Kribbe Gemeinde Karstädt (Prignitz) | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 53° 12′ N, 11° 48′ O | |
| Einwohner: | 313 (1. Jan. 2000) | |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 2001 | |
| Postleitzahl: | 19357 | |
| Vorwahl: | 038797 | |
Lage von Kribbe in Brandenburg | ||
![]() Dorfkirche in Kribbe (2011) | ||
Kribbe ist ein Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Karstädt im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Zu Kribbe gehören die bewohnten Gemeindeteile Neuhof, Wittmoor und Karwe.
Der Ort liegt nordöstlich des Kernortes Karstädt an der Kreisstraße K 7045. Westlich von Kribbe verlaufen die Landesstraße L 131 und die A 14, südwestlich die B 5 und östlich die L 10. Die Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern verläuft nördlich.
Geschichte
Besitzgeschichte
Im Jahr 1312 verkaufte Markgraf Woldemar dem Kloster Eldena in Mecklenburg Einkünfte, unter anderem von sechs Hufen im Dorf Kribbe. Vor 1542 bis 1712 befand sich der Ort im Besitz der von Rohr zu Neuhausen, die bis 1618 über das gesamte Dorf herrschten. Von 1618 bis 1712 teilten sich die von Rohr und die von Winterfeld zu Neuhausen den Besitz, wobei jede Familie über die Hälfte von Kribbe verfügte. Von 1712 bis 1872 lag der gesamte Ort im Besitz der von Winterfeld zu Neuhausen beziehungsweise zu Karwe, wie für die Jahre 1745 und 1860 belegt ist.
14. bis 16. Jahrhundert
Kribbe wird im Jahr 1312 als Dorf in der Terra Perleberg erstmals erwähnt. Damit gehört der Ort bereits im frühen 14. Jahrhundert zu den ländlichen Siedlungen der Region. Im Jahr 1542 sind im Dorf 13 Einwohner („Leute“) belegt. Diese Bewohner entrichteten als Abgabe an den Pfarrer 1⁄2 Wispel 1⁄2 Scheffel Roggen. Im Jahr 1576 umfasst die Siedlung 12 Hufen besetzende Einhufner und einen Kossäten. 1586 nutzte das Dorf bislang die Hütung im Wittmoor.
17. Jahrhundert
1618 bestanden im Dorf acht Hufnerstellen, um 1632 waren es neun Hufner, davon eine wüst, sowie vier Kossäten. Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges zeigen sich 1652 mit nur noch fünf Hufnern, zwei Kossäten und insgesamt acht Personen. Für 1686 sind neun Zweihufnerstellen (davon zwei wüst), ein Kossät mit zwei Hufen, drei Kossäten mit je 1⁄4 Hufe (eine davon wüst), ein Kötter auf einem Zweihufnergut sowie ein Kuhhirt nachgewiesen, der alle drei Ruten besaß. Insgesamt umfasste die Feldmark 20 3/4 Hufen mit einer Aussaat von 16 Wispel 3 Scheffel. Die wüsten Höfe wurden von den Bauern mitgenutzt. Es bestanden drei Felder, wobei fast das dritte Korn gewonnen wurde. Die Wiesen waren schlecht und lieferten je 2–3 Fuder Heu, ebenso waren Weide, Hütung und Viehzucht von geringer Qualität. Der Acker galt als gut, es gab etwas Mast sowie notdürftiges Brennholz auf dem Hufschlag, jedoch keine Fischerei. Das Dorf wurde der dritten Klasse zugerechnet.
18. Jahrhundert
1719 zählte Kribbe neun Hufner, vier Kossäten, ein Kötter sowie zwei Hirten ohne Vieh bei insgesamt 20 3/4 Hufen, die mit 6 Groschen veranschlagt waren. 1734 werden zehn Ganzbauern, drei Kossäten, fünf Hauswirte und zwei Hirten genannt, weiterhin bei 20 3/4 Hufen mit einer Aussaat von 16 Wispel 3 Scheffel. 1745 wird Kribbe als Dorf mit neun Bauern, vier Kossäten und einem Kötter geführt. 1760 sind zehn Hufner, drei Kossäten, zwei Kötter, ein Paar Einlieger sowie ein Kuhhirt belegt, weiterhin bei unverändert 20 3/4 Hufen. 1791 bestanden zehn Bauern, zwei Kossäten, ein Büdner und fünf Häusler bei insgesamt 25 Feuerstellen.
19. Jahrhundert
1801 werden zwölf Ganzbauern, ein Büdner und zehn Einlieger bei 20 3/4 Hufen und 25 Feuerstellen genannt. 1819 umfasste das Dorf zehn Hufner, drei Kossäten, einen Kötter, einen Kuhhirt, einen Dorfschäfer sowie drei Paare Einlieger bei 20 3/4 Hufen zu je 6 Groschen. 1846 bestanden 27 Wohnhäuser. 1860 wird Kribbe als Dorf mit vier Abbauten (Ziegelei) beschrieben, mit einem öffentlichen Gebäude sowie 34 Wohn- und 34 Wirtschaftsgebäuden. Die landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 1860 insgesamt 1234 Morgen (8 Morgen Gehöfte, 33 Morgen Gartenland, 1067 Morgen Acker, 59 Morgen Wiese, 67 Morgen Wald).
20. und 21. Jahrhundert
1900 bestand das Dorf aus 30 Häusern bei einer Fläche von 319 Hektar. 1931 waren es 47 Wohnhäuser bei 1179 Hektar. Verwaltungsgeschichtlich wurde Kribbe 1928 durch Eingemeindung der Gutsbezirke Karwe und Neuhof erweitert. 1906 und 1925 gehörte der Ausbau Viktorshöh dazu, 1925 auch die Kribber Ziegelei. 1931 bestand die Gemeinde mit den Wohnplätzen Ausbau 26, Karwe, Karwer Wassermühle, Mollnitz und Neuhof; 1933 wurde das Vorwerk Wittmoor eingemeindet. Für 1939 sind land- und forstwirtschaftliche Betriebe wie folgt nachgewiesen: ein Betrieb über 100 Hektar, 7 Betriebe mit 20–100 Hektar, 31 Betriebe mit 10–20 Hektar, 16 Betriebe mit 5–10 Hektar und 11 Betriebe mit 0,5–5 Hektar; insgesamt 362 Beschäftigte in der Landwirtschaft, dazu 32 in Industrie und Handwerk sowie 10 in Handel und Verkehr.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1946 725,34 Hektar enteignet und verteilt auf 5 Neubauern mit 3,78 Hektar, 4 mit 8,74 Hektar, 67 mit 526,16 Hektar, 9 mit 94,84 Hektar, auf 46 Altbauern 83,75 Hektar, der Rest ging an Gemeinden und die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). 1956 entstand eine LPG Typ III mit 10 Mitgliedern und 63,56 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. 1960 bestanden zwei LPG Typ I mit 46 Mitgliedern und 275,08 Hektar Nutzfläche sowie eine LPG Typ III mit 80 Mitgliedern und 582,51 Hektar (ohne Karwe und Neuhof). 1968 erfolgte der Anschluss der LPG Typ I in Kribbe-Wittmoor an die LPG Typ I Frohes Schaffen in Kribbe, 1971 der Anschluss dieser sowie der LPG Typ I Befreite Scholle in Kribbe-Neuhof an die LPG Typ III Einheit in Kribbe, 1973 der Anschluss der LPG Typ I Karwebach in Karwe an die LPG Typ III in Kribbe und 1976 der Anschluss der LPG Typ III Thomas Müntzer in Dallmin an die LPG Einheit in Kribbe. 1979 wurde die LPG Tierproduktion Kribbe gebildet. 1990 erfolgte die Umbenennung der LPG Einheit Kribbe in LPG Dallmin und 1993 deren Umwandlung in eine eingetragene Genossenschaft. 1994 bestand die Agrargenossenschaft Dallmin e.G. mit dem Betriebsteil Kribbe. 1964 und 1995 wird Kribbe als Gemeinde mit den Ortsteilen Karwe, Neuhof und Wittmoor geführt.
Am 31. Dezember 2001 wurde Kribbe nach Karstädt eingemeindet.
Bevölkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung in Kribbe von 1734 bis 1991 | |||||||||||||||||
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| Jahr | 1734 | 1772 | 1791 | 1801 | 1817 | 1837 | 1858 | 1871 | 1895 | 1925 | 1939 | 1946 | 1964 | 1971 | 1981 | 1991 | |
| Einwohner | 74 | 95 | 118 | 123 | 136 | 196 | 272 | 234 | 196 | 210 | 440 | 784 | 553 | 487 | 371 | 338 | |
Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmale in Karstädt (Prignitz) sind für Kribbe zwei Baudenkmale aufgeführt:
- die Dorfkirche
- ein Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäude (Kribber Dorfstraße 1)
- Karstädt (Prignitz)
- Ort im Landkreis Prignitz
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Prignitz)
- Gemeindeauflösung 2001
- Ersterwähnung 1312

