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Das Oberamt Tübingen war ein württembergischer Verwaltungsbezirk (auf beigefügter Karte # 53), der 1934 in Kreis Tübingen umbenannt wurde und 1938 mehrheitlich

Oberamt Tübingen

Geodaten zu dieser Seite vorhanden
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Karte der württembergischen Oberämter, Stand 1926

Das Oberamt Tübingen war ein württembergischer Verwaltungsbezirk (auf beigefügter Karte # 53), der 1934 in Kreis Tübingen umbenannt wurde und 1938 mehrheitlich im vergrößerten Landkreis Tübingen aufging. Allgemeine Bemerkungen zu den württembergischen Oberämtern siehe Oberamt (Württemberg).

Geschichte

Oberamt Tübingen, Gebietsstand 1813, mit den früheren Herrschafts- und Ämtergrenzen
Grenze bei Dußlingen

Bereits seit dem 14. Jahrhundert war die Stadt Tübingen Hauptort einer württembergischen Vogtei. Zum hieraus entstandenen Amt, seit 1758 Oberamt, kamen von 1806 bis 1811 in mehreren Schritten weitere Orte hinzu, andererseits verlor es einige altwürttembergische Orte im Ammer- und Steinlachtal ans Oberamt Herrenberg bzw. ans neu errichtete Oberamt Rottenburg. Nachbarn waren nach der Neugliederung die württembergischen Oberämter Böblingen, Herrenberg, Nürtingen, Urach, Reutlingen und Rottenburg. Das Oberamt war von 1818 bis 1924 dem Schwarzwaldkreis zugeordnet.

Ehemalige Herrschaften

1813, nach Abschluss der Gebietsreform, setzte sich der Bezirk aus Bestandteilen zusammen, die im Jahr 1800 zu folgenden Herrschaften gehört hatten:

  • Herzogtum Württemberg
    Die meisten altwürttembergischen Orte zählten zum weltlichen Amt Tübingen. Zum 1807 aufgehobenen Klosteramt Bebenhausen gehörten Lustnau, Pfrondorf und Immenhausen, zum Rentkammergut die Domäne Einsiedel. Dettenhausen war bis 1811 dem Oberamt Böblingen zugeteilt.
  • Kloster Marchtal
    Mit dem Territorium der Prämonstratenser-Reichsabtei kam auch Ammern 1803 an den Fürsten von Thurn und Taxis, 1806 an Württemberg.
  • Reichsritterschaft
    Beim Ritterkanton Neckar-Schwarzwald der schwäbischen Ritterschaft waren immatrikuliert:
    • Wankheim (mit Kreßbach und Eck): Freiherr von Saint-André,
    • Kilchberg: von Tessin,
    • Bläsiberg: Schott von Schottenstein,
    • Rübgarten: Freiherr von Kniestedt.

Gemeinden

Einwohnerzahlen 1867

Folgende 30 Gemeinden waren dem Oberamt 1867 unterstellt:

Nr.frühere GemeindeEinwohner-
zahl 1867
heutige Gemeinde
1Tübingen8734Tübingen
2Altenburg425Reutlingen
3Bebenhausen238Tübingen
4Degerschlacht382Reutlingen
5Derendingen657Tübingen
6Dettenhausen973Dettenhausen
7Dörnach211Pliezhausen
8Dußlingen2076Dußlingen
9Gniebel507Pliezhausen
10Gönningen2562Reutlingen
11Häßlach 1456Walddorfhäslach
12Hagelloch579Tübingen
13Jettenburg374Kusterdingen
14Immenhausen381Kusterdingen
15Kilchberg365Tübingen
16Kirchentellinsfurt1332Kirchentellinsfurt
17Kusterdingen1132Kusterdingen
18Lustnau1363Tübingen
19Mähringen647Kusterdingen
20Nehren1163Nehren
21Oferdingen464Reutlingen
22Pfrondorf751Tübingen
23Pliezhausen1259Pliezhausen
24Rommelsbach675Reutlingen
25Rübgarten470Pliezhausen
26Schlaitdorf747Schlaitdorf
27Sickenhausen474Reutlingen
28Walddorf1170Walddorfhäslach
29Wankheim605Kusterdingen
30Weilheim473Tübingen
Summe31645
1 
heutige Schreibweise Häslach

Änderungen im Gemeindebestand seit 1813

Gemeinden und Markungen um 1860

1820 erfolgte die Ablösung der Weide- und Holzrechte im Schönbuch. Dabei erhielten die Schönbuchgenossen Altenburg, Degerschlacht, Oferdingen, Rommelsbach und Sickenhausen je ein Waldstück am Dürrenberg bei Kirchentellinsfurt, das der Gemeinde übereignet und der jeweiligen Gemarkung als Exklave zugeteilt wurde.

1823 wurde Bebenhausen (mit Waldhausen) von Lustnau getrennt und zur selbständigen Gemeinde erhoben.

1827 wurde der Gemeinde Dörnach zur Ablösung von Holzrechten das Waldstück „Wasserfall“ (vormals Gemarkung Pliezhausen, Oberamt Urach) übereignet und der Gemarkung als Exklave zugeteilt.

1842 kamen die Gemeinden Hagelloch (vom Oberamt Herrenberg) und Pliezhausen (vom Oberamt Urach) zum Oberamt Tübingen. Gleichzeitig wurde Altenriet ans Oberamt Nürtingen abgegeben.

1849 wurde Kreßbach (mit Eck) von Wankheim nach Weilheim umgemeindet.

1934 wurden Derendingen und Lustnau nach Tübingen ein- sowie Waldhausen von Bebenhausen nach Tübingen umgemeindet.

1936 erfolgte eine Grenzkorrektur zwischen Kirchentellinsfurt und Wannweil (Kreis Reutlingen).

Amtsvorsteher

Die Oberamtmänner des Oberamts Tübingen ab 1809:

  • 1809–1810: Johann Christian Schott
  • 1810–1813: Johann Friedrich Ludwig von Mieg
  • 1813–1817: Gottlieb Benjamin von Wolf
  • 1817–1825: Johann Carl Seubert
  • 1825–1826: Ludwig Christian Maximilian Kern
  • 1826–1831: Carl Christian Friedrich Weckherlin
  • 1831–1852: Gotthold Karl Georg von Ströhlin
  • 1852–1866: Albert von Kolb
  • 1866–1870: Wilhelm von Bätzner
  • 1870–1881: Gustav Wilhelm Sandberger
  • 1882–1889: Friedrich Ludwig Ernst Neudörffer
  • 1889–1894: Adolf von Nickel
  • 1894–1907: Richard Preu
  • 1907–1914: Theodor von Soden
  • 1915–1924: Carl Preuner
  • 1924–1934: Julius Gös
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