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Hans Peter „Hansi“ Müller (* 27. Juli 1957 in Stuttgart) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger -funktionär. Als Spieler war er für den VfB St

Hansi Müller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hansi Müller
Hansi Müller (2006)
Personalia
Voller Name Hans Peter Müller
Geburtstag 27. Juli 1957
Geburtsort Stuttgart, Deutschland
Größe 180 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
SV Rot
VfB Stuttgart
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1975–1982 VfB Stuttgart 186 (65)
1982–1984 Inter Mailand 48 0(9)
1984–1985 Calcio Como 14 0(1)
1985–1990 FC Swarovski Tirol 123 (35)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1976–1978 Deutschland Amateure 7 0(3)
1977–1978 Deutschland B 5 0(0)
1978–1983 Deutschland 42 0(5)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Hans Peter „Hansi“ Müller (* 27. Juli 1957 in Stuttgart) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger -funktionär. Als Spieler war er für den VfB Stuttgart, Inter Mailand, Calcio Como und den FC Swarovski Tirol aktiv. Für Deutschland kam er auf 42 Länderspiele und 5 Tore und wurde 1980 Europameister. Von 1999 bis 2001 war er Vorstandsmitglied des VfB Stuttgart, seit Juli 2007 ist er dort Ehrenmitglied und war von 2011 bis 2015 Aufsichtsratsmitglied.

Jugend

Hans Peter Müller wurde am 27. Juli 1957 in Stuttgart geboren. Seine Eltern waren sogenannte „Donauschwaben“, die aus der Region Vojvodina in Jugoslawien stammten und nach dem Zweiten Weltkrieg von dort vertrieben wurden. Er wuchs in Stuttgart-Rot auf und besuchte das Eschbach-Gymnasium im benachbarten Stadtteil Freiberg, an dem er das Abitur ablegte. Mit dem Fußballspielen begann „Hansi“ beim SV Rot, einem von Heimatvertriebenen aus Osteuropa gegründeten Verein. 1970/71 wechselte Müller zum VfB Stuttgart und gewann 1975 mit der von Oskar Hartl trainierten A-Jugend die deutsche Meisterschaft (4:0 gegen den FC Schalke 04).

Vereinskarriere

Hansi Müller (Mitte, sitzend) während einer Autogrammstunde (1982)

Nach dem Bundesliga-Abstieg setzte der VfB Stuttgart aufgrund seiner angespannten wirtschaftlichen Lage verstärkt auf Spieler aus der eigenen Nachwuchsabteilung. Zur Saison 1975/76 rückte auch Hansi Müller in den Profikader auf und debütierte am 21. Spieltag (24. Januar 1976) in der 2. Bundesliga. Wenige Wochen später erzielte er beim 5:0-Derbysieg über die Stuttgarter Kickers sein erstes Pflichtspieltor für den VfB. Unter Trainer Jürgen Sundermann gelang der Mannschaft in der Saison 1976/77 nach zweijähriger Zweitklassigkeit die Rückkehr in die Bundesliga. Der VfB zeichnete sich dabei durch eine offensive Spielweise aus und erzielte 100 Tore. Zu den prägenden Offensivakteuren gehörten Dieter Hoeneß, Ottmar Hitzfeld und Hermann Ohlicher. Müller etablierte sich im Mittelfeld und übernahm die Rolle des torgefährlichen Spielmachers. Durch seine Spielübersicht zählte der filigrane Edeltechniker zu den wichtigen Kreativspielern der Aufstiegsmannschaft. Nach dem Wiederaufstieg etablierte sich der VfB Stuttgart rasch in der Spitzengruppe der Bundesliga (1977/78: Vierter; 1978/79: Vizemeister; 1979/80 und 1980/81: Dritter). Die sportlichen Erfolge lösten eine große Begeisterung aus und machten den Verein zu einer der attraktivsten Mannschaften der Liga. Auch Hansi Müller setzte sich in der höchsten deutschen Spielklasse auf Anhieb durch. Bei seinem Bundesliga-Debüt am 6. August 1977 erzielte er im Südderby gegen den FC Bayern München (3:3) vor 72.000 Zuschauern im ausverkauften Neckarstadion zwei Elfmetertore. Beide Treffer gelangen dem 20-Jährigen gegen Nationaltorhüter Sepp Maier. In seiner Premierensaison 1977/78 war Müller mit 14 Treffern torgefährlichster Spieler des VfB und der „schöne Hansi“ erlangte durch seine Leistungen auch über den Fußball hinaus Bekanntheit. Als einer der jüngsten Bundesligastars seiner Zeit genoss der Frauenschwarm insbesondere bei jungen Fans große Popularität und gehörte zu den ersten Spielern, die den Status eines Teenie-Idols erreichten. Seine wachsende Bekanntheit spiegelte sich unter anderem in mehreren Titelgeschichten und Coverauftritten in der Jugendzeitschrift Bravo wider. Kritiker warfen dem Linksfuß bisweilen „Schönspielerei“ vor. Ende Oktober 1981 erlitt Müller im Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum eine schwere Knieverletzung, die eine Operation erforderlich machte und ihn für mehrere Monate außer Gefecht setzte. Rückblickend bezeichnete er die Verletzung als seinen „Karriereknick“, da er nach eigener Einschätzung nie wieder vollständig an die Form der vorherigen Jahre anknüpfen konnte.

Nach insgesamt zwölf Jahren verließ Müller den VfB Stuttgart und wechselte im Sommer 1982 für eine Ablösesumme von umgerechnet zwei Millionen D-Mark zu Inter Mailand. Die italienische Serie A galt damals als die stärkste Liga der Welt und war für ihre taktische Disziplin sowie ihre herausragende Defensivarbeit bekannt. Bei seinem neuen Verein gelang Müller mit Toren in seinen ersten beiden Pflichtspielen ein vielversprechender Einstand. In den folgenden beiden Jahren konnte er die hohen Erwartungen jedoch nur teilweise erfüllen, da ihn immer wieder Knieprobleme zurückwarfen. Ein besonderer Höhepunkt war der 2:0-Sieg im Stadtderby über die AC Mailand im November 1983, bei dem Müller den Führungstreffer vorbereitete und das zweite Tor selbst erzielte. Im Sommer 1984 verpflichtete Inter Mailand mit Karl-Heinz Rummenigge und Liam Brady zwei ausländische Spieler. Da nach den damaligen Regularien lediglich zwei Ausländer pro Mannschaft spielberechtigt waren, verließ Müller die Nerazzurri und wechselte zum Aufsteiger Como Calcio. Verletzungsbedingt kam er für Como 1984/85 in der Serie A nur 14-mal zum Einsatz.

Dan Corneliusson (links) und Hansi Müller (rechts) als Spieler von Como Calcio

1985 wechselte Müller ablösefrei zum FC Swarovski Tirol nach Österreich und nach seinen von Verletzungen geprägten Jahren in Italien, blühte der Mittelfeldregisseur sportlich noch einmal auf. Müller avancierte zum Publikumsliebling sowie zum spielerischen Dreh- und Angelpunkt, der in 123 Ligaspielen 35 Tore erzielte. 1987 stand er mit dem Innsbrucker Klub im Halbfinale des UEFA-Pokals, dort waren sie gegen den späteren Sieger IFK Göteborg chancenlos. Unter dem legendären Trainer Ernst Happel gewann die Mannschaft um Hansi Müller, Bruno Pezzey und Peter Pacult 1989 das „Double“ aus Meisterschaft und ÖFB-Pokal sowie 1990 erneut den Meistertitel.

Am 3. Juni 1990 beendete Müller mit einem Abschiedsspiel seine Karriere. Im Innsbrucker Tivoli-Stadion traten eine Weltauswahl und die Europameister-Mannschaft von 1980 gegeneinander an.

Nationalmannschaft

Am 5. April 1978 gab Müller im Freundschaftsspiel gegen Brasilien (0:1) sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. Kurz darauf berief ihn Bundestrainer Helmut Schön in den Kader für die WM 1978 und machte den 20 Jahre alten Müller zum jüngsten deutschen Spieler des Turniers. In Argentinien kam Müller in vier von sechs Turnierspielen zum Einsatz und erzielte beim 6:0-Sieg über Mexiko (6:0) ein Tor. Bei der „Schmach von Córdoba“ (2:3 gegen Österreich) wurde er zur Halbzeit eingewechselt.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Müller mit dem Gewinn der Europameisterschaft am 22. Juni 1980 durch einen 2:1-Finalsieg über Belgien. Beim Turnier in Italien gehörte er zum Stammpersonal der deutschen Mannschaft und bildete gemeinsam mit Bernd Schuster das zentrale Mittelfeld. Für seine Leistungen wurde er in das All-Star-Team berufen und erhielt die Trofeo Bravo, die Auszeichnung des besten Nachwuchsspielers Europas. Auch Bundespräsident Karl Carstens zeichnete die Europameister mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus. Im Dezember 1980 nahm Müller mit der Nationalmannschaft an der Mundialito teil.

Trotz einer zuvor erlittenen Knieverletzung wurde Müller von Bundestrainer Jupp Derwall in den deutschen Kader für die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien berufen. Da er noch nicht vollständig genesen war und Derwall zudem Paul Breitner als zentralen Mittelfeldspieler in die Mannschaft zurückholte, kam Müller während des Turniers überwiegend als Reservist zum Einsatz. Er bestritt lediglich das torlose Zwischenrundenspiel gegen England sowie das Finale am 11. Juli 1982 gegen Italien, in dem er in der 70. Minute für Karl-Heinz Rummenigge eingewechselt wurde. Die Bundesrepublik unterlag mit 1:3 und wurde Vizeweltmeister.

Sein letztes Länderspiel absolvierte Müller am 7. September 1983 beim 1:1 gegen Ungarn. Insgesamt bestritt er 45 Länderspiele und erzielte dabei fünf Tore.

Nach der Karriere

Zu seinem 50. Geburtstag am 27. Juli 2007 organisierte er die Revanche des WM-Endspiels von 1982 zwischen den Nationalmannschaften Italiens und Deutschlands (Spielausgang damals 3:1), die vor über 40.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart stattfand. Neben vielen Teilnehmern des damaligen Finales, wie Karl-Heinz Rummenigge, Horst Hrubesch, Bernd und Karlheinz Förster, Claudio Gentile und Paolo Rossi, nahmen auch die Gast-Stars Michael Schumacher und Eros Ramazzotti teil. Das Spiel endete mit einem 4:4-Unentschieden.

Nach seiner aktiven Laufbahn begann er Vorträge zu den Themen Fußball, Wirtschaft und Erfolg zu halten. Außerdem gründete er eine Firma, die sich mit der Vermarktung offizieller Fußball-Fanlabels beschäftigt.

Ämter als Fußballfunktionär

Im September 1999 wurde Hansi Müller beim VfB Stuttgart als Direktor für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Mitglied des Vorstands. Er wurde durch den VfB-Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Bandke als Gegengewicht zu dem Vereinspräsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder und dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied Ulrich Schäfer aufgebaut. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Karlheinz Förster und dem Aufsichtsrat konnte sich Müller im Sommer des Jahres 2000 gegen den aus dem Amt scheidenden Mayer-Vorfelder, der statt eine junge Mannschaft aufzubauen finanziell noch weiter ins Risiko gehen wollte, durchsetzen. Nachdem der VfB-Sportdirektor Karlheinz Förster im Januar 2001 aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten zurückgetreten war geriet Müller, dem vorgeworfen wurde, Förster beerben zu wollen, selbst unter Druck und trat eine Woche später ebenfalls zurück.

Müller war Botschafter für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für die WM-Stadt Stuttgart und Botschafter für die Austragungsstadt Innsbruck für die Fußball-Europameisterschaft 2008.

Am 17. Juli 2011 wurde Hansi Müller auf der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart in den Aufsichtsrat des Vereins gewählt. Anfang Mai 2015 trat er wegen einer Indiskretion bei der Besetzung der Cheftrainerposition des Vereins von seinem Amt zurück.

Erfolge als Spieler

Nationalmannschaft

  • Europameisterschaft: 1980
  • Weltmeisterschaft: Zweiter 1982

Vereine

  • Deutscher A-Jugend-Meister: 1975
  • Österreichischer Meister (2): 1988/89, 1989/90
  • Österreichischer Cupsieger: 1989

Privates

Hansi Müller war von 1979 bis 2005 mit seiner Ehefrau Claudia verheiratet, die einem Krebsleiden erlag. Das Paar hat zwei Kinder. Mit seiner neuen Lebensgefährtin Elke Roehrle hat Müller einen weiteren Sohn (* 2009).

Müller lebt in Korb im Remstal (Rems-Murr-Kreis) und wurde 2014 für die CDU/FW in den Gemeinderat gewählt.

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