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Zohran Kwame Mamdani (* 18. Oktober 1991 in Kampala, Uganda) ist ein US-amerikanischer Politiker (Demokraten) und seit 2026 der 111. Bürgermeister von New York

Zohran Mamdani

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Zohran Kwame Mamdani (* 18. Oktober 1991 in Kampala, Uganda) ist ein US-amerikanischer Politiker (Demokraten) und seit 2026 der 111. Bürgermeister von New York City. Zuvor gehörte er von Anfang 2021 bis Ende 2025 der New York State Assembly an, in der er den 36. Wahlbezirk im Stadtteil Queens vertrat. Am 4. November 2025 gewann er die Bürgermeisterwahl in New York City; er wurde am 1. Januar 2026 als erster muslimischer Bürgermeister New Yorks vereidigt.

Zohran Mamdani (2025)
Signatur Zohran Mamdanis
Signatur Zohran Mamdanis

Inhaltsverzeichnis

Leben

Mamdani wurde 1991 in der ugandischen Hauptstadt Kampala geboren. Sein Vater Mahmood Mamdani ist Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt auf postkolonialen Studien; seine Mutter Mira Nair ist Filmregisseurin. Sein Vater stammt aus einer ismailitisch-muslimischen Familie, seine Mutter aus einer hinduistischen Familie indischer Abstammung. Seinen zweiten Vornamen Kwame wählte sein Vater in Erinnerung an Kwame Nkrumah, einen führenden panafrikanischen Politiker und ersten Premierminister Ghanas.

In seiner frühen Kindheit lebte Mamdani in Südafrika, bevor die Familie 1999 nach New York zog. Er besuchte dort unter anderem die Bronx High School of Science. Anschließend studierte er Africana Studies am Bowdoin College im US-Bundesstaat Maine. Während seiner Studienzeit engagierte er sich politisch, so gehörte er zu den Mitbegründern der lokalen Hochschulgruppe Students for Justice in Palestine, die die BDS-Kampagne unterstützt. Diese Position vertritt er auch weiterhin.

Als Rap-Enthusiast veröffentlichte er unter dem Künstlernamen Young Cardamom gemeinsam mit dem ugandischen Rapper HAB die EP Sidda Mukyaalo. Ihre Single #1 Spice ist Teil des Soundtracks des 2016 erschienenen Biopics Queen of Katwe über Phiona Mutesi. Bei dem von Disney koproduzierten Film, bei dem seine Mutter Regie führte, fungierte Mamdani zudem als „musikalischer Berater“. 2019 folgte die Single Nani, die er unter dem Namen Mr. Cardamom herausbrachte.

Mamdani hat die ugandische Staatsbürgerschaft und außerdem seit 2018 jene der Vereinigten Staaten. Er ist seit Februar 2025 mit der texanischen Illustratorin Rama Duwaji verheiratet, deren Eltern Syrer sind.

Politische Karriere

Abgeordneter der New York State Assembly

Bevor Mamdani ins Parlament einzog, arbeitete er als Berater für einkommensschwache Hausbesitzer mit Migrationshintergrund im Bereich der Zwangsvollstreckungsprävention. Seit 2017 ist er Mitglied der Demokratischen Sozialisten Amerikas. 2020 gewann er überraschend die demokratische Vorwahl gegen die langjährige Amtsinhaberin Aravella Simotas und wurde daraufhin ohne Gegenkandidatur in die State Assembly gewählt.

 
Befürworter und Gruppierungen riefen dazu auf, keine Stimmen für Mamdanis Mitbewerber Andrew Cuomo abzugeben.

Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von New York City

Im Oktober 2024 kündigte Mamdani seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters von New York City an. Er positionierte sich mit einer linken Agenda: Er wolle unter anderem den städtischen Busverkehr kostenlos anbieten und die Mieten in preisgebundenem Wohnraum einfrieren. Mehrere Mitbewerber und linke Gruppen hatten unter dem Motto Don’t Rank Cuomo beim in New York City verwendeten Präferenzwahlsystem dazu aufgerufen, Mamdani als Zweitwahl zu unterstützen und den Favoriten Andrew Cuomo zu meiden. Der unabhängige Senator Bernie Sanders und die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die sich beide als Demokratische Sozialisten identifizieren, sprachen sich öffentlich für Mamdani aus.

Bei der Vorwahl der Demokraten am 24. Juni 2025 gewann Mamdani mit 43,8 % der Erststimmen vor dem früheren Gouverneur Andrew Cuomo. Strategen der Demokraten sprachen von einer der größten Überraschungen der jüngeren Stadtpolitik. Eine ähnliche Konstellation hatte es 2021 in Buffalo gegeben, wo die sich als „demokratische Sozialistin“ bezeichnende India Walton den bisherigen „moderaten“ Bürgermeister herausforderte, die Vorwahl gewann und damit für das Bürgermeisteramt als prädestiniert galt. In der Hauptwahl scheiterte sie jedoch, unter anderem wegen fehlender Unterstützung durch das demokratische Establishment. Dies weckte Befürchtungen, dass Mamdani ein ähnliches Schicksal erleiden könnte.

 
Mamdanis Treffen mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus am 21. November 2025

Um Mamdani formte sich eine Graswurzelbewegung aus über 87.000 freiwilligen Wahlkampfhelfern, die ihn beim Haustürwahlkampf unterstützten. Durch Kleinspenden – die durchschnittliche Spende betrug 98 US-Dollar – sammelte er insgesamt 16,8 Millionen US-Dollar ein. Sein Gegner Cuomo kam auf etwa zwölf Millionen US-Dollar, allerdings bei einer durchschnittlichen Spendensumme von 615 US-Dollar. Mamdani vernetzte sich mit linken Parteien in Europa, um sich über die Wahlkampfstrategie auszutauschen; aus Deutschland reiste etwa Ines Schwerdtner (Die Linke) nach New York, um sich mit ihm zu treffen.

Mamdani gewann die Bürgermeisterwahl in New York City am 4. November 2025 mit 50,4 % der Stimmen (vorläufiges Ergebnis nach 97 % ausgezählter Stimmen).

Am 21. November 2025 traf sich Mamdani mit Präsident Trump im Weißen Haus. Ein Sprecher erklärte, dass sich die Gespräche auf öffentliche Sicherheit, wirtschaftliche Sicherheit und Bezahlbarkeit konzentrieren würden. Nach dem Treffen lobte Trump Mamdani und sagte, dass sie „in viel mehr Punkten übereinstimmen, als ich gedacht hätte“, nachdem sie sich monatelang gegenseitig kritisiert hatten. Das von großem gegenseitigen Respekt geprägte Treffen überraschte Beobachter aufgrund der Auseinandersetzung während des Bürgermeisterwahlkampfs. Die konservative New York Post titelte mit dem Wortspiel, dass es statt des erwarteten Schlagabtauschs (slugfest) ein Liebesfest (lovefest) gegeben habe.

Bürgermeister von New York City

 
Mamdani bei seiner öffentlichen Amtseinführung als New Yorker Bürgermeister am 1. Januar 2026

Am 1. Januar 2026 wurde Mamdani in der stillgelegten U-Bahn-Station City Hall als erster muslimischer Bürgermeister New York Citys vereidigt. Den Eid nahm Letitia James, Attorney General des Bundesstaats New York, ab. Dabei schwor er als erster Bürgermeister den Amtseid auf den Koran. Am Nachmittag des 1. Januar 2026 fand zudem eine öffentliche Amtseinführung statt; der erneut geleistete Amtseid wurde diesmal von Bernie Sanders, Senator aus Vermont, abgenommen.

Als seine erste Amtshandlung widerrief Mamdani alle von seinem Amtsvorgänger Eric Adams seit dem 26. September 2024 erlassenen Executive Orders. An diesem Tag war Adams unter anderem wegen Bestechlichkeit (bribery) angeklagt worden.

Die New York Post und die New York Daily News kritisierten Mamdani im Januar/Februar 2026 wegen der hohen Zahl an kältebedingten Todesfällen unter den Obdachlosen.

Programmatik

Mamdanis wirtschaftspolitisches Gesamtprogramm wurde in der Öffentlichkeit unter dem Begriff „Zohranomics“ bekannt. Es sieht unter anderem einen Mietenstopp für etwa eine Million mietpreisgebundene Wohnungen sowie den Neubau von 200.000 weiteren preisgebundenen Wohnungen innerhalb der nächsten zehn Jahre vor. Darüber hinaus will Mamdani den öffentlichen Busverkehr kostenlos anbieten, städtische Lebensmittelmärkte in sogenannten „food deserts“ mit geringer Nahversorgung eröffnen, um gesunde Lebensmittel günstiger zugänglich zu machen, sowie eine universelle Kinderbetreuung für alle Kinder im Alter zwischen sechs Wochen und fünf Jahren einführen.

Zur Finanzierung seiner Pläne kündigte er eine Erhöhung des kommunalen Spitzen- und des Unternehmenssteuersatzes an und plant die Aufnahme kommunaler Anleihen. Einige Wall-Street-Investoren wie Dan Loeb und Finanzpolitiker wie Larry Summers reagierten ablehnend auf Mamdanis Vorschläge. Unterstützung erhielt Mamdani dagegen von einer Gruppe von Ökonomen wie Isabella M. Weber, die seine Agenda in einem offenen Brief als mutiges und realistisches Konzept zur Bekämpfung der Lebenshaltungskostenkrise begrüßten. Mamdani setze sich mit den „materiellen Bedingungen“ der Menschen auseinander und betreibe so eine „Antifaschistische Wirtschaftspolitik“. Der Guardian wies darauf hin, dass viele seiner Vorschläge für amerikanische Ohren radikal und unrealistisch klängen, während in Europa, wo die Idee des Sozialstaates deutlich stärker ausgeprägt sei, vieles davon stellenweise bereits existiere und von Bürgern als „normal“ wahrgenommen werde.

Mamdani kritisiert die Kriegsführung der israelischen Regierung im Krieg in Israel und Gaza seit 2023 und spricht von einem Genozid, der an der palästinensischen Bevölkerung verübt werde. In den Kampagnen seiner Gegner und in deutschsprachigen Medien wurde Mamdani Antisemitismus aufgrund seiner israelfeindlichen Positionen unterstellt. In haGalil urteilte Armin Pfahl-Traughber, bei Mamdanis Äußerungen handle es sich um eine gegenüber Israel undifferenzierte Kritik ohne antisemitische Prägung. Mamdanis Gegner Cuomo versuchte, sich durch Unterstützung für Israel von Mamdani abzugrenzen und jüdische Wähler zu gewinnen. Mamdani selbst sagte, es schmerze ihn, Antisemit genannt zu werden. Antisemitismus habe keinen Platz in der Stadt. Er unterscheide zwischen der israelischen Regierung und den jüdischen Menschen und betonte, Antisemitismus wirksam bekämpfen zu wollen. Dazu schlug er vor, die Finanzierung für Programme gegen Hasskriminalität um 800 Prozent zu erhöhen. Als Mamdani am ersten Tag seiner Amtseinführung einige Verfügungen des früheren Bürgermeisters zurücknahm, darunter eine zur Anerkennung der IHRA-Definition von Antisemitismus, kritisierte das Außenministerium Israels auf der Plattform X, Mamdani würde „antisemitisches Öl in ein offenes Feuer gießen.“ Die Faktenchecker-Seite Snopes berichtete später, Mamdani habe die Verfügung nicht gezielt ausgewählt, sondern sämtliche laufenden, nicht-dringenden Verfügungen seines Vorgängers aus jüngerer Zeit gestoppt, ungeachtet des Inhalts.

Mamdani kritisierte das Vorgehen der Behörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) gegen Einwanderer und beabsichtigt, sich dem autoritären Vorgehen der Trump-Regierung entgegenzustellen.

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