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Die Landtagswahl in Thüringen 2024 fand am 1. September 2024 parallel zur Landtagswahl in Sachsen statt. Bei ihr wurden die 88 Abgeordneten des 8. Thüringer Lan

Landtagswahl in Thüringen 2024

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Landesstimmen
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AfD
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
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+9,4
+1,9
+15,8
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−2,1
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+1,3
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AfD
CDU
BSW
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SPD
Grüne
FW
FDP
Tier. hier
Sonst.

Die Landtagswahl in Thüringen 2024 fand am 1. September 2024 parallel zur Landtagswahl in Sachsen statt. Bei ihr wurden die 88 Abgeordneten des 8. Thüringer Landtags gewählt.

Sitzverteilung
     
Insgesamt 88 Sitze
  • Linke: 12
  • SPD: 6
  • BSW: 15
  • CDU: 23
  • AfD: 32
Verhältnis Regierung-Opposition
im 8. Thüringer Landtag
44
44
44 44 
Insgesamt 88 Sitze
  • Regierung: 44
  • Opposition: 44

Es handelte sich um die erste bundesdeutsche Landtagswahl, bei der eine von einem Landesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei – die AfD Thüringen – die meisten Stimmen erhielt. Die CDU erzielte leichte Gewinne und wurde zweitstärkste Partei. Zudem gelang dem BSW zeitgleich mit der Wahl in Sachsen erstmals der Einzug in ein Landesparlament, es landete auf Platz drei. Die vormals siegreiche Linke verlor erstmals über die Hälfte ihrer Wähler und fuhr ihr schlechtestes Ergebnis seit der Wahl 1990 ein. Die SPD wurde erneut in den Landtag gewählt, erzielte jedoch ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt. Bündnis 90/Die Grünen und die FDP scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde und zogen nicht erneut in den Landtag ein. Es gab rund 1,65 Millionen Wahlberechtigte; die Wahlbeteiligung lag laut endgültigem Ergebnis bei 73,6 %.

Nach der Wahl bildete sich mit dem Kabinett Voigt die erste Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD, welche jedoch über keine eigene Mehrheit im Landtag verfügt.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Wahltermin

Nach Artikel 50 Absatz 1 der Verfassung des Freistaats Thüringen sowie nach § 18 des Thüringer Wahlgesetzes für den Landtag (ThürLWG) hat die Landtagswahl an einem Sonn- oder Feiertag frühestens 57 Monate nach dem Beginn der laufenden Wahlperiode im Herbst 2019 und spätestens in ihrem 61. Monat stattzufinden, also frühestens im August 2024 und spätestens im Dezember 2024.

Eine vorzeitige Neuwahl ist gemäß Artikel 50 Absatz 2 der Thüringer Verfassung durchzuführen, wenn der Landtag seine Auflösung mit der Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder auf Antrag von einem Drittel seiner Mitglieder beschließt oder wenn nach einem erfolglosen Vertrauensantrag des Ministerpräsidenten der Landtag nicht innerhalb von drei Wochen nach der Beschlussfassung über den Vertrauensantrag einen neuen Ministerpräsidenten wählt. Über den Antrag auf Selbstauflösung darf frühestens am elften und muss spätestens am 30. Tag nach Antragstellung offen abgestimmt werden. Eine so beschlossene vorzeitige Neuwahl muss sodann innerhalb von 70 Tagen stattfinden.

Nach der Landtagswahl am 27. Oktober 2019 und der Regierungskrise im Februar 2020 kam es zu einer Vereinbarung der rot-rot-grünen Minderheitsregierung mit der CDU für eine vorgezogene Neuwahl am 25. April 2021, die wegen der COVID-19-Pandemie auf den 26. September 2021 verschoben wurde. Im Juli 2021 wurde jedoch absehbar, dass eine eigene Mehrheit der beteiligten Fraktionen für die dafür nötigen Beschlüsse im Landtag nicht mehr gesichert war. Die Regierungsparteien Die Linke, SPD und Grüne erklärten, keine weiteren Anläufe für eine vorgezogene Neuwahl zu unternehmen und sie stattdessen nach regulärem Ablauf der fünfjährigen Wahlperiode im Herbst 2024 stattfinden zu lassen. Dazu wurde am 5. September 2023 der frühestmögliche Wahltermin mit dem 1. September 2024 festgelegt.

Wahlrecht

Gescheiterte Änderung

Am 5. Juli 2019 beschloss der Thüringer Landtag mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD ein Änderungsgesetz zum Landeswahlgesetz, nach dem künftig Landeslisten der Parteien und politischen Vereinigungen abwechselnd mit Frauen und Männern besetzt werden sollen (Frauenquote). Personen, die im Personenstandsregister als „divers“ registriert sind, wären von der Regelung nicht betroffen gewesen und hätten auf allen Listenplätzen kandidieren können. Nachdem das Gesetz zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten war, erklärte es der Thüringer Verfassungsgerichtshof im Juli 2020 für verfassungswidrig.

Wahlmodus

Gewählt werden 88 Abgeordnete. Diese Zahl kann sich durch Überhang- und Ausgleichsmandate erhöhen. Jeder Wähler hat zwei Stimmen: Mit der Wahlkreisstimme wird in jedem der 44 Wahlkreise ein Abgeordneter gewählt. Mit der für die Sitzzuteilung im Landtag maßgeblichen Landesstimme wird die Landesliste einer Partei gewählt. Die Mandatsberechnung erfolgt durch das Hare/Niemeyer-Verfahren.

Wahlkreise

→ Hauptartikel: Liste der Landtagswahlkreise in Thüringen

In den 44 Wahlkreisen traten jeweils vier bis acht Direktkandidaten an.

Ausgangslage

Vorherige Wahl

Landtagswahl Thüringen 2019
Stimmenanteile in Prozent
 %
40
30
20
10
0
31,0
23,4
21,7
8,2
5,2
5,0
5,5
Linke
AfD
CDU
SPD
Grüne
FDP
Sonst.
→ Hauptartikel: Landtagswahl in Thüringen 2019

Bei der Landtagswahl am 27. Oktober 2019 gewann die Partei Die Linke des amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow an Stimmen hinzu und wurde mit 31 % stärkste Kraft. Die Linkspartei erreichte damit erstmals bei einer Landtagswahl im wiedervereinigten Deutschland die meisten Stimmen aller antretenden Parteien, erstmals erreichte sie auch über 30 % der Stimmen bei einer Wahl seit 1990.

Die AfD unter Landeschef Björn Höcke konnte mit 12,8 Prozentpunkten den größten Zuwachs verzeichnen und wurde mit 23,4 % der Stimmen zweitstärkste Partei, gefolgt von der CDU, welche mit 21,8 % größter Verlierer war und ihr schlechtestes Ergebnis seit 1990 einfuhr.

Die bis 2019 an der Regierung beteiligten Parteien SPD (8,2 %) und Grüne (5,2 %) mussten ebenfalls Verluste hinnehmen, womit die bisherige Rot-Rot-Grüne Landesregierung ihre parlamentarische Mehrheit verlor. Die FDP konnte – nach 5 Jahren außerparlamentarischer Opposition – sehr knapp ins Parlament zurückkehren. Sie erhielt 73 Stimmen mehr als zur Überwindung der Fünfprozenthürde erforderlich.

Bisher im Landtag vertretene Fraktionen und Gruppen

Partei Kurzbe-
zeichnung
Sitze
2019
Sitze
2024 *)
Die Linke LINKE 29 29
Alternative für Deutschland AfD 22 19
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 21 21
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 08 08
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 05 05
Freie Demokratische Partei †) FDP 05 04
Parteilos — — 04
*) 
vor der Wahl
†) 
seit 2020 als Gruppe

Wahl zum Ministerpräsidenten 2020

→ Hauptartikel: Regierungskrise in Thüringen 2020
 
Ergebnisse der drei Wahlgänge am 5. Februar 2020

Am 5. Februar 2020 wurde Thomas Kemmerich (FDP) im dritten Wahlgang mit 45 von 90 Stimmen zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Der amtierende Ministerpräsident Bodo Ramelow erhielt 44 Stimmen, und es gab eine Enthaltung. Damit stellte die FDP, die mit den Grünen die kleinste Fraktion im Parlament stellt, zum zweiten Mal in ihrer Geschichte einen Landesministerpräsidenten.

Die Wahl führte zu einer bundesweiten kontroversen Debatte, da Kemmerich maßgeblich von der AfD gewählt wurde, die nach eigenen Angaben im dritten Wahlgang geschlossen für ihn stimmte, also 22 der 45 Stimmen beisteuerte. Die AfD hatte ihren eigenen Kandidaten, den parteilosen ehrenamtlichen Bürgermeister von Sundhausen, Christoph Kindervater, in den ersten beiden Runden noch mit 25 bzw. 22 Stimmen gewählt. Kindervater selbst sagte danach, „der Plan sei voll aufgegangen“.

Kemmerich kündigte an, mit CDU, SPD und Grünen Gespräche über eine Koalition zu führen. Eine Zusammenarbeit schloss er sowohl mit Linken als auch mit der AfD aus, wodurch eine mehrheitsfähige Koalition unmöglich wurde. SPD und Grüne lehnten das Angebot umgehend ab, da man nicht mit einem Ministerpräsidenten zusammenarbeiten wolle, der von der AfD ins Amt gebracht worden sei.

Bereits am Folgetag kündigte Kemmerich seinen Rücktritt an. Die FDP-Fraktion beabsichtigte einen Antrag auf Auflösung des Parlamentes zu stellen, dieser konnte allerdings nur mit der Unterstützung von mindestens 30 der 90 Abgeordneten eingebracht werden, die FDP selbst verfügte nur über fünf. Am 8. Februar 2020 trat Kemmerich zurück, verblieb jedoch bis zur Wahl eines Nachfolgers am 4. März 2020 geschäftsführend im Amt.

Gescheiterte vorgezogene Neuwahl des Landtages

Am 21. Februar 2020 einigten sich Linke, CDU, SPD und Grüne auf einen „Stabilitätspakt“. Bei der vereinbarten Neuwahl des Ministerpräsidenten am 4. März 2020 wurde Bodo Ramelow im dritten Wahlgang für eine weitere Amtszeit gewählt. Seitdem bildet er mit der SPD und den Grünen in einer Minderheitsregierung das Kabinett Ramelow II.

Außerdem wurde vereinbart, am 25. April 2021 den Landtag neu wählen zu lassen. Wegen der Corona-Pandemie wurde vereinbart, den Termin auf den der Bundestagswahl im September 2021 zu verschieben.

Am 16. Juli 2021 zogen Die Linke und die Grünen ihre Unterstützung für den Auflösungs-Antrag zurück, weil die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht mehr gesichert war: Zum einen hatten vier Mitglieder der CDU- und zwei der Linken-Fraktion angekündigt, nicht zuzustimmen, zudem hätte eine Abgeordnete der Linke aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich nicht abstimmen können. Die drei Regierungsparteien erklärten, bis zum Legislaturende keinen weiteren Versuch zur Auflösung des Landtages unternehmen zu wollen.

Teilnehmende Parteien

Wahlkreisvorschläge konnten von Parteien und Wahlberechtigten eingereicht werden, Landeslisten nur von Parteien. Parteien, die nicht im Bundestag oder in einem Landtag seit dessen letzter Wahl ununterbrochen vertreten waren, mussten bis zum 90. Tag vor der Wahl (3. Juni 2024) ihre Beteiligung an der Wahl anzeigen und vom Landeswahlausschuss als Partei anerkannt werden. Diese Parteien mussten außerdem mit ihrer Landesliste 1000 und mit ihren Wahlkreisvorschlägen jeweils 250 Unterstützungsunterschriften einreichen. 250 Unterstützungsunterschriften waren auch für Wahlvorschläge von Einzelbewerbern erforderlich. Wahlvorschläge waren bis zum 66. Tag vor der Wahl, also dem 27. Juni 2024, 18 Uhr, einzureichen.

17 Parteien reichten Landeslisten ein. Davon wurden am 5. Juli 2024 die folgenden 15 Landeslisten zugelassen:

Partei Kurzbezeichnung Ergebnis 2019 Direkt-
kandidaten
Bewerber auf
Landesliste
Platz 1 auf der
Landesliste
Die Linke Die Linke 31,0 % 44 50 Bodo Ramelow
Alternative für Deutschland AfD 23,4 % 42 44 Björn Höcke
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 21,7 % 44 87 Mario Voigt
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 08,2 % 42 47 Georg Maier
Bündnis 90/Die Grünen Grüne 05,2 % 20 19 Madeleine Henfling
Freie Demokratische Partei FDP 05,0 % 33 39 Thomas Kemmerich
Aktion Partei für Tierschutz Tierschutz hier! 01,1 % — 03 Daniel Riedel
Ökologisch-Demokratische Partei ÖDP/Familie… 00,4 % 03 13 Martin Truckenbrodt
Piratenpartei Deutschland Piraten 00,4 % 01 09 Heidrun Jänchen
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands MLPD 00,3 % 03 13 Tassilo Timm
Bündnis Deutschland Bündnis Deutschland — — 15 Steffi Brönner
Bündnis Sahra Wagenknecht BSW — 06 32 Katja Wolf
Familien-Partei Deutschlands Familie — — 13 Sven Seyfarth
Freie Wähler in Thüringen Freie Wähler — 22 15 Andreas Hummel
Werteunion WU — 04 28 Albert Weiler
Sonstige – 03,3 % 06 — —

Die Wahlvorschläge der Partei der Humanisten und der Partei Die PARTEI wurden aus formalen Gründen nicht zugelassen. Sieben Listenbewerber – zwei der Werteunion und je einer von SPD, CDU, FDP, Familienpartei und Freie Wähler – wurden wegen fehlender Unterschriften ebenfalls nicht zugelassen. Der von der SPD im Wahlkreis Weimar II als Direktkandidat aufgestellte Landtagsabgeordnete Thomas Hartung starb Ende Juli; die SPD verzichtete darauf, einen Ersatzkandidaten zu nominieren.

  • Spitzenkandidaten der bislang oder neu im Landtag vertretenen Parteien
  •  
    Björn Höcke
    AfD
  •  
    Mario Voigt
    CDU
  •  
    Katja Wolf
    BSW
  •  
    Bodo Ramelow
    Linke
  •  
    Georg Maier
    SPD
  •  
    Madeleine Henfling
    Grüne
  •  
    Thomas Kemmerich
    FDP

Umfragen

Siehe auch: Bundestrend

Sonntagsfrage

Letzte Umfragen

Institut Datum Linke AfD CDU SPD Grüne FDP BSW Sonstige
Landtagswahl 2024 01.09.2024 13,1 % 32,8 % 23,6 % 6,1 % 3,2 % 1,1 % 15,8 % 4,4 %
Forsa 30.08.2024 14 % 30 % 22 % 7 % 4 % — 17 % 6 %
Forschungsgruppe Wahlen 29.08.2024 13 % 29 % 23 % 6 % 4 % — 18 % 7 %
INSA 24.08.2024 14 % 30 % 21 % 6 % 3 % 3 % 20 % 3 %
Forschungsgruppe Wahlen 23.08.2024 14 % 30 % 23 % 6 % 4 % — 17 % 6 %
Infratest dimap 22.08.2024 13 % 30 % 23 % 7 % 3 % — 17 % 7 %
Forsa 20.08.2024 13 % 30 % 21 % 7 % 4 % — 18 % 7 %
INSA 13.08.2024 16 % 30 % 21 % 6 % 3 % 3 % 19 % 2 %
Forschungsgruppe Wahlen 09.08.2024 15 % 30 % 21 % 7 % 3 % — 19 % 5 %
Landtagswahl 2019 27.10.2019 31,0 % 23,4 % 21,7 % 8,2 % 5,2 % 5,0 % — 5,4 %

Ältere Umfragen

2020 – 2024
Institut Datum Linke AfD CDU SPD Grüne FDP BSW Sonst.
INSA 26.06.2024 14 % 29 % 22 % 7 % 4 % 2 % 20 % 2 %
Infratest dimap 18.06.2024 11 % 28 % 23 % 7 % 4 % — 21 % 6 %
INSA 01.05.2024 16 % 30 % 20 % 7 % 5 % 2 % 16 % 4 %
INSA 19.03.2024 18 % 31 % 21 % 6 % 5 % 2 % 13 % 4 %
(inkl. WU 1 %)
Infratest dimap 19.03.2024 16 % 29 % 20 % 9 % 5 % — 15 % 6 %
INSA 17.01.2024 15 % 31 % 20 % 6 % 5 % 3 % 17 % 3 %
Forsa 11.01.2024 17 % 36 % 20 % 9 % 5 % 3 % 4 % 6 %
INSA 09.11.2023 20 % 34 % 22 % 9 % 4 % 4 % — 7 %
INSA 16.09.2023 22 % 32 % 21 % 10 % 6 % 4 % — 5 %
INSA 13.07.2023 22 % 32 % 20 % 10 % 5 % 4 % — 7 %
Infratest dimap 05.07.2023 20 % 34 % 21 % 10 % 5 % 4 % — 6 %
INSA 26.04.2023 22 % 28 % 21 % 11 % 6 % 5 % — 7 %
INSA 01.02.2023 25 % 26 % 22 % 10 % 6 % 5 % — 6 % (inkl.
BfTh 2 %)
INSA 10.11.2022 23 % 25 % 21 % 11 % 07 % 05 % — 08 % (inkl. BfTh 3 %)
INSA 21.09.2022 23 % 26 % 20 % 11 % 08 % 05 % — 07 %
Infratest dimap 04.08.2022 22 % 25 % 22 % 11 % 07 % 05 % — 08 %
INSA 13.07.2022 24 % 24 % 20 % 13 % 08 % 05 % — 06 %
INSA 16.04.2022 24 % 22 % 20 % 16 % 07 % 05 % — 06 %
INSA 09.03.2022 25 % 23 % 19 % 16 % 06 % 06 % — 05 %
Infratest dimap 24.02.2022 23 % 24 % 19 % 15 % 05 % 07 % — 07 %
INSA 02.12.2021 24 % 23 % 15 % 18 % 07 % 07 % — 06 %
INSA 04.10.2021 20 % 24 % 15 % 21 % 07 % 08 % — 05 %
Infratest dimap 27.07.2021 27 % 22 % 21 % 11 % 06 % 06 % — 07 %
INSA 16.07.2021 27 % 22 % 21 % 09 % 07 % 08 % — 06 %
INSA 17.06.2021 26 % 23 % 22 % 09 % 06 % 07 % — 07 %
INSA 17.03.2021 30 % 23 % 19 % 09 % 08 % 06 % — 05 %
Infratest dimap 02.03.2021 29 % 23 % 22 % 10 % 05 % 06 % — 06 %
INSA 03.02.2021 31 % 23 % 22 % 07 % 08 % 06 % — 03 %
INSA 06.11.2020 33 % 22 % 22 % 09 % 06 % 05 % — 03 %
INSA 15.10.2020 33 % 22 % 22 % 08 % 07 % 04 % — 04 %
INSA 04.09.2020 33 % 22 % 22 % 09 % 05 % 04 % — 05 %
Infratest dimap 06.08.2020 32 % 20 % 24 % 10 % 06 % 04 % — 04 %
INSA 30.07.2020 35 % 21 % 22 % 09 % 06 % 04 % — 03 %
INSA 24.06.2020 35 % 22 % 22 % 09 % 06 % 03 % — 03 %
INSA 21.05.2020 34 % 22 % 21 % 08 % 07 % 05 % — 03 %
INSA 02.04.2020 37 % 23 % 18 % 07 % 07 % 04 % — 04 %
INSA 12.03.2020 38 % 25 % 15 % 08 % 06 % 04 % — 04 %
INSA 14.02.2020 40 % 25 % 14 % 07 % 06 % 04 % — 04 %
Infratest dimap 10.02.2020 39 % 24 % 13 % 10 % 05 % 04 % — 05 %
Forsa 07.02.2020 37 % 24 % 12 % 09 % 07 % 04 % — 07 %
INSA 06.02.2020 34 % 23 % 19 % 06 % 06 % 07 % — 05 %
Infratest dimap 28.01.2020 32 % 24 % 19 % 08 % 06 % 06 % — 05 %
Landtagswahl 2019 27.10.2019 31,0 % 23,4 % 21,7 % 08,2 % 05,2 % 05,0 % — 05,4 %

Verlauf

 
Umfrageverlauf seit der Wahl 2019

Direktwahl Ministerpräsident

Institut Datum  Bodo Ramelow (Linke)  Björn Höcke (AfD)  Mario Voigt (CDU) Andere keiner/
weiß nicht
Forschungsgruppe Wahlen 01.09.2024 37 % 21 % 19 % 11 % (Katja Wolf, BSW) 12 %
Forschungsgruppe Wahlen 29.08.2024 39 % 15 % 21 % 11 % (Katja Wolf, BSW) 14 %
Forsa 20.08.2024 42 % 16 % 10 % 6 % (Katja Wolf, BSW) 26 %
Infratest dimap 18.06.2024 47 % 18 % 18 % 17 %
Infratest dimap 19.03.2024 44 % 16 % 17 % 23 %
INSA 13.07.2022 38 % 11 % 4 % 3 % (Georg Maier, SPD) 44 %
INSA 04.09.2020 42 % 9 % 7 % 10 % 32 %
INSA 12.03.2020 56 % 16 % — 28 %
Forsa 07.02.2020 64 % — — 9 % (Mike Mohring, CDU)
6 % (Thomas Kemmerich, FDP)
3 % (Christoph Kindervater, AfD)
18 %
Infratest dimap 28.01.2020 60 % 9 % — 19 % (Mike Mohring, CDU) 12 %
Duell-Vergleiche
Forschungsgruppe Wahlen 23.08.2024 65 % 20 % — 15 %
Forschungsgruppe Wahlen 09.08.2024 69 % 18 % — 13 %
Forschungsgruppe Wahlen 23.08.2024 49 % — 27 % 24 %
Forschungsgruppe Wahlen 09.08.2024 47 % — 30 % 23 %
Infratest dimap 01.09.2024 — 26 % 48 % 26 %
Forschungsgruppe Wahlen 23.08.2024 — 19 % 61 % 20 %
Forschungsgruppe Wahlen 09.08.2024 — 16 % 65 % 19 %

Wahlkampf

Fernsehduell im April 2024

Erstmals wurde im Vorfeld der Thüringer Landtagswahlen ein Fernsehduell ausgetragen: Am 11. April 2024 standen sich die Spitzenkandidaten der beiden nach Umfragen aussichtsreichsten Parteien, Björn Höcke für die AfD und Mario Voigt für die CDU, auf dem Sender Welt TV gegenüber. Im Vorfeld wurde das Duell kritisiert. Das Internationale Auschwitz Komitee bemängelte seinen Termin, am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald. Politiker von SPD, Grünen und Linken kritisierten, man würde dem Rechtsextremisten Höcke eine Plattform und unnötige Aufmerksamkeit bieten. Die SPD Thüringen rief zum Boykott der Fernsehsendung auf.

Laut ARD-Korrespondentin Sarah Frühauf gelang es Voigt beim Thema Erinnerungskultur, Höcke zu entlarven. Anders bei emotionalen Themen, dort habe er als Populist punkten können.Jasper von Altenbockum kommentierte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Höcke habe „sich ganz von allein“ entzaubert als „ein Mann, der im Bierzelt genau weiß, was er sagt, im Studio aber glauben machen will, er habe etwas ganz anderes gemeint.“ Nach dem Duell begrüßten die Politikwissenschaftler Oliver Lembcke und Albrecht von Lucke die – zuvor von anderen Parteien kritisierte – Strategie der CDU, die Konfrontation mit der AfD zu suchen. Voigt habe bewiesen, dass man diese „inhaltlich stellen kann“, so von Lucke. Die Linke hingegen kritisierte das Fernsehduell im Nachgang als „braun-schwarze Freakshow“.

Laut einer repräsentativen Umfrage von Civey sagten 41 %, die das Duell oder Berichte darüber verfolgt hatten, die AfD sei nun für sie „eher mehr“ wählbar, während 40 % sie nun für „eher weniger“ wählbar hielten; knapp ein Fünftel (19 %) war unentschieden. Focus Online bewertete das Umfrageergebnis als bitter für die CDU.

Farbattacke

Am 29. August 2024 ereignete sich ein Angriff auf einer Kundgebung des BSW in Erfurt, als die Vorsitzende Wagenknecht während einer Rede aus nächster Nähe mit roter Farbe attackiert und getroffen wurde. Der Täter wurde anschließend von Beamten des Bundeskriminalamts überwältigt und festgenommen. Die Motivlage blieb zunächst unklar. Die getroffenen BSW-Politiker auf der Bühne blieben unverletzt.

Ergebnis

Siehe auch: Liste der Mitglieder des Thüringer Landtags (8. Wahlperiode)
 
Direktmandate in den Wahlkreisen
 
Landesstimmenmehrheiten in den Wahlkreisen

Die in Thüringen als gesichert rechtsextrem geltende Alternative für Deutschland gewann die Wahl mit einem Landesstimmenvorsprung von rund neun Prozentpunkten vor der zweitplatzierten CDU deutlich. Konnte sie bei der letzten Wahl erst elf Direktmandate gewinnen, erhielt sie nun in 29 der 44 Wahlkreise eine relative Mehrheit der Wahlkreisstimmen. Weitere drei Mandate wurden über die Landesliste zugeteilt, darunter eines für Spitzenkandidat Höcke. Mit über einem Drittel der Abgeordneten (32 von 88 Sitzen) im Thüringer Landtag hat die AfD bei bestimmten Abstimmungen eine Sperrminorität.

Die CDU Thüringen verzeichnete ebenfalls einen leichten Stimmenzuwachs, wenngleich sie nur noch elf Wahlkreise gewinnen konnte. Die Partei DIE LINKE des amtierenden Ministerpräsidenten errang vier Direktmandate, verlor nach Rekordergebnis bei der letzten Wahl aber mehr als die Hälfte ihrer Stimmen und kam nach Landesstimmen nur noch auf den vierten Rang hinter dem neu gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht, das mit fast 16 Prozentpunkten in den Landtag einzog. Die SPD verlor 2 Prozentpunkte, kam auf 6,1 % und sechs Listenmandate. Dagegen erlitten die ebenfalls bis zur Wahl im Landtag vertretenen Bündnis 90/Die Grünen und Freie Demokratische Partei teils drastische Verluste, erreichten Ergebnisse weit unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, konnten auch keine Direktmandate erringen und verpassten somit den Wiedereinzug.

Die Wahlbeteiligung stieg auf 73,6 % an, dies stellte nach der Landtagswahl 1994 den zweithöchsten Wert seit der Wiedervereinigung dar. Dabei wurden 347.223 Stimmen (28,5 % der Wähler) mittels Briefwahl abgegeben.

Übersicht

Partei Kurzform Wahlkreisstimmen Landesstimmen Sitze
Anzahl % +/− Anzahl % +/− Direkt-
man-
date
Liste Gesamt +/−
Alternative für Deutschland AfD 408.000 34,3 +12,3 396.711 32,8 +9,4 29 3 32 +10
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 397.897 33,5 +6,3 285.097 23,6 +1,9 11 12 23 +2
Bündnis Sahra Wagenknecht BSW 28.481 2,4 Neu 190.664 15,8 Neu — 15 15 Neu
DIE LINKE DIE LINKE 180.266 15,2 –10,6 157.689 13,1 –17,9 4 8 12 –17
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 92.511 7,8 –3,0 73.126 6,1 –2,1 — 6 6 –2
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 19.094 1,6 –4,9 38.275 3,2 –2,0 –5
FREIE WÄHLER FREIE WÄHLER 33.406 2,8 Neu 15.385 1,3 Neu
Freie Demokratische Partei FDP 18.705 1,6 –3,8 13.591 1,1 –3,9 –5
Aktion Partei für Tierschutz TIERSCHUTZ hier! 12.112 1,0 –0,1
WerteUnion WU 4.192 0,4 Neu 6.778 0,6 Neu
Familien-Partei Deutschlands FAMILIE 5.709 0,5 Neu
BÜNDNIS DEUTSCHLAND BD 5.309 0,4 Neu
Piratenpartei Deutschland PIRATEN 449 0,0 ±0,0 3.721 0,3 –0,1
Ökologisch-Demokratische Partei / Familie, Gerechtigkeit, Umwelt ÖDP / Familie .. 2.196 0,2 +0,1 2.389 0,2 –0,2
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands MLPD 616 0,1 –0,1 1.327 0,1 –0,2
Parteilose / Wahlkreisbewerber ohne Landesliste 2.696 0,2 –1,7
Gesamt 1.188.509 100,0 — 1.207.883 100,0 — 44 44 88 –2
Gültige Stimmen 1.188.509 97,6 1.207.883 99,2
Ungültige Stimmen 29.580 2,4 10.206 0,8
Wahlbeteiligung 1.218.089 73,6 1.218.089 73,6
Wahlberechtigte 1.655.670

Gemeinden und kreisfreie Städte

Die folgenden Karten zeigen die (relativen) Mehrheiten der Wahlkreisstimmen (l.) und Landesstimmen (r.) in den Verwaltungsgemeinschaften, Gemeinden, Städten sowie den Stadt- bzw. Ortsteilen der kreisfreien Städte.

  •  
    Direktstimmen
  •  
    Listenstimmen
AfD
  • 20–30 %
  • 30–40 %
  • 40–50 %
  • 50–60 %
  • CDU
  • 20–30 %
  • 30–40 %
  • 40–50 %
  • 50–60 %
  • BSW
  • 20–30 %
  • 30–40 %
  • Linke
  • 20–30 %
  • 30–40 %
  • 40–50 %
  • SPD
  • 30–40 %
  • Stimmenanteile nach Wahlkreisen

    Die folgenden Karten zeigen, mit welchem Ergebnis die Parteien mit mindestens drei Prozent Stimmenanteil in den einzelnen Wahlkreisen abgeschnitten haben.

    •  
      Alternative für Deutschland
      Höchstes: 41,3 % (Altenburger Land I)
      Niedrigstes: 14,3 % (Jena I)
    •  
      Christlich Demokratische Union
      Höchstes: 39,3 % (Eichsfeld I)
      Niedrigstes: 18,9 % (Jena I)
    •  
      Bündnis Sahra Wagenknecht
      Höchstes: 19,8 % (Suhl/Schmalkalden-Meiningen IV)
      Niedrigstes: 10,6 % (Eichsfeld I)
    •  
      DIE LINKE
      Höchstes: 22,3 % (Jena I)
      Niedrigstes: 9,2 % (Altenburger Land I)
    •  
      Sozialdemokratische Partei Deutschlands
      Höchstes: 12,6 % (Gotha II)
      Niedrigstes: 3,0 % (Saale-Orla-Kreis I)
    •  
      Bündnis 90/Die Grünen
      Höchstes: 15,2 % (Jena I)
      Niedrigstes: 0,9 % (Hildburghausen II/Sonneberg II)

    Regierungsbildung

    Koalitionsoptionen Sitze
    Sitze gesamt 88
    absolute Mehrheit (ab 45 Sitzen)
    AfD, CDU 55
    CDU, BSW, Linke 50
    AfD, BSW 47
    keine Mehrheit (bis 44 Sitze)
    CDU, BSW, SPD 44

    Eine Fortsetzung der bisherigen rot-rot-grünen Koalition als Minderheitsregierung wurde durch das Scheitern der Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde unmöglich. Eine rechnerische Mehrheit im Landtag hätten Bündnisse der CDU mit BSW und Linken bzw. der AfD, sowie AfD mit BSW. Jedoch hatte die CDU vor der Wahl Koalitionen mit AfD und Linkspartei ausgeschlossen – das ist auch Beschlusslage der Bundespartei.

    Ende September starteten CDU, BSW und SPD gemeinsame Sondierungsgespräche für eine sogenannte Brombeerkoalition, die allerdings über keine eigene Mehrheit im Landtag verfügt. Da das Parteienbündnis auf Stimmen aus der Opposition angewiesen ist, um Mehrheiten für eigene Vorhaben zu bilden, einigten sich die Beteiligten mit der Linksfraktion auf ein monatliches Gesprächsformat unter den parlamentarischen Geschäftsführern der vier Parteien und eine Einbindung der Linken bei zentralen Reformvorhaben. Bei der Wahl zum Ministerpräsidenten am 12. Dezember 2024 erhielt Mario Voigt (CDU) auch Unterstützung aus der Opposition und wurde mit 51 Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Er bildete das Kabinett Voigt.

    Siehe auch

    • Thüringen-Projekt
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