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Die Hannöversche Südbahn, auch Bahnstrecke Hannover–Kassel, ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Niedersachsen und Hessen. Sie verläuft von Hanno

Hannöversche Südbahn

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  • Hannöversche Südbahn
Hannover Hbf–Kassel Hbf
Streckennummer (DB):1732
1817 Edesheim (Leine) – Edesheim (L.) Süd
1800 Göttingen – Grone
000 (Eingleisige Strecke Grone)
Kursbuchstrecke (DB):350 Hannover Hbf–Göttingen Siekweg
360.4 Hannover Hbf–Barnten
611 Hann. Münden–Kassel Hbf
(ex 250, 257, 600)
Kursbuchstrecke:180 (Hannover Hbf – Göttingen 1934)
191, 191a (H Hbf – H Bismarckstraße 1934)
192 (Nordstemmen – Elze (Han) 1934)
179a (Göttingen – Hann Münden 1934)
177, 180 (Hann Münden – Kassel Hbf 1934)
202 (Hannover Hbf – Göttingen 1946)
213 (Nordstemmen – Elze (Han) 1946)
202a (Göttingen – Hann Münden 1946)
202 (Hann Münden – Kassel Hbf 1946)
Streckenlänge:166 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:durchgehend
Legende
von Celle
Kreuzung geradeaus untenStrecke von rechts
von Minden
Strecke von rechtsStreckeStrecke
von Seelze (S-Bahn)
S-BahnhofBahnhofS-Bahnhof
0,0 Hannover Hbf ⊙52.377049.741676
Verschwenkung von links (Strecke außer Betrieb)Verschwenkung von rechtsVerschwenkung von rechtsVerschwenkung von rechts
nach Lehrte
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)Abzweig ehemals quer und nach links
ehem. nach Hannover Hbf Pferdeturm (Bbf)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)StreckeStrecke
Hannover Lokalbf Hannover-Altenbekener
Verschwenkung nach links (Strecke außer Betrieb)Verschwenkung nach rechtsVerschwenkung nach rechts
Hannover Südbf (Gbf, 1880~1995)
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechtsStrecke
ehem. Trasse nach Altenbeken (bis 1909)
S-BahnhofS-Bahnhof
3,1 Hannover Bismarckstraße ⊙52.35629099.7698255
Verschwenkung von linksVerschwenkung von linksVerschwenkung von rechts
3,6 Abzw Hannover Bismarckstraße (SFS)
Abzweig geradeaus und nach rechtsStreckeStrecke
nach Altenbeken
Kreuzung geradeaus untenKreuzung geradeaus untenKreuzung geradeaus unten
Güterumgehungsbahn Hannover
StreckeDienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
7,0 Hannover-Wülfel (bis 1977 Pbf)
StreckeStreckeAbzweig geradeaus und ehemals nach linksKopfbahnhof Streckenende und quer (Strecke außer Betrieb)
Hannover Messebahnhof (1953–1998)
S-Kopfbahnhof StreckenendeBahnhofS-Bahnhof
8,0 Hannover Messe/Laatzen ⊙52.31736969.7924818
StreckeBahnhof mit S-Bahn-Halt
11,9 Rethen (Leine) ⊙52.2860599.8192846
Verschwenkung nach rechts
SFS nach Würzburg
Brücke über Wasserlauf
Innerste
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
18,4 Sarstedt ⊙52.23269.842592
Kreuzung geradeaus unten
21,4 Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg
Bahnhof mit S-Bahn-Halt
22,8 Barnten ⊙52.1954989.815279
Abzweig geradeaus, nach links und von linksStrecke quer
nach Hildesheim
Bahnhof
26,5 Nordstemmen (Keilbahnhof) ⊙52.16757499.7904788
Brücke über Wasserlauf
Leine
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
29,7 Poppenburg
Bahnhof
32,9 Elze (Han) ⊙52.12046479.7470151
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
32,9 ehem. nach Bodenburg
Abzweig geradeaus und nach rechts
32,9 nach Hameln
Brücke über Wasserlauf
Riehe
Bahnhof
39,0 Banteln ⊙52.06600989.7504069
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
42,2 Brüggen (Han) ⊙52.0399829.766395
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
45,8 Godenau (früher Pers.-Halt) ⊙52.0126269.789934
Bahnhof
49,8 Alfeld (Leine) ⊙51.98153989.8175148
Brücke über Wasserlauf
Leine
Bahnhof
58,7 Freden (Leine) ⊙51.92776819.8990452
StreckeStrecke von links
von Börßum
BahnhofBahnhof
68,8 Kreiensen (Keilbahnhof) ⊙51.85136389.9675102
StreckeAbzweig geradeaus und ehemals nach links
ehem. nach Osterode
Strecke querKreuzung geradeaus untenStrecke nach rechts
nach Holzminden
Strecke querAbzweig geradeaus und von rechts
76,8 von Einbeck Mitte
Bahnhof
76,8 Einbeck-Salzderhelden ⊙51.79820389.9227761
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
82,4 Edesheim (Leine) ⊙51.7542679.963182
Strecke von linksKreuzung geradeaus untenStrecke quer
SFS von Hannover
Strecke mit StraßenbrückeStrecke mit Straßenbrücke
A 7
85,0 Edesheim (Leine) (Abzw; SFS und NSS)
86,2 Edesheim (Leine) Süd (Abzw)
Strecke nach rechtsStrecke
SFS nach Würzburg (SFS umfährt Northeim)
Brücke über Wasserlauf
Rhume (Rhumebrücke (91 m))
StreckeStrecke von links
von Nordhausen
BahnhofBahnhof
88,6 Northeim (Han) (Keilbahnhof) ⊙51.70319499.9865371
Dienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
89,4 Northeim (Han) Gbf
Strecke querKreuzung geradeaus untenStrecke nach rechts
nach Ottbergen
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
92,0 Sudheim ⊙51.67468029.9686059
Strecke von rechtsStrecke
SFS von Hannover (SFS umfährt Northeim)
Strecke mit StraßenbrückeStrecke mit Straßenbrücke
B 3
Dienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofBahnhof
97,8 Nörten-Hardenberg ⊙51.62807099.933173
StreckeAbzweig geradeaus und ehemals nach links
ehem. Strecke zum Kalischacht Reyershausen
Streckeehemaliger Bahnhof
101,7 Bovenden ⊙51.59288349.9264837
TunnelTunnel
Bovender Deckel (400 m)
Kreuzung geradeaus untenKreuzung (Querstrecke außer Betrieb)Strecke von rechts (außer Betrieb)
von Bodenfelde, ehem. eigenes Gleis
StreckeDienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
105,4 Göttingen Gbf Nord (ehem. Einfahrgruppe)
Strecke mit StraßenbrückeStrecke mit StraßenbrückeStrecke mit Straßenbrücke (Strecke außer Betrieb)
B 27 (ehem. Bundesautobahn 388)
StreckeDienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofBetriebs-/Güterbahnhof Strecke bis hier außer Betrieb
106,6 Göttingen Gbf
BahnhofBahnhofKopfbahnhof StreckenendeKopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
108,1 Göttingen ⊙51.536799.92628
BrückeBrückeBahnübergang (Strecke außer Betrieb)
B 3
StreckeStreckeStrecke nach links (außer Betrieb)
ehem. Gartetalbahn n. Duderstadt (Schmalspur)
StreckeAbzweig geradeaus und ehemals nach links
ehem. Trasse nach Bebra (bis 1922)
Brücke über WasserlaufBrücke über Wasserlauf
Leine
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und nach links
nach Bebra (ab 1922)
BlockstelleBlockstelle (Strecke außer Betrieb)
(110,6) Göttingen-Siekweg (Abzw)
Strecke nach linksKreuzung (Strecke geradeaus außer Betrieb)
SFS nach Würzburg
Brücke (Strecke außer Betrieb)
112,1 A 7
Bahnübergang (Strecke außer Betrieb)
113,0 B 3 (Dransfelder Str.)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
113,1 Groß Ellershausen
Strecke mit Straßenbrücke (Strecke außer Betrieb)
114,8 B 3
Bahnübergang (Strecke außer Betrieb)
119,2 B 3 (Rischenkrug)
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
123,2 Basaltwerk
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
123,6 Raiffeisen
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
123,8 Dransfeld ⊙51.50469139.7596848
Bahnübergang (Strecke außer Betrieb)
128,0 Wellersen B 3 (Bk)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
132,1 Oberscheden ⊙51.4530859.724013
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
135,9 Volkmarshäuser Tunnel (325 m)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
136,2 Volkmarshausen
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
140,5 Münden Nord ⊙51.4225359.661926
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
140,8 Privatanschluss
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
141,0 Hafenbahn Weserumschlagstelle
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
141,3 Werratalbrücke Münden und B 80
Abzweig ehemals geradeaus und von links
142,0 Strecke von Halle (Saale)
Bahnhof
142,0 Hann Münden ⊙51.41254539.658345
ehemalige Blockstelle
144,8 Bonaforth (Anst)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
148,7 Wilhelmshausen ⊙51.3981269.579977
Bahnhof
151,4 Staufenberg-Speele⊙51.37746149.563553 (ehem. Speele)
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
155,2 Kragenhof ⊙51.35930919.5524391
Grenze auf Brücke über Wasserlauf
Fulda, Landesgrenze Niedersachsen–Hessen
Abzweig geradeaus und von links
SFS von Hannover (höhenfrei)
Bahnhof
157,6 Fuldatal-Ihringshausen ⊙51.3485429.5255266
Abzweig geradeaus, nach links und ehemals nach rechtsStrecke von rechts
nach Espenau-Mönchehof (höhenfrei, gepl.)
Strecke von rechtsStreckeHaltepunkt / Haltestelle
161,3 Vellmar-Niedervellmar (Abzw Hp) ⊙51.35135799.4777522
Abzweig geradeaus und nach halblinksStrecke nach halbrechtsStrecke
Verbindungsstrecke von Warburg
Abzweig geradeaus und von halblinksStrecke von halbrechtsStrecke
Abzw. Kassel Nordwest
StreckeDienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
162,4 Kassel Rbf Nord
StreckeDienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofStrecke
163,8 Kassel Rbf
Abzweig quer und nach rechtsAbzweig geradeaus und nach rechtsStrecke
SFS nach Würzburg
Strecke nach linksKreuzung geradeaus oben
Güterstrecke nach Kassel-Unterstadt
Strecke querAbzweig quer und von rechtsAbzweig geradeaus und von rechts
von Kassel-Wilhelmshöhe
Abzweig quer und von rechtsAbzweig geradeaus und von rechtsStrecke
von Warburg
Grenze mit U-BahnStreckeStrecke
Systemwechsel 15 kV~ / 600 V=
U-Bahn-BahnhofKopfbahnhof StreckenendeKopfbahnhof Streckenende
166,2 Kassel Hbf ⊙51.318269.489501
U-Bahn-Strecke geradeaus (im Tunnel)
RegioTram Kassel

Die Hannöversche Südbahn, auch Bahnstrecke Hannover–Kassel, ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Niedersachsen und Hessen. Sie verläuft von Hannover über Göttingen und Hann. Münden nach Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

 
1856: Die hannöversche Südbahn: Die Kragenhofbrücke bei Kassel; Holzstich aus der Illustrirten Zeitung
 
Zuwachsendes Südportal des Volkmarshäuser Tunnels
 
Schienenbus im ehemaligen Haltepunkt Kragenhof (Brücke) nahe Spiekershausen

Für den Bau einer Eisenbahn von Hannover in den Süden des Königreiches setzte sich 1846 der Stadtsyndikus von Göttingen, Ferdinand Oesterley, ein. 1847 leistete auch Rudolph Berg Vorarbeiten für die „Verbindung Hannover-Kassel“. Ihre nördlichen Abschnitte Hannover–Alfeld und Alfeld–Göttingen wurden am 1. Mai 1853 bzw. am 31. Juli 1854 eröffnet und sind als Teil der einst wichtigen Nord-Süd-Strecke weiterhin in Betrieb. Der südliche Streckenabschnitt von Göttingen nach Hann. Münden, auch bekannt als Dransfelder Rampe, wurde am 8. Mai 1856 eröffnet und in Teilen von 1980 bis 1995 stillgelegt. Der Anschluss von Hann. Münden bis Kassel wurde noch 1856 eröffnet, er ist weiterhin als Teil der Hannöverschen Südbahn in Betrieb.

Der Begriff Hannöversche Südbahn wurde mit der preußischen Annexion 1866 hinfällig, ist jedoch von Eisenbahnfreunden in den heutigen Sprachgebrauch übernommen. Inzwischen wird der größte Abschnitt von Hannover nach Göttingen der Nord-Süd-Strecke zugerechnet.

Obwohl die Gesamtstrecke bis Kragenhof (kurz vor Kassel) mit Ausnahme des braunschweigischen Ortes Kreiensen vollständig auf hannöverschem und heute niedersächsischem Gebiet lag, wurden die beiden Streckenteile Hannover–Göttingen und Göttingen–Hann. Münden betrieblich unterschiedlich behandelt. Der Abschnitt Elze–Kassel gehörte bis 1945 zur Reichsbahndirektion Kassel, seitdem gehört der Abschnitt Elze–Hann. Münden zur Reichsbahndirektion/Bundesbahndirektion Hannover. Nach Auflösung der Direktion Kassel gehörte der Abschnitt Hann. Münden–Kassel zur Bundesbahndirektion Frankfurt/M. Ab Mitte der 1960er Jahre erhielten die Streckenteile unterschiedliche Kursbuchnummern (Hannover–Göttingen: 202/250; Göttingen–Hann. Münden: 202a/257).

Bis in die 1960er Jahre war diese Strecke auf ganzer Länge eine der wichtigsten Hauptverbindungen Deutschlands. Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerten sich die Verkehrsströme in Nord-Süd-Richtung, was sich neben den Rheinstrecken Köln–Frankfurt auch auf dieser Nord-Süd-Verbindung bemerkbar machte. Dies änderte sich zumindest für die Dransfelder Rampe, als 1963 die Nord-Süd-Strecke Hannover–Gemünden (Main) und 1964 die davon abzweigende Werratalstrecke Kassel–Hann. Münden–Eichenberg elektrifiziert wurden. Der Abschnitt Göttingen–Dransfeld–Hann. Münden blieb ohne Fahrdraht. Die Züge nahmen fortan den zwar acht Kilometer längeren, aber wesentlich steigungsärmeren und elektrifizierten Weg über Eichenberg. Der Dransfelder Rampe blieben werktags drei Nahverkehrszüge pro Richtung, 1980 wurde der Personenverkehr auf diesem Abschnitt eingestellt und zwei Jahre später mit dem Abbau der Gleise zwischen Göttingen und Dransfeld begonnen. Der Restabschnitt diente von Hann. Münden aus noch 10 bis 15 Jahre als Güteranschlussgleis, bis auch hier Stilllegung und teilweiser Gleisabbau folgten. Damit war die Hannöversche Südbahn im Abschnitt Göttingen–Hann. Münden unterbrochen.

Angesichts der stetig steigenden Belastung der Strecke wurde die Strecke in den 1960er-Jahren auch mit neuer Stellwerkstechnik und zusätzlichen Überholgleisen versehen und der Oberbau verstärkt. Die weiter steigende Belastung mündete in Diskussionen zum Bau einer Neubaustrecke.

Mit Einführung des stündlichen Intercity-Verkehrs war der verbliebene Abschnitt Hannover–Göttingen chronisch überlastet. IC teilten sich die Strecke mit D-, Eil- und Nahverkehrs- sowie Güterzügen. Nicht selten folgten einander mehrere Züge im Blockabstand. Kassel wurde aufgrund seines Kopfbahnhofs vom IC-Netz abgetrennt, die Züge nahmen von Göttingen den Weg über Bebra.

Im Zuge der Errichtung der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg wurde die Hannöversche Südbahn im Bereich der Northeimer Kiesseen nach Osten verlegt. Erst nachdem der Betrieb auf dem verlegten Streckenabschnitt im November 1985 aufgenommen worden war, konnten die Bauarbeiten an der Neubaustrecke beginnen. Im Stadtgebiet Hannover und Laatzen wurden neun Bahnübergänge im Zuge des Schnellfahrstreckenbaus beseitigt. Auch im gemeinsamen Abschnitt nördlich von Göttingen (bis Edesheim) wurden mehrere Bahnübergänge aufgehoben. In den Jahren 1978 und 1979 wurden die Planfeststellungsbeschlüsse für die notwendigen Ersatzanlagen in diesem Abschnitt erlassen.

 
Bahnhof Fuldatal-Ihringshausen mit Cantus-Triebwagen. Die Bundesbahn beabsichtigte nach dem Bau der Schnellfahrstrecke (im Trog) auf diese Station zu verzichten.

Als 1991 die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg, die zwischen Hannover und Göttingen in einigen Bereichen parallel zur Hannöverschen Südbahn verläuft und mehrere Anschlussmöglichkeiten zu dieser bietet, auf ihrer gesamten Länge eröffnet wurde, büßte auch der Nordabschnitt die wichtigsten Fernverbindungen ein. IC-Verbindungen führten fortan über die Schnellfahrstrecke und wurden zunehmend auch in ICE-Verbindungen umgewandelt. Interregio- und Schnellzüge nahmen hingegen weiterhin den Weg auf der alten Strecke. Die Interregio-Züge wurden mittlerweile in IC umgewandelt. Da die Schnellfahrstrecke ab 23:00 Uhr allein dem Güterverkehr vorbehalten ist, nimmt ein von Göttingen fahrender ICE den längeren Weg über die Hannöversche Südbahn. Auch Kassel erhielt mit dem Fernbahnhof Wilhelmshöhe Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz.

Betrieb

Hannover–Göttingen

 
Ein Triebwagen Richtung Nordhausen (Südharzstrecke) verlässt den Bahnhof Göttingen.

Während sich der ICE-Fernverkehr fast ausschließlich auf der Schnellfahrstrecke abspielt, verkehrten bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 im Zweistundentakt die nunmehr zu „Intercity“ umbezeichneten, ehemaligen Interregio-Züge Stralsund–Karlsruhe. Zum Fahrplanwechsel 2009 wurde diese IC-Linie von einzelnen Zügen abgesehen zwischen Hannover und Göttingen auf die Schnellfahrstrecke verlegt, womit die Halte in Northeim, Kreiensen und Alfeld entfallen sind; auf der Bestandsstrecke verkehrt (Stand: Fahrplanjahr 2011) nur noch ein IC-Zugpaar täglich.

Seit Dezember 2005 bedient der Metronom der gleichnamigen Eisenbahngesellschaft im angenäherten Stundentakt den Regionalverkehr der Relation von Hamburg über Uelzen und Hannover nach Göttingen, dieser ersetzt (bis auf den Abschnitt von Hannover über Sarstedt nach Hildesheim) alle Regionalzüge der Deutschen Bahn. Die Verbindung von Löhne über Hameln, Elze und Nordstemmen nach Hildesheim wurde von 2003 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 von der eurobahn befahren. Seit 2011 hat die NordWestBahn die Bedienung von Weserbahn und Lammetalbahn übernommen.

Der Verkehrsvertrag für das Hanse-Netz, zu dem auch die Linie RE 2 (Uelzen–)Hannover–Göttingen gehört, wurde vorzeitig aufgehoben und endet im Juni 2026. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen schrieb den Betrieb der Linie RE 2 getrennt von den übrigen Linien des Netzes erneut aus. Im Juli 2025 erhielt DB Regio den Zuschlag.

Im Streckenabschnitt zwischen Hannover und Barnten nutzen auch Züge nach Hildesheim die Hannöversche Südbahn. Seit Dezember 2008 verkehrt die S-Bahn Hannover mit der Linie S 4 zwischen Bennemühlen und Hildesheim. Zusätzlich verkehrt pro Stunde ein Regional-Express von Hannover nach Bad Harzburg. Diese Züge wurden bis Dezember 2014 von DB Regio bedient, seitdem durch die OHE-Tochter erixx.

Nacht- und Autoreisezüge sind ebenfalls auf der „alten“ Strecke unterwegs. Nach wie vor ist die Strecke auch vom Güterverkehr stark frequentiert.

Göttingen–Kassel

 
Die zum Bahntrassenradweg umgebaute Strecke auf dem Abschnitt der Dransfelder Rampe
→ Hauptartikel: Dransfelder Rampe

Der ehemalige Streckenabschnitt von Göttingen über Dransfeld nach Hann. Münden ist größtenteils zu einem Fahrradweg umgebaut oder als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen und zugewachsen. Einzelne Grundstücke sind inzwischen mit Wohnhäusern oder Gewerbebauten überbaut.

Nach Einstellung des Personenverkehrs über Dransfeld im Mai 1980 fuhren alle Züge ausschließlich über Eichenberg. Die Anliegerorte der Dransfelder Strecke wurden, wie zuvor auch schon, durch Bahnbusse bedient, im Kursbuch unter der Nummer 2554, heute die RBB-Linie 120.

Im Abschnitt Hann. Münden–Kassel verkehren heute die über Eichenberg kommenden Regionalzüge der cantus Verkehrsgesellschaft von Göttingen sowie bis 2015 die Regionalzüge der DB Regio aus Richtung Erfurt/Halle (Saale). Auch hier findet reger Güterverkehr statt. Seit Dezember 2015 befährt der RE 9 der Abellio Rail Mitteldeutschland die Strecke über Hann. Münden und Eichenberg nach Halle (Saale).

Bildergalerie

  •  
    Hannoverscher Hauptbahnhof (mit Ernst-August­-Platz)
  •  
    Bahnhof Hannover Messe/Laatzen
  •  
    Bahnhof Sarstedt
  •  
    Bahnhof Elze (Han)
  •  
    Bahnhof Freden (Leine)
  •  
    Bahnhof Einbeck-Salzderhelden
  •  
    Bahnhof Kreiensen
  •  
    Bahnhof Göttingen
  •  
    Ehemaliger Bahnhof Dransfeld
  •  
    Bahnhof Hann Münden
  •  
    Kassel Hauptbahnhof

Betriebsunfälle

  • 1955 entgleiste auf der Dransfelder Rampe der Gliedertriebzug „Senator“ VT 105, verursacht durch einen Steinschlag am Volkmarshäuser Tunnel. Es gab keine Verletzten.
  • 1966 wurden in Oberscheden beladene Schotterwagen rangiert, die dabei außer Kontrolle gerieten und die abschüssige Strecke nach Hann. Münden hinabrollten. In der engen Bahnhofseinfahrt von Hann. Münden entgleisten die Wagen, nachdem sie über 100 km/h schnell geworden waren, und kippten um. Es gab keine Verletzten.
  • Am 8. Juni 1970 entgleiste in Alfeld (Leine) der Schnellzug D 588 bei einer Geschwindigkeit von 125 km/h. Unter den Reisenden gab es Verletzte. Ein Junge, der sich auf einem Weg westlich des Gleises aufhielt, wurde von einem sich lösenden Drehgestell erschlagen. Unfallursache war ein nur provisorisch befestigtes, ausgetauschtes Gleisstück, das sich in der sommerlichen Hitze verformte und das zu frühe Aufheben der dort bestehenden Langsamfahrstelle.
  • Am 15. November 1992 ereignete sich der Eisenbahnunfall von Northeim, bei dem im Bahnhof Northeim (Han) ein Schnellzug mit einem kurz zuvor entgleisten Güterzug zusammenstieß. 11 Tote und 52 zum Teil schwer Verletzte waren die Folge.
  • Am 23. Dezember 2025 wurden bei der Entgleisung eines Erzzuges bei Streckenkilometer 27 (Nordstemmen) im Richtungsgleis Hannover–Göttingen auf etwa fünf Kilometer die Schwellen zerstört sowie diverse Signale, Weichen, Kabelkanäle und Oberleitungsmasten beschädigt. Die Strecke wurde zwischen Nordstemmen und Elze gesperrt. Am 15. Februar 2026 ging zunächst ein Gleis wieder in Betrieb, das zweite Gleis folgte am 15. März 2026.

Zukunft

Aufgrund des zunehmenden Güterverkehrs soll der Abschnitt Nordstemmen–Elze dreigleisig ausgebaut sowie ein Überwerfungsbauwerk für Züge der Relation Hameln–Hildesheim errichtet werden. Die Planungen begannen 2022. Der Ausbau ist Teil des Projekts Knoten Hannover, der 2016 zunächst nur in den potentiellen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen wurde. Nachdem die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens nachgewiesen war, stufte es das Bundesverkehrsministerium 2018 in den vordringlichen Bedarf hoch. Bis Anfang 2025[veraltet] soll die Vorplanung erstellt werden. Der Abschnitt ist Teil des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors der Transeuropäischen Verkehrsnetze.

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