| Universität Erfurt | |
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| Gründung | 1379/1389/1392 (Stiftungsprivileg bzw. Aufnahme Lehrbetrieb) als Universitas Studii Erfordiensis bis 1816 1994 wiedergegründet |
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| Präsident | Walter Bauer-Wabnegg |
| Studierende | 5.606 (zum 31. Oktober 2025) ♀: 72 % |
| Mitarbeiter | 783 (2024) |
| davon wissensch. | 490 (2024) |
| davon Professoren | 105 (2024) |
| Jahresetat | 81,97 Mio. € (2024) Drittmittel: 9,91 Mio. € |
| Netzwerke | DFG, Netzwerk „Bildung durch Verantwortung“, Innovationsnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung u. a. |
| Website | www.uni-erfurt.de |





Die Universität Erfurt ist eine staatliche Universität in Deutschlands. Mit ihrem Gründungsprivileg von 1379 erhielt sie als erste Hochschule im heutigen Deutschland eine entsprechende Gründungserlaubnis; der Studienbetrieb begann jedoch erst 1392. Sie wurde 1816 geschlossen und schließlich 1994 wiedergegründet.
Die Universität gliedert sich in vier Fakultäten: die Philosophische, die Erziehungswissenschaftliche, die Staatswissenschaftliche und die Katholisch-Theologische Fakultät. Ergänzt werden diese um das Max-Weber-Kolleg, eine fakultätsähnliche Einrichtung, sowie mehrere zentrale wissenschaftliche Einrichtungen.
Geschichte
Erste Universität
Die alte Universität Erfurt, auch bekannt als Universitas Studii Erfordiensis oder Hierana, wurde aufgrund einer Stiftungsurkunde von Papst Clemens VII. im Jahr 1379 und in darauffolgender Bestätigung durch Papst Urban VI. vom 4. Mai 1389 errichtet. Sie wurde in der zweiten Woche nach Ostern 1392 offiziell eröffnet. Nimmt man die auf Antrag der Erfurter Bürgerschaft erteilte Gründungsurkunde als Referenz, so ist die Universität Erfurt die älteste Universität Deutschlands, jedoch war sie später für fast zwei Jahrhunderte geschlossen. Darüber hinaus nahm bereits zuvor die Universität Heidelberg im Jahre 1386 den regulären Lehrbetrieb auf. Von 1769 bis 1772 lehrte der Dichter Christoph Martin Wieland als Philosophieprofessor an der Universität.
Nach mehreren Blütezeiten wurde sie 1816 mit nur noch 20 Studenten geschlossen. Bis zu ihrer Schließung wies die Hierana mit ihrem bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden Generalstudium die längste Hochschultradition in Deutschland auf.
Andere Akademien und Hochschulen in Erfurt
Von 1954 bis 1993 bestand in Erfurt mit der Medizinischen Akademie Erfurt eine akademische Ausbildungsstätte für Ärzte und ab 1975 auch für Zahnärzte, die sich in der Tradition der alten Universität Erfurt sah. Ihre 1960 gebildete Abteilung für Geschichte der Medizin machte sich um die Erforschung der Erfurter Wissenschafts- und Universitätsgeschichte verdient. Die Medizinische Akademie (ab 1992 Medizinische Hochschule) wurde – trotz positiver Evaluierung durch den Wissenschaftsrat – nicht als Fakultät in die Universität übernommen. Stattdessen konzentrierte das Land Thüringen die kostenintensive Medizinerausbildung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mitte der 1960er-Jahre initiierten Studierende der Medizinischen Akademie Erfurt den Aufbau eines gemeinsamen Treffpunkts, aus dem 1968 das Studentenzentrum Engelsburg hervorging. Die Einrichtung entwickelte sich zu einem regelmäßigen Ort studentischer Kulturveranstaltungen.
Von 1929 bis 1931 bestand die Pädagogische Akademie Erfurt. 1953 wurde das Pädagogische Institut Erfurt gegründet. Dieses Institut wurde 1969 mit dem Pädagogischen Institut Mühlhausen zusammengeschlossen. Diese neue Einrichtung bestand fortan als Pädagogische Hochschule Erfurt/Mühlhausen, respektive zeitweise als Pädagogische Hochschule „Dr. Theodor Neubauer“ Erfurt/Mühlhausen.
Campusbau
Der Campus der Universität an der Nordhäuser Straße wurde ab 1952 für das Pädagogische Institut Erfurt errichtet. Zunächst entstanden bis 1954 das erste Lehrgebäude mit Hörsaalanbau und Bibliotheksflügel, gefolgt von mehreren Wohnheimen und dem Verwaltungsgebäude. Zwischen 1958 und 1962 kam ein zweites Lehrgebäude hinzu und ab 1967 entstanden zusätzliche Funktionsbauten wie eine Turnhalle, die später wieder abgerissen wurde. In den 1980er-Jahren wurden die Mensa, ein weiteres Wohnheim und eine Sporthalle errichtet. Nach der Wiedergründung der Universität Erfurt im Jahr 1994 wurden die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude weiter genutzt. Als erster Neubau entstand 1995–2000 der erste Bauabschnitt der Universitätsbibliothek. Es folgten unter anderem die Sanierung der Villa Martin, der Bau des Kommunikations- und Informationszentrums sowie der Forschungsneubau „Weltbeziehungen“.
Wiedererrichtung
Ab 1987 engagierten sich Mitglieder der heutigen Universitätsgesellschaft Erfurt für eine Wiedergründung der Universität, die mit der Wende 1989 auf deren Initiative hin rasch Gestalt annahm. Am 24. Juni 1993 erließ die Landesregierung eine Rechtsverordnung „über Aufgaben und Zusammensetzung der Gründungskommission zur Vorbereitung der Gründung der Universität Erfurt“. Im Dezember 1993 beschloss der Landtag des Freistaats Thüringen, die Universität wiederzuerrichten. Sie war bis zur Gründung der Technischen Universität Nürnberg die jüngste staatliche Universität Deutschlands, die nicht aus einer fortbestehenden Hochschule hervorging und mit ihrem Gründungsprivileg von 1379 zugleich die älteste, die über eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition verfügt.
Die Universität nutzt am Standort Nordhäuser Straße die größtenteils in den 1950er- und 1960er-Jahren errichteten Gebäude des Pädagogischen Instituts (später Pädagogische Hochschule). Sie weisen in großen Teilen den damals für solche Bauten in der DDR charakteristischen neoklassizistischen Stil auf, illustrieren aber auch den Wandel der Architektur in dieser Zeit. Das Auditorium maximum stammt aus den Jahren 1956 bis 1961.
Die juristische Wiedergründung der Universität in Erfurt erfolgte zum 1. Januar 1994. Der Lehrbetrieb wurde zum Wintersemester 1999/2000 unter dem Gründungsrektor Peter Glotz aufgenommen. 2002 wurde die Michaeliskirche in Erfurt nach 1392 zum zweiten Mal zur Universitätskirche ernannt.
Neuere Entwicklungen
2003 führte ein Haushaltsdefizit von rund 1,8 Millionen Euro, das unter anderem durch Mehrausgaben infolge des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst entstanden war, zu einem Einstellungsstopp an der Universität Erfurt. Alle unbesetzten Professuren und Mitarbeiterstellen wurden vorerst nicht besetzt, und auch Vertretungsprofessuren entfielen. Diese Maßnahmen lösten Studierendenproteste gegen den erwarteten Lehrerausfall und die Kürzungen aus. Unter Anpassung einiger der ursprünglichen Reformziele konnte die Situation durch administrative Maßnahmen der Universitätsleitung und der -gremien stabilisiert werden.
2005 wurde die Universität Erfurt erstmals vom „Audit Familiengerechte Hochschule“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung als besonders familiengerechte Hochschule ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde in den Folgejahren mehrfach erneut verliehen. 2005 und 2008 schnitten die Studienrichtung Kommunikationswissenschaft und einige Studienrichtungen der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität in der Spitzengruppe des Hochschulrankings vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und dem Magazin stern ab. Zahlreiche Studiengänge wurden von der Akkreditierungsagentur ACQUIN akkreditiert. Die Universität wurde im Jahr 2021 systemakkreditiert und ist seither berechtigt, das Siegel des Akkreditierungsrates für ihre intern geprüften Studiengänge zu vergeben.

2016 wurde das Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) auf dem Campus eröffnet. Es beherbergt neben dem Universitätsrechenzentrum zwei Hörsäle und ein Bibliotheksmagazin. 2018 wurde die Forschungsbibliothek Gotha eine eigenständige wissenschaftliche Einrichtung der Universität.
Seit Juli 2019 ist die Universität Mitglied der DFG. Bei der Aufnahme wurde die Forschungsstärke der Hochschule hervorgehoben. Die Universität Erfurt ist das 97. Mitglied der DFG.
Im Oktober 2019 fand der erste Spatenstich für den Neubau des Forschungsgebäudes „Weltbeziehungen“ mit 160 Arbeitsplätzen statt. Es war das erste rein geisteswissenschaftliche Forschungsprojekt, das vom Bund den Zuschlag für ein eigenes Forschungsgebäude erhalten hat. Das Gebäude beherbergt neben dem Max-Weber-Kolleg die Willy Brandt School of Public Policy, das Institute for Planetary Health Behaviour sowie weitere Forschungsgruppen. Das Gebäude wurde 2023 eingeweiht. Bis 2028 entsteht ein neues Mensa-Gebäude, für das das Land im Juni 2024 einen entsprechenden Zuwendungsbescheid an das Studierendenwerk Thüringen als Betreiber übergab.
Das Betreuungsverhältnis betrug Anfang der 2000er-Jahre etwa 30 Studierende auf einen Hochschullehrer. Stand 2025 liegt das Betreuungsverhältnis an der Universität bei etwa 53 Studierenden auf einen Hochschullehrer.
Besondere Einrichtungen

Max-Weber-Kolleg
Das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt ist eine Einrichtung, die als Institute for Advanced Study und gleichzeitig als Graduiertenkolleg arbeitet. Am Kolleg sind Fellows für eine begrenzte Zeit tätig; daneben werden Promotionsvorhaben betreut. Grundlage ist ein an Max Weber orientiertes Forschungsprogramm mit interdisziplinärer sozial- und geisteswissenschaftlicher Ausrichtung.
Willy Brandt School
Eine weitere Einrichtung ist die weitgehend durch Drittmittel getragene Erfurt School of Public Policy (ESPP), 2009 umbenannt zur Willy Brandt School of Public Policy, eine nach angloamerikanischem Vorbild konzipierte Professional School, die seit 2002 den ersten deutschen Studiengang zum Erwerb des Master of Public Policy (MPP) anbietet und in Kooperation mit der Staatswissenschaftlichen Fakultät als zentrale Einrichtung der Universität besteht.
Forschungszentrum Gotha
Auf ihrem Forschungscampus im benachbarten Gotha unterhält die Universität Erfurt die Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein mit der historischen Sammlung Perthes, das Forschungszentrum Gotha und das Forschungskolleg Transkulturelle Studien/Sammlung Perthes. Die Forschungsbibliothek bewahrt eine Sammlung zur Kultur- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit und Neuzeit.
Universitätsgesellschaft
Als Fördergesellschaft für die Universität fungiert die Universitätsgesellschaft Erfurt.
Bibliotheken der Universität


Die Universitätsbibliothek Erfurt wurde im Jahr 1999 mit der Forschungs- und Landesbibliothek Gotha vereinigt. Sie verfügt Stand 2024 über einen Bestand von 1.221.411 Druckschriften. Zum Bibliotheksbestand gehören auch 46.000 Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie 1.951 Handschriften, davon 979 der berühmten Gelehrtenbibliothek Bibliotheca Amploniana.
Im März 2018 wurden die Universitätsbibliothek Erfurt und die Forschungsbibliothek Gotha wieder eigenständige universitäre Einrichtungen, wobei die Forschungsbibliothek Gotha seitdem eine wissenschaftliche Einrichtung der Universität ist.
Erfurt School of Education (ESE)
Die Erfurt School of Education ist das Zentrum für die Lehrerbildung an der Universität Erfurt. Sie ist zuständig für die Koordination der Ausbildung von künftigen Lehrkräften im BA-/MA-System und verbindet sie zugleich mit der Bildungsforschung an der Universität Erfurt. Erster Direktor war der Bildungsforscher Hans Merkens.
Institute for Planetary Health Behaviour (IPB)
Das Institute for Planetary Health Behaviour (Institut für klimagesundes Verhalten, kurz: IPB) betreibt Forschung zu klimagesundem Verhalten und macht die Ergebnisse für die Öffentlichkeit und Politik zugänglich. Beteiligt sind Forschende aus Psychologie, Kommunikationswissenschaft, Bildungs- und Sozialforschung; in den Arbeitsfeldern wirken außerdem Klima- und Umweltwissenschaften, Medizin, Gesundheitsforschung, Ökonomie und Politikwissenschaften mit. Untersuchungsgegenstände sind unter anderem klimagesundes Verhalten, die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen und die Bereitschaft zum klimapolitischen Engagement.
Fakultäten und Studiengänge




Die Universität Erfurt ist eine geisteswissenschaftliche Reformuniversität mit kultur- und gesellschaftswissenschaftlichem Profil. Sie unterhält vier Fakultäten sowie weitere (wissenschaftliche) Einrichtungen: Mit der Immatrikulation der ersten Studierenden nahm die Universität Erfurt im Oktober 1999 den Studienbetrieb in der Philosophischen Fakultät auf. Im Oktober 2000 folgte die Staatswissenschaftliche Fakultät mit den Studienrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft. 2001 wurde die Pädagogische Hochschule Erfurt/Mühlhausen in die Universität eingegliedert. Gleichzeitig erfolgte die Gründung der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. 2003 wurde mit der Katholisch-Theologischen Fakultät die zuvor von den katholischen Diözesen Ostdeutschlands getragene Theologische Fakultät Erfurt samt Priesterseminar (Nachfolgerin des 1952 errichteten Philosophisch-Theologischen Studiums Erfurt) als vierte Fakultät in die Universität aufgenommen. Im November 2003 wurde das Philosophisch-Theologische Studium als Katholisch-Theologische Fakultät in die Universität integriert.
Der interdisziplinäre Anspruch findet in dem zentralen Campus Ausdruck, der alle Fachrichtungen auch räumlich miteinander verbindet.
Stand 2025 bietet die Universität Erfurt in ihren vier Fakultäten folgende Studiengänge an:
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
- Erziehungswissenschaft (B.A.)
- Evangelische Religion (B.A.)
- Förder- und Inklusionspädagogik (B.A.)
- Kunst (B.A.)
- Lehr-/Lern- und Trainingspsychologie (B.A.)
- Mathematik (auch dual möglich) (B.A.)
- Musik (B.A.)
- Primarpädagogik (B.A.)
- Sport- und Bewegungspädagogik (auch dual möglich) (B.A.)
- Technik (auch dual möglich) (B.A.)
- Erziehungswissenschaft – Management und Forschung im Bildungswesen (M.A.)
- Sonder- und Integrationspädagogik (M.A.)
- Psychologie (M.A.)
Lehramtsstudiengänge
- Lehramt Grundschule (Master of Education über die Erfurt School of Education)
- Lehramt Regelschule (Master of Education über die Erfurt School of Education, auch dual möglich)
- Lehramt berufsbildende Schule (Master of Education über die Erfurt School of Education)
- Lehramt Regelschule (Staatsexamen): Katholische Religionslehre – in Kooperation mit der Universität Jena
- Lehramt Gymnasien (Staatsexamen): Katholische Religionslehre – in Kooperation mit der Universität Jena
Katholisch-Theologische Fakultät
- Katholische Theologie (Magister)
- Katholische Religion (B.A.)
- Theologie und Wirtschaft (M.A.)
Philosophische Fakultät
- Anglistik / Amerikanistik (B.A.)
- Germanistik (B.A.)
- Geschichtswissenschaft (B.A.)
- Internationale Beziehungen (B.A.)
- Kommunikationswissenschaft (B.A.)
- Literaturwissenschaft (B.A.)
- Philosophie (B.A.)
- Religionswissenschaft (B.A.)
- Romanistik (B.A.)
- Angewandte Linguistik – Erwerb, Verarbeitung und Verwendung von Sprache (M.A.)
- Geschichte transkulturell (M.A.)
- Globale Kommunikation: Politik und Gesellschaft (M.A.)
- Kinder- und Jugendmedien (M.A.)
- Literaturwissenschaft: Texte. Zeichen. Medien (M.A.)
- Philosophie (Sprache – Wissen – Handlung) (M.A.)
- Religionswissenschaft / Religious Studies (M.A.)
Staatswissenschaftliche Fakultät
- Management (B.A.)
- Staatswissenschaften – Rechtswissenschaften (B.A.)
- Staatswissenschaften – Sozialwissenschaften (B.A.)
- Staatswissenschaften – Wirtschaftswissenschaften (B.A.)
- Demokratie und Wirtschaft (M.A.)
- Staatswissenschaften (M.A.)
- Public Policy (M.P.P.)
- Theologie und Wirtschaft (M.A.)
Studium Fundamentale
Im für alle belegungspflichtigen Studium Fundamentale (im Hauptfach integriert) sollen die Studierenden einen Einblick in die Inhalte anderer Studienfächer erhalten und so lernen, sich auch mit fachfremden Inhalten auseinanderzusetzen. Das Studium Fundamentale ermöglicht es, allgemeine soziale und persönlichkeitsbildende Kompetenzen zu vertiefen, insbesondere Urteilskompetenz, Vermittlungskompetenz, soziale Kompetenz inklusive interkultureller Kompetenz sowie ästhetische Kompetenz. Diese Kompetenzen sollen insbesondere zur Bearbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen befähigen und anhand solcher Fragestellungen bearbeitet werden.
Studentenleben
Verfasste Studierendenschaft der Universität Erfurt
Die Verfasste Studierendenschaft ist im Thüringer Hochschulgesetz geregelt. Sie setzt sich aus den Fachschaftsräten, die auf Ebene der Studienrichtungen eine Vertretung gegenüber der Fachbereichsleitungen und der Professorenschaft ausüben, und dem Studierendenrat, der eine Gesamtvertretung darstellt, zusammen. Alle immatrikulierten Studierenden der Universität sind zugleich Mitglied der Verfassten Studierendenschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Bezweckt werden eine Vertretung gegenüber der Hochschulleitung sowie eine Förderung der studentischen Kultur. Die Verfasste Studierendenschaft erhebt auf Grundlage der Beitragsordnung einen Beitrag, mit dem auf Antrag Veranstaltungen von Fachschaftsräten, Hochschulgruppen und einzelnen Studierenden gefördert werden können.
Studentische Gruppen, Gemeinden und Verbindungen
An der Universität Erfurt bestehen zahlreiche studentische Gruppen, darunter politische, kulturelle, soziale und fachbezogene Initiativen sowie religiöse Hochschulgruppen. Sie organisieren verschiedene Aktivitäten auf dem Campus, unterstützen studentisches Engagement und bieten Räume für Austausch und Vernetzung. Neben thematischen Arbeitsgemeinschaften existieren zudem studentische Initiativen, die internationale Begegnungen fördern oder sich mit Nachhaltigkeits- und gesellschaftlichen Themen befassen.
Studentenmedien
An der Universität Erfurt gab es diverse studentische Printmedien. Von 2009 bis 2012 erschien die von Studierenden herausgegebene Literaturzeitschrift Wortwuchs. Die studentische Zeitung Zett-eL wurde im Wintersemester 2011/12 gegründet und berichtete bis 2016 insbesondere über die Politik des Studierendenrates der Universität Erfurt und andere hochschulrelevante Themen. Außerdem erschien von 2010 bis 2015 zwei Mal im Semester die Zeitung Lemma, die gemeinsam von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Bauhaus-Universität Weimar, der Universität Erfurt und der Technischen Universität Ilmenau herausgegeben wurde.
Zweimal im Semester erscheint auch das campus:echo, das studentische Magazin der Universität Erfurt.
Die Studierendenredaktion UNIversal sendet seit 2014 einmal im Monat eine einstündige Magazinsendung auf Radio F.R.E.I. und berichtet auf ihrer Webseite über studentische Themen.
Hochschulsport (USV Erfurt)
Der Universitätssportverein Erfurt (USV Erfurt) geht auf die 1959 gegründete Hochschulsportgemeinschaft Wissenschaft des Pädagogischen Instituts Erfurt zurück, die 2001 in ihre heutige Form überführt wurde. Seit 2004 übernahm der Verein schrittweise Aufgaben des Erfurter Hochschulsports; zum 1. Januar 2006 wurden ihm diese vollständig übertragen. Grundlage hierfür war eine Kooperationsvereinbarung mit der Universität und der Fachhochschule Erfurt, die dem USV die Nutzung der erforderlichen Sportstätten sichert.
Der Verein gehört zu den größeren Sportvereinen der Stadt und umfasst verschiedene Abteilungen, darunter verschiedene Ball-, Kampf- und Individualsportarten sowie Angebote im Fitness-, Gesundheits- und Rehabilitationssport. Der USV organisiert das Hochschulsportprogramm für Studierende und Beschäftigte beider Erfurter Hochschulen.
Projekte
National Model United Nations
Im Sommersemester 2003 hat sich erstmals eine Model-United-Nations-Projektgruppe an der Universität gebildet. Das Ziel der studentischen Initiative ist seither die Teilnahme am renommierten National Model United Nations NMUN in New York, mit über 3000 Studierenden eine der größten UNO-Simulationen weltweit.
Bei den National Model United Nations Conferences wurde die Gruppe der Universität Erfurt jeweils mehrmals ausgezeichnet und schloss 2006 zudem als beste deutsche Gruppe ab. Sowohl 2007 als auch 2008 wurden die teilnehmenden Delegationen ausgezeichnet. Auch im Jahr 2012 erhielt die Delegation aus Erfurt eine Auszeichnung und zählte zu den besten Teilnehmern.
Die Gruppe ist ebenso regelmäßig an der Organisation kleinerer Vorbereitungs-MUNs, wie z. B. Erfurt Model United Nations (EfMUN) beteiligt.
Kinder-Uni
Die Kinder-Uni Erfurt ist eine gemeinsame Initiative von Universität, Fachhochschule Erfurt und dem Helios-Klinikum und richtet sich an Kinder von 5 bis 15 Jahren. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe bringen die Dozenten den Kindern in Workshops und Vorlesungen wissenschaftliche Themen näher oder experimentieren mit ihnen im Labor.
Fremde werden Freunde
„Fremde werden Freunde“ ist ein gemeinsames Projekt der Universität Erfurt, der Fachhochschule Erfurt und der Stadt Erfurt. Es richtet sich an ausländische Studierende und Gastdozenten, die für einen befristeten Aufenthalt an die Erfurter Hochschulen kommen. Ziel des Projekts ist es, Kontakte zwischen diesen Studierenden und Erfurter Familien herzustellen. Vorgesehen sind gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Theaterbesuche oder Unterstützung im Alltag, etwa bei Behördengängen.
Forschung
Seit ihrer Neugründung im Jahr 1994 verfügt die Universität Erfurt über ein kultur- und gesellschaftswissenschaftlich ausgerichtetes Profil. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Religion, Geistes- und Kulturwissenschaften, Gesellschaft sowie Lehrerbildung. Die vier Fakultäten, das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien und die Gothaer Forschungseinrichtungen tragen mit ihren jeweiligen Strukturen und Aufgaben zum Gesamtprofil bei und ermöglichen interdisziplinäre sowie internationale Zusammenarbeit.
Die Universität Erfurt unterhält einen kleinen Forschungscampus in Gotha, etwa 25 Kilometer vom Campus in Erfurt entfernt. Hier ist neben der Forschungsbibliothek im Schloss Friedenstein vor allem die historische Forschung beheimatet; im Forschungszentrum Gotha und im Forschungskolleg „Transkulturelle Studien/Sammlung Perthes“. Die hier beschäftigten Wissenschaftler erforschen die Gothaer Bestände.
Die Universität Erfurt wurde 2019 in die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen.
Mitgliedschaften
Die Universität Erfurt ist unter anderem Mitglied in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), im Netzwerk „Bildung durch Verantwortung“, im Innovationsnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung, im Dual Career Netzwerk Thüringen und unterstützt das Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT).
Persönlichkeiten der Universität
- Siehe: Liste bekannter Persönlichkeiten der Universität Erfurt, Liste der Rektoren und Präsidenten der Universität Erfurt und Kategorie:Hochschullehrer (Universität Erfurt)
Zu den bekannten Persönlichkeiten der Universität zählen unter anderem Tino Edelmann,Peter Glotz,Bettina Rockenbach,Hans Joas,Carsten Schneider,Elisabeth Kaiser,Martin Luther und Christoph Martin Wieland.
Logo
Bis 2019
Seit 2019
- Universität in Deutschland
- Universität Erfurt
- Hochschule in Thüringen
- Andreasvorstadt
- Bildungseinrichtung in Erfurt
- Bildungseinrichtungsgründung 1389
