 13 Wispel 8 Scheffel 8 Metzen. 1745 erscheint Karstädt als Dorf mit elf Bauern und vier Kossäten. 1760 bestanden weiterhin elf Hufner und vier Kossäten sowie zwei Paare Einlieger und ein Dorfschäfer bei acht Hufen. 1791 werden elf Bauern, vier Kossäten und 15 Haushaltungen bei 33 Feuerstellen genannt.

19. Jahrhundert

1801 bestanden elf Ganzbauern, vier Kossäten und elf Einlieger bei 33 Feuerstellen. 1819 umfasste das Dorf elf Hufner, vier Kossäten, ein Dorfschäfer, ein Kuhhirt und fünf Paare Einlieger bei acht Hufen zu 14 Groschen. 1846 sind 36 Wohnhäuser belegt. 1852 wurde die Feldmark als überwiegend leichter Boden beschrieben, mit einigen Wiesen am Löcknitzbach und ohne Mineralvorkommen; es bestand Dreifelderwirtschaft, 15 zwei- beziehungsweise vier- bis fünfschürige Wiesen sowie Rindviehweide. Die Rinder- und Schafzucht war unbedeutend, Schweine-, Geflügel- und Bienenzucht fehlten; die Fischerei war ganz unbedeutend. Haupterwerbsquelle war der Ackerbau (etwa zwei Drittel Winter- und ein Drittel Sommerkorn), Nebenbeschäftigungen bestanden nicht. Der Ort lag an der Chaussee sowie an der Eisenbahnlinie Berlin–Hamburg. 1860 bestanden fünf öffentliche Gebäude, 43 Wohn- und 24 Wirtschaftsgebäude bei einer Fläche von 2340 Morgen (20 Morgen Gehöfte, 44 Morgen Gartenland, 1562 Morgen Acker, 241 Morgen Wiese, 433Morgen Weide, 40 Morgen Wald). 1871 wurde der Bahnhof Karstädt mit zwei Wohngebäuden genannt.

20. Jahrhundert

1900 umfasste Karstädt 69 Häuser bei 638 Hektar Fläche. Eine detaillierte Sozialstruktur ist für 1908 überliefert, darunter Amtsvorsteher, Bauern, Dreiviertelbauern, Kossäten, Landwirte sowie zahlreiche Handwerker, Händler, Beamte und Eisenbahnbedienstete, ferner ein Arzt und ein Lehrer. Verwaltungsgeschichtlich wurde 1928 der Gutsbezirk Stavenow (ohne die von Hinkeldeysche Forst und das Vorwerk Waterloo) eingemeindet. 1931 umfasste die Gemeinde die Wohnplätze Bahnhof Karstädt, Semlin und Stavenow. Es bestanden 180 Wohnhäuser bei 2117 Hektar Fläche. 1939 verzeichnete man einen Betrieb über 100 Hektar, 16 mit 20–100 Hektar, elf mit 10–20 Hektar, sieben mit 5–10 Hektar und 46 mit 0,5–5 Hektar (352 in der Landwirtschaft Tätige); hinzu kamen 522 Beschäftigte in Industrie und Handwerk sowie 233 in Handel und Verkehr.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1946 885,14 Hektar enteignet und auf Neu- und Altbauern sowie Gemeinden und die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) verteilt. Im Jahr 1958 entstand eine LPG V. Parteitag mit neun Mitgliedern und 62,09 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1960 bestanden eine LPG Typ I Aufbau mit 23 Mitgliedern und 283 Hektar sowie eine LPG Typ III mit 66 Mitgliedern und 606,38 Hektar; noch im selben Jahr wurde die LPG Aufbau aufgeteilt. 1964 und 1973 bestanden die Ortsteile Semlin und Stavenow, 1974 wurde Postlin eingegliedert, und 1985 sowie 1995 wird Karstädt als Gemeinde mit den Ortsteilen Postlin, Semlin und Stavenow geführt 1968 und 1971 erfolgten weitere Zusammenschlüsse benachbarter LPG, 1976 die Bildung der LPG Löcknitztal Karstädt durch Fusion mehrerer Betriebe, 1978 deren Erweiterung. 1979 entstanden getrennte LPG für Tier- und Pflanzenproduktion. 1970 bestanden im Ort volkseigene Betriebe, darunter Tankanhängerbau und Bau- und Holzbearbeitung sowie ein staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb. 1990/1991 wurden die LPG vereinigt, 1992 in die Agrargenossenschaft Karstädt e.G. umgewandelt. 1995 bestand eine differenzierte Agrar- und Gewerbestruktur mit mehreren Genossenschaften und Unternehmen.

Glövzin und Kaltenhof

Eine Besiedlung der Region gab es bereits in der Jungsteinzeit. Aus der Eisenzeit sind Urnen und Grabbeigaben gefunden worden.

Vom 6. bis ins 12. Jahrhundert bestanden mehrere kleine slawische Siedlungen. Glövzin wurde erstmals 1252 urkundlich erwähnt, die Ortsgründung erfolgte jedoch bereits um 1230 durch die Familie von Karstedt. Ab dem 14. Jahrhundert bestand die Bevölkerung Glövzins überwiegend aus Untertanen des Grundherren zu Stavenow, und nur noch wenige Höfe im Ort gehörten der Familie von Karstedt. Diese gab im 16. Jahrhundert den Rittersitz in Glövzin auf, nachdem sie 1540 einen Gutshof in Kaltenhof errichtete, ein Ort der 1542 erstmals erwähnt wurde. Zu dieser Zeit gab es in Glövzin 17 Hufner, sechs Kossäten und einen Schneider. Der Pfarrhof war wüst, die Küsterei wurde erst 1558 wieder besetzt. Im Dreißigjährigen Krieg verlor der Ort fast alle seine Einwohner, noch 1686 wurden nur elf männliche Bewohner gezählt.

1742 wurde das Gutshaus in Kaltenhof neu gestaltet. 1791 lebten in Glövzin 240 und in Kaltenhof 43 Einwohner. Ein Großfeuer in Glövzin im Jahr 1809 zerstörte 15 Bauernhöfe. 1822 wurden die Chaussee und ab 1846 die Eisenbahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin erbaut. Im Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer in Preußen wird das kreistagsfähige Rittergut Kaltenhof mit einer Größe von 312 ha angegeben und gehörte zum Majorat der Familie von Karstedt-Fretzdorf. Zeitgleich wurde Richard von Karstedt (1846–1880) als Gutsbesitzer von Kaltenhof geführt. Ein durch Blitzschlag verursachter Brand vernichtete 1890 die Dorfkirche in Glövzin, und bereits 1896 wurde der Neubau eingeweiht. Im 20. Jahrhundert entstanden viele große Bauernhäuser. Der elektrische Strom hielt 1921 Einzug. 1923 wurde Kaltenhof nach Glövzin eingemeindet. Reimar von Karstedt ist 1929 Eigentümer des Rittergutes mit 312 ha, im Mittelpunkt des herrschaftlichen landwirtschaftlichen Großbetriebes steht die Rindviehwirtschaft. Das Gut gehörte zuletzt der Familie H. Fricke. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen viele Flüchtlinge in die Region, 1946 wurden 453 Einwohner gezählt.

1971 wurde Glövzin mit Kaltenhof nach Premslin eingemeindet.

Verwaltungsgeschichte

Karstädt und seine heutigen Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Westprignitz in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Perleberg im DDR-Bezirk Schwerin. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Prignitz.

Am 15. Mai 1992 erteilte der Minister des Innern seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Karstädt mit Sitz in Karstädt. Die Bildung kam mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung am 15. Juni 1992 zustande. Zum Zeitpunkt der Gründung umfasste das Amt 13 Gemeinden des damaligen Kreises Perleberg, die späteren Ortsteile der neuen (Groß-)Gemeinde Karstädt.

Zum 31. Dezember 2001 schlossen sich zunächst Blüthen, Dallmin, Groß Warnow, Karstädt, Kribbe, Laaslich, Premslin und Reckenzin zu einer neuen Gemeinde Karstädt zusammen. Zum 31. Dezember 2002 wurden die Gemeinden Garlin, Mankmuß und Pröttlin in die Gemeinde Karstädt eingegliedert. Zum 26. Oktober 2003 wurden schließlich noch Boberow und Nebelin nach Karstädt eingegliedert. Das Amt Karstädt wurde aufgelöst, die Gemeinde Karstädt amtsfrei. Letzter Amtsdirektor war Dieter Wetzel.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Blüthen31. Dezember 2001
Boberow26. Oktober 2003
Dallmin31. Dezember 2001
Dargardt1. Februar 1974Eingemeindung nach Garlin
Garlin31. Dezember 2002
Glövzin7. Mai 1971Eingemeindung nach Premslin
Groß Warnow31. Dezember 2001
Klein Warnow3. Juli 1972Eingemeindung nach Groß Warnow
Kribbe31. Dezember 2001
Laaslich31. Dezember 2001
Lenzersilge1. Januar 1973Eingemeindung nach Laaslich
Mankmuß31. Dezember 2002
Mesekow3. Juli 1972Eingemeindung nach Mankmuß
Nebelin26. Oktober 2003
Pinnow1. Februar 1974Eingemeindung nach Pröttlin
Postlin1. Februar 1974
Premslin31. Dezember 2001
Pröttlin31. Dezember 2002
Reckenzin31. Dezember 2001
Sargleben1. Februar 1974Eingemeindung nach Garlin
Seetz1. Februar 1974Eingemeindung nach Garlin
Streesow1. Oktober 1973Eingemeindung nach Reckenzin
Strehlen1. Januar 1973Eingemeindung nach Blüthen

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875619
1890687
19101 063
19251 088
19331 308
19391 426
Jahr Einwohner
19461 872
19501 889
19642 228
19712 650
19813 888
19853 935
Jahr Einwohner
19903 805
19953 456
20003 101
20057.038
20106 376
20155 983
Jahr Einwohner
20205 944
20215 898
20225 955
20235 829
20245 803

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss und die Eingliederung von Gemeinden in den Jahren 2001 bis 2003 zurückzuführen.

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Karstädt besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,5 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
CDU48,9 %922,3 %4
Unabhängige Wählergruppe der Gemeinde Karstädt (UWGK)19,4 %4
AfD10,7 %218,0 %3
BürgerBündnisKarstädt (BBK)16,1 %3
SPD15,7 %39,8 %2
Freie Wähler Karstädt6,7 %1
Die Linke6,7 %13,8 %1
Bauern und ländliche Region (BLR)1,8 %
Bündnis 90/Die Grünen1,2 %
Einzelbewerber Stefan Trautmann0,8 %
Einzelbewerberin Nicole Niemann9,3 %1
Einzelbewerber Steffen Schmidt4,9 %1
FDP3,8 %1
Insgesamt100 %18100 %18

Bürgermeister

  • 1998–2003: Jürgen Ditten (CDU)
  • seit 2003: Udo Staeck (CDU)

Staeck wurde in der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019 mit 57,9 % der gültigen Stimmen gewählt. Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.

Wappen

Wappen von Karstädt
Wappen von Karstädt
Blasonierung: „Gespalten und alles in verwechselten Farben: unter einem silbern-roten Schildhaupt, belegt mit einem durchgehenden Schragenkreuz, im rot-silbernen Schild auf der Spaltlinie ein gespaltener Hammer, beseitet rechts von einer Pflugschar und links von einer silbern gestulpten Mütze.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet und am 26. November 2003 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

„Die Flagge ist viergeteilt und trägt die Farben Rot-Weiß. In der Mitte befindet sich das Wappen der Gemeinde.“

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift GEMEINDE KARSTÄDT • LANDKREIS PRIGNITZ.

Gemeindepartnerschaft

Seit 1991 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Rommerskirchen im Rhein-Kreis Neuss.

Sehenswürdigkeiten

  • Dorfkirche Karstädt: Bereits im 14. Jahrhundert hatte Karstädt eine Kirche, die aufgrund von Platzmangel 1885 größtenteils abgerissen wurde. Der Ersatzbau von 1895 wurde 1989 saniert.
  • Weitere Kirchen in Glövzin und Premslin
  • Freiherr-vom-Stein-Denkmal in Nebelin vom Berliner Bildhauer Helmuth Schievelkamp, enthüllt 1913
  • Asymmetrischer 121 Meter hoher Fernmeldeturm im Ortsteil Pinnow (Lage)
  • Landpfarrer-Museum im ehemaligen Pfarrhaus in Blüthen
  • Löwenkopfbrücke in Streesow, eine der ältesten Brücken über Eisenbahnstrecken in Deutschland.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Karstädt gehört zu einem der 15 regionalen Wachstumskerne im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert. Hier ist etwa die Avena Cerealien GmbH ansässig, die die Tradition der Verarbeitung von Haferflocken (im Ort seit 1870) fortsetzt.

Verkehr

Straßenverkehr

Karstädt liegt an der Bundesstraße 5 zwischen Ludwigslust und Perleberg und der Landesstraße L 13 zwischen Lenzen und Putlitz. Die noch im Bau befindliche Bundesautobahn A 14 zwischen Schwerin und Magdeburg mit den Anschlussstellen Groß Warnow und Karstädt führt unmittelbar westlich des Ortes vorbei. Der Abschnitt zwischen diesen beiden Anschlussstellen wurde im Dezember 2015 fertiggestellt.

Öffentlicher Personenverkehr
Bahnhof Karstädt

Der Bahnhof Karstädt liegt an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg. Er wird von der Regional-Express-Linie RE 8 Wismar – Wittenberge – Berlin – Doberlug-Kirchhain – Elsterwerda im Zwei-Stunden-Takt bedient.

Zudem fahren am Bahnhof die Busse der Linien 246 und 248 sowie die Rufbusse 951 und 952 ab.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Orte der heutigen Gemeinde

  • Reimar von Karstedt (* um 1560–1618), Jurist und Domdechant am Havelberger Dom, geboren in Kaltenhof
  • Johann Friedrich von Winterfeld (1609–1667), Erbherr auf Dallmin und Dompropst im Hochstift Lübeck, geboren in Dallmin
  • Gustav von Jagow (1813–1879), Alloidialgutsbesitzer, Regierungspräsident, Reichstags- und Landtagsabgeordneter, geboren in Dallmin
  • Hermann Ferdinand Julius Hering (1838–1920), evangelischer Theologe, Hochschullehrer und -rektor, geboren in Dallmin
  • Hans Stubbendorff (1851–1931), Gutspächter, Politiker (DRP), Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichstags, geboren in Zapel
  • Walter Stubbendorff (1888–1945), Rittergutsbesitzer, Politiker (DNVP), Mitglied des Deutschen Reichstags, geboren in Zapel
  • Victor von Podbielski (1892–1945), Politiker (NSDAP), Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), geboren in Dallmin
  • Walter Hörnlein (1893–1961), General der Infanterie der Wehrmacht, geboren in Blüthen
  • Hans Kahle (1899–1947), KPD- und SED-Funktionär, Interbrigadist
  • Heinrich Vogel (1902–1989), Theologe, geboren in Pröttlin

Mit den Ortsteilen der heutigen Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Theophil von Podbielski (1814–1879), preußischer General der Kavallerie; lebte auf dem Gut Dallmin
  • Victor von Podbielski (1844–1916), preußischer Generalleutnant, Leiter des Reichspostamtes; lebte auf dem Gut Dallmin
  • Wilfried Erdmann (1940–2023), Weltumsegler; lebte während seiner Kindheit und Jugend 1945 bis 1957 in Karstädt
  • Jean-René Adam (* 1964), Politiker (AfD), Mitglied der Gemeindevertretung von Karstädt; lebt in Blüthen
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