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Rodelinda (auch: Rodelinda, regina de’ longobardi; engl.: Rodelinda, Queen of the Lombards;HWV 19) ist eine Oper (Dramma per musica) in drei Akten von Georg Fri

Rodelinda (Händel)

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Rodelinda (auch: Rodelinda, regina de’ longobardi; engl.: Rodelinda, Queen of the Lombards;HWV 19) ist eine Oper (Dramma per musica) in drei Akten von Georg Friedrich Händel. Das Libretto verfasste Nicola Francesco Haym auf der Grundlage einer älteren Vorlage von Antonio Salvi. Die Uraufführung fand in London am 13. Februar 1725 im King’s Theatre am Haymarket statt.

Werkdaten
Originaltitel: Rodelinda, regina de’ Longobardi

Titelblatt des Librettos, London 1725

Form: Opera seria
Originalsprache: Italienisch
Musik: Georg Friedrich Händel
Libretto: Nicola Francesco Haym
Literarische Vorlage: Antonio Salvi: Rodelinda, regina de’ Longobardi (1710); Pierre Corneille: Pertharite, roi des Lombards (1652)
Uraufführung: 13. Februar 1725
Ort der Uraufführung: King’s Theatre, Haymarket, London
Spieldauer: 3 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Mailand, um 665
Personen
  • Rodelinda, Königin der Langobarden und Gattin Bertaridos (Sopran)
  • Bertarido, von Grimoaldo vertriebener König der Langobarden (Alt)
  • Grimoaldo, Herzog von Benevent, Verlobter Eduiges (Tenor)
  • Eduige, Bertaridos Schwester (Alt)
  • Unulfo, langobardischer Edler, Ratgeber Grimoaldos und heimlicher Freund Bertaridos (Alt)
  • Garibaldo, Herzog von Turin, Gegner Bertaridos und Freund Grimoaldos (Bass)
  • Flavio, Rodelindas und Bertaridos Sohn (stumme Rolle)

Nach Giulio Cesare in Egitto und Tamerlano war Rodelinda bereits die dritte von drei anerkannten Meisteropern, die innerhalb nur eines Jahres zwischen Februar 1724 und Februar 1725 uraufgeführt wurden und als ein bedeutender Höhepunkt in Händels Schaffen gelten. Im Jahr 1920 war sie die erste in der Neuzeit wieder aufgeführte Händel-Oper, wenn auch in stark veränderter Form, und spielte eine bedeutende Rolle für die Händel-Renaissance und die Wiederbelebung der Barockoper im Allgemeinen. Im Jahr 2009 belegte sie, gemeinsam mit Alcina, den dritten Platz der meistgespielten Opern Händels, nach Giulio Cesare und Serse.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Händel und sein Librettist Nicola Francesco Haym hatten seit 1712 mindestens fünf Opern (Teseo, Ottone, Flavio, Giulio Cesare, Tamerlano, und wahrscheinlich auch Amadigi und Radamisto) zusammen geschaffen und waren daher Mitte der 1720er Jahre bereits ein gut eingespieltes „Team“.

Rodelinda war bereits das zweite neu komponierte Bühnenwerk Händels für die sechste Saison der Royal Academy of Music. Die Spielzeit war am 31. Oktober 1724 mit der Premiere von Tamerlano eröffnet worden. Wann er mit der Komposition der neuen Oper begann, ist nicht bekannt, aber am 20. Januar 1725 war sie fertig, wie aus seiner Datierung am Ende des Autographs hervorgeht: „Fine dell Opera | li 20 di Genaro 1725.“ Bis zur Uraufführung unterzog Händel die Partitur allerdings noch einer Revision.

Der schottische Tenor Alexander Gordon, der selber früher in Händels Radamisto und Flavio mitgewirkt hatte, besuchte Anfang 1725 eine Aufführung von Giulio Cesare und eine Probe von Rodelinda und meinte:

“Having the liberty of the house I went to the opera house & heard Julius Caesar which pleasd me exceedingly but the new one to be acted for ye first time next Saturday exceeds all I ever heard.”

„Auf Einladung des Hauses ging ich in die Oper und hörte Julius Caesar, welcher mir außerordentlich gefiel, aber die neue Oper, die am kommenden Samstag Premiere haben wird, übersteigt alles, was ich je gehört habe.“

– Alexander Gordon: Brief an Sir John Clerk von Penicuik. London, 12. Februar 1725.

Die Uraufführung von Rodelinda fand am 13. Februar 1725 am King’s Theatre am Londoner Haymarket statt, mit denselben Sängern wie zuvor bei Tamerlano:

  • Rodelinda – Francesca Cuzzoni (Sopran)
  • Bertarido – Francesco Bernardi, genannt „Senesino“ (Altkastrat)
  • Grimoaldo – Francesco Borosini (Tenor)
  • Eduige – Anna Vicenza Dotti (Alt)
  • Unulfo – Andrea Pacini (Altkastrat)
  • Garibaldo – Giuseppe Maria Boschi (Bass)

Die Oper war ein Erfolg und kam bis zum 6. April auf 14 Vorstellungen.

Charles Burney überlieferte einen berühmt gewordenen Bericht Horace Walpoles (1717–1797), laut dem die Cuzzoni als Rodelinda „… in einem braunen, silberbestickten Seidenkleid“ auftrat, das angeblich „so vulgär und unziemlich war, dass sämtliche älteren Damen sich darüber empörten“, aber von jungen Damen „sofort als Mode“ übernommen worden sei, „und das so allgemein, dass es fast als eine Nationaltracht von Jugend und Schönheit gelten konnte.“ Etscheit wies zurecht darauf hin, dass Walpole selber 1725 erst acht Jahre alt war und seinen Bericht wahrscheinlich aus zweiter Hand, vermutlich von seinem Vater Robert Walpole, übernahm, der bekannterweise ein Fan Faustina Bordonis und daher vielleicht für die ausgesprochen negativen und unvorteilhaft gefärbten Beschreibungen der Cuzzoni (auch an anderer Stelle) verantwortlich war.

Wiederaufnahmen

In der folgenden Saison, ab dem 18. Dezember 1725 folgten acht weitere Vorstellungen von Rodelinda, für die Händel drei Ersatz-Arien und zwei ganz neue Stücke für den dritten Akt – die Arie „Vivi, tiranno“ (Nr. 34) für Senesino/Bertarido und ein Schlussduett („D’ogni crudel martir“, Nr. 34b) für das Liebespaar – schrieb. Für die Stimme des neuen Tenors Luigi Antinori mussten zwei Arien Grimoaldos (Nr. 3 und 17a) etwas höher transponiert werden.

Eine weitere und letzte Wiederaufnahme gab es ab dem 4. Mai 1731 mit wiederum acht Vorstellungen. Dafür wurden Rezitative gekürzt und drei Gesangsnummern um Stücke aus Tolomeo und Lotario ersetzt. Von dem originalen Ensemble war nur mehr Senesino dabei, die Partie der Rodelinda wurde mit Sicherheit von Anna Maria Strada übernommen.

Weitere Aufführungsgeschichte

 
Titelblatt des Librettos, Hamburg 1734

Als Rodelinda, Königin in der Lombardey gelangte die Oper erstmals am 29. November 1734 auf den Spielplan der Hamburger Oper am Gänsemarkt – dort mit deutschsprachigen Rezitativen von Christoph Gottlieb Wend, der bereits 1729 für Georg Philipp Telemann einen ähnlichen Stoff, Stefano Ghigis Libretto Flavio Bertarido, Re de’ Longobardi (Venedig 1706, Musik: Carlo Francesco Pollarolo), eingerichtet hatte. Die Oper wurde im Hamburger Relations-Courier vom 26. November 1734 feierlich als „(…) Composition des so berühmten Hrn. Hendell“ angekündigt, „und sonst (…) ein so fürtreffliches Stück, daß solche auch den allerschönsten jemahls präsentirten, mit Recht den Wettstreit anbieten kan“, war jedoch laut Mattheson kein Erfolg. Bis zum 12. November 1736 erlebte sie unter der Leitung Telemanns nur insgesamt fünf Aufführungen.

In der Neuzeit wurde Rodelinda erstmals am 26. Juni 1920 in deutscher Sprache bei den neugegründeten Göttinger Händel-Festspielen durch Oskar Hagen wieder an die Öffentlichkeit gebracht. Das war die überhaupt erste Aufführung einer Händel-Oper im zwanzigsten Jahrhundert. Dabei wurde Händels Original allerdings massiv verändert und sogar verstümmelt: Nicht nur Secco-Rezitative wurden „so weit wie möglich“ gekürzt, auch die meisten Dacapos (wahrscheinlich auch B-Teile der Dacapo-Formen) und alle Arien der Nebenfiguren Unulfo („Unolf“) und Eduige („Hadwig“) gestrichen, sowie die beiden Kastratenpartien (Bertarido, Unulfo) von Bariton bzw. Bass gesungen. Trotzdem war diese Einrichtung Hagens so erfolgreich, dass es bis Ende 1926 in ganz Deutschland 26 Produktionen mit insgesamt 136 Aufführungen der Oper in dieser Fassung gab. International gelangte die Oper bereits 1931 erstmals in den USA (Smith College, Massachusetts) auf die Bühne, 1932 in Schweden (Göteborg), 1939 in London (Old Vic), 1941 in Wien und 1943 in Budapest.

Die wohl berühmteste Interpretin der Titelrolle im 20. Jahrhundert war Joan Sutherland, die die Partie 1959, anlässlich der Gedenkfeiern zu Händels 200. Todesjahr, in London im Sadler’s Wells Theatre sang (in Englisch, mit Janet Baker als Eduige) und sie auch noch in den 1970er und 1980er Jahren im Repertoire hatte.

Die erste Aufführung (?) des Stückes in historischer Aufführungspraxis fand am 23. Juni 1988 bei den Bruchsaler Barocktagen mit La Stagione Frankfurt unter der Leitung von Michael Schneider statt.

Libretto

Wie die meisten Opern Händels basiert auch Hayms Textbuch der Rodelinda auf einer älteren Vorlage, einem gleichnamigen Libretto von Antonio Salvi, das 1710 mit der Musik von Giacomo Antonio Perti in Florenz uraufgeführt wurde. Salvi wiederum, der allgemein eine Vorliebe für französische Theaterstücke hatte, verwendete Pierre Corneilles Schauspiel Pertharite, roi des Lombards (1652/1653) als Vorlage.

Salvis Operntext gilt als eine wirkungsvolle Verbesserung von Corneilles Tragödie, wurde aber wiederum von Haym und Händel stark verändert: Mehr als die Hälfte der Rezitative – fast 650 Verse – sowie die Nebenrolle des „Unoldo“ wurde gestrichen. Die Gesamtzahl der Arien wurde von 34 auf 28 reduziert, wobei aber nur 21 Arientexte, das Duett Nr. 24a in Akt II und der Schlusschor von Salvi übernommen wurden (z. T. leicht verändert). Andere Arientexte wurden neu verfasst. Während bei Salvi das Hauptgewicht auf den Figuren von Grimoaldo und Eduige lag (mit jeweils sechs Arien für beide), und Bertarido eine relativ kleine Rolle mit nur 4 Arien war – weniger als die meisten anderen Figuren –, wurde das Gleichgewicht der Personen für Händel stark zugunsten des Paares Rodelinda und Bertarido verschoben (mit 8 bzw. 6 Arien), während Eduige, Garibaldo und Unulfo zu kleinen Nebenrollen heruntergestuft wurden (mit 2 bis 3 Arien). Auch wurde der Charakter der Eduige von einer skrupellosen Intrigantin zu einer Helferin des Liebespaares positiv verändert.

Im Zentrum steht also die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten. Das ist grundsätzlich, vor allem bei Händel, nicht ungewöhnlich, aber, dass Rodelinda und Bertarido bereits verheiratet sind und einen gemeinsamen Sohn haben, ist in der barocken Oper eine Ausnahme. Diese Tatsache, dass es in Rodelinda um eheliche Liebe und Treue und die Sehnsucht nach Familienglück geht (zusammen mit der Gefängnisszene, die aber ein häufiger Topos der barocken und klassischen Oper war), war im 20. Jahrhundert oft Anlass zu einem Vergleich mit Beethovens Fidelio. Modernere Autoren wiesen dagegen auf (bewusste ?) Parallelen zu neuen sentimentalen Tendenzen im zeitgenössischen englischen Theater und Roman der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hin (u. a. der „sentimental tragedy“).

Insgesamt gilt Hayms Libretto, trotz einiger kleinerer Schwachpunkte vor allem gegen Ende, als sehr gelungen, Winton Dean hielt es für „eins der besten, die Händel je vertont hat“ (vollständiges Zitat siehe unten). Nach Andrew V. Jones’ Meinung enthält das Textbuch alle „entscheidenden Elemente“ einer „wirkungsvollen Oper“: „eine tragfähige Handlung, dramatisch zugespitzte Situationen und überzeugende Charaktere“.

Handlung

Historischer und literarischer Hintergrund

 
Langobardische Goldblattkreuze, Museum von Bergamo

Wichtigste historische Quelle für das Drama Corneilles und somit auch für Händels Oper war Antoine Du Verdiers französische Übersetzung der Historia Langobardorum des Paulus Diaconus. Die meisten Figuren der Oper haben zwar tatsächlich im 7. Jahrhundert gelebt, dennoch ist der größte Teil der Opernhandlung „reine Fiktion“, wie bereits Salvi im Argomento des Vorgänger-Librettos zugab.

→ Hauptartikel: Historia Langobardorum und Langobardenreich

Über die historische Figur der Rodelinda ist nur wenig bekannt: Sie war laut Paulus Diaconus die Gemahlin von Perctarit (= Bertarido), der nach dem Willen seines Vaters, des Langobardenkönigs Aripert I., nach dessen Tode über Mailand regierte, während sein Bruder Godepert Pavia erhielt. Nach der Ermordung Godeperts flüchtete Perctarit zu dem Awarenkönig Khagan und ließ Rodelinda zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Cunincpert (= Flavio) zurück. Nachdem Grimoald, der Herzog von Benevento, die Herrschaft über Mailand und das ganze Langobardenreich an sich gerissen hatte, schickte dieser Rodelinda nach Benevento ins Exil.

Bei Paulus Diaconus ist nirgends die Rede von Liebe, und im Gegensatz zur Opernhandlung lebte die reale Rodelinda auch nicht am Hofe Grimoalds, der die Schwester Godeperts und Perctarits (in der Oper: Eduige) geheiratet hatte – anders als in der Oper, wo Grimoald Eduige zwar ursprünglich hatte heiraten wollen, es aber zunächst nicht tat.

In der historischen Realität ging Perctarit wie gesagt nach Khagan – nicht nach Ungarn wie in der Oper – und kehrte offenbar erst nach dem Tode Grimoalds (im Jahr 671) nach Mailand zurück – und nicht schon zu dessen Lebzeiten wie bei Händel/Haym.

Es gibt noch eine Übereinstimmung von Historie und Oper: Garipald, der Herzog von Turin, war laut Paulus Diaconus tatsächlich ein Intrigant und Bösewicht, der Grimoald negativ beeinflusste.

Über die historische Rodelinda ist noch bekannt, dass sie später „mit wunderbarer Handwerkskunst vor der Stadt Ticinum (= Padua) der heiligen Mutter Gottes eine Kirche“ errichten und „mit herrlichem Zierat schmücken“ ließ.

Winton Dean wies darauf hin, dass es eine inhaltliche Verbindung zwischen Händels Opern Rodelinda und Flavio gibt: Die Titelrolle der Letzteren ist Rodelindas und Bertaridos Sohn als Erwachsener. Auch Flavio geht auf ein französisches Drama zurück.

Vorgeschichte

Das Argomento des Original-Librettos berichtet die Vorgeschichte etwas anders als die historische Überlieferung: Gundeberto (Godepert) hatte seinem Bruder Bertarido (Perctarit) den Krieg erklärt und Grimoaldo (Grimoald), den Herzog von Benevento, zu Hilfe gerufen. Als Belohnung versprach er diesem seine (und Bertaridos) Schwester Eduige zur Frau, unter der Bedingung, dass die Hochzeit erst gefeiert werden solle, wenn Bertarido besiegt und er selbst König der gesamten Lombardei geworden sei. Gundeberto starb jedoch kurz darauf unter Umständen, die Verrat vermuten lassen, und als Grimoaldos Truppen näher rückten, floh Bertarido überstürzt aus Mailand und ließ seine Frau Rodelinda mit seinem Sohn Flavio zurück. Er ging nach Ungarn, wo er sich einen Plan ausdachte, wie er seine Frau und seinen Sohn befreien könne. Um dies zu erreichen, ließ er zunächst die Nachricht von seinem eigenen Tod verbreiten, unter anderem durch einen Brief des mit ihm befreundeten Königs von Ungarn an Grimoaldo. Die Oper beginnt kurz bevor Bertarido in Verkleidung nach Mailand zurückkehrt. Unterdessen hat sich Grimoaldo in Bertaridos „Witwe“ verliebt.

Erster Akt

Rodelindas Gemach. (Szene 1) Rodelinda betrauert den Verlust ihres geliebten Ehemannes. Grimoaldo erscheint. Er offenbart ihr seine Liebe und bietet ihr an, sie als seine Frau auf den Thron zurückzubringen. Sie lehnt sein Angebot empört ab. (2) Herzog Garibaldo, Grimoaldos Verbündeter, wirft diesem vor, nicht genug Härte walten zu lassen und bietet seinem Herren an, sich um Rodelindas Unnachgiebigkeit zu „kümmern“. (3) Eduige kommt hinzu und beschuldigt Grimoaldo, dass er seit seiner Thronbesteigung stolz und distanziert sei. Grimoaldo sagt ihr, dass er sie nicht mehr heiraten wolle, da sie ihn zuvor, als er sie liebte, aber noch keine Macht hatte, mehrfach ablehnte. (4) Eduige beschuldigt Garibaldo, welcher behauptet, sie zu lieben, dass er tatenlos zusehe, wie Grimoaldo sie erniedrige. Doch als er ihr gerade tödliche Rache an Grimoaldo versprechen will, schreckt sie davor zurück und unterbricht ihn. (5) Allein gelassen, enthüllt Garibaldo, dass er Eduige nur Liebe vorgaukle, weil er ihre Krone will, denn während Flavio immer noch minderjährig ist, ist sie die rechtmäßige Regentin von Mailand und von Pavia.

Zypressenwald mit den Gräbern der langobardischen Könige. (6) Der als Ungar verkleidete Bertarido sinnt vor seinem eigenen Grabmal über sein Schicksal nach und beklagt die Trennung von seiner geliebten Frau. Sein früherer Kanzler, Unulfo, erneuert sein Gelöbnis der Treue und Freundschaft gegenüber Bertarido. Dieser ist entsetzt, als er erfährt, dass Unulfo Rodelinda und seinen Sohn nicht darüber aufklärte, dass er in Wahrheit noch lebt, sondern ihn für tot halten. Als beide den Friedhof betreten, kann Unulfo ihn nur mit Mühe davon abhalten, zu ihnen zu eilen. Die zwei Männer verstecken sich (7) und lauschen, während Rodelinda am Grabmal trauert („Ombre, piante, urne funeste!“). (8) Garibaldo findet Rodelinda und sagt ihr, sie solle lieber Grimoaldo heiraten und sich den Thron zurückholen, als hier am Grab dumme, überflüssige Tränen zu vergießen. Als Rodelinda erneut ablehnt, ergreift Garibaldo Flavio und droht, ihn zu töten, sollte sie sich nicht fügen. Rodelinda muss ihr Einverständnis geben, kündigt jedoch als ihren ersten königlichen Befehl Garibaldos Hinrichtung an. (9) Garibaldo informiert Grimoaldo zu dessen großer Freude über Rodelindas Einverständnis. Auch von Rodelindas Drohung berichtet er seinem Herrn, der ihm jedoch versichert, dass er ihn schützen werde. (10) Bertarido ist fassungslos, da er seine Frau für schwach und treulos hält. Doch als Unulfo drängt, man müsse Rodelinda jetzt die Wahrheit sagen, lehnt Bertarido das ab. Unulfo geht in der Hoffnung, einen anderen Ausweg zu finden. (11) Bertarido beschließt, verkleidet zu bleiben, um seine Frau zu testen. Voller Wut malt er sich aus, wie Rodelinda reagieren würde, wenn sie nach ihrer Hochzeit mit Grimoaldo erfährt, dass er noch lebt.

Zweiter Akt

Saal im Palast. (1) Garibaldo unterbreitet Eduige ein Angebot: Wenn sie endlich seine „Liebe“ erhöre und ihn heirate, werde er für ihre Rache sorgen. Sie nimmt zuerst an, verheimlicht jedoch nicht, wie schwer diese Entscheidung ihrem Herzen falle. Garibaldo ist wütend und geht. (2) Als Rodelinda kommt und über ihre Heiratspläne mit Grimoaldo spricht, wundert sich Eduige, dass ihre Schwägerin einem solchen Verräter überhaupt vertraue, und schwört, sich an ihm zu rächen. (3) Unulfo und Garibaldo sind anwesend, als Rodelinda Grimoaldos Heiratsangebot akzeptiert. Jedoch nur, wenn er ihr einen Wunsch gewähre. Er ist bereit, ihr jeden Wunsch zu erfüllen, außer den von Garibaldos Hinrichtung. Doch das interessiert sie gar nicht: Zum Erstaunen aller Anwesenden verlangt sie, dass er sich vor der Welt als wahrer Verbrecher zeigen und ihren Sohn töten solle. Denn sie könne nicht gleichzeitig Mutter des rechtmäßigen Erben und Frau seines ärgsten Feindes sein. (4) Der entsetzte Grimoaldo verliert alle Hoffnung auf ein Glück mit Rodelinda, gesteht aber Unulfo und Garibaldo, dass er sie wegen ihrer Ehrbarkeit und unerbittlichen Treue noch mehr liebe („Prigioniera ho l’alma in pena“). Nachdem er den Raum verlassen hat, erfährt Unulfo zu seinem Schrecken, dass Garibaldo meint, sein Herr solle Rodelindas Täuschung wörtlich nehmen und das Kind töten, dann werde sie schon nachgeben; ein wahrer Tyrann müsse sein geraubtes Königreich mit Terror und Grausamkeit regieren. Unulfo hat nun erkannt, wer der wahre Bösewicht ist, und muntert sich damit auf, dass er Bertarido von Rodelindas Edelmut und Treue berichten und Trost spenden kann.

Ein lieblicher Ort. (5) Bertarido beklagt sein Schicksal, und wird dabei von Eduige belauscht, die seine Stimme erkennt. Bertarido erklärt ihr, dass er sich tot stelle, weil er Frau und Kind befreien und zu sich holen wollte, die verlorene Krone dagegen interessiere ihn überhaupt nicht. Unulfo kommt hinzu und erschrickt darüber, dass Eduige nun Bescheid weiß. Doch er hat gute Nachrichten, erzählt Bertarido von Rodelindas Treue und rät ihm, sich seiner geliebten Frau zu zeigen. Bertarido frohlockt („Scacciata dal suo nido“).

Galerie im Gemach der Rodelinda. (6) Unulfo kommt zu Rodelinda und enthüllt ihr, dass Bertarido noch lebt. Sie weint vor Freude und Angst („Ritorna o caro“). (7) Rodelinda und Bertarido werden wiedervereint, und er bittet sie um ihre Vergebung dafür, dass er ihr solchen Kummer bereitet und an ihrer Treue gezweifelt habe. Grimoaldo wird Zeuge ihres Treffens und zieht voreilig den Schluss, dass Rodelinda eine Affäre mit einem Fremden hat. Er ist wütend und beschuldigt sie der Unzüchtigkeit. Um Rodelindas Ehre zu verteidigen, enthüllt Bertarido seine wahre Identität, was sie wiederum abstreitet, um sein Leben zu schützen. Grimoaldo lässt ihn festnehmen, denn ein Rivale ist er auf jeden Fall. Er gestattet aber den Liebenden voneinander Abschied zu nehmen („Io t’abbraccio“).

Dritter Akt

Galerie im Palast. (1) Unulfo und Eduige wollen Bertaridos Leben retten. Daher überreicht sie ihm den Schlüssel zu einem unterirdischen Geheimgang, welcher den Kerker mit dem Garten verbindet. (2) Grimoaldo ist verwirrt und in seinen Gefühlen hin- und hergerissen. Er weiß nicht, ob er glauben soll, dass es sich bei Rodelindas Geliebtem um Bertarido handelt, und kann sich nicht dafür entscheiden, ihn zu töten, zumal er erkannt hat, dass er damit endgültig Rodelindas Hass ernten würde („Tra sospetti, affetti, e timori“). Garibaldo entgegnet, dass er niemals Frieden finden würde, wenn er nicht genau das tue.

Ein finsterer Kerker. (3) Bertarido schmachtet im Kerker. Da wird ihm durch ein Gitter von ungesehener Hand ein Schwert zugeworfen und er schöpft er Mut. Doch als er in der Dunkelheit jemanden eintreten hört, attackiert er diese Person und verletzt so ungewollt Unulfo, welcher gekommen ist, um den Fluchtplan in die Tat umzusetzen. Trotz seiner Verletzung will Unulfo in erster Linie Bertarido in Sicherheit bringen. Sie hören Leute kommen und fliehen in Eile. (4) Unglücklicherweise sind die Neuankömmlinge Eduige, Rodelinda und Flavio. Sie entdecken Bertaridos blutverschmierte Kleider und befürchten das Schlimmste. Rodelinda ist am Boden zerstört („Se’l mio duol non è sí forte“).

Königlicher Garten. (5) Im Garten angekommen, verlässt Unulfo Bertarido, um Eduige, Rodelinda und Flavio zu suchen. Bertarido versteckt sich. (6) Grimoaldo kommt in den Garten, heimgesucht von Eifersucht, Wut, Liebe und Reue, und dem Wahnsinn nahe. Er sehnt sich danach, endlich Frieden zu finden, und mithilfe der Vorstellung, nur ein armer Schafhirte zu sein, gelingt es ihm schließlich einzuschlafen („Pastorello d’un povero armento“). (7) Garibaldo nähert sich dem schlafenden König und nimmt dessen Schwert, in der Absicht ihn zu ermorden. (8) Doch Bertarido ist schneller, attackiert Garibaldo, streckt ihn nieder und rettet so Grimoaldo das Leben. Rodelinda und Flavio eilen herbei, ebenso Soldaten. Bertarido gibt Grimoaldo seine Waffe zurück und fordert ihn auf, ihn umzubringen. (9) Nachdem der völlig entgeisterte Grimoaldo auch von Unulfos und Eduiges Beteiligung an Bertaridos Flucht gehört hat, vergibt er seinem Lebensretter und allen anderen. Er bietet nun Eduige seine Hand und den Thron von Pavia an, während er Mailand seinen rechtmäßigen Herrscher Bertarido zurückgibt. So sind am Ende Rodelinda, Bertarido und Flavio wieder vereint. Alle besingen ihr Glück und den Sieg der Tugend.

Musik

 
Georg Friedrich Händel, um 1727. Ölgemälde von Balthasar Denner, National Portrait Gallery, London

Händels Rodelinda wurde in der Literatur seit Burney immer schon und einstimmig gelobt. Dabei ergibt sich die besonders überzeugende Wirkung (vorausgesetzt auch Ausführung und Inszenierung (!) sind angemessen) auch aus dem Zusammenspiel des wirklich guten Librettos mit Händels Musik. In Mark Audus’ Worten haben „die vielen Vorzüge des Librettos (…) Händel zu einer Komposition von großer Mannigfaltigkeit und Originalität angespornt, was die Wirklichkeitsnähe und Glaubwürdigkeit der dramatischen Situationen in der Oper wiederum erhöhte.“ Besonders hervorgehoben wurde immer wieder die gelungene Charakterzeichnung der Personen, so fand beispielsweise Friedrich Chrysander viele der Arien „… als Charakterbilder denen im Julius Caesar ähnlich, musikalisch aber von noch größerem Werte. Rodelinda ist überhaupt eine seiner vollkommensten Opern.“ Es gibt durchaus Qualitätsunterschiede zwischen den Arien, von denen einige als Einzelstücke rein musikalisch gesehen eher mäßig sind (z. B. Bertaridos „Confusa si miri“ (Nr. 14) oder Eduiges „Quanto più fiera tempesta“ (Nr. 26)), aber innerhalb des Dramas angemessen und wirkungsvoll. In diesem Kontext ist es zu verstehen, wenn Winton Dean etwas differenzierter äußerte, dass die Musik z. B. im Vergleich mit dem inhaltlich ähnlichen Radamisto zwar „nicht einfallsreicher“ sei, aber „die Charakterisierung, besonders von Rodelinda und Grimoaldo, viel feiner“.

Bezüglich des ursprünglich für Francesco Borosini geschriebenen Parts des Grimoaldo ist allgemein zu sagen, dass er, ebenso wie Bajazet in der Vorgängeroper Tamerlano, zu den ganz seltenen bedeutenden Tenorrollen in Händels Opern gehört – von denen viele ganz ohne Tenor auskommen –, und dass dies auch zur Beliebtheit der Oper auf der modernen Opernbühne des 20. und 21. Jahrhunderts beigetragen haben mag.

Innerhalb des Rahmens der Konventionen der Opera seria ist die Musik formal einfallsreich gestaltet und keineswegs nur eine „stete Abfolge von Da-Capo-Arien“. Dabei spielt unter anderem Händels inspirierter und teilweise unkonventioneller Umgang mit den insgesamt fünf Accompagnato-Rezitativen eine wichtige Rolle. Ungewöhnlich ist beispielsweise, dass zwei dieser Accompagnati nicht einer Arie vorausgehen, sondern umgekehrt einer Arie folgen und dann zu einem Secco-Rezitativ überleiten, und zwar in der Szene von Rodelindas Totenklage (Akt I, Nr. 8–9) und in Bertaridos Gefängnisszene (Akt III, Nr. 28–29).

Auch die Wahl der Tonarten und ihre Abfolge ist gekonnt gewählt, wobei die Wirkung der Musik teilweise durch starke Kontraste betont wird. Insgesamt sind Dur- und Moll-Tonarten relativ ausgewogen, mit einem leichten Übergewicht von Dur: In der ursprünglichen Fassung vom Februar 1725 stehen 16 Nummern (einschließlich Ouverture, ohne Accompagnati) in Dur und 15 in Moll; zählt man dazu die später dazu komponierte, beliebte Arie „Vivi tiranno“ für Bertarido und das Schlussduett „D’ogni crudel martir“ (Nr. 34b) sind es 18 Dur-Nummern.

Die einleitende französische Ouverture steht in der von Händel sonst eher selten verwendeten, festlichen und optimistischen Tonart C-Dur, und wird durch ein liebliches Menuett ergänzt.

 
Beginn von Rodelindas „Ombre, piante“ (Nr. 8). Druck von J. Cluer (London, 1725)

Die Titelrolle der Rodelinda komponierte Händel als wahre Glanzrolle für Francesca Cuzzoni, die hier nicht nur ihre große Stärke in rührenden Gesängen, sondern eine weit gefächerte Ausdruckspalette in einem sehr überzeugenden und bewegenden Porträt einer klugen und starken Frau von großer emotionaler Tiefe zeigen konnte. Allein diese Partie als Ganzes kann als ein Höhepunkt der Charakterisierungskunst in Händels Schaffen angesehen werden. Dean bezeichnete sie als „eine der beeindruckendsten Opernheroinen“. Sie hat acht Dacapo-Arien, ein Accompagnato und ein (bzw. zwei) Duett(e) mit Bertarido. Ihre Auftrittsarie „Ho perduto il caro sposo“ ist ein schlichtes, aber sehr expressives sarabanden-artiges Lamento, in dem sie den (scheinbaren) Tod ihres Mannes beklagt; die Wirkung des Stückes wird durch den abrupten Wechsel vom C-Dur der Ouverture zur Varianttonart in c-moll erhöht. Einen deutlichen, aber nicht zu starken Kontrast dazu bildet ihre zweite Arie, „L’empio rigor del fato“ (Nr. 2), ein ausgesprochen dramatisches Allegro in g-moll, wo sie ihren Zorn auf Grimoaldo in langen absteigenden Skalen hinabschleudert. Beide Arien werden nur durch einen kurzen Dialog in Seccorezitativen mit Grimoaldo voneinander getrennt, und die Szene als Ganzes kann als eine frühe Form der Abfolge Aria-Cabaletta angesehen werden, wie sie im späteren Belcanto üblich war. Ihr nächster Auftritt am Grabmahl Bertaridos mit der Arie „Ombre, piante“ (Nr. 8) ist bereits einer der Höhepunkte der Oper: Ein edler Trauergesang in h-moll, der in seiner Intensität eine Steigerung der Auftrittsarie darstellt. Dies wird unter anderem durch die einleitenden, kurzen seufzerartigen Phrasen und die Instrumentierung mit Traversflöte und streckenweise auch Solovioline erreicht. Ungewöhnlicherweise mündet die Arie in das Accompagnato „Ombra del mio bel sol“ (Nr. 9), in dem Rodelinda in direkte Zwiesprache mit Bertaridos Seele tritt, das aber durch Seccorezitative des lebenden Bertarido mit Unulfo (im Versteck) unter- und schließlich abgebrochen wird. Nach dem Zwiegespräch mit Garibaldo im Secco-Rezitativ folgt mit dem Allegro „Morrai sì, l’empia tua testa“ (Nr. 10) wieder eine Art wütende „Cabaletta“, die aber diesmal durch das helle E-Dur und die rhythmisch prägnanten Koloraturen eindeutig ironisch gefärbt ist, da sie ihm klar macht, dass seine Rechnung nicht aufgeht und er mit der Todesstrafe rechnen muss, wenn sie (wieder) Königin wird. Schon Chrysander sah das Ganze (Nr. 8, 9, 10) als eine „außerordentliche Scene“.

Rodelindas nächste Arie „Spietati, io vi giurai“ (Akt II, Nr. 16), mit der sie Grimoaldos Heiratsantrag ablehnt, ist ein B-Dur-Allegro, das durch den realistisch-dramatischen Ausruf („Spietati“) zu Beginn, das darauf folgende punktierte Motiv und eine fülligere Orchestrierung eine königliche Würde ausstrahlt und gleichzeitig wiederum eine ironische Färbung besitzt, besonders deutlich in den Soli der Oboen und Soloviolinen, die geradezu wie ein lachender Kommentar wirken – immerhin hat sie durchschaut, dass Grimoaldo nicht in der Lage wäre, ihren Sohn vor ihren Augen zu ermorden.

 
Beginn von Rodelindas & Bertaridos Duett „Io t’abbraccio“ (Nr. 24a). Druck von J. Cluer (London, 1725)

Ein Höhepunkt an Schönheit ist Rodelindas überaus rührendes „Ritorna, oh caro e dolce mio tesoro!“ (Nr. 22), in dem sie eine Mischung aus Freude, Sehnsucht und Angst mithilfe von Seufzer-Ketten und Vorhalten über einem wiegenden 12/8-Rhythmus ausdrückt. Auch das berühmte Fis-Moll-Duett „Io t’abbraccio“ (Nr. 24a) am Ende des zweiten Aktes, in dem Rodelinda und Bertarido kurz nach ihrer Vereinigung mit sich imitierenden Stimmen voneinander Abschied nehmen müssen, ist an emotionaler Tiefe und Schönheit kaum zu überbieten.

Rodelindas Arie „Se’l mio duol“ (Nr. 30a) im dritten Akt zeigt sie noch einmal in tiefster Verzweiflung, als sie den Kerker leer vorgefunden hat und Bertarido wieder für tot hält. Die Arie steht in der typischen Todestonart f-moll und die Begleitung wird von klagenden, absteigenden Figuren und Linien der Blockflöten und Fagotte durchzogen. Das sympathische Porträt findet schließlich durch ihre letzte Arie „Mio caro bene! Caro! Caro!“ (Nr. 34a), ein Allegro in G-Dur mit getupften Staccati, Koloraturen und Intervallsprüngen, eine im wahrsten Sinne glückliche Abrundung.

Die ursprünglich für Senesino komponierte Partie des Bertarido hat fünf (bzw. sechs) Arien, ein „Arioso“ (Nr. 28), drei Accompagnati sowie das (die) Duett(e) mit Rodelinda. Sein erster Auftritt, das Accompagnato „Pompe vane di morte“ (Nr. 6) wird durch eine Sinfonia in g-moll von feierlich-königlichem und zugleich tragischem Charakter eingeleitet, die eine perfekte Darstellung der ersten Worte darstellt. Ein kleines interessantes Detail im exqisiten, weit modulierenden Accompagnato ist das Abbrechen der Begleitung, als Bertarido seine eigene Grabinschrift liest. Dem folgt das sehr schlichte, liedhafte Largo „Dove sei“ (Nr. 7), überraschenderweise in der hellen, lieblichen Tonart E-Dur. Händel feilte lange am Übergang von Accompagnato zur Arie und entschied sich schließlich für eine direkte Verbindung, indem das erste Wort der Arie („Dove“ = Wo) am Ende des Rezitatives erklingt, noch vor einem kurzen viertaktigen Vorspiel. In dieser Form hat Chrysander diese Szene in seine Erstausgabe (1876) übernommen, aber – mit Ausnahme der Hamburger Partitur von 1734 – erscheint sie in keiner der zeitgenössischen Quellen, die alle eine frühere Variante mit achttaktigem Vorspiel und meist ohne die überleitenden Worte Dove sei? wiedergeben. Die Arie allein wurde sehr populär und sowohl zu Händels Zeit, als auch später mit anderen Texten unterlegt; sie verliert jedoch einiges von ihrer Wirkung, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen wird.

 
Echos in Bertaridos Arie „Con rauco mormorio“ (Nr. 20). Druck von J. Cluer (London, 1725)

Auch Bertaridos nächster, den ersten Akt beschließende Auftritt ist eine Scena aus einem kurzen dramatischen Accompagnato mit Arie („Si, l’infida consorte ...Confusa si miri“, Nr. 13–14). Seine Verbitterung wird durch herbe Unisono-Passagen, die melancholische Tonart h-moll und stellenweise mit „neapolitanischen“ Chromatismen ausgedrückt. Ein Höhepunkt der Oper ist Bertaridos „Con rauco mormorio“ im zweiten Akt (Nr. 20), eine raffiniert orchestrierte Naturschilderung in Es-Dur, mit Fagotten im A-Teil sowie Block- und Traversflöten gleichzeitig im B-Teil, pastoralen Bordun-Bässen und Echos in verschiedenen Instrumentengruppen im B-Teil. Ein dramaturgisch realistischer „Coup“ ist die kurze Unterbrechung, als Eduige ihren Bruder erkennt und vor dem Dacapo kurz im Secco-Rezitativ hinein-„spricht“. Auch hier folgt nach Secco-Rezitativen eine Art „Cabaletta“ mit dem Allegro „Scacciata dal suo nido“ (Nr. 21), einer besonders aparten, sehr diskret mit Continuo und meist all’ottava geführten Violinen instrumentierte Vogelarie in der Variant-Tonart c-moll, in der Bertarido sich mit einer Schwalbe vergleicht, die aus ihrem Nest verjagt wurde.

Die Kerkerszene im dritten Akt ist ein weiterer Beweis für Händels Fähigkeiten dramatisch angemessener musikalischer Darstellung. Sie beginnt mit Bertaridos verzweifeltem Arioso „Chi di voi fu più infedele“ (Nr. 28) in der von Händel auch für andere Gefängnisszenen verwendeten sehr düsteren Tonart b-moll. Für Charles Burney war dies „eine der prächtigsten pathetischen Arien, die in seinem Gesamtwerk zu finden sind […] Die Arie ist ergreifend gemacht durch eine neue und eigentümliche Modulation, sowie die allgemeine Formgebung der Melodie“. Das Arioso bricht mitten im Dacapo plötzlich ab, als das Schwert in den Kerker fällt, und mündet in ein dramatisches Accompagnato-Rezitativ (Nr. 29), in dem in kurzer Folge mittels von Modulationen und verschiedener Motive in der Begleitung seine Gefühle und Gedanken ausgedrückt werden bis hin zu dem Moment, als er Unulfo verletzt. Dann wechselt die Musik zum Secco-Rezitativ, Bertarido und Unulfo fliehen und Rodelinda kommt mit Edige. Es folgt als abschließender Höhepunkt die bereits erwähnte Verzweiflungs-Arie Rodelindas „Se’l mio duol“ (Nr. 30).

In den letzten zwei Arien Bertaridos konnte Senesino seine technischen Fähigkeiten und die Pracht seiner Alt-Stimme demonstrieren: „Se fiera belva“ (Nr. 31) ist eine virtuose, koloraturen-gespickte Bravourarie in C-Dur mit Klopfbässen im damals modernsten galanten Stil, nur von Streichern begleitet, und das nachkomponierte „Vivi, tiranno“ (Nr. 34) eine dramatische Heldenarie in B-Dur mit virtuosen Oboen-Passagen über drohenden Streicher-Unisoni.

Der für die Handlung bedeutende Part des machtgierigen, skrupellosen und falschen Intriganten Garibaldo ist recht traditionell mit einem Bass besetzt – ursprünglich Giuseppe Maria Boschi – und musikalisch eine kleine Nebenrolle, mit nur zwei Arien (Nr. 5 und 18). Beide stehen in düsteren Moll-Tonarten (c-moll und d-moll), bringen viele Unisono-Passagen und zeichnen ein eindimensionales Bild purer und unerbittlicher Bosheit. Die interessantere ist „Di Cupido“ (5), wo Händel in die karge Streicherbegleitung stellenweise Fagott-Linien eingewebt hat.

 
Beginn von Grimoaldos „Tra sospetti, affetti e timori“ (Nr. 27). Druck von J. Cluer (London, 1725)

Der Tenorpart des Grimoaldo ist die dritte Hauptrolle und ein interessantes Porträt eines unrechtmäßig an die Macht gekommenen, durch den bösen Garibaldo beeinflussten Tyrannen, hinter dem sich aber ein verletzlicher Mensch mit Gewissen, Gefühlen und Sehnsüchten verbirgt. Das stellt schon die erste seiner sechs sehr unterschiedlichen Arien, „Io già t’amai“ (Nr. 3) klar, wo er Eduige erklärt, dass seine frühere Liebe zu ihr erkaltet ist, weil sie ihn immer ablehnte. Anders als für den auf Moll-Tonarten beschränkten Charakter des Garibaldo wählte Händel für diese erste Arie Grimoaldos B-Dur und einen kontrapunktischen Stil, der stolz, aber auch edel wirkt; die Stimme ist dazu lyrisch schön gesetzt. Seine nächste Arie „Se per te giungo a godere“ (Nr. 11), nachdem Garibaldo ihm mitgeteilt hat, dass Rodelinda seinen Heiratsantrag annehme, ist ein Ausbruch schierer Freude in einem tänzelnden F-Dur-Allegro voller Koloraturen in Triolenbewegung. Völlig unerwartet erscheint Grimoaldos Reaktion nach Rodelindas „Ultimatum“, als er zwar erkennt, dass er die Hoffnung auf ihre Liebe wird aufgeben müssen, aber mit „Prigioniera ho l’alma in pena“ (Akt II, Nr. 17) eine Arie in A-Dur von geradezu seliger Lieblichkeit und Verliebtheit singt, die an Lyrismus kaum zu überbieten ist. Der Kontrast zur Bosheit von Garibaldos folgender Nummer „Tirannia gli diede il regno“ (Nr. 18) ist evident. Erst seine vierte Solo-Nummer „Tuo drudo è mio rivale“ gegen Ende des zweiten Aktes (Nr. 23), nachdem er Rodelinda mit Bertarido erwischt hat, zeigt Grimoaldo in einer konventionelleren Pose als tobender Tyrann: Ein wiederum koloraturenreicher Wutausbruch, zum ersten Mal in Moll, wobei die Stimme streckenweise Unisono mit den Bässen geführt wird.

 
Beginn von Grimoaldos „Pastorello…“ (Nr. 33a). Druck von J. Cluer (London, 1725)

Im dritten Akt schließlich gerät Grimoaldo in eine eigentlich von vornherein absehbare Seelenkrise. Bereits in dem A-moll-Allegro „Tra sospetti, affetti, e timori“ (Nr. 27) zeichnet Händel ein beeindruckendes Bild eines innerlich von verschiedenen Gefühlen und Gedanken aufgewühlten und hin- und hergerissenen Menschen. Dabei wetteifert die Tenorstimme mit einer virtuosen Violinbegleitung, in die teilweise chromatisch aufsteigende Linien eingewebt sind. Der Höhe- und Endpunkt von Grimoaldos Part ist schließlich seine letzte große Scena mit dem einleitenden Accompagnato „Fatto inferno è il mio petto“ (Nr. 32). Dieses ist eins der (ein- und) ausdrucksvollsten Beispiele seiner Art, mit einem ersten Teil, der Grimoaldos innere Hölle malt und ihn am Rande des Wahnsinns zeigt, während der zweite Teil mithilfe sanft wiegender, wellenartiger Figurationen in der Begleitung seine Sehnsucht nach Ruhe und Frieden darstellt und am Ende folgerichtig in die liebliche E-moll-Siciliana „Pastorello d’un povero armento“ (Nr. 33a) mündet, die zugleich ein „Schlaflied“ ist. Vor allem dieses Stück dürfte Winton Dean zu dem Bonmot von Grimoaldo als „Schaf im Wolfspelz“ („a sheep in wolf's clothing“) angeregt haben.

Die beiden Nebenrollen von Eduige und Unulfo haben beide wichtige Funktionen innerhalb des Dramas und sind glaubwürdig charakterisiert, sie haben jeweils drei Dacapo-Arien. Unulfo ist das genaue Gegenteil von Garibaldo – ein rein guter, liebenswerter, treuer Mensch und Freund – und genauso lingt auch seine Musik. Seine erste Arie „Sono i colpi della sorte“ (Nr. 12) existiert in zwei völlig verschiedenen Versionen: die erste für Andrea Pacini ist ein koloraturenreiches Bravourstück in strahlendem D-Dur, während die zweite, für Antonio Baldi nachkomponierte, ein eher melancholisch, nachdenklich gefärbtes Stück in e-moll ist, bei dem die lyrisch geführte Alt-Stimme in eine kontrapunktisch schön bewegte Begleitung eingebettet ist. Die beiden anderen Arien haben beide einen heiteren, lieblichen Charakter.

Eduige ist ein komplexerer Charakter: Nach der Verletzung durch Grimoaldos Zurückweisung gibt sie sich bis zum Beginn des zweiten Aktes – offenbar nicht ganz ernst zu nehmenden – Rachegefühlen hin und lässt sich sogar mit Garibaldo ein; entsprechend sind ihre beide ersten Soli (Nr. 4 und 15) dramatische Rachearien, die eine beachtliche Koloraturfähigkeit erfordern. Nach der Begegnung mit ihrem Bruder widmet sie sich seiner Rettung, und in ihrer letzten Arie „Quanto più fiera tempesta“ (Nr. 26) zeigt sie sich von einer weicheren, hoffnungsfrohen Seite.

Nachkomponiert – und nicht immer aufgeführt – ist auch das sehr schöne, fröhliche Duett „D’ogni crudel martir“ (Nr. 34b) für das Liebespaar, das ohne Überleitung direkt in den tänzerischen Schlusschor (Nr. 35) in derselben Tonart F-Dur übergeht; nur dieses eine Mal in der Oper, d. h. im Chor, werden Hörner im Orchester verlangt.

Orchester

Zwei Blockflöten, Traversflöte, zwei Oboen, Fagott, zwei Hörner, Streicher, Basso continuo (Violoncello, Erzlaute oder Theorbe, 2 Cembali).

Struktur der Oper

Ouverture. – Menuet. (2 Ob, Fg, Str, BC)

Erster Akt

Scena I 1. Aria. Rodelinda (Str, BC) Ho perduto il caro sposo
Recitativo. Grimoaldo, Rodelinda Regina? Grimoaldo
2. Aria. Rodelinda (2 Vl, BC) L’empio rigor del fato
Scena II Recitativo. Grimoaldo, Garibaldo Duca, vedesti mai
Scena III Recitativo. Eduige, Grimoaldo E tanto da che sei Re
3. Aria. Grimoaldo (2 Ob, Fg, Str, BC) Io già t’amai
Scena IV Recitativo. Eduige, Garibaldo E tu dice d’amarmi?
4. Aria. Eduige (2 Ob, Str, BC) Lo farò, dirò spietato
Scena V Recitativo. Garibaldo Eduige, t’inganni
5. Aria. Garibaldo (Fg, 2 Vl, BC) Di Cupido impiego i vani
Scena VI 6. Sinfonia e Recitativo accompagnato. Bertarido (2 Ob, Str, BC) Pompe vane di morte
7. Aria. Bertarido (Str, BC) Dove sei? amato bene!
Recitativo. Bertarido, Unulfo Ma giunge Unulfo: oh Dio! deh! mio fedel
Scena VII 8. Aria. Rodelinda (Fl, Str, BC) Ombre, piante, urne funeste!
9. Recitativo accompagnato. Rodelinda, Bertarido, Unulfo (Str, BC) Ombra del mio bel sol
Scena VIII Recitativo. Garibaldo, Bertarido, Unulfo, Rodelinda Baci inutili e vani
10. Aria. Rodelinda (2 Vl, BC) Morrai sì, l’empia tua testa
Scena IX Recitativo. Grimoaldo, Garibaldo E ben, Duca, poss’io all ardor del cor mio
11. Aria. Grimoaldo (2 Vl, BC) Se per te giungo a godere
Scena X Recitativo. Bertarido, Unulfo Unulfo, oh Dio!
12a. Aria. Unulfo (Str, BC) Sono i colpi della sorte
Scena XI 13. Recitativo accompagnato. Bertarido (Str, BC) Si, l’infida consorte
14. Aria. Bertarido (2 Vl, BC) Confusa si miri l’infida consorte

Zweiter Akt

Scena I Recitativo. Garibaldo, Eduige Gia perdesti, oh Signora, il nome di Regina
Scena II Recitativo. Eduige, Rodelinda Rodelinda, si mesta ritorni
15. Aria. Eduige (Str, BC) De’ miei scherni per far le vendette
Scena III Recitativo. Grimoaldo, Rodelinda, Unulfo, Garibaldo Rodelinda, è pur ver?
16. Aria. Rodelinda (2 Ob, Str, BC) Spietati, io vi giurai
Scena IV Recitativo. Grimoaldo, Unulfo, Garibaldo Unulfo, Garibaldo
17. Aria. Grimoaldo (Str, BC) Prigioniera ho l’alma in pena
Recitativo. Unulfo, Garibaldo Non pensi quell’altera
18. Aria. Garibaldo (2 Vl, BC) Tirannia gli diede il regno
Recitativo. Unulfo Si, fellon t’intendo
19. Aria. Unulfo (2 Ob, Str, BC) Fra tempeste funeste a quest’alma
Scena V 20. Aria e Recitativo. Bertarido, Eduige (2 BlFl, Fl, Fg, Str, BC) Con rauco mormorio piangono
Recitativo. Eduige, Bertarido, Unulfo Ah, no, che non m’inganna
21. Aria. Bertarido (2 Vl, BC) Scacciata dal suo nido
Scena VI Recitativo. Rodelinda, Unulfo Vive il mio sposo?
22. Aria. Rodelinda (Str, BC) Ritorna, oh caro e dolce mio tesoro!
Scena VII Recitativo. Rodelinda, Bertarido, Grimoaldo Ah! sì, ecco lo sposo
23a. Aria. Grimoaldo (Str, BC) Tuo drudo è mio rivale
Recitativo. Rodelinda, Bertarido Non ti basto, consorte
24a. Duetto. Rodelinda, Bertarido (2 Vl, BC) Io t’abbraccio, e piu che morte aspro e forte

Dritter Akt

Scena I Recitativo. Eduige, Unulfo Del german nel periglio
25. Aria. Unulfo (2 BlFl, Fg, Str, BC) Un zeffiro spirò
Recitativo. Eduige Con opra giusta
26. Aria. Eduige (2 Vl, BC) Quanto più fiera tempesta freme
Scena II Recitativo. Garibaldo, Grimoaldo Oh, falso è Bertarido
27. Aria. Grimoaldo (2 Vl, BC) Tra sospetti, affetti, e timori
Scena III 28. Arioso. Bertarido (2 Vl, BC) Chi di voi fu più infedele
29. Recitativo accompagnato. Bertarido, Unulfo (Str, BC) Ma non che so dal remoto balcon
Scena IV Recitativo. Eduige, Rodelinda Non temere Signore?
30. Aria. Rodelinda (BlFl, Fg, Str, BC) Se’l mio duol non è si forte
Scena V Recitativo. Bertarido, Unulfo Amico! ah! che a me duole
31. Aria. Bertarido (Str, BC) Se fiera belva ha cinto
Scena VI 32. Recitativo accompagnato. Grimoaldo (Str, BC) Fatto inferno è il mio petto
33a. Aria. Grimoaldo (Str, BC) Pastorello d’un povero armento
Scena VII Recitativo. Garibaldo, Grimoaldo Che miro? amica sorte
Scena VIII Recitativo. Bertarido, Grimoaldo, Rodelinda Tu morrai, traditor!
(34.) Aria. Bertarido (2 Ob, Str, BC) Vivi tiranno io t’o scampato
Scena IX Recitativo. Unulfo, Eduige, Grimoaldo, Bertarido, Rodelinda Eccoti innanzi il Reo
34a. Aria. Rodelinda (2 Ob, Str, BC) Mio caro bene! Caro! non ho piu affanni
(34b.) Duetto. Rodelinda, Bertarido (2 Ob, 2 Vl, BC) D’ogni crudel martir il torbido pensier
35. Coro. (2 Ob, 2 Hr, Str, BC) Dopo la notte oscura più lucido, più chiaro

Reaktionen

Ein unbekannter Italiener berichtete über die Vorstellung am 30. März 1725:

“Adi 31 Marzo siamo stati all’opera in musica Italiana composta di 6 Personaggi. Cioè Senesino, Paccini, Borosini, Boschi, Cuzzoni, e Dotti. Li più piacciuti è con tutta giustizia veramente sono Senesino, e La Cuzzoni. Il Teatro è particolare, mentre vi sono pochi palchi cioè proscenij, e degl’altri alli fianchi; in faccia vi sono tre gran Loggie, capaci di moltissime Persone, e la Platea ancora per esser a’ guisa d’Anfiteatro, e da’pertutto stanno huomini e donne mescolati assieme; nel Palco a’ mano sinistra vicino al Proscenio vi và il Re che è un Signor benigno d’Aria dolce e allegro, haveva un abito scuro ricamato d’oro.”

„Am 31. März waren wir in der italienischen Oper, in der 6 Darsteller auftraten, nämlich Senesino, Paccini, Borosini, Boschi, Cuzzoni und Dotti. Senesino und die Cuzzoni gefielen berechtigterweise am besten. Das Theater ist ungewöhnlich: Während es nur ein paar Bühnenlogen gibt und andere entlang der Seiten, befinden sich gegenüber von diesen drei große Galerien, die sehr viele Menschen aufnehmen können. Auch das Parkett hat die Form eines Amphitheaters und überall sind Männer und Frauen vermischt. Der König, ein freundlicher Mann mit einem angenehmen und heiteren Wesen, saß in der Loge, die auf der linken Seite in der Nähe des Proszeniums liegt. Er trug dunkle, mit goldenen Stickereien verzierte Kleider.“

– Ein Italiener: Tagebuch einer Europareise in der Zeit von 1724/25.

Charles Burney beurteilt Rodelinda als eine Oper,

“[…] which contains such a number of capital and pleasing airs, as entitles it to one of the first places among Handel’s dramatic productions.”

„[…] welche eine beträchtliche Anzahl an ausgezeichneten und gefälligen Arien enthält, dass sie einen der vordersten Plätze in Händels dramatischen Werken einnimmt.“

– Charles Burney: A General History of Music. London 1789.

Winton Dean hielt das Libretto zu Rodelinda für

“… one of the best Handel ever set. The main lines of the plot are clear, the characters for the most part credible, consistent, and firmly drawn. There are plenty of strong situations arising from the separation of husband and wife; their enemies, the vacillating Grimoaldo and cynical Garibaldo, are nicely contrasted. As in many Baroque operas, the plotting and counter-plotting, complex on paper, become perfectly clear in the theatre.”

„… eins der besten, die Händel je vertont hat. Die Hauptstränge der Handlung sind klar, die Figuren größtenteils glaubwürdig, konsistent und klar gezeichnet. Es gibt viele starke Situationen, die sich aus der Trennung von Mann und Frau ergeben; ihre Feinde, der schwankende Grimoaldo und der zynische Garibaldo, stehen in einem schönen Kontrast zueinander. … Wie in vielen Barockopern werden die auf dem Papier komplizierten Intrigen und Gegenintrigen im Theater vollkommen klar.“

– Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741.

Aufnahmen (Auswahl)

Schallplatte, CD

  • Hänssler Classics CD 93.032 (1938): Cäcilie Reich (Rodelinda), Gerhard Hüsch (Bertarido), Fritz Krauss (Grimoaldo), Emma Mayer (Eduige), Hans Ducrue (Garibaldo)
    Orchester des Reichssenders Stuttgart; Dir. Carl Leonhardt (98 min)
  • HRE 355-3 (1959): Joan Sutherland (Rodelinda), Margreta Elkins (Bertarido), Alfred Hallett (Grimoaldo), Janet Baker (Eduige), Patricia Kern (Unulfo), Raimund Herincx (Garibaldo)
    Philomusica Orchestra; Dir. Charles Farncombe (Live-Mitschnitt, englisch, 134 min)
  • Bella Voce BLV 107.206 (1973): Joan Sutherland (Rodelinda), Huguette Tourangeau (Bertarido), Eric Tappy (Grimoaldo), Margreta Elkins (Eduige), Cora Canne-Meijer (Unulfo), Piet van den Berg (Garibaldo)
    Nederlands Kamerorkest; Dir. Richard Bonynge
  • Harmonia Mundi 77192 (1990): Barbara Schlick (Rodelinda), David Cordier (Bertarido), Christoph Prégardien (Grimoaldo), Claudia Schubert (Eduige), Kai Wessel (Unulfo), Gotthold Schwarz (Garibaldo)
    La Stagione Frankfurt; Dir. Michael Schneider
  • Virgin VCT5 45277-2 (1996): Sophie Daneman (Rodelinda), Daniel Taylor (Bertarido), Adrian Thompson (Grimoaldo), Catherine Robbin (Eduige), Robin Blaze (Unulfo), Christopher Purves (Garibaldo)
    Raglan Baroque Players; Dir. Nicholas Kraemer (173 min)
  • Archiv Produktion 00289 477 5391 (2004): Simone Kermes (Rodelinda), Marijana Mijanovic (Bertarido), Steve Davislim (Grimoaldo), Sonia Prina (Eduige), Marie-Nicole Lemieux (Unulfo), Vito Priante (Garibaldo)
    Il complesso barocco; Dir. Alan Curtis (188 min)
  • Linn CKD658 (2021): Lucy Crowe (Rodelinda), Iestyn Davies (Bertarido), Joshua Ellicott (Grimoaldo), Jess Dandy (Eduige), Tim Mead (Unulfo), Brandon Cedel (Garibaldo)
    The English Concert; Dir. Harry Bicket (199 min)

DVD (Video)

  • NVC ARTS 3984-23024-3 (1998): Anna Caterina Antonacci (Rodelinda), Andreas Scholl (Bertarido), Kurt Streit (Grimoaldo), Louise Winter (Eduige), Artur Stefanowitz (Unulfo), Umberto Chiummo (Garibaldo)
    Orchestra of the Age of Enlightenment; Dir. William Christie (DVD, 202 min)
  • Farao Classics D 108 060 (2004): Dorothea Röschmann (Rodelinda), Michael Chance (Bertarido), Paul Nilon (Grimoaldo), Felicity Palmer (Eduige), Christopher Robson (Unulfo), Umberto Chiummo (Garibaldo)
    Bayerisches Staatsorchester; Dir. Ivor Bolton (DVD, 191 min)
  • Decca B0017451-09 (2012): Renée Fleming (Rodelinda), Andreas Scholl (Bertarido), Joseph Kaiser (Grimoaldo), Stephanie Blythe (Eduige), Iestyn Davies (Unulfo), Shenyang (Garibaldo)
    The Metropolitan Opera Orchestra; Dir. Harry Bicket (DVD, 170 min)
  • Erato 9029541988 (2018): Jeanine De Bique (Rodelinda), Tim Mead (Bertarido), Benjamin Hulett (Grimoaldo), Avery Amereau (Eduige), Jakub Józef Orliński (Unulfo), Andrea Mastroni (Garibaldo)
    Le Concert d'Astrée; Dir. Emmanuelle Haïm (DVD, 168 min)
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