


Hanna (tschechisch Haná) oder Hanakei (Hanácko) ist eine ungefähr 1550 km² große, sehr fruchtbare, von den Flüssen Haná und March durchzogene Ebene in Mähren in Tschechien.
Lage
Die geographische und kulturelle Region erstreckt sich zwischen den Städten Šternberk, Kroměříž, Vyškov und Hranice na Moravě. In diesem Landschaftsraum befinden sich auch die Städte Olmütz, Přerov und Prostějov. Der vormals zu Österreichisch-Schlesien gehörende Teil wird als Slezská Haná bezeichnet.
Die Haná ist ein rechter Nebenfluss der March.
Daneben gibt es noch die Kleine Hanna (tschechisch Mala Haná), eine muldenförmige Tal- und Hügellandschaft zwischen Lanškroun und Černá Hora bei Boskovice, wo die Jevíčka und Třebůvka fließen. Beide etwa parallel zueinander verlaufende Landschaften sind durch die Mittelgebirgszüge des Berglandes von Zábřeh (tschechisch Zábřežská vrchovina) im Norden und des Drahaner Berglandes im Süden voneinander getrennt.
Volkskunde
Die Bezeichnung Haná für die Region taucht seit dem 17. Jahrhundert in schriftlichen Quellen auf, so in der Landkarte des Johann Amos Comenius aus dem Jahr 1627. Bis zum 19. Jahrhundert entwickelte sich hier eine spezifische Volkskultur mit einem eigenen Kleidungsstil, Bräuchen, Volksmusik, Volkstanz und bäuerlicher Architektur. Der mittelmährische oder mährisch-hanakische Dialekt ist eine Untergruppe der Mährischen Sprache. Die Bewohner der Hanna werden Hannaken genannt.
Bekannt sind insbesondere die reichen bäuerlichen Trachten, die von den Männern bis etwa 1880 und von den Frauen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts getragen wurden. Die Tradition der Volkstrachten wird heute von Folklore-Gruppen gepflegt. In den Gemeinden Rymice, Příkazy und Lysovice befinden sich Museumsdörfer mit typischen Bauernhäusern der Region.
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