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Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) ist die zentrale bundesweite Einrichtung zur Förderung des österreichischen Kinofilms in Österreich. Es fördert die Entwi

Österreichisches Filminstitut

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Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) ist die zentrale bundesweite Einrichtung zur Förderung des österreichischen Kinofilms in Österreich. Es fördert die Entwicklung, Herstellung und Verwertung österreichischer Kinofilme und unterstützt damit sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Belange des österreichischen Filmschaffens. Das Filminstitut ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts und hat seinen Sitz in Wien. Direktor des Filminstituts ist seit Mai 2004 Roland Teichmann, dessen Vertrag 2023 bis zum 30. Juni 2029 verlängert wurde.

Geschichte

Grundlage der bundesweiten Filmförderung war das Bundesgesetz vom 25. November 1980 über die Förderung des österreichischen Films (Filmförderungsgesetz). Auf dieser Basis wurde 1981 der Österreichische Filmförderungsfonds gegründet. 1993 wurde der Filmförderungsfonds in Österreichisches Filminstitut umbenannt.

Seit seiner Gründung ist das Filminstitut Teil der bundesweiten Filmförderungsstruktur in Österreich. Neben der Förderung einzelner Projekte veröffentlicht das Institut regelmäßig Tätigkeitsberichte, Förderentscheidungen und statistische Auswertungen zur österreichischen Filmwirtschaft.

Mit dem Filmstandortgesetz 2023 und einer Novelle des Filmförderungsgesetzes wurde das Fördersystem erweitert. Das Gesetz trat mit 1. Jänner 2023 in Kraft und führte unter anderem die Standortförderung ÖFI+ ein. Ziel der Reform war die Stärkung des Filmstandorts Österreich, die Förderung internationaler Produktionen und die Erhöhung der Wertschöpfung in der österreichischen Filmbranche.

Aufgaben

Die Aufgaben des Filminstituts ergeben sich aus dem Filmförderungsgesetz. Dazu gehören insbesondere die Förderung der Herstellung, Verbreitung und Vermarktung österreichischer Filme, die Unterstützung österreichisch-ausländischer Koproduktionen, Nachwuchsförderung, Weiterbildung, die internationale Präsentation österreichischer Filme sowie die Erstellung des jährlichen Filmwirtschaftsberichts.

Die Förderungstätigkeit umfasst nicht nur die Herstellung von Filmen, sondern auch vorgelagerte und nachgelagerte Phasen wie Stoff- und Projektentwicklung, Verwertung, Festivalteilnahmen, Kinostarts und Weiterbildung.

Das Filminstitut wirkt außerdem an der Koordinierung der Filmförderung von Bund und Ländern mit und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Filmwirtschaft und Fernsehveranstaltern zur Stärkung des österreichischen Kinofilms.

Förderung

Das ÖFI vergibt öffentliche Fördermittel für verschiedene Phasen der Filmherstellung und -auswertung. Gefördert werden unter anderem Stoffentwicklung, Projektentwicklung, Herstellung, Verwertung, Festivalteilnahmen, Kinostarts und berufliche Weiterbildung im Filmwesen.

Förderungssystem

Das Fördersystem umfasst selektive projektbezogene Förderungen sowie automatische Fördermechanismen. Bei der selektiven Förderung werden eingereichte Projekte durch eine Projektkommission beurteilt. Diese entscheidet insbesondere über Stoffentwicklungen, Projektentwicklungen und Herstellungen. Automatische Fördermechanismen bestehen insbesondere in der Referenzfilmförderung; mit ÖFI+ wurde 2023 außerdem eine Standortförderung für österreichische Kinofilme eingeführt.

Aufgrund der budgetären Situation sind bis auf Weiteres keine regulären Einreichungen für die ÖFI+-Standortförderung im Bereich Herstellung möglich. Ausgenommen sind Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme, die eine Förderzusage der Abteilung Film des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport oder des Talent LAB erhalten haben; sie bleiben ab dem Budgetjahr 2026 weiterhin antragsberechtigt. Für 2026 wurden 15,5 Millionen Euro aus dem ÖFI+-Topf in die selektive Förderlinie für Herstellung und Entwicklung umgeschichtet; 2,5 Millionen Euro verblieben für die Weiterführung von ÖFI+ für bereits zugesagte Projekte und Kinostarts.

Neben der Herstellung von Filmen unterstützt das Filminstitut auch deren Auswertung. Dazu gehören Förderungen für Kinostarts, Festivalteilnahmen und weitere Verbreitungsmaßnahmen.

Budget

Das Jahresbudget des Filminstituts besteht überwiegend aus Bundesmitteln. Daneben kann das ÖFI auch mit anderen Geldgebern Verträge abschließen. Laut Tätigkeitsbericht 2025 wurde das Gesamtbudget des ÖFI für 2026 auf 39 Millionen Euro erhöht; darin enthalten sind 2,5 Millionen Euro für ÖFI+-Projekte der innovativen Filmförderung sowie für Kinostarts. Für 2025 waren laut Budgetübersicht 21 Millionen Euro für das ÖFI und 44,3 Millionen Euro für ÖFI+ ausgewiesen.

Publikationen

Das Filminstitut veröffentlicht Tätigkeitsberichte, Förderentscheidungen und den jährlichen Filmwirtschaftsbericht. Der Filmwirtschaftsbericht enthält statistische Daten zur österreichischen Filmwirtschaft, darunter Angaben zu Produktion, Förderung, Kinomarkt, Beschäftigung und internationaler Auswertung österreichischer Filme. Die Berichte dokumentieren unter anderem Förderentscheidungen, Produktionsvolumen, Marktanteile, Kinobesuche und internationale Auswertungen und machen Entwicklungen innerhalb der Branche über längere Zeiträume nachvollziehbar.

Der Filmwirtschaftsbericht 2025 meldete für die österreichische Filmwirtschaft 2023 insgesamt 3.841 Unternehmen und 9.444 Beschäftigte; für 2024 wurde ein Marktanteil österreichischer Filme von 6,8 Prozent genannt.

Diskussion um das Fördersystem

Das Fördersystem des Österreichischen Filminstituts wurde insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung und späteren budgetären Veränderung von ÖFI+ diskutiert. Mit dem Filmstandortgesetz 2023 wurde die automatische Standortförderung als Ergänzung zur selektiven Filmförderung eingeführt. In der parlamentarischen Debatte wurde sie als Schritt zu einem „One-Stop-Shop“ und zu einer rascheren Förderabwicklung dargestellt.

Kontrovers diskutiert wurden ab 2025 Änderungen bei der Finanzierung von ÖFI+. Während für 2025 noch 44,3 Millionen Euro für ÖFI+ ausgewiesen waren, sank der Bundesbeitrag für diese Förderschiene im Budget 2026 auf 2,5 Millionen Euro; zugleich wurde der reguläre Bundesbeitrag für das ÖFI auf 36,5 Millionen Euro erhöht. Das zuständige Ministerium setzte im Juni 2025 eine Arbeitsgruppe zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten für den österreichischen Film ein und erklärte, ungedeckelte Förderungen stoppen, den österreichischen Film aber weiter stärken zu wollen.

Der Fachverband Film- und Musikwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich begrüßte die Einrichtung der Arbeitsgruppe, betonte jedoch, dass bei einer Umwandlung von ÖFI+-Mitteln in selektive ÖFI-Mittel eine neue Finanzierungssäule notwendig sei, um österreichische Filme in Vielfalt und Qualität realisieren und den Filmstandort international verankern zu können. Auch der Produzent Veit Heiduschka kritisierte 2026 in einem Interview mit dem Filmmagazin ray die Unsicherheit rund um ÖFI+ und FISA+ und argumentierte, dass dadurch bereits vorbereitete oder eingereichte Produktionen gefährdet worden seien.The Gap berichtete 2025 zudem über Kritik an einer möglichen Förderlücke im mittleren Budgetbereich zwischen etwa 100.000 Euro und einer Million Euro.

Siehe auch

  • Filmförderung in Österreich
  • Österreichischer Film
  • Filmfonds Wien
  • Austrian Film Commission
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