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Die Seumestraße ist eine Innerortsstraße in Leipzig, im OrtsteilKnautkleeberg-Knauthain im Stadtbezirk Südwest. Sie ist nach dem Schriftsteller und Publizisten

Seumestraße (Leipzig)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Seumestraße
Wappen
Straße in Leipzig
Engstelle der Seumestraße im früheren Dorf Knautkleeberg
Basisdaten
Ort  Leipzig
Ortsteil  Knautkleeberg-Knauthain
Angelegt  Mittelalter
Neugestaltet  Ende des 19. Jahrhunderts
Hist. Namen  Hauptstraße, Kirchstraße, Gartenstraße
Name erhalten 
Anschluss­straßen  Dieskaustraße
Erikenstraße
Querstraßen  Göhrenzer Straße, Fortunabadstraße, Hohenthalstraße, Gleitsmannstraße, Schönbergstraße
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke  Ehemalige Mühle Knautkleeberg, 60. Schule, Hoffnungskirche
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Radverkehr, Autoverkehr, Fußgänger
Technische Daten
Straßengestaltung Fahrbahn plus Gehwege
Länge 1226 m

Die Seumestraße ist eine Innerortsstraße in Leipzig, im OrtsteilKnautkleeberg-Knauthain im Stadtbezirk Südwest. Sie ist nach dem Schriftsteller und Publizisten Johann Gottfried Seume benannt, der seine Kindheit ab 1770 in Knautkleeberg verbrachte.

Lage und Verlauf

Die Seumestraße zweigt im Norden von der Dieskaustraße ab und führt etwa 1,5 km nach Süden. Sie durchquert den Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain auf ganzer Länge. Sie endet an der Grenze des Ortsteils Hartmannsdorf-Knautnaundorf. Von hier führt sie unter dem Namen Erikenstraße weiter.

Die Seumestraße bestand bereits im Mittelalter als Verbindung zwischen den beiden Dörfern Knautkleeberg im Norden und Knauthain im Süden. In der alten Dorflage von Knautkleeberg weist die Seumestraße bis heute enge Kurven auf. Die Dorflage von Knauthain befand sich im Bereich der Hoffnungskirche und der drei Dorfteiche, an denen die Seumestraße weiter südlich entlangführt. Außerhalb der Ortslagen der beiden früheren Dörfer nimmt die Seumestraße einen nahezu geraden Verlauf.

Geschichte

Seumestraße 65

Knautkleeberg entstand 1190 als Straßendorf mit Sackgassenteilen. Der Herrschaftssitz war in Knauthain. Parallel zur heutigen Seumestraße verläuft hinter der östlichen Bebauung der Knauthainer Elstermühlgraben, der ebenso wie die Wassermühle in Knautkleeberg auf das Mittelalter zurückgeht. 1860 wurde das erste Fabrikgebäude in der heutigen Seumestraße 65 errichtet. Die Kürschnerei, Rauchwarenfärberei und Zurichterei, die sich darin befand, blieb jedoch eine industrielle Einzelerscheinung. Nach dem Anschluss von Knautkleeberg an die Eisenbahn (1873) wurde der Ort für Leipziger Bürger interessant, die zwischen 1875 und 1890 Land an der heutigen Seumestraße aufkauften, auf denen sie sich Landhäuser und Villen errichten ließen. Die beiden Dörfer wuchsen am Ende des 19. Jahrhunderts baulich zusammen.

Die Benennung in Seumestraße erfolgte 1909 in der noch selbständigen Gemeinde Knautkleeberg. Dabei wurden die Kirch-, Garten- und Hauptstraße zur Seumestraße gezogen. Unmittelbar nach der Eingemeindung von Knauthain nach Leipzig wurde am 17. September 1937 nochmals ein Namensbeschluss „Seumestraße“ gefasst.

Bebauung

Beginn der Seumestraße (links) mit Haus Seumestraße 2 (Bildmitte)
Gebäudekomplex der 60. Grundschule an der Seumestraße

Die Bebauung an der Seumestraße ist heterogen, teils städtisch und teils dörflich geprägt. Zu den großstädtisch geprägten Gebäuden gehört das markante Wohngebäude am Beginn der Straße (errichtet 1902–1906), das auch ein Restaurant beherbergt. Es steht wie zahlreiche weitere Bauten an der Seumestraße unter Denkmalschutz. In den alten Dorflagen sind ehemalige Bauernhof-Gebäude erhalten. Die Mühle Knautkleeberg (ebenfalls unter Denkmalschutz) wurde 2012 für Wohnzwecke umgenutzt. Weitere Beispiele für eine großstädtische Bebauung finden sich unter anderem im Bereich der kreuzenden Fortunabadstraße. In einem Anbau des Eckhauses Fortunabadstraße 20 / Seumestraße wurde in den 1950er Jahren ein modernes Kino der VEB Kreislichtspiele Leipzig-Stadt eröffnet.

Im mittleren Abschnitt der Seumestraße befindet sich die 1908 eröffnete Schule, heute 60. Grundschule der Stadt Leipzig. Das ursprüngliche Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es hat 2020 eine Erweiterung durch einen modernen Anbau mit Unterrichtsräumen erhalten. Bis 2022 wurde außerdem eine Sporthalle angebaut. In diesem Straßenabschnitt befinden sich außerdem einige denkmalgeschützte Landhäuser und Villen aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Direkt neben der Schule wird eine solche Villa (Baujahr 1902), die 1926 zum Rathaus umgebaut wurde, seit 1956 als Kita genutzt.

Weiter südlich befindet sich die alte Dorflage von Knauthain. Wo die Schönbergstraße in die Seumestraße mündet, sind das klassizistische Ensemble der Hoffnungskirche von 1845 und der Kirchschule von 1836. Letztgenanntes Gebäude wird inzwischen nicht mehr als Schule, sondern als Hort genutzt. Markant ist auch das Fachwerkgebäude des Pfarrhauses von 1696.

Johann Gottfried Seume

Infotafel an Haus Seumestraße 54 erinnert an Johann Gottfried Seume

Am Haus Seumestraße 54 erinnert eine Plexiglastafel an Johann Gottfried Seume. Der Text befand sich früher am Gasthof „Weißes Roß“, der 1980 abgerissen wurde.

Verkehr

Parallel zur Seumestraße verläuft die Dieskaustraße, die den Großteil des Verkehrs aufnimmt. Die im Vergleich verkehrlich wenig belastete Seumestraße ist beliebt als Fahrradverbindung. Im Bereich der Schule ist Tempo 30 angeordnet.

Naturdenkmale

In der Seumestraße befinden sich folgende Naturdenkmale der Stadt Leipzig: ND 19 „Gemeine Eibe“ auf dem Grundstück Seumestraße 99 und ND 54 „Gemeine Esche“ an der Engstelle der Straße (Seumestraße 48).

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