


Rupert Karl Franz Feuchtmüller (* 5. August 1920 in Moosbrunn; † 27. April 2010 in Wien) war ein österreichischer Kunsthistoriker und Museumsdirektor.
Leben
Rupert Feuchtmüller wurde am 5. August 1920 als Sohn des Silberschmieds Franz Feuchtmüller (* 18. April 1889 in Wien-Alservorstadt; † 31. Oktober 1977 in Klosterneuburg) und dessen Ehefrau Marianne Melanie (geborene Fieber; * 4. Dezember 1889 in Wien-Alsergrund (Roßau); † 12. Jänner 1970) in Moosbrunn geboren und wurde am 11. August 1920 auf den Namen Rupert Karl Franz getauft. Seine Eltern hatten am 4. Juli 1915 in der Pfarre Rennweg geheiratet.
Nach abgeschlossener Schulausbildung studierte er Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien und promovierte 1946 zum Dr. phil. Im Jahr darauf heiratete er am 12. Juli 1947 in der Lazaristenkirche in Wien-Neubau die Ingenieurin Rosa Figl. 1959 erfolgte die Habilitation an der Universität Graz für allgemeine Kunstgeschichte und 1965 wurde er zum a.o. Universitätsprofessor berufen.
Feuchtmüller war Mitarbeiter des Niederösterreichischen Landesmuseums, von 1971 bis 1980 Vereinsvorsitzender der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung und ab 1973 Direktor des Wiener Dom- und Diözesanmuseums.
Mit der „Melker Barock-Schau“ 1960 begann er mit der Gestaltung der kunsthistorischen Niederösterreichischen Landesausstellungen, als deren „Erfinder“ er gilt, und die in der Folge manchem Baudenkmal die dauerhafte Wiederherstellung sicherte und große volksbildnerische Wirkung erzielten.
Feuchtmüller wurde auf dem Grinzinger Friedhof (Gruppe 31, Reihe 8, Nummer 12) in Wien bestattet.
Preise und Auszeichnungen
- Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, 1975
- Wolfgang-Amadeus-Mozart-Preis
- Komturkreuz des päpstlichen Silvester-Ordens
- Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 1981
- Kardinal-Innitzer-Preis (Großer Preis), 1985
- Silbernes Ehrenzeichen des Landes Salzburg, 1986
- Kulturpreis Niederösterreich (Anerkennungspreis für Erwachsenenbildung), 1987
Widmung
- Rupert Feuchtmüller (1920–2010) postum gewidmet: Elmar Worgull: Ferdinand Georg Waldmüller skizziert Franz Schubert im Freundeskreis. Ikonographie und kompositorische Spezifika eines unikaten Bilddokumentes. In: Elmar Worgull: Franz Schubert in Bilddokumenten seiner Freunde und Zeitgenossen. Kunsthistorische Betrachtungen zur Schubert-Ikonographie. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2018, ISBN 978-3-88462-388-6, S. 79–96.
Werke (Auswahl)
- Das niederösterreichische Landhaus. Ein kunsthistorisches Denkmal 1513–1850. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1949.
- Die spätgotische Architektur und Anton Pilgram. Gedanken zu neuen Forschungen. Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, Wien 1951.
- Kunst in Österreich. 2 Bände, 2. Auflage. Forum-Verlag, Wien/Hannover/Basel 1972/73, ISBN 978-3-7006-0046-6.
- Das Neugebäude. Zsolnay, Wien/Hamburg 1976 (= Wiener Geschichtsbücher 17), ISBN 978-3-552-02807-4.
- Der Wiener Stephansdom. Wiener Dom-Verlag, Wien 1978, ISBN 978-3-85351-092-6.
- Schöngrabern. Die steinerne Bibel. Herold, Wien/München 1979, ISBN 978-3-7008-0167-2.
- Rudolf der Stifter und sein Bildnis. Hrsg. vom Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum der Erzdiözese Wien. Wien/München 1981, ISBN 978-3-7008-0212-9.
- Die Herrengasse. Zsolnay, Wien/Hamburg 1982 (= Wiener Geschichtsbücher 28), ISBN 978-3-552-03422-8.
- mit Franz Hubmann: Der unbekannte Dom. St. Stephan in Wien. Herder, Wien/Freiburg/Basel 1984, ISBN 978-3-210-24761-8.
- (Hrsg.): Welt des Barock. Herder, Wien/Freiburg/Basel 1986, ISBN 978-3-210-24823-3.
- Friedrich Gauermann. 1807–1862. Rosenheimer Verlags-Haus, Rosenheim 1987, ISBN 978-3-475-52532-2.
- Der Kremser Schmidt. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1989, ISBN 978-3-7022-1689-4.
- Ferdinand Georg Waldmüller. 1793–1865. Leben – Schriften – Werke. Hrsg. von der Österreichischen Galerie in Wien. Brandstätter, Wien/München 1996, ISBN 978-3-85447-485-2.
- Kunsthistoriker
- Museumsleiter (Österreich)
- Hochschullehrer (Universität Graz)
- Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Offizier)
- Träger des Silvesterordens (Komtur)
- Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
- Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien
- Kardinal-Innitzer-Preisträger
- Träger des Silbernen Ehrenzeichens des Landes Salzburg
- Person (Wien)
- Österreicher
- Geboren 1920
- Gestorben 2010
- Mann