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Die Pestalozzistraße ist eine Innerortsstraße in den Stadtbezirken Altstadt-Lehel (Nr. 1) und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (Nr. 2) von München.

Pestalozzistraße (München)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Pestalozzistraße
Wappen
Straße in München
Pestalozzistraße 14
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Basisdaten
Ort  München
Ortsteil  Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Angelegt 
Neugestaltet 
Hist. Namen  Glockenstraße, Am Glockenbach
Name erhalten  1897
Anschluss­straßen  Roßmarkt, Isartalstraße
Querstraßen  Blumenstraße, Müllerstraße, Stephanstraße, Holzstraße, Alexander-Miklósy-Weg, Kapuzinerstraße
Plätze  Holzplatz
Nummern­system  Orientierungsnummerierung
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 1.025,6 m

Der Alte Südfriedhof (die Pestalozzistraße teilweise rechts außerhalb de Ausschnitts)

Die Pestalozzistraße ist eine Innerortsstraße in den Stadtbezirken Altstadt-Lehel (Nr. 1) und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (Nr. 2) von München.

Verlauf

Die Straße an der Friedhofsmauer
Die Straße an der Friedhofsmauer

Die Straße folgt ab der Kapuzinerstraße westlich bachabwärts dem Westermühlbach und dem diesen fortsetzenden, nicht mehr an der Oberfläche verlaufenden, für das Quartier Glockenbachviertel namensgebenden Glockenbach und bildet im Süden den Ostabschluss des Alten Südfriedhofs, wird aber im Nord- und Mittelteil von diesem durch eine Häuserreihe (teils mit Hinterhäusern) getrennt. Die östliche Straßenseite ist von der Innenstadt kommend nur bebaut, soweit der Stadtbach nicht oberirdisch verläuft. Bei der Einmündung der Holzstraße liegt der Holzplatz, der verkehrsberuhigt ist und eine Sommermöblierung aufweist. Der Uferbereich des Westermühlbachs ist parkartig angelegt. Auch auf der Westseite der Straße befindet sich im Bereich des Übergangs zu dem ab 1848 angelegten neueren Teil (Campo Santo) des Alten Südfriedhofs die kleine Grünanlage Am Alten Südfriedhof. Südlich davon bis zur Einmündung in die Kapuzinerstraße folgt die Pestalozzistraße der hohen Friedhofsmauer. An der Kapuzinerstraße geht sie in die Isartalstraße über.

Geschichte

Gedenktafel Gewerkschaftshaus

Vor dem Sendlinger Tor bestand beim Kalkofen von 1476 bis 1671 ein Gießhaus, in dem auch Glocken gegossen wurden. Der vorbeifließende Bach erhielt von diesem vor 1557 den Namen Am Glockenbach. Der Gießerei verdankte auch die Glockenstraße (später: Straße Glockenbach) am Friedhof ihren Namen. 1896 wurde die Verbindungsstraße zwischen Blumenstraße und Müllerstraße durchgebrochen und als Pestalozzistraße benannt. 1905 wurde die Straße Am Glockenbach der Pestalozzistraße zugeschlagen und die Bezeichnung Am Glockenbach ging auf eine andere Straße (rechts des Westermühlbachs) über. An der Stelle des Mietshauses Pestalozzistraße 1 stand bis 1900 das 1748 wohl von Johann Michael Fischer erbaute Leopoldischlössl auf der Heyturm-Bastion (oder Bastion St. Ferdinand). Am früheren, abgebrochenen Haus Pestalozzistraße 1 erinnerte eine Gedenktafel an das Schlösschen. In der Pestalozzistraße 40–42 stand ab 1912 das am 9. März 1933 von der nationalsozialistischen SA besetzte Münchner Gewerkschaftshaus des ADGB, das „Arbeiterburg“ genannt wurde.

Öffentlicher Personennahverkehr

Die Pestalozzistraße wird an der Müllerstraße von der Straßenbahn gekreuzt (Haltestelle am Sendlinger-Tor-Platz, dort auch U-Bahn-Anschluss). Durch die Kapuzinerstraße verkehrt die Metrobuslinie 58/68 der MVG.

Namensgeber

Die Straße ist nach dem Schweizer Pädagogen und Sozialreformer Heinrich Pestalozzi (1746–1827) benannt.

Charakteristik

Die Pestalozzistraße verläuft oberhalb der Hangkante der Altstadtterrasse der Münchner Schotterebene, die sich über das Petersbergl und am Westrand des Englischen Gartens entlang nach Schwabing fortsetzt. Das Glockenbachviertel hat sich seit den 1980er Jahren zum Szeneviertel entwickelt. „Entlang der Pestalozzistraße befinden sich auffällig viele Bars, Cafés und Gaststätten“ (München wiki).

Gebäude unter Denkmalschutz

  • Nr. 8: Mietshaus, klassizistische Renaissance, reich gegliedert, 1877–78 von Josef Hönig (Denkmalliste D-1-62-000-5220)
  • Nr. 9: Mietshaus, Neurenaissance, 1877 von Johann Stoff; bildet mit Nr. 11 eine Einheit (Denkmalliste D-1-62-000-5221)
  • Nr. 11: Mietshaus, Neurenaissance, 1877 von Johann Stoff; bildet mit Nr. 9 eine Einheit (Denkmalliste D-1-62-000-5222)
  • Nr. 12: Mietshaus, Neurenaissance, 1885 von Carl Wilhelm Warmbach (Denkmalliste D-1-62-000-5223)
  • Nr. 14: Mietshaus, Neurenaissance, 1885 von Carl Wilhelm Warmbach (Denkmalliste D-1-62-000-5224)
  • Nr. 16: Mietshaus, Eckbau in schlichter Neurenaissance, 1884 von Carl Wilhelm Warmbach, die Aufstockung 1894 (Denkmalliste D-1-62-000-5225)
  • Nr. 17: Mietshaus, spätklassizistisch, reich gegliedert, 1875 von Johann Stoff (Denkmalliste D-1-62-000-5226)
  • Nr. 18: Mietshaus, schlichter, biedermeierlicher Eckbau mit profilierten Fensterrahmungen, 1865 von Franz Kil, Dachausbau und Ecktürme 1900 (Denkmalliste D-1-62-000-5227)
  • Nr. 20: Mietshaus, spätklassizistisch, 1865 (Denkmalliste D-1-62-000-5228)
  • Nr. 25: Mietshaus, Neurenaissance, 1889 von Georg Perger (Denkmalliste D-1-62-000-5230)
  • Nr. 31: Mietshaus, schlichter Jugendstilbau, 1909 von Heilmann & Littmann; vgl. Holzstraße 28/30 (Denkmalliste D-1-62-000-5231)
  • Nr. 32: Mietshaus, 1885–86 von Michael Reifenstuel d. J., vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-5232)
  • Nr. 35: Mietshaus, Eckbau im barockisierenden Jugendstil, 1906 von Eduard Herbert (Denkmalliste D-1-62-000-5233)
  • Nr. 36: Mietshaus, Neurenaissance in klassizistischer Tradition, 1886 von Ludwig Deiglmayr (Denkmalliste D-1-62-000-5234)
  • Nr. 48: Mietshaus, später Jugendstil, mit zwei Reliefs, 1911 von Lothar Lindemann; Gruppe mit Nr. 50 (Denkmalliste D-1-62-000-5235)
  • Nr. 50: Mietshaus, Eckbau im späten Jugendstil, mit sieben Halbkreisreliefs, 1911 von Lothar Lindemann; Gruppe mit Nr. 48 (Denkmalliste D-1-62-000-5236)

Ehemaliges Baudenkmal

  • Nr. 23: Mietshaus, schlicht biedermeierlich, um 1860, aufgrund von Veränderungen der letzten Jahrzehnte 2009 aus der Denkmalliste gestrichen

Abgegangene Gebäude

  • Nr. 1–3: bis 1900 Standort des Leopoldischlössls, nach dessen Abriss Mietshausbebauung mit Gedenktafel. Inschrift: Allhier stand das sogenannte LEOPOLDI SCHLÖSSL von Bürgermeister Josef Anton von Schönberg erbaut A.D. 1747 auf der Ferdinandbastei der Stadtbefestigung des Kurfürsten Maximilian I Abgebrochen A. D. 1900
  • Nr. 40–42: Ehemaliges Gewerkschaftshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds, 1933 von der DAF übernommen, ab 1938 städtisches Gesundheitsamt, im Dezember 1944 bei einem Bombenangriff zerstört (Gedenktafel)
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