Saltburn ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Emerald Fennell aus dem Jahr 2023. Der Thriller handelt von einem jungen Hochschulstudenten, der die Bekanntschaft mit einer exzentrischen englischen Aristokratenfamilie macht. Die Hauptrollen übernahmen Barry Keoghan und Jacob Elordi.
| Film | |
| Titel | Saltburn |
|---|---|
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| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 127 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Produktionsunternehmen | Amazon MGM Studios |
| Stab | |
| Regie | Emerald Fennell |
| Drehbuch | Emerald Fennell |
| Produktion | Emerald Fennell, Josey McNamara, Margot Robbie |
| Musik | Anthony Willis |
| Kamera | Linus Sandgren |
| Schnitt | Victoria Boydell |
| → Besetzung und Synchronisation | |
Handlung
England, Mitte der 2000er-Jahre: Oliver Quick studiert an der University of Oxford. Er kämpft darum, seinen Platz an der renommierten Hochschule zu finden. Eines Tages macht er die Bekanntschaft mit dem charmanten Aristokraten Felix Catton. Dieser lädt ihn einen Sommer lang nach Saltburn ein, auf das weitläufige Anwesen seiner exzentrischen Familie. Für Oliver wird es ein Sommer, den er niemals vergessen wird. In Saltburn lernt Oliver Felix’ Eltern Sir James und Lady Elspeth, seine Schwester Venetia und Elspeths Freundin Pamela sowie seinen US-amerikanischen Cousin Farleigh kennen, zu dem Oliver schon als Klassenkamerad in Oxford ein angespanntes Verhältnis hatte. Oliver gewinnt schnell die Sympathien von Felix’ Familie (mit Ausnahme von Farleigh), und seine Besessenheit von Felix wächst. Eines Nachts, nachdem er Felix beim Masturbieren in der Badewanne beobachtet hat, trinkt er lüstern das mit Sperma versetzte Badewasser. Später sieht er Venetia vor seinem Schlafzimmerfenster warten und vollzieht mit ihr Oralsex, während sie ihre Tage hat. Farleigh wird Zeuge davon und informiert Felix, aber Oliver behauptet, dass nichts passiert sei, als Felix ihn zur Rede stellt. In der Nacht macht Oliver Farleigh sexuelle Avancen und bedroht ihn dabei. Am nächsten Morgen wirft James Farleigh aus dem Haus, nachdem er von Sotheby’s erfahren hat, dass er beabsichtigt, einige von James’ Wertgegenständen zu verkaufen. Oliver intrigiert nach und nach gegen die gesamte Familie, tötet einzelne Mitglieder, bis er am Ende das gesamte Anwesen besitzt.
Entstehung
Saltburn ist der zweite Spielfilm der britischen Regisseurin und Drehbuchautorin Emerald Fennell nach ihrem erfolgreichen Langfilmdebüt Promising Young Woman (2020). Auch verfasste sie das Drehbuch und trat gemeinsam mit Josey McNamara, Tom Ackerley und Margot Robbie als Produzentin in Erscheinung. Als Produktionsunternehmen wurden die US-amerikanischen Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) und Amazon Studios gemeinsam mit MRC Film und Robbies Gesellschaft LuckyChap Entertainment gewonnen. Das Werk wird als „eine böse Geschichte über Privilegien und Sehnsüchte“ sowie als Drama, Komödie, Suspense und Arthousefilm angepriesen. Bereits bei Promising Young Women hatte Fennell verschiedene Genre-Elemente miteinander verwoben.
Das Projekt wurde Ende Januar 2022 angekündigt. Für die männlichen Hauptrollen wurden der irische Schauspieler Barry Keoghan als Oliver Quick sowie der Australier Jacob Elordi für den Part des Felix Catton verpflichtet. Zum weiteren Schauspielensemble gehören die britische Darstellerin Rosamund Pike, die Irin Alison Oliver sowie die Schauspieler Richard E. Grant und Archie Madekwe. Auch bekleidet Carey Mulligan, Hauptdarstellerin aus Promising Young Woman, eine Rolle.
Die Dreharbeiten unter dem schwedischen Kameramann Linus Sandgren begannen ab Mitte Juli 2022. Gedreht wurde an verschiedenen Orten im Vereinigten Königreich. Für die anschließende Postproduktion wurde die Editorin Victoria Boydell gewonnen.
Besetzung und Synchronisation
Die deutsche Synchronisation wurde von Speeech Audiolingual Labs durchgeführt nach dem Dialogbuch und der Dialogregie von Hans Schneck.
| Rolle | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Oliver Quick | Barry Keoghan | Leonard Rosemann |
| Felix Catton | Jacob Elordi | Maximilian Belle |
| Elspeth Catton | Rosamund Pike | Alexandra Wilcke |
| Farleigh Start | Archie Madekwe | Nicolai Mondschein |
| Venetia Cotton | Alison Oliver | Maresa Sedlmeir |
| Sir James Cotton | Richard E. Grant | Walter von Hauff |
| Duncan | Paul Rhys | Frank Schaff |
| Pamela | Carey Mulligan | Elisabeth von Koch |
| Annabel | Sadie Soverall | Leslie-Vanessa Lill |
| Michael Gavey | Ewan Mitchell | Patrick Kropp |
| Lady Daphne | Lolly Adefope | |
| India | Millie Kent | |
| Professor Ware | Reece Shearsmith | |
| Henry | Joshua McGuire |
| Barry Keoghan | Jacob Elordi | Rosamund Pike |
Veröffentlichung
Die Uraufführung fand am 31. August 2023 im Rahmen des 50. Telluride Film Festival in Colorado statt. Die internationale Premiere von Saltburn fand als Eröffnungsfilm des Anfang Oktober veranstalteten London Film Festivals statt. Laut Angaben von Alberto Barbera, dem Leiter der Filmfestspiele von Venedig, sei der Film auch seinem Festival angeboten worden. Er habe ihn relativ spät, im Juni 2023, sichten können. Amazon habe sich jedoch für eine Uraufführung in Telluride und eine anschließende Präsentation beim Toronto Film Festival entschieden.
Der Kinostart in den USA und im Vereinigten Königreich erfolgte im 17. November 2023.
In Deutschland kam die Amazon-Produktion nicht in die Kinos, sondern startete am 21. Dezember 2023 als VoD bei Amazon Prime Video.
Rezeption
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 71 % |
| Metacritic (Metascore) | 61/100 |
| Kino-Zeit.de |
Von den auf der Website Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken lautet das Fazit, dass Saltburn „mit Bonbons überzogen“ und dabei gleichzeitig „scharfsinnig“ sei. Der Film sei „ein ausschweifender Anstoß für die Sinne, der für die meisten belebend sein“ werde. Auf der Website Metacritic schnitt das Werk leicht schlechter ab als Fennells Regiedebüt Promising Young Woman.
Auch wurden Vergleiche zu Patricia Highsmiths Kriminalroman Der talentierte Mr. Ripley und den Filmen Parasite (2019) und Eiskalte Engel (1999) gezogen.
Beim London Film Festivals lobt Festivalleiterin Kristy Matheson die Regiearbeit von Fennell als „ehrgeizigen Film“, „fachmännisch gestaltet“ und für ihren „aufregenden Nervenkitzel“. Auch hob sie die „außergewöhnlichen“ Schauspielleistungen, „köstlichen Wendungen in der Handlung“ und den Soundtrack aus „Popknallern des frühen 21. Jahrhunderts“ hervor.
Sebastian Seidler schrieb für den Filmdienst, dass der Film den „Habitus“ der britischen Oberschicht, „satirisch-unterhaltsam“ in den Figuren zu verdichten verstehe. Mit dem „Sprung auf das herrschaftliche Anwesen“ verwandele sich der Film aber zunehmend in einen „queeren Liebesfilm“, dessen „Bilder des Begehrens“ von „provokanter Rohheit“ seien. Auch wenn die finale Enthüllung „vorhersehbar“ sei, verliere der „schneidende Blick auf die Klassengesellschaft nichts von seiner intellektuellen Wucht“.
Im Gegensatz dazu schrieb Kai Mihm für epd Film, dass Emerald Fennell zwar „als Tochter eines berühmten britischen High-Society-Juweliers“ genau wisse, „wovon sie erzählt“. Allerdings frage man sich bald, „worauf das Ganze hinauslaufen soll“. Fennell werfe diverse Köder aus und spiele „virtuos mit Bezügen zu Luis Buñuel, Oscar Wilde und Charles Dickens“, sie häufe „Motive wie homoerotisches Verlangen und Außenseitertum“ an, nur gelinge es ihr nicht, „aus dem Reichtum an Referenzen und Ideen“ etwas zu entwickeln, das über „Oberflächenreize“ hinausgehe. Stattdessen verfalle sie in eine „Aneinanderreihung »provokativer« Szenen“, die „immer ein bisschen abstruser, immer eine Nummer schockierender und dabei immer sehr symbolschwanger“ seien, wie „Spezialeffekte für Intellektuelle.“
Carolina Schwarz von der taz zufolge wirke jede Szene bis ins Detail choreografiert und komponiert wie ein Gemälde. Nachdem sich der Zuschauer in einer Satire wähne, bleibe am Ende die Verwirrung, denn für Kritik an der Klassengesellschaft sei der Film zu oberflächlich und uneindeutig. Diese scheine zugunsten von Ästhetik und Provokation aufgegeben worden zu sein, was auch an den etwas lieblos gezeichneten Figuren deutlich werde. Trotz dessen und der zunehmend erwartbaren Schockmomente, etwa wenn Ejakulat aus der Badewanne geleckt, das Blut einer menstruierenden Frau in den Mund geschmiert oder ein frisch geschaufeltes Grab penetriert wird, lohne sich der Film. Schwarz kommt zu dem Fazit: „Schalten Sie also ruhig ein, drücken häufiger einmal auf Pause und genießen die Gemälde eins nach dem anderen.“
Ferdinand Meyen von Bayern 2 argumentiert, dass viele Kritiker den Film politisch falsch deuteten, indem sie darin eine misslungene Geschichte über Klassenkampf sähen, doch der Film handle nicht vom Wunsch des Protagonisten nach Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Zum Vergleich zieht Meyen den Film Eat the Rich (1987) heran, in dem ein Kellner Reiche ermordet und damit symbolisch eine gewaltsame Umwälzung der Gesellschaft darstellt. Im Unterschied dazu wolle die Hauptfigur Oliver Quick in Saltburn die gesellschaftlichen Verhältnisse gar nicht ändern, sondern nur selbst reich werden und den Wohlstand der Adeligen übernehmen. Meyen interpretiert den Film als Kritik an der Meritokratie, also dem Glauben, dass Status das Ergebnis eigener Leistung sei. Die Darstellung zeige, dass sozialer Aufstieg für Oliver nur durch Lügen, Betrug und Gewalt möglich sei.
In einem Video des YouTube-Kanals Die Filmanalyse setzte Wolfgang M. Schmitt Saltburn auf Platz 8 der „schlechtesten Filme des Jahres 2023“. Schmitt konstatierte dem Film eine lediglich zugeschriebene Skandalisierung, die gezeigten Provokationen seien lediglich „ein neuer Moralismus“, der Film sei eine „handzahme und durch und durch spießbürgerliche Kapitalismuskritik“.
Auszeichnungen
Auf dem US-amerikanischen Filmfestival von Mill Valley wurde Emerald Fennell mit dem Mind the Gap Award als „Filmemacherin des Jahres“ ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie den Publikumspreis des Festivals von Savannah, während Filmkomponist Anthony Willis für den Hollywood Music In Media Award nominiert wurde. Bei den Golden Globe Awards 2024 folgten Nominierungen für Hauptdarsteller Barry Keoghan und Nebendarstellerin Rosamund Pike.
Soundtrack
Wie schon bei Promising Young Woman wurde die Filmmusik von Anthony Willis komponiert. Daneben gab es auch wieder eine Reihe bekannter Pop- und Dance-Songs aus den 2000er-Jahren, die im Film verwendet wurden. Darunter waren der Nummer-1-Hit Sound of the Underground von Girls Aloud und Mr. Brightside von den Killers, mit nicht ganz 400 Wochen das Lied mit dem längsten Aufenthalt in den Top 100 in der britischen Chartgeschichte. Nachdem der Film zum Jahresende zum Streaming bei Amazon Prime freigegeben worden war, wurden zwei Songs zu Hits bei TikTok: Murder on the Dancefloor von Sophie Ellis-Bextor und Perfect (Exceeder) von Mason vs. Princess Superstar. Beiden Liedern gelang auch der Wiedereinstieg in die britischen Charts, wobei Murder on the Dancefloor nach 22 Jahren zum zweiten Mal bis auf Platz 2 vorstieß.
| Nr. | Titel | Länge |
|---|---|---|
| 1 | I Loved Him / Oliver Quick! | 3:27 |
| 2 | NFI'D | 1:38 |
| 3 | Felix Amica | 2:35 |
| 4 | Throwing Pebbles | 1:51 |
| 5 | Journey to Saltburn | 1:19 |
| 6 | Felix's Tour | 1:37 |
| 7 | You're So Real | 1:02 |
| 8 | A Shared Bathroom / Inconsistent Stories | 2:43 |
| 9 | Venetia's See-Through Night Dress | 1:51 |
| 10 | Slightly Bad Form | 1:54 |
| 11 | Accusations & Departures | 0:54 |
| 12 | The Summer Burned On | 0:49 |
| 13 | Spit Roast | 2:55 |
| 14 | Blood Run Cold | 1:46 |
| 15 | The Maze | 2:21 |
| 16 | Staff Exit | 1:52 |
| 17 | Almost None | 5:35 |
| 18 | Felix's Suite | 7:49 |
| Gesamtlänge | 43:58 | |
| Nr. | Titel | Künstler |
|---|---|---|
| 1 | This Modern Love | Bloc Party |
| 2 | Destroy Everything You Touch | Ladytron |
| 3 | Hang Me Up to Dry | Cold War Kids |
| 4 | No Cars Go | Arcade Fire |
| 5 | Loneliness" (radio cut) | Tomcraft |
| 6 | Perfect (Exceeder) | Mason vs Princess Superstar |
| 7 | Murder on the Dancefloor | Sophie Ellis-Bextor |
| 8 | Time to Pretend | MGMT |
| 9 | You're Gorgeous | Babybird |
| 10 | Sound of the Underground | Girls Aloud |
| 11 | Mr. Brightside | The Killers |
| 12 | Satisfaction" (Isak original edit) | Benny Benassi & The Biz |
| 13 | Have a Cheeky Christmas | The Cheeky Girls |
