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Reiner Füllmich (auch bekannt als Reiner Fuellmich; * 1958 in Bremen) ist ein ehemaliger deutscher Rechtsanwalt und ehemaliger Politiker (Basisdemokratische Par

Reiner Füllmich

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Reiner Füllmich (auch bekannt als Reiner Fuellmich; * 1958 in Bremen) ist ein ehemaliger deutscher Rechtsanwalt und ehemaliger Politiker (Basisdemokratische Partei). Er war eine wichtige Person der Querdenker-Bewegung und verbreitete Verschwörungstheorien und Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie. 2025 wurde Füllmich wegen Untreue zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Am 2. Oktober 2024 ist über sein Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Füllmich ging in Bremen und Farmington Hills, Michigan, zur Schule. Er studierte Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und in Los Angeles. Er promovierte in Göttingen. Ab 1993 bis Februar 2024 unterhielt er eine Kanzlei mit Schwerpunkt Verbraucherschutz in Göttingen. Die Rechtsanwaltskammer Braunschweig hat die Zulassung widerrufen, nachdem Füllmich zuvor wegen Untreuevorwürfen in Untersuchungshaft genommen wurde.

2015 führte Füllmich Verfahren für Mandanten, die sich von der Deutschen Bank bei Immobilienfinanzierungen betrogen fühlten.

Füllmich selbst benutzt oft die Schreibweise Fuellmich für seinen Nachnamen.

Corona-Ausschuss

Während der COVID-19-Pandemie in Deutschland war er einer der vier Gründer des Gremiums Corona-Ausschuss, für das er mit den Rechtsanwälten Viviane Fischer, Justus P. Hoffmann und Antonia Fischer die Gesellschaft Stiftung Corona Ausschuss Vorschalt gUG i.Gr. bildete. In diesem Ausschuss verbreitete er wiederholt Verschwörungsmythen. Seine Kernhypothese war, dass die Pandemie kein gesundheitliches, sondern ein geplantes, kriminelles Projekt sei, um globale Kontrolle auszuüben. Die dort verbreiteten Falschinformationen waren:

  • Corona sei nicht schlimmer als eine Grippe;
  • „PCR-Test-Pandemie“: Füllmich behauptete, die gesamte Pandemie basiere auf falsch positiven Ergebnissen von PCR-Tests, die nicht zur Diagnose von Infektionen geeignet seien.
  • Kritik an Drosten: Er griff den Virologen Christian Drosten scharf an und behauptete fälschlicherweise, dessen PCR-Test-Protokoll sei unwissenschaftlich und maßgeblich für die „falsche“ Pandemie verantwortlich. Insofern sei er persönlich schadenersatzpflichtig.
  • „Corona-Schwindel“ und Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Füllmich sprach von einem „Billionen-Euro-Schwindel“ und bezeichnete die Corona-Maßnahmen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er kündigte Sammelklagen gegen Verantwortliche an, die aber nicht eingereicht wurden.
  • Geplante Kontrolle („Plandemie“): Er verbreitete, dass Pandemie-Maßnahmen (Lockdowns, Impfungen) dazu dienen würden, die Weltbevölkerung zu kontrollieren und zu reduzieren.

Insbesondere behauptete er, der Impfstoff gegen Corona werde 25 Prozent aller Deutschen direkt umbringen, die Regierung plane eine „organisierte Massentötung“. Was die Herrschenden vorhätten, sei schlimmer als der Holocaust.

Füllmich kündigte 2020 eine Schadenersatz-Sammelklage an, die nicht umgesetzt wurde.

Politische Tätigkeiten und Ämter

Für die Bundestagswahl 2021 trat Füllmich für die Basisdemokratische Partei Deutschland als Direktkandidat im Wahlkreis Magdeburg an. (Wahlergebnis: 2.247 Stimmen, 1,4 %) an und war auch führend in der Landesliste Sachsen-Anhalt vertreten. Kurz vor der Wahl ließ er sich sogar zum Kanzlerkandidaten der Partei küren. Das Gesamtergebnis der Partei lag ebenfalls bei 1,4 %.

Obwohl die Basisdemokratische Partei Deutschland Anfang 2021 Vorstandswahlen abgehalten hatten und der Gründungsvorstand durch ein neues Team abgelöst worden war, traten Füllmich und Viviane Fischer im Dezember 2021 zu einer Onlinewahl an und wurden 2022 auf der Parteienwebsite als Vorsitzende (Doppelspitze) geführt. Auch weitere Personen aus Füllmichs Umfeld wurden in diesen Vorstand gewählt. Im Nachhinein wurden diese Wahlen allerdings für ungültig erklärt; gemäß einer Entscheidung des Landgerichts Berlin waren diese Personen „zu keinem Zeitpunkt rechtmäßig als Vorstandsmitglieder im Amt“.

Unabhängig von der grundsätzlichen Rechtmäßigkeit dieses Vorstandes traten im Rahmen der Veruntreuungsvorwürfe innerhalb des Corona-Ausschusses und Klärungsversuchen innerhalb des Parteivorstands Füllmich und weitere Vorstandsmitglieder im September 2022 von ihren Ämtern zurück, so dass nur noch ein Rumpfvorstand unter der verbleibenden Vorsitzenden Viviane Fischer bis zu den nächsten regulären Wahlen verblieb.

Bei der Bundestagswahl 2025 trat Füllmich aus der Untersuchungshaft heraus als parteiloser Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Wuppertal I an und erhielt ca. 1000 Stimmen (0,71 %).

Auf dem Landesparteitag des Landesverbandes Niedersachsen der Basisdemokratischen Partei Deutschland am 28. Februar 2026 wurde Füllmich zum stellvertretenden Vorsitzenden des Landesschiedsgerichts der Partei gewählt.

Prozesse und Verurteilungen

Im Juli 2021 verurteilte das Amtsgericht Göttingen Füllmich wegen Beleidigung.

Im Oktober 2023 wurde Füllmich verhaftet, da er im Verdacht stand, rund 700.000 Euro Spendengelder an den Corona-Ausschuss für private Zwecke verwendet zu haben. Im April 2025 verurteilte ihn das Landgericht Göttingen wegen Untreue zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

Veröffentlichungen

  • Der Tod im Krankenhaus und das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris 1990, ISBN 978-3-631-42700-2
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