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Die alttürkische Sprache (auch Orchon- oder Runen-Türkisch) ist die früheste schriftlich bezeugte Turksprache. Sie kam unter den Köktürken auf und wurde ungefäh

Alttürkische Sprache

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Alttürkisch
Zeitraum 7. Jhd. bis 13. Jhd.

Ehemals gesprochen in

östliches Zentralasien, China und Sibirien
Linguistische
Klassifikation
  • Altaische Sprachen (umstritten)
    Turksprachen
    Sibirische Turksprachen
    Alttürkisch
Sprachcodes
ISO 639-1
ISO 639-2
ISO 639-3 otk

Die alttürkische Sprache (auch Orchon- oder Runen-Türkisch) ist die früheste schriftlich bezeugte Turksprache. Sie kam unter den Köktürken auf und wurde ungefähr vom 7. bis 17. Jahrhundert n. Chr. verwendet. Die Sprache der Manuskripte ab dem 9. Jahrhundert wird auch als Altuigurisch bezeichnet.

Der Name Alttürkisch darf nicht im Sinne einer direkten Vorgängerform des heutigen Türkischen interpretiert werden. Das Alttürkische ist eine frühe Form der sibirischen oder nordöstlichen Turksprachen, während das Türkische zur oghusischen oder Südwest-Gruppe der Turksprachen gehört.

Auch der Name Altuigurisch darf nicht im Sinne einer direkten Vorgängerform des heutigen Uigurischen verstanden werden. Das Altuigurische ist mit dem West-Yugurischen, das zum sibirischen Zweig gehört, am nächsten verwandt oder sogar eine frühe Form davon, während das sogenannte moderne Uigurisch vom Tschagataischen abstammt und zur karlukischen oder Südost-Gruppe der Turksprachen gehört. Zur Klassifikation siehe den Artikel Turksprachen.

Quellen

Die Quellen des Alttürkischen werden in zwei Korpora eingeteilt:

  • 7. bis 10. Jahrhundert: Orchon-Inschriften und vereinzelte sonstige Schriftzeugnisse in alttürkischer Runenschrift in der Mongolei und dem Jenissei-Becken (Orchon-Türkisch oder eigentliches Alttürkisch).
  • 9. bis 17. Jahrhundert: uigurische Manuskripte (Altuigurisch) aus Ostturkestan (heutiges Xinjiang) in verschiedenen Schriften, einschließlich der Orchon-Schrift und Brahmi-Schrift, der manichäischen, syrischen und uigurischen Alphabete, die religiöses (buddhistisches und manichäisches), juristisches, literarisches, folkloristisches und astrologisches Material sowie persönliche Korrespondenz beinhalten. Ein Spätwerk in alttürkischer Sprache wird auf das Jahr 1688 datiert.

Phonologie

Das Alttürkische hat neun unterschiedliche Vokale: a, e, ė, i, ï, o, ö, u, ü, die sich nur in der ersten Silbe eines Wortes unterscheiden, an anderer Stelle sind es lediglich vier Klassen: a, e, ï, i.

Das Konsonantensystem unterscheidet stimmlos, stimmhaft (mit frikativen Varianten) und nasal:

  • labial: p, v (β), m;
  • dental: t, d (δ), n;
  • palatal: č, y, ń;
  • velar: k (q, χ), g (γ), ŋ;
  • sibilant: s, š, z;
  • liquid: r, l.
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