Die Bischöfliche Canisiusschule ist ein Gymnasium in Ahaus im Münsterland, welches vom Bistum Münster getragen wird. Schulpatron ist der Heilige Petrus Canisius.
| Bischöfliche Canisiusschule Ahaus | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Gründung | 1897 |
| Ort | Ahaus |
| Land | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Träger | Bistum Münster |
| Schüler | etwa 700 |
| Lehrkräfte | 58 |
| Leitung | Bärbel Weiland (kommissarisch) |
| Website | www.canisiusschule-ahaus.de |
Geschichte
Anfänge
Die Bischöfliche Canisiusschule wurde am 15. Oktober 1897 (unter dem Namen Canisiusschule) zunächst als reine Mädchen- und Handarbeitsschule eröffnet und beherbergte zu Beginn auch ein Internat. Ursprünglicher Träger der Schule und des angrenzenden Berufskollegs Canisiusstift waren die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft. In der Anfangszeit dominierten vor allem Fächer wie Handarbeiten, Kochen und Hauswirtschaftslehre den Stundenplan.
In der Zeit des Nationalsozialismus konnte der Unterricht zunächst regulär fortgesetzt werden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Schule jedoch teilweise in ein Lazarett umfunktioniert und seit 1940 verstaatlicht. Nach schweren Kriegsschäden im August 1944 wurde der Unterricht bis Kriegsende gänzlich ausgesetzt. Im Frühjahr 1945 begannen die ersten Aufbauarbeiten, während die Räumlichkeiten der Schule in der unmittelbaren Nachkriegszeit erneut als Lazarett genutzt wurden.
Ab 1945
Seit den 1950er Jahren ist die Schule ein Gymnasium, und 1968 legten die ersten Schülerinnen ihre Abiturprüfungen ab. Mit Beginn des Schuljahres 1973/74 wurden erstmals auch männliche Schüler aufgenommen (Koedukation). Im Jahr 1975 übernahm das Bistum Münster die Trägerschaft der Schule und löste damit den Orden der heiligen Maria Magdalena Postel ab.
Die Schule musste aufgrund höherer Schülerzahlen und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg mehrmals erweitert werden. So erhielt sie 1958 einen vierstöckigen Erweiterungsbau (heutiger Altbau) und 1976 ein weiteres Gebäude (heutiger Neubau) sowie eine neue Turnhalle. Mit dem „Westflügel“ wurde 1984 die vorerst letzte Erweiterung der Schule eingeweiht.
Seit 2012 ist die Bischöfliche Canisiusschule vom Land Nordrhein-Westfalen als Europaschule anerkannt.
Profil
Aufgrund der bischöflichen Trägerschaft ist der Besuch des katholischen Religionsunterrichts verpflichtend. Im Stundenplan ist außerdem ein zweiwöchentlicher von einzelnen Klassen organisierter Gottesdienst vorgesehen, dessen Besuch jedoch freiwillig ist. Nach Eigenangaben pflegt die Schule ein „christliches Profil“ und lässt sich dabei vom „Glaubens- und Lebensmotto [ut omnes unum sint, deutsch etwa: „dass alle eins seien“] des Petrus Canisius leiten“.
Als Europaschule bietet die Bischöfliche Canisiusschule zahlreiche Austauschprogramme und Klassenfahrten in Europa an. Ferner erfolgt ein Teil des Unterrichts bilingual, daher auf Englisch.
Seit 2016 ist die Bischöfliche Canisiusschule vom Verein „MINT Zukunft e.V.“ als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet und bietet daher besonders in den Fächern Mathematik, Informatik sowie den Naturwissenschaften zusätzliche Unterrichts- und AG-Möglichkeiten an.
Ehemalige Schüler
- Jens Spahn (* 1980), Politiker (CDU)
Ehemalige Lehrer
- Erich Robert Sorge (1933–2002), Kirchenmusiker und Komponist