| Universitätsmedizin Göttingen | ||
|---|---|---|
| Trägerschaft | Stiftung öffentlichen Rechts | |
| Ort | Göttingen, Deutschland | |
| Koordinaten | 51° 33′ 2″ N, 9° 56′ 35″ O | |
| Leitung | Wolfgang Brück (Dekan der Medizinischen Fakultät, Vorstand Forschung und Lehre, Sprecher des Vorstands), Lorenz Trümper (Vorstand Krankenversorgung), Jens Finke (Vorstand Wirtschaftsführung und Administration) | |
| Betten | ca. 1.600 (2024) | |
| Mitarbeiter | ca. 9.700 (inkl. Tochtergesellschaften) | |
| Fachgebiete | Neurowissenschaften, Herz-Kreislauf-Medizin, Onkologie | |
| Zugehörigkeit | Universität Göttingen | |
| Gründung | 1732 (Medizinische Fakultät) | |
| Website | https://www.umg.eu/ | |
| Lage | ||
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Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist eine hochschulmedizinische Einrichtung in Deutschland. Sie besteht aus einer medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität und dem Universitätsklinikum.
Die UMG ist Teil der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Mit knapp 9.700 Mitarbeitenden ist sie zusammen mit ihren Tochtergesellschaften einer der größten Arbeitgeber in der Region.
Geschichte

Im Jahr 1390 wurde das Hospital St. Crucis am Geismartor gegründet. Die Gründung der Universität mit einer philosophischen, einer theologischen, einer juristischen und einer medizinischen Fakultät erfolgte 1732. Im Jahr 1751 wurde eine universitäre Entbindungsanstalt in einem Fachwerk-Nebengebäude des Hospitals St. Crucis als Accouchieranstalt eingerichtet. Sie war eine der ersten akademischen Entbindungsanstalten in Deutschland und – im Rückblick gesehen – Keimzelle der Göttinger Universitätsmedizin. Das heutige Accouchierhaus (Kurze-Geismar-Straße 1, Ecke Hospitalstraße) ist ein 1791 fertiggestellter barocker Ersatzneubau an der Stelle des St. Crucis-Hospitals. Die Klinik zog dort im Jahr 1896 aus.
Nach der Gründung des „Wundärztlichen Hospitals“ 1781 durch August Gottlieb Richter als erstes universitätseigenes Hospital kam es 1793 zur Umwandlung in ein „Akademisches Hospital“. Damit nahm das Hospital seine Rolle als erstes Lehrkrankenhaus für die medizinische Ausbildung wahr. 1809 ließ man einen neuen Gebäudekomplex in der Geiststraße für das „Institut für Chirurgie und Augenheilkunde“ unter Karl Himly bauen.
Das „Ernst-August-Hospital“ in der Geiststraße wurde 1851 eingeweiht. Dort gelang es erstmals in der Geschichte Göttingens, alle damaligen medizinischen Fächer (Klinik für Innere Krankheiten, Chirurgische Klinik, Klinik für Sinneskranke, Klinik für Augen- und Ohrenkranke sowie das Pathologische Institut) in einem Gebäudekomplex zu integrieren.
Die Augenklinik wurde 1873 in einen separaten Neubau in der Geiststraße 12 ausgelagert, dieses Gebäude ist heute noch erhalten. Die Chirurgische Klinik zog 1891 in den Neubau in der Humboldtallee. 1896 erfolgte dann der Ausbau zu einem Gebäudekomplex, der sich über große Bereiche der Goßlerstraße und der Humboldtallee erstreckte. Es folgte daraus die Gründung der Vereinigten Kliniken Göttingens. In den folgenden Jahren zogen die teils neuen medizinischen Disziplinen in die neuen Gebäude ein.
Die Eröffnung der neuen Augenklinik an der Goßlerstraße fand 1906 statt, die Einweihung des neuen Instituts für gerichtliche Medizin und der neuen Nervenklinik 1907. Im Jahr 1911 wurde die Kinderklinik in der Humboldtallee eröffnet (im heutigen Gebäude des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin). Nach der Gründung der „Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten“ 1926 folgte 1930 die Eröffnung der Hautklinik am Steinsgraben. In die Von-Siebold-Straße zogen 1956 die psychiatrische Klinik und 1959 die Hautklinik um. 1962 entstand die erste universitäre Abteilung für Kinderkardiologie Deutschlands.
Nach dem Start des ersten Bauabschnitts des Zentralklinikums an der Robert-Koch-Straße 1969 war der Rohbau bereits nach zwei Jahren abgeschlossen; 1976 konnte mit dem Einzug in das Zentralklinikum begonnen werden. Im Jahr 1980 war der Einzug der wichtigsten Teilkliniken abgeschlossen, das Göttinger Universitätsklinikum wurde Hubschrauberstandort und die Bauarbeiten am zweiten Bauabschnitt begannen. Als eine der letzten Abteilungen bezogen 1986 die Kinder-, die Frauen- und die HNO-Klinik ihre Räumlichkeiten.
Nach der Einweihung des ersten Kernspintomographen im Jahr 1991 kamen fünf weitere hinzu. Wichtige Ereignisse waren die Eröffnungen einer Feuerwache am Klinikum (1996), der Kinderkardiologie (1998) und des Heart & Brain Centers Göttingen (HBCG) im Jahr 2024.
Studium und Lehre

Insgesamt sind über 3.600 Studierende immatrikuliert. Etwa zehn Prozent davon stammen aus dem Ausland. Neben den Studiengängen der Humanmedizin und der Zahnmedizin bietet die UMG drei weitere grundständige Studiengänge an: den B.Sc. und M.Sc. Molecular Medicine, den M.Sc. Cardiovascular Science, sowie einen Postgraduierten-Studiengang (PhD).
In Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen werden vier weitere Studiengänge angeboten: die M.Sc./PhD-Programme Neurosciences und Molecular Biology sowie die Masterstudiengänge Medizinische Informatik und Angewandte Statistik.
Die UMG kooperiert mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) im Rahmen des Gesundheitscampus Göttingen (GCG). Diese gemeinsame akademische Ausbildungseinrichtung bietet fünf Bachelor-Studiengänge an: Pflege dual, Studium und Lehre Humanmedizin und Zahnmedizin, Therapiewissenschaften dual, Mediziningenieurwesen, Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und Hebammenwissenschaften. Außerdem kooperiert die Private Hochschule Göttingen (PFH) im Rahmen ihrer Orthobionik Studiengänge mit der UMG.
In der UMG-eigenen Bildungsakademie werden acht verschiedene Ausbildungen in Gesundheitsfachberufen angeboten. Zum Teil sind die Ausbildungen in einen Studiengang integriert (Pflege und Physiotherapie/Logopädie, Hebammenwissenschaften). Die Praxisanteile dieser Ausbildungen finden zu einem überwiegenden Anteil in den verschiedenen Bereichen des Universitätsklinikums statt.
Krankenversorgung
Die UMG übernimmt mit ca. 1.600 Planbetten in über 60 Kliniken, Instituten und Abteilungen in der Region Südniedersachsen die Behandlung von ca. 60.000 stationären sowie ca. 220.000 ambulanten Patienten pro Jahr.
Der Rettungshubschrauber Christoph 44 ist am Universitätsklinikum in Göttingen stationiert.
Forschung
Die Forschungsschwerpunkte der UMG sind Neurowissenschaften, Herz-Kreislauf-Medizin, Onkologie und Molekulare Zellbiologie. Die UMG gehört zur lokalen Forschungslandschaft des Göttingen-Campus, in dem sie sich mit der Universität Göttingen und weiteren außeruniversitären Göttinger Forschungseinrichtungen, darunter vier Max-Planck-Institute, zusammengeschlossen hat.
Ein Schwerpunkt sind die Neurowissenschaften am Göttingen-Campus. Im Rahmen der Exzellenzinitiative und der nachfolgenden Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder wurden mehrere Vorhaben an der UMG gefördert. Darunter das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte und bereits abgeschlossene Exzellenzcluster „Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns“ (CNMPB), sowie das im Jahr 2019 gestartete Exzellenzcluster „Multiscale Bioimaging: Von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen“ (MBExC).
Zudem ist die UMG an mehreren Sonderforschungsbereichen (SFB) und Graduiertenkollegs (GRK) beteiligt, zum Teil in sprechender Funktion.
Mit dem European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G) und dem Center of Biostructural Imaging in Neurodegeneration (BIN) sind zwei interdisziplinäre Forschungsinstitute mit eigenständigen Gebäuden und Infrastrukturen entstanden. Das ENI-G, eine Kooperation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Max-Planck-Gesellschaft, forscht zu den Funktionen und Krankheiten des Nervensystems. Ziel ist es, die molekularen Mechanismen des Gehirns im Normal- und Krankheitszustand zu verstehen. Das BIN befasst sich mit der funktionellen Bildgebung des Gehirns, um die Ursachen von neurodegenerativen Erkrankungen zu erforschen.
Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) ist seit 1. Juni 2024 Partner der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG). Die DZKJ-Geschäftsstelle wurde an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) eingerichtet.
Ein weiteres interdisziplinäres Forschungsgebäude, das Heart & Brain Center Göttingen (HBCG), wurde im August 2024 offiziell eröffnet. Hier wird zu Herz-Kreislauferkrankungen und dem Nervensystem geforscht. Für den Neubau haben das Land Niedersachsen und der Bund zusammen rund 38 Millionen Euro investiert. An dem Zentrum wird das komplexe Zusammenwirken von Herz und Gehirn erforscht. Elf Forschungsgruppen sind in dem Gebäude untergebracht. Das Gebäude hat 3450 Quadratmeter Nutzfläche und 26 Labore.
Die UMG ist Göttinger Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), durch das über den Göttingen Campus hinaus eine nationale Vernetzung zum Thema Neurodegeneration besteht.
Der Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Medizin etablierte sich durch ein Internationales Graduiertenkolleg (IRTG 1816) und den SFB 1002, die sich maßgeblich aus dem Herzzentrum Göttingen und der hiesigen Klinik für Kardiologie und Pneumologie entwickelt haben. Darüber hinaus ist die UMG Göttinger Standort des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK).
Der Schwerpunkt Onkologie basiert auf Verbundprojekten der Grundlagenforschung (FOR 2008, KFO 5002), drei von der Deutschen Krebshilfe geförderte Max-Eder-Gruppen und der korrespondierenden klinischen Versorgung mit möglichst schnellem Transfer neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis. Die klinisch-wissenschaftlichen Aktivitäten der Onkologie in der UMG und ihrer Schwesterhochschule, der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), werden seit 2021 von der Deutschen Krebshilfe als anerkanntes Spitzenzentrum CCC-Niedersachsen gefördert.
Camerata Medica Göttingen
Die Camerata Medica Göttingen ist das 2008 gegründete Sinfonieorchester der Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Mitglieder sind vor allem Studierende der Medizin und Zahnmedizin, Ärztinnen und Ärzte aus Klinik und dem niedergelassenen Bereich sowie Mitarbeiter medizinischer Berufe. Seit 2018 ist Jonas Kruse Dirigent und künstlerischer Leiter.
Neben dem Sinfonieorchester bestehen auch ein Streichquartett und Streichquintett der Camerata Medica.
- Universitätskrankenhaus in Deutschland
- Krankenhaus in Niedersachsen
- Bildung und Forschung in Göttingen
- Krankenhausbau in Niedersachsen
- Gesundheitswesen (Göttingen)
- Fachkrankenhaus für Kardiologie
- Unternehmen (Göttingen)
- Krankenhausbau in Europa
- Bauwerk in Göttingen
- Unternehmensgründung 1732
- Krankenhaus der Maximalversorgung

