| Oskar-von-Miller-Gymnasium München | |
|---|---|
| Oskar-von-Miller-Gymnasium (oberer Gebäudeteil) und Maximiliansgymnasium | |
| Schulform | Sprachliches Gymnasium |
| Schulnummer | 0181 |
| Gründung | 1864 |
| Adresse | Siegfriedstraße 22 80803 München |
| Land | Bayern |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 48° 9′ 53″ N, 11° 35′ 1″ O |
| Träger | staatlich |
| Schüler | 1181 (Schuljahr 2025/26) |
| Lehrkräfte | 89 hauptamtliche (Schuljahr 2025/26) |
| Leitung | Angelika Schneider |
| Website | www.ovmg.de |

Das Oskar-von-Miller-Gymnasium München liegt im Münchner Stadtteil Schwabing in der Nähe der Münchner Freiheit. Das Gymnasium ist neusprachlich ausgerichtet, sieht aber Latein als erste Fremdsprache vor. Das Gebäude ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.
Geschichte der Schule
Gründung und Wanderjahre
Die Schule wurde von König Ludwig II. am 14. Mai 1864 als erste des neuen Typs „Realgymnasium“ in Bayern gegründet. Sie sollte vor allem in den Realien, also den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sowie in modernen Fremdsprachen unterweisen. Zum 1. Oktober desselben Jahres wurde mit 37 Schülern, sechs Professoren und einem Rektor der Unterricht aufgenommen. Die Schüler mussten für die Aufnahme in das vierklassige Realgymnasium die Kenntnisse einer vierjährigen Lateinschule nachweisen. Der Abschluss berechtigte zum Studium an einer technischen Hochschule oder Universität, allerdings ohne die Fächer Theologie, Jurisprudenz und Medizin. Erst ab 1901 können die Absolventen auch Medizin, ab 1911 auch Jura studieren. Im Schuljahr 1874/1875 wurde die Schule sechsklassig, so dass ein Eintritt bereits nach drei Jahren Lateinschule möglich wurde. 1914, im 50. Jahr seines Bestehens, wurde das Realgymnasium neunklassige Vollanstalt und damit dem humanistischen Gymnasium gleichgestellt.
Anfangs war die Schule im städtischen Schulgebäude an der Luisenstraße 3 untergebracht. 1866 zog die Schule in ein umgebautes Wohnhaus an der Ecke Luisen-/Elisenstraße 1. Bereits 1871 folgte ein weiterer Umzug in das Damenstiftsgebäude an der Ludwigstraße 14 gegenüber der Bayerischen Staatsbibliothek. Im selben Bau war zu dieser Zeit auch das Maximiliansgymnasium untergebracht, mit dem das Realgymnasium sich später auch sein Schwabinger Gebäude teilt.
Aus Raumnot wurden ab dem Schuljahr 1905/1906 mehrere Klassen gastweise als Filiale in der Luitpoldkreisrealschule an der Alexandrastraße untergebracht. Diese Zweigstelle der Schule wurde in den folgenden Jahren noch mehrmals verlegt, nämlich in die Baugewerbeschule an der Gabelsbergerstraße 23 und in den Nordflügel des Damenstiftsgebäudes.
Neubau an der Siegfriedstraße
1910–1911 entstand am damaligen Stadtrand innerhalb von 18 Monaten unter der Oberleitung des kgl. Ministerialrats Ludwig Ritter von Stempel der Neubau auf dem Grundstück eines ehemaligen Gestüts. Den Entwurf und die Bauleitung nahm der kgl. Bauamtsassessor Karl Höpfel vor, während die Bauausführung wiederum bei der Firma Hans Grässel lag. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 1,5 Mio. Mark, worin das Maximiliansgymnasium miteinberechnet ist. Die Grundstücksfläche beträgt 12007 m², die Höhe des Turms 48 m.
Am 18. September 1912 wurde das Gebäude in der Siegfriedstraße eröffnet und mit 650 Schülern zog man ein.
Die ersten Jahrzehnte im neuen Gebäude (1912–1945)
Vom Ersten Weltkrieg war das Alte Realgymnasium direkt betroffen. Dazu ein Auszug aus der Jubiläumsfestschrift des Oskar-von-Miller-Gymnasiums von 2014:
„Nur 23 Monate nach der Eröffnung des Realgymnasiums in der Siegfriedstraße musste die Schule teilweise wieder schließen. Am 3. August 1914 bezog das bayrische Militär die Schule und der Pausenhof wurde zum Exerzierplatz. Ein Großteil der Klassen wurde in ein Gebäude an der Klenzestraße und zeitweise in Räume der Universität ausgelagert. Die Situation besserte sich auch in den weiteren Kriegsjahren nicht.“
Die Filiale an der Klenzestraße spaltete sich schließlich von ihrer Mutterschule, dem Alten Realgymnasium, ab und wurde zum Neuen Realgymnasium.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Realgymnasium zu einer „Oberschule“ umgestaltet und verlor damit sein traditionelles Schulprofil, das die Bildungsinhalte Antike, moderne Fremdsprachen und Naturwissenschaften miteinander verband.
Zahlreiche Schüler wurden im Zweiten Weltkrieg zum Militärdienst einberufen, der Rest wurde immer wieder als Erntehelfer oder zur Räumungsarbeiten eingesetzt. Die untersten vier Klassen wurden zur Kinderlandverschickung nach Bernau am Chiemsee, Leoni, Reit im Winkl und Siegsdorf ausgelagert.
Luftangriffe am 13. und 16. Juli 1944 sowie in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1945 beschädigten das Schulgebäude schwer; betroffen sind der Südtrakt mit der Turnhalle und vor allem der Nordtrakt mit den Fachsälen.
Die Nachkriegsjahre (1945–1977)
Mit dem Kriegsende 1945 brach der Unterrichtsbetrieb völlig zusammen und konnte erst am 12. Dezember wieder aufgenommen werden. Die Instandsetzung nach dem Krieg zog sich offiziell bis ins Jahr 1949, tatsächlich konnten alle Räume erst Anfang der 1950er Jahre benutzt werden.
Durch Verordnung vom 22. September 1946 wurde die „Oberschule für Jungen“ wieder abgeschafft und das Realgymnasium in seiner alten Form wiederhergestellt. Im Schuljahr 1958/1959 erreichte die Schülerzahl mit 1092 ihr Maximum.
An den Bauplänen aus dem Jahr 1953 erkennt man, dass zu der Zeit sich sogar Wohnungen im späteren Kunst- und Musiktrakt befunden haben müssen.
Am 6. Mai 1960 wurde im Gebäude eine Rundspruchanlage eingerichtet.
Im Schuljahr 1961/62 lässt sich eine Überbelegung der Schule feststellen, weshalb 3 Klassen in das Maximiliansgymnasium verlegt wurden. Am 7. November desselben Schuljahres entstand an der Stelle der Schulleiterdienstwohnung im 2. OG das „Heimeranzimmer“, ein Studien- und Kolloquiumsraum.
Mittlerweile erreichte das Gebäude wieder einen renovierbedürftigen Zustand, denn es floss seit dem Wiederaufbau kein Geld mehr hinein. Selbst die Kohleheizung im Keller war noch dieselbe, wie sie 1912 eingebaut worden war.
Dies wurde bald zum Verhängnis: Am 27. November 1964 brach ein Schwelbrand aus, der zur Folge hatte, dass zwei Drittel der Turnhalle unbenutzbar wurden, die ohnehin bereits 1000 Schüler zu beherbergen hatte. Die Wiederherstellungsarbeiten dauerten bis ins Schuljahr 1968/69 an.
Am 18. März 1966 wurde das Alte Realgymnasium offiziell nach seinem ehemaligen Schüler Oskar von Miller benannt, der hier 1874 das Abitur abgelegt hatte.
Ende Januar 1973 (24.1.) wurde der Bau einer Turnhalle beschlossen, welche 1975/76 die Turn-/Schwimmhalle an der Morawitzkystraße wurde.
Ab dem Schuljahr 1975/76 wurden auch Mädchen zum Unterricht zugelassen, wonach eine Renovierung vom Schulausschuss der Stadt München genehmigt wurde.
1977–2018
So wurde in den Jahren 1977–1982 eine Großinstandsetzung nach Planung des Architekten Dipl. Ing. Rudolf Koch im gesamten Gebäudekomplex durchgeführt, Bauträger hierbei das Baureferat der Landeshauptstadt München.
Es wurden u. a. folgende Maßnahmen vorgenommen:
Die Dachdeckung wurde erneuert, Putzfassaden und Holzfenster restauriert.
Die Wasser-, Elektro- und Heizungsinstallationen wurden vollständig ausgetauscht, da sie den aktuellen Anforderungen nicht mehr entsprachen.
Einige Zwischenwände und Decken wurden entfernt und neu verbaut.
Außerdem entstanden zusätzliche Räume:
Unter der Turnhalle fand sich Platz für einen Mehrzweckraum, Turngarderoben und Toiletten samt Waschräumen. Ebenso wurden Räume für die lernmittelfreie Bücherei sowie für die Schülerlesebücherei eingerichtet, gleichfalls ein Fotolabor.
Im Erdgeschoss wiederum befanden sich zwei Turnlehrerzimmer, ein Sportgeräteraum, ein Verkaufsschalter sowie zusätzliche Toiletten.
Im 1. OG wurde die Verwaltung neu gruppiert.
Der 2. Stock beherbergte die Zentralbibliothek mit einem Arbeitsraum.
Der 3. wurde durch ein Arztzimmer, Seminarräume und weitere Nebenräume für die Bibliothek ergänzt.
Aus feuerpolizeilichen und Sicherheitsgründen blieb der Turm allerdings unzugänglich.
Am 16. Juni 1983 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden.
Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 32 Mio. DM., davon 17,5 Mio. DM für das Oskar-von-Miller-Gymnasium.
2012 wurde das 100-jährige Bestehen des Gebäudes und 2014 schließlich das 150-jährige Bestehen der Schulform gefeiert. Dabei dürfte das Oskar-von-Miller-Gymnasium mittlerweile das einzige noch seit der Gründung als „Real-Gymnasium“ bestehende Gymnasium sein.
Generalsanierung und Interimszeit (2018–2023)
Im August 2018 wurden erneut Instandsetzungsarbeiten am Bau eingeleitet, die bis zum März 2023 andauerten.
Für Entwurfs- und Ausführungsplanung waren die BPA Braun Architekten Partnerschaft und das Christoph Maas Architekturbüro (beide aus München) zuständig. Dieselben sowie die IBR Ingenieure, München, übernahmen die Bauleitung.
Die Gesamtkosten betrugen 165,36 Mio. Euro, was, im Vergleich zu früheren Kostenbeträgen, die besonders aufwändigen Maßnahmen widerspiegelt:
Zum Einen wurden sowohl das Dachgeschoss als auch der Souterrainbereich ausgebaut. Hierfür wurde das Dachgeschoss umfassend entkernt, zusätzliche Stahlträger und Dachliegefenster eingebaut. Im Souterrainbereich wurden infolge von Spezialtiefbauarbeiten die Fundamente gefestigt. Die Bodenplatte wurde abgesenkt und die Fensteröffnungen ausgeweitet.
Zum Anderen entstanden zwei Sporthallen, die sich in 12 m Tiefe mittig unter dem Pausenhof befinden. Im Pausenhof befindet sich nun ein neuer Erweiterungsbau mit den Fachräumen der Naturwissenschaften.
Anstelle der ehemaligen Turnhalle wurde eine Mensaula eingerichtet.
Außerdem erfolgte eine Sanierung von Brandschutz- und Tragwerksdefiziten.
Die Barrierefreiheit wurde u. a. durch sechs neue Aufzüge optimiert.
Auch die Energieeffizienz stellte einen anspruchsvollen Bereich dar. Die Fenster wurden mit Wärmeschutzglas versehen, während an den Außenwänden von Innen ein spezieller Dämmputz auf mineralischer Basis aufgetragen wurde, der die chemischen Einflüsse möglichst eindämmen soll.
Die Terrazzo- und Parkettböden blieben erhalten, um den Charakter der Schule zu wahren.
Zur besseren Raumakustik wurden die Flure mit Schallabsorbern ausgestattet.
Was den Turm betrifft, so wurde der Dachstuhl saniert sowie das Uhrwerk wieder in Betrieb gesetzt.
Für die gesamte Zeit der Generalinstandsetzung wurde die Schulgemeinschaft des OvMG in ein neu gebautes Interimsgebäude an der Ungererstraße 191 in München verlegt. Ab dem September 2023 konnte der fertig renovierte Bau wieder bezogen werden. Allerdings zogen sich restliche Bauarbeiten noch ein ganzes Schuljahr hin. Im Oktober 2024 wurde das Schulhaus mit einer Feier der Stadt München offiziell wiedereröffnet.
Vereine
Studiengenossenschaft
Die Studiengenossenschaft veranstaltet ein jährliches Treffen ehemaliger Schüler und Lehrer der Schule.
Freunde des OvMG e. V.
Der 1990 gegründete gemeinnützige Förderverein ist Kooperationspartner der Regierung von Oberbayern für die Offene Ganztagsschule und Träger des Förderunterrichts am Gymnasium. Der Verein unterstützt verschiedene Projekte der Schule finanziell (bspw. Elternbeirat, AK-Technik, OvMG-Webseite, Oskar-Kalender, Schülersanitäter).
Bekannte ehemalige Lehrer
- Max Schäfer (1907–1990), Fußballspieler und -trainer
- Dieter Schnebel (1930–2018), Komponist und Hochschullehrer
- Siegfried Reiner (1909–1982), Präsident des Deutschen Basketball-Bundes und Träger des Bundesverdienstkreuzes
Bekannte ehemalige Schülerinnen und Schüler
- Oskar von Miller (1855–1934), Bauingenieur, Begründer des Deutschen Museums in München und Namenspatron der Schule
- Wilhelm Dusch (1871–1927), Heimatdichter und Verfasser eines Spottgedichts auf seine Schule mit dem Titel „O Realgymnasium“.
- Paul Diehl (1886–1976), Gymnasialprofessor, Trickfilmer und Politiker
- August Arnold (1898–1983), Filmregisseur und -produzent (u. a. Karl Valentin) sowie Mitbegründer der ARRI
- Ödön von Horváth (1901–1938), Schriftsteller
- Ernst Heimeran (1902–1955), Autor und Verleger
- Harry Buckwitz (1904–1987), Schauspieler, Regisseur und Intendant
- Otto Freiherr von Feury (1906–1998), Politiker (MdL, MdB) (CSU), Präsident des Bayerischen Bauernverbandes
- Willy Manchot (1907–1985), Chemiker und Industrieller
- Günter Voglsamer (1918–2004), Maler und Präsident der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
- Thomas Holtzmann (1927–2013), Schauspieler
- Herbert Huber (1930–1997), Rechtsanwalt und Mitglied des Bayerischen Landtages (CSU)
- Gebhard Glück (1930–2009), Schuldirektor, Landtagsabgeordneter und Landesminister (Bayern) (CSU)
- Jürgen Weineck (1941–2020), Sportwissenschaftler
- Willy Bogner (* 1942), Skirennfahrer, Filmemacher, Designer
- Helmut Dietl (1944–2015), Regisseur, Autor
- Herwig Paretzke (* 1944), Professor für Strahlenphysik
- Christian Ude (* 1947), Alt-Oberbürgermeister von München (SPD)
- Franz Maget (* 1953), Politiker (SPD)
- Florian Langenscheidt (* 1955), Verleger
- Wolfgang Zwickel (* 1957), evangelischer Theologe
- Holger C. Gotha (* 1960), Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor
- Oliver Herbrich (* 1961), Filmregisseur
- Thomas Riedelsheimer (* 1963), Filmregisseur und Kameramann
- Romuald Karmakar (* 1965), Filmregisseur
- Michael „Bully“ Herbig (* 1968), Medienschaffender
- Per Leo (* 1972), Historiker und Schriftsteller
- Rebekka Reinhard (* 1972), Philosophin und Autorin
- Murmel Clausen (* 1973), Drehbuchautor
- Max von Thun (* 1977), Schauspieler und Moderator
- Kaspar Pflüger, (* 1977), Geschäftsführer Sat-1
- Oska Melina Borcherding (* 1993), Schauspieler
- Alice Merton (* 1993), Popmusikerin
- Jana Alina Tausendfreund (* 1997), Schauspielerin und Synchronsprecherin
- Paulina Rümmelein (* 1998), Schauspielerin und Synchronsprecherin
- Gymnasium in München
- Baudenkmal in Schwabing
- Schulgebäude in München
- Bauwerk in Schwabing
- Bildungseinrichtungsgründung 1864