
Lumumba ist ein alkoholisches Mischgetränk. Es besteht aus heißem oder kaltem Kakao mit einem Schuss Rum, manchmal zusätzlich mit Schlagsahne. Statt Rum kann auch Weinbrand oder Amaretto zugegeben werden. Es wird vermutet, dass das Getränk nach dem kongolesischen Politiker Patrice Lumumba benannt wurde. Über die Angemessenheit der Bezeichnung Lumumba gibt es eine kontroverse Debatte.
Namensherkunft und Debatte
Die Herkunft des Namens des Getränkes ist nicht abschließend geklärt. Zumeist wird vermutet, dass das Getränk nach dem kongolesischen sozialistischen Politiker Patrice Lumumba benannt wurde. Die Journalistin Irene Brickner mutmaßte, dass die schon lange bekannte Mischung aus Kakao und Brandy oder Rum ursprünglich aus rassistischen Gründen umgetauft worden sein könnte. Der Name soll zwischenzeitlich allerdings innerhalb der politischen Linken mit „solidarischem Beiklang“ verbunden worden sein.
Ab 2023 entwickelte sich eine Debatte über die Angemessenheit der Bezeichnung. Artemis Saleh, Koordinatorin für Migrationsforschung der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, merkte an, dass solche und ähnliche Bezeichnungen für braune Speisen eine rassistische Erniedrigung darstellen würden. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Benennung eines Kakaos mit Schuss nach Patrice Lumumba als sarkastische Anspielung auf dessen Ermordung aufgefasst werden könne. Die Tourismusabteilung Frankfurts sprach sich 2024 gegen die Nutzung auf Weihnachtsmärkten aus. Im Dezember 2025 verbot das Stadtmarketing Kassel die Bezeichnung auf dem Weihnachtsmarkt.
Verbreitung
Abweichend ist das Getränk in Norddeutschland und besonders in Nordfriesland sowie in den Niederlanden und Dänemark unter dem Namen Tote Tante (dänisch Død tante) verbreitet. Diese Bezeichnung geht auf eine Legende von der Insel Föhr zurück, nach der die Urne mit der Asche einer in Amerika verstorbenen Föhrerin in einer Kakaokiste auf die Insel zurückgekehrt sein soll.
- Alkoholhaltiges Heißgetränk
- Alkoholhaltiger Cocktail