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Der Rheinische Übergangsstil ist ein Baustil am Übergang der Romanik zur Gotik im Rheinland. Als Übergangsstil wird allgemein eine Form des spätromanischen Stil

Rheinischer Übergangsstil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
St. Severin, Köln, Apsis des Langchors 1237 geweiht, Rund- und Spitzbögen aus derselben Bauphase

Der Rheinische Übergangsstil ist ein Baustil am Übergang der Romanik zur Gotik im Rheinland. Als Übergangsstil wird allgemein eine Form des spätromanischen Stils in Deutschland bezeichnet, die zunehmend Elemente der französischen Gotik aufgreift, diese Elemente aber vorwiegend dekorativ verwendet, ohne die Baustruktur der französischen gotischen Kathedrale insgesamt zu übernehmen. Die Bauten dieses Stils entstanden am Ende des 12. Jahrhunderts und bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts.

Der Begriff Übergangsstil ist eine Wortprägung des 19. Jahrhunderts, in dem Romanik und Gotik als mittelalterliche Architekturstile definiert wurden.Wilhelm Lübke (1826–1893) schrieb: „Den rheinischen Übergangsstil vertritt am glänzendsten der Limburger Dom.“ Er wusste noch nicht, dass jene Kirche das Ergebnis eines Umbaus einer Basilika aus dem 11. Jahrhundert ab den 1180er Jahren nach dem Vorbild der damals selber noch im Bau befindlichen Kathedrale von Laon ist.

Geschichte

In der mittelalterlichen Baukunst dauert die Stilphase der Romanik bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts, die Gotik beginnt in Frankreich bereits um 1140. In dieser Übergangsphase kam es in der Herrschaftszeit der Staufer im Rheinland zur Vermischung nordfranzösischer Innovationen mit romanischen Formen und mit eigenen Innovationen. Typisch ist die Verbindung romanischer Wandöffnungen mit spitzbogigen Kreuzrippengewölben mit gotischen Rippenprofilen. Zunehmend verwendete man auch in derselben Bauphase romanische und gotische Elemente der Wandgestaltung. Die oft von Gebäudeteil zu Gebäudeteil unterschiedliche Kombination romanischer und gotischer Elemente wird unter dem Begriff rheinischer Übergangsstil zusammengefasst.

In der Gegenüberstellung zu den eleganten Formen der Hochgotik erscheinen manchen Betrachtern Bauteile als romanisch, die der in Deutschland nicht vertretenen ersten Phase der Gotik (bis 1180) an Modernität nicht nachstehen.

Mit der endgültigen Durchsetzung der gotischen Architektur in Deutschland endet der Übergangsstil. Die Vollendung der Kirche St. Kunibert in Köln 1247 und die Grundsteinlegung des Kölner Doms im Jahr darauf, mit dem die Rayonnant-Gotik in Deutschland Einzug hielt, gelten als Grenzmarken zwischen Übergangsstil und Hochgotik im Rheinland. Jedoch entstanden schon vorher Bauten mit deutlich gotischeren Zügen als St. Kunibert; unter anderem zeigen Dekagon und Westbau von St. Gereon in Köln abgesehen von den für den Übergangsstil typischen Fächerfenstern perfekte Frühgotik.

Beispiele

Nachfolgend wird eine Auswahl an Kirchenbauten aufgeführt, die im rheinischen Übergangsstil gebaut wurden:

  • Abteikirche (Offenbach am Glan)
  • Basilika St. Margareta (Düsseldorf-Gerresheim)
  • Bonner Münster
  • Kloster Seligenthal (Sieg)
  • Liebfrauenkirche (Koblenz)
  • Limburger Dom
  • Maria Himmelfahrt (Andernach)
  • Marienkirche (Gelnhausen)
  • Markuskapelle (Altenberg)
  • Münsterkirche (Roermond)
  • Quirinus-Münster (Neuss)
  • Stiftskirche St. Maria Himmelfahrt (Pfaffen-Schwabenheim)
  • Stiftskirche St. Martin und St. Severus (Münstermaifeld)
  • St.-Ludgerus-Kirche (Werden)
  • St. Martin (Linz am Rhein)
  • St. Peter und Paul (Remagen)
  • St. Peter (Sinzig)
  • Teile der Kirche St. Servatius (Siegburg), später hochgotisch umgebaut
  • St. Severinus (Erpel)
  • St. Severus (Boppard)
  • Wallfahrtskirche Fraukirch (Thür)

Siehe auch

  • Romano-Gotik
  • Stilphasen der Gotik in Frankreich und Deutschland
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