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Das Großherzogtum Luxemburg (luxemburgisch Groussherzogtum Lëtzebuerg [ˈgʀəʊsˌhɛχtsoːktuːm ˈlətsəbuəɕ], französisch Grand-Duché de Luxembourg [ɡʁɑ̃ dyʃe də lyks

Großherzogtum Luxemburg

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Dieser Artikel beschreibt den Staat. Für dessen Hauptstadt siehe Luxemburg (Stadt), für die belgische Provinz siehe Provinz Luxemburg, für weitere Bedeutungen siehe Luxemburg (Begriffsklärung).

Das Großherzogtum Luxemburg (luxemburgisch Groussherzogtum Lëtzebuerg [ˈgʀəʊsˌhɛχtsoːktuːm ˈlətsəbuəɕ], französisch Grand-Duché de Luxembourg [ɡʁɑ̃ dyʃe də lyksɑ̃buʁ]) ist ein demokratischer Staat in Form einer konstitutionellen Monarchie im Westen Mitteleuropas. Die Stadt Luxemburg ist der Parlaments- und Regierungssitz des 681.973 Einwohner zählenden Landes. Das Großherzogtum gehört zum mitteldeutschen Sprachraum. Nationalsprache ist Luxemburgisch; Verwaltungs- und Amtssprachen sind außerdem Standarddeutsch und Französisch.

Großherzogtum Luxemburg
Groussherzogtum Lëtzebuerg (luxemburgisch)
Grand-Duché de Luxembourg (französisch)
Flagge Wappen
Wahlspruch:
Mir wëlle bleiwe wat mir sinn (luxemburgisch)
Nous voulons rester ce que nous sommes (französisch)
Wir wollen bleiben, was wir sind (deutsch)
ÖsterreichBelgienBulgarienRepublik ZypernTschechienDeutschlandDänemarkDänemarkEstlandSpanienFinnlandFrankreichFrankreichVereinigtes KönigreichVereinigtes KönigreichGriechenlandGriechenlandUngarnIrlandItalienItalienItalienLitauenLuxemburgLettlandNiederlandePolenPortugalRumänienSchwedenSlowenienSlowakeiIslandMontenegroNordmazedonienKroatienTürkeiTürkeiMaltaSerbienGrönlandFäröerNorwegenNorwegenIsle of ManGuernseyJerseyAndorraMonacoSchweizLiechtensteinVatikanstadtSan MarinoAlbanienKosovoBosnien und HerzegowinaRepublik MoldauBelarusRusslandUkraineAutonome Republik KrimKasachstanAbchasienSüdossetienGeorgienAserbaidschanAserbaidschanArmenienIranLibanonSyrienIsraelJordanienSaudi-ArabienIrakRusslandTunesienAlgerienMarokko
Amtssprache Luxemburgisch, 1 Französisch, Deutsch
Hauptstadt Luxemburg
Staats- und Regierungsform parlamentarische Monarchie 2
Verfassung Verfassung des Großherzogtums Luxemburg
Staatsoberhaupt Großherzog Guillaume V.
Regierungschef Premierminister
Luc Frieden (CSV)
Regierung Regierung Frieden-Bettel
Parlament(e) Abgeordnetenkammer
Fläche 2.586,4 (166.) km²
Einwohnerzahl 681.973 (1. Januar 2025)
davon 47,0 % Ausländer
Bevölkerungsdichte 264 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +1,5 % (Schätzung für das Jahr 2024)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2024
  • 93,3 Milliarden USD (75.)
  • 109 Milliarden USD (102.)
  • 138.757 USD (2.)
  • 149.987 USD (3.)
Index der menschlichen Entwicklung (HDI) 0,922 (25.) (2023)
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit de facto am 9. April 1839 von den Niederlanden (Erste Londoner Konferenz), de jure bereits 1815;
am 11. Mai 1867 international anerkannt (Zweite Londoner Konferenz)
National­hymne Ons Heemecht
Nationalfeiertag 23. Juni
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen L
ISO 3166 LU, LUX, 442
Internet-TLD .lu
Telefonvorwahl +352
1 
Luxemburgisch ist Amts- und Nationalsprache, Französisch und Deutsch sind Amtssprachen.
Zudem verwendet Luxemburg die Deutsche Gebärdensprache
2 
Nach gängiger Definition ist Luxemburg eine parlamentarische Monarchie, da der Monarch nicht die Möglichkeit hat, die Regierung abzusetzen. Luxemburg bezeichnet sich selbst jedoch als konstitutionelle Monarchie.
Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH

Das Land entstand als Grafschaft im Heiligen Römischen Reich. Von 1354 an trugen seine Herrscher den Herzogtitel. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Luxemburg zum Großherzogtum erhoben. Wilhelm I. von Nassau-Oranien, König der Vereinigten Niederlande, wurde in Personalunion der erste Großherzog. Die Union beider Staaten endete 1890 mit dem Herrschaftsantritt der Linie Luxemburg-Nassau (bis 1964 offiziell Nassau-Weilburg). Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches trat Luxemburg 1815 dem Deutschen Bund bei, musste jedoch in der Folge auf Druck Frankreichs auf die westliche Hälfte seines Territoriums verzichten, aus der die belgische Provinz Luxemburg hervorging (Vertrag von London (1839)). Im Zuge der Luxemburgkrise führte der Zweite Londoner Vertrag 1867 mit einer Festschreibung der luxemburgischen Neutralität zum Ausscheiden aus dem Deutschen Bund. Während der beiden Weltkriege war Luxemburg von deutschen Truppen besetzt; Luxemburger wurden im Zweiten Weltkrieg als sogenannte Volksdeutsche zum Militärdienst in der deutschen Wehrmacht herangezogen. Nach dem Weltkrieg nahm Luxemburg eine führende Rolle bei der europäischen Einigung ein und war ein Gründungsmitglied der NATO, der UNO und der Europäischen Union.

Gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden bildet Luxemburg die Benelux-Staaten. Zusammen mit dem Saarland, der französischen Region Lothringen, der Wallonischen Region in Belgien und dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz gehört es zur Großregion Saar-Lor-Lux, in der etwa 11,8 Millionen Menschen leben. Die Region verzeichnet mit 267.300 Grenzpendlern die höchste grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitnehmern innerhalb der Europäischen Union.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

 
Reliefkarte

Grenzen, Geologie und Landschaftsgliederung

Luxemburg misst in Nord-Süd-Ausdehnung 82 Kilometer, in Ost-West-Ausdehnung 57 Kilometer. Es grenzt im Süden über 73 Kilometer an Frankreich, im Westen über 148 Kilometer an Belgien und im Osten über 135 Kilometer an Deutschland. Während 51,7 % der Flächen Land- und Weinbauflächen sind, sind 36,1 % der Flächen Waldflächen und Naturgebiete. Die bebauten Flächen betragen 11,8 % und 0,4 % sind Wasserläufe und -flächen.

Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird (das) Ösling genannt. Dieser Teil liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen, Hügeln und tiefen Flusstälern, zum Beispiel dem Tal der Sauer. Mit 560 m ist die Erhöhung „Kneiff“ in Huldingen der höchste Punkt des Landes. Im Norden Luxemburgs werden 358 Quadratkilometer des Landes durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark geschützt.

Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Entwässert wird das Land durch die westöstlich verlaufende Sauer, mit Klerf und Our im Norden und Alzette im Süden. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 m), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.

Flüsse

Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette. Die Rhein-Maas-Wasserscheide verläuft auch durch Luxemburg. Während die Chiers in die Maas mündet, münden die meisten anderen Flüsse Luxemburgs in die Mosel, die in den Rhein mündet.

Siehe auch: Liste der Flüsse in Luxemburg

Klima

 
Klimadiagramm von Luxemburg-Stadt

Luxemburg hat ein gemäßigtes mitteleuropäisches Klima (Cfb-Klima nach Köppen & Geiger), das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und gemäßigte und deshalb angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 782,2 mm; die durchschnittlichen Temperatur beträgt im Jahresmittel 9,3 °C, im Januar 1,4 °C und im Juli 18,0 °C. Im Durchschnitt der Jahre 1991–2020 lag die tiefste Temperatur im Januar bei −1,0 °C, während die höchste Temperatur im Juli bei 24,9 °C lag. Im Norden des Landes, dem Ösling, ist es meist etwas kühler und es kommt auch häufiger zu Niederschlägen. Durchschnittlich scheint 1.606,8 Stunden die Sonne.

Flora und Fauna

 
Der Schiessentümpel im Müllerthal

Das Ösling im Norden des Landes, ein Teil der Ardennen, ist durch bewaldete Mittelgebirgszüge und tiefe Flusstäler geprägt. Die am stärksten verbreiteten Baumarten sind Rotbuchen, Eichen, Ahorn und Fichten. Dabei nehmen Eichen-Niederwälder, die so genannten Lohhecken, immer noch einen großen Teil der Waldfläche ein. Für unbewaldete Flächen sind unter anderem die Glockenheide und Stechpalme charakteristisch. Die Lippenblütler Echter und Trauben-Gamander sind mediterrane Pflanzen, die im Südosten Luxemburgs vorkommen. Es gibt eine Vielfalt von Wiesentypen; die extensiv genutzten, artenreichen Magerwiesen gehen allerdings zurück (20 % der erhobenen Graslandarten stehen auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen Luxemburgs). Die Vegetation des tiefer gelegenen südlichen Teil des Landes (ca. 300 m), im sogenannten Gutland, ist durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Weinanbau an der Mosel geprägt.

Die Fichtenwälder Luxemburgs, die immerhin 30 % der bewaldeten Fläche des Landes einnehmen, sind als naturfern anzusehen. Sie sind das Resultat einer nach dem Zweiten Weltkrieg in Mode gekommenen Aufforstung von Niederwäldern und wenig rentabler Flächen mit dieser schnellwachsenden Art. Mit Ausnahme der Waldkiefer befinden sich aber sämtliche Nadelhölzer in Luxemburg außerhalb ihrer natürlichen Areale.

Die Tierwelt entspricht der für mitteleuropäische Länder üblichen Fauna. Zu den Tieren gehören Rot- und Schwarzwild sowie Igel. Die über 220 Vogelarten sind ein signifikanter Teil der luxemburgischen Fauna, unter ihnen Greifvögel, der Schwarzstorch und das Haselhuhn. In Luxemburg sind 72 % der unter Naturschutz stehenden Arten Vögel, gefolgt von Säugetieren mit 10 %. Trotz Umweltschutzmaßnahmen hat sich in den Jahren 2019 bis 2024 die Situation der Brutvögel in Luxemburg weiter verschlechtert. Der Rückgang der Brutvogelarten ist vor allem auf den schlechten Erhaltungszustand ihrer Lebensräume zurückzuführen.

Es existiert eine Reihe von geplanten oder bereits umgesetzten Naturschutzprojekten: so zum Beispiel der Bongert Altenhoven, die Halbtrockenrasen bei Junglinster, der Naturlehrpfad Deiwelskopp, der Neibruch bei Grosbous, das Naturschutzgebiet Prënzebierg, das Naturreservat Sonnebierg, der Canecher Wéngertsbierg oder das Feuchtgebiet Cornelysmillen.

Die Jagd in Luxemburg ist untrennbar mit dem Grundeigentum verbunden und in einem Revierjagdsystem organisiert. Das nach Wert des Wildbrets sowie aufgrund der im Wald und der Feldflur verursachten Wildschäden bedeutsamste Jagdwild sind Reh und Wildschwein. Weitere jagdlich relevante Wildarten sind u. a. Rothirsch, Stockente und Feldhase.

Landesname

Die heutige Bezeichnung Luxemburg ist vom Namen der Burg Lucilinburhuc, später Lützelburg, abgeleitet, das möglicherweise „kleine Burg“ bedeutet (zu „lützel“ vgl. niederdeutsch „lütt“ = klein). Gemeint ist die im Jahr 963 für Siegfried, den Grafen der Ardennen, als Stammsitz errichtete Burg, um die sich die gleichnamige Stadt Luxemburg heranbildete. Nach einer anderen Deutung geht der alte Name Lucilinburhuc auf das Wort „Letze“ zurück, das einen befestigten Felsvorsprung bezeichnet. Tatsächlich liegt die Stammburg auf einem Felssporn, dem sogenannten Bockfelsen. Im deutschen Sprachraum wurden noch im 17. Jahrhundert die Namensformen Lützenburg und Lützelburg verwendet, beispielsweise in der Topographia von Matthäus Merian. Dem steht die luxemburgische Bezeichnung Lëtzebuerg nahe. Später setzte sich im deutschen Sprachraum die eingedeutschte Form der französischen Bezeichnung Luxembourg durch.

Bevölkerung

Demografie

Demografie
 
Bevölkerungsentwicklung Luxemburgs 1961–2020
 
Bevölkerungspyramide Luxemburgs 2016

Zum 1. Januar 2025 zählte das Großherzogtum Luxemburg 681.973 Einwohner.

Es hat in den letzten Jahrzehnten durch sein Wirtschaftswachstum und den sich damit vergrößernden Arbeitsmarkt ein fast stetiges Bevölkerungswachstum aufgewiesen, das vor allem durch Einwanderung zustande kam.

Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2023 statistisch bei 1,3, die der Europäischen Union betrug 1,4. Die Lebenserwartung der Einwohner Luxemburgs ab der Geburt lag 2023 bei 83,4 Jahren (Frauen: 85,1, Männer: 81,7).

Im Jahr 2024 waren 15,8 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 15,5 Prozent der Bevölkerung betrug. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 38,7 Jahren und damit unter dem europäischen Wert von 42,7.

Bevölkerungsgruppen

Am 1. Januar 2025 betrug der Ausländeranteil 47,0 % (= 320.700). 13,2 % (=89.700) der Gesamtbevölkerung sind portugiesische, 7,2 % (= 49.200) französische, 3,7 % (= 25.400) italienische, 2,7 % (= 18.600) belgische, 1,8 % (= 12.300) deutsche Staatsbürger. Kleinere Einwanderergruppen bilden etwa Spanier, Rumänen, Polen, Griechen und Niederländer. In Luxemburg leben ca. 2500 Jenische als Minderheitenvolk ohne besonderen Status und mit unterschiedlicher Staatszugehörigkeit. Am bekanntesten hierfür ist der Luxemburger Stadtteil Weimerskirch, wo seit Generationen jenische Familien ihren Hauptwohnsitz haben.

Im Jahr 2024 lag die Zahl der Grenzgänger, die nach Luxemburg einpendeln, bei 235.900. Zeitgleich betrug die Zahl der auspendelnden Grenzgänger 14.300. Im Jahr 1961 lag der Anteil an Grenzgängern bei 3 Prozent, im Jahr 2010 bei 44 Prozent. Rund die Hälfte der Grenzgänger stammt aus Frankreich.

Sprachen

Bevölkerung nach Hauptsprache (2021):
Luxemburgisch
  
49 %
Französisch
  
15 %
Portugiesisch
  
15 %
Englisch
  
4 %
Italienisch
  
3 %
Deutsch
  
3 %
Andere
  
11 %
Gesprochene Sprachen bei der Arbeit, in der Schule und/oder zu Hause (2021):
Luxemburgisch
  
61 %
Französisch
  
51 %
Deutsch
  
22 %
Portugiesisch
  
22 %
Englisch
  
26 %

Luxemburg ist ein mehrsprachiges Land. Die Muttersprache der meisten einheimischen Luxemburger ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), ein moselfränkisches Idiom, das bis in das 20. Jahrhundert als Mundart des Deutschen und noch nicht als eigenständige Sprache galt. In diesem Sinne gehört Luxemburg zum mitteldeutschen Sprachraum. Spezifisch für das Luxemburgische ist jedoch von altersher, dass es einen sehr viel höheren Anteil französischer Lehnwörter als das Standarddeutsche oder andere deutsche Mundarten enthält.

Schon in der Frühen Neuzeit war Luxemburg durch Mehrsprachigkeit geprägt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die luxemburgische Sprache als Medium nationaler Zugehörigkeit. Als Reaktion auf die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges festigte sich nach deren Ende das Luxemburgische als zentrales kulturelles Element der luxemburgischen Identität. Es ist seit 1984 Landessprache, was auch in der Verfassung von 2023 aufgenommen wurde. Neben Französisch und Deutsch ist es Co-Amtssprache des Landes. Eine Orthografie für die luxemburgische Sprache ist offiziell eingeführt; jedoch gibt es dialektale Unterschiede in der Phonetik und der grafischen Umsetzung einzelner Wörter (z. B. für das Wort uns benutzt man in Luxemburg-Stadt ons und sonst eis). Die Kenntnis des Luxemburgischen ist Voraussetzung für den Erwerb der luxemburgischen Staatsbürgerschaft.

Neben dem Luxemburgischen sind Französisch und Deutsch die Amtssprachen Luxemburgs. Die Bevölkerung kann sich in jeder der Amtssprachen an die Verwaltung wenden, eine Antwort in derselben Sprache ist jedoch nicht verpflichtend. Im Parlament wird mehrheitlich Luxemburgisch gesprochen, in der schriftlichen Kommunikation verdrängt das Luxemburgische zunehmend das vorherrschende Französische. Gesetze werden auf Französisch verfasst. Deutsch wird neben Luxemburgisch und Französisch auf der Gemeindeebene eingesetzt.

Im Alltagsleben spielt jede der drei Amtssprachen eine dominante Rolle in bestimmten Tätigkeitsfeldern, ohne exklusiv zu sein: Luxemburgisch dominiert als mündliche Sprache der lokalen Bevölkerung; Französisch dominiert im Handel und als Arbeitssprache des privaten Sektors, Deutsch wird in den Printmedien bevorzugt. Auch im Schriftverkehr verwendet eine Mehrheit der Luxemburger (Zuwanderer aus nicht-deutschsprachigen Ländern ausgenommen) weiterhin das Deutsche, bei stark zunehmendem Gebrauch des Luxemburgischen (Stand 2020), das in den Schulen auch als Schriftsprache gelehrt und teilweise in der Presse und auf zahlreichen Webseiten verwendet wird.

Die Mehrsprachigkeit des Landes zeigt sich z. B. bei den Druckmedien: In vielen Zeitungen werden die Presseberichte abwechselnd auf Französisch, auf Deutsch oder manchmal auf Luxemburgisch verfasst, ohne Übersetzung in eine der beiden anderen Sprachen. Obwohl die ISBN vieler in Luxemburg veröffentlichter Bücher mit „2“ (für Französisch) beginnt, sind Bücher meist in deutscher oder luxemburgischer Sprache verfasst.

Aufgrund der Bedeutung des Französischen und des Deutschen als internationale Kultur- und Bildungssprachen und des nicht abgeschlossenen Ausbaus des Luxemburgischen zur Literatur- und Wissenschaftssprache lernen die luxemburgischen Grundschüler zunächst Hochdeutsch und vom zweiten Schuljahr an auch Französisch. Da luxemburgische Kinder bei der Einschulung in der Regel kein Hochdeutsch beherrschen, wird zunächst auf Luxemburgisch unterrichtet und eine Brücke zur deutschen Schriftsprache geschlagen, in der die meisten Schulbücher gedruckt sind. In der Sekundarstufe wird Französisch sukzessive zur vorherrschenden Unterrichtssprache, insbesondere in den naturwissenschaftlichen Fächern. Bis zur Gründung der Universität Luxemburg im Jahre 2003 waren luxemburgische Studenten darauf angewiesen, im Ausland zu studieren; gute Französisch- und/oder Deutschkenntnisse waren dafür sehr von Vorteil.

Laut einer Studie des luxemburgischen Bildungsministeriums aus dem Jahr 2018 können 98 Prozent der luxemburgischen Bevölkerung Französisch, 80 Prozent Englisch und 78 Prozent Deutsch sprechen. Die Mehrheit der Luxemburger spricht vier Sprachen, der Ausländeranteil unter den Einwohnern liegt bei fast 50 Prozent.

Seit März 1970 ist Luxemburg Mitglied der Organisation internationale de la Francophonie (Internationale Organisation der Frankophonie). Im Rat für deutsche Rechtschreibung ist Luxemburg nur durch ein Mitglied ohne Stimmrecht vertreten. An der Ausarbeitung der deutschen Rechtschreibreform von 1996 nahm Luxemburg nicht teil, führte die neue Rechtschreibung jedoch 2005 per Regierungsdekret an den Schulen ein.

Als Gebärdensprache wird vorwiegend die Deutsche Gebärdensprache (DGS) verwendet, die seit 2018 als eigenständige Sprache anerkannt ist.

Neben den Amtssprachen sprechen 15,4 % der Bevölkerung, portugiesische Einwanderer und deren Nachfahren, Portugiesisch. Eine weitere Sprache in Luxemburg ist die jenische Sprache, die von einigen Sprachgelehrten als eigenständiges Idiom anerkannt und vor allem in Luxemburg-Pfaffenthal und Luxemburg-Weimerskirch noch von den dort ansässigen Jenischen gesprochen wird.

Religionen

 
Kathedrale von Luxemburg

Die römisch-katholische Kirche ist die größte Religionsgemeinschaft in Luxemburg, ihr gehören Schätzungen zufolge etwa 40 Prozent der Bevölkerung an (Stand 2020). Alle ihre Gemeinden im Großherzogtum gehören zum Erzbistum Luxemburg. Zu den weiteren christlichen Glaubensgemeinschaften gehören u. a. die Protestantisch-Reformierte Kirche von Luxemburg, die Anglikanische Kirche in Luxemburg und die Orthodoxe Kirche in Luxemburg. Im Land gibt es mehrere islamische Vereine in verschiedenen Städten.

In Luxemburg gibt es eine strikte Trennung zwischen Staat und religiösen Institutionen. Der Prozess der vollständigen Entflechtung wurde 2015 mit den zwischen dem luxemburgischen Staat und der katholischen Kirche sowie weiteren christlichen Glaubensgemeinschaften unterzeichneten Konventionen eingeleitet. So gingen die Kirchengebäude an die Glaubensgemeinschaften über, der Religionsunterricht wurde abgeschafft und die Besoldung von Geistlichen durch den Staat läuft sukzessive aus.

Die luxemburgische Verfassung gewährt den Bürgern Gewissens- und Religionsfreiheit. Im Großherzogtum bekannten sich 2021 48 % der Bevölkerung zu traditionellen religiösen Überzeugungen und Praktiken. Dieser Bevölkerungsanteil ist seit 2008 stark zurückgegangen, als er noch 75 % betrug. Von den 48 % der Bevölkerung, die sich 2021 einer traditionellen Religionsgemeinschaft zugehörig fühlten, waren 41 % Katholiken, 3 % Christen anderer Konfessionen und 2,7 % Muslime. Von denen, die sich einer Religionsgemeinschaft zugehörig fühlten, beschrieben sich 67 % als tatsächlich religiös, während sich 33 % als nicht religiös bezeichneten, was auf eine Zugehörigkeit auf der Basis von Sozialisation schließen lässt.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen des Eurobarometers ergab 2020, dass für 18 Prozent der Menschen in Luxemburg Religion wichtig ist, für 25 Prozent ist sie weder wichtig noch unwichtig und für 57 Prozent ist sie unwichtig.

Bei einer 2021 veröffentlichten Umfrage gaben 40 % an, an Gott zu glauben, während 34 % nicht an Gott glaubten und 20 % nicht wussten, ob sie an Gott glauben.

Bildung

→ Hauptartikel: Bildungssystem in Luxemburg
 
Das luxemburgische Schulsystem (ab 2018–2019)

Das Bildungssystem in Luxemburg umfasst formale und nicht-formale Bildung, die von einer staatlichen Stelle verzahnt werden sollen. Kinder in Luxemburg sind vom 4. bis zum 16. Lebensjahr schulpflichtig. Das Schulsystem gliedert sich in:

  • Fakultative frühkindliche Betreuung (3. – 4. Lebensjahr)
  • Verpflichtende Vorschule (4. – 5. Lebensjahr)
  • Grundschule (6. – 11. Lebensjahr)
  • Sekundarschulen (ab 11. Lebensjahr)

Mehrere Typen von Sekundarschulen (Klasse 7 – 13) werden angeboten:

  • Klassische Sekundarschule: Vorbereitung auf die Hochschulreife
  • Allgemeine Sekundarschule: Je nach Fähigkeit kann hier die Hochschulreife erworben werden oder nach der 9. Klasse eine Berufsausbildung durchgeführt werden.
  • Sekundarschulen mit internationalem Curriculum

Die einzige öffentliche Universität des Großherzogtums ist die 2003 gegründete Universität Luxemburg, die mehr als 7000 Studenten ausbildet. Ihre Fakultäten „Naturwissenschaften, Technik und Medizin“, „Geistes-, Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ und „Recht, Wirtschaft und Finanzen“ bieten 18 Bachelor- und 46 Master-Studiengänge meist in zwei oder drei Sprachen an. Rund die Hälfte der Studierenden kommt aus dem Ausland. Das Hochschulangebot durch die Universität Luxemburg wird durch private ausländische spezialisierte Hochschuleinrichtungen ergänzt.

Neben der Universität forschen zahlreiche Institute, wie das Luxembourg Institute of Health (LIH), das Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER) und das Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST), in diesen Bereichen.

Die Berufsausbildung in Luxemburg wird durch öffentliche oder private Sekundarschulen nach der 9. Klasse durchgeführt. Je nach Variante wird die Ausbildung als reine schulische Ausbildung, als eine duale Ausbildung zusammen mit einem Ausbildungsbetrieb und als eine Mischung zwischen beiden Varianten durchgeführt. Nach der Erstausbildung kann ein Meisterbrief erworben werden, der zur selbständigen Führung eines Handwerksbetriebs berechtigt. Diese Ausbildung wird von der luxemburgischen Handelskammer, Chambre des Métiers, organisiert.

Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2023 5,8 % des Bruttoinlandsprodukts. Nach der OECD PaRIS-Umfrage (2025) fühlen sich 91 % (OECD Durchschnitt 85 %) der Bewohner Luxemburgs medizinisch gut betreut. Die Befragten berichten zu 72 % über eine gute körperliche Gesundheit und 86 % über eine gute psychische Gesundheit (OECD-Durchschnitt: 70 % bzw. 83 %). Die Lebenserwartung der Einwohner Luxemburgs ab der Geburt lag 2023 bei 83,4 Jahren (Frauen: 85,1, Männer: 81,7).

Die medizinische Grundversorgung in Luxemburg wird von privaten Ärzten geleistet, die zumeist in Einzelpraxen arbeiten. In Luxemburg gibt es mehrere öffentliche und private Krankenhäuser. Während das größte Universitätskrankenhaus, das „Centre Hospitalier National“ (CHN), spezialisierte und hochspezialisierte Behandlungen anbietet, decken die kleineren kommunalen Einrichtungen einen breiten Allgemeinversorgungsbereich ab. Im Jahr 2017 praktizierten in Luxemburg 29,8 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.

Alle Arbeitnehmer und Selbständigen in Luxemburg, mit Ausnahme der Grenzgänger, sind verpflichtend in einer der vier großen nationalen Krankenkassen, Caisse Nationale de Santé (CNS), CMFEP, CMFEC oder EMCFL versichert. Familienmitglieder sind mitversichert. Die Krankenkassen garantieren Versicherungsschutz in den Bereichen Krankheit und Mutterschaft, Arbeitsunfall und Berufskrankheit, Alter und Invalidität sowie Pflegebedürftigkeit.

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte Luxemburgs
 
Der Bockfiels in Luxemburg-Stadt, den Graf Siegfried 963 erwarb

Vorgeschichte, Römer

Die ersten Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Luxemburgs stammen aus der Altsteinzeit. Das Neolithikum beginnt mit der Linearbandkeramischen Kultur um 4900 v. Chr. Siedlungen der Kelten stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ungefähr einhundert Jahre später drangen Römer in das Land ein, als Caesar um 58 bis 51 v. Chr. Gallien und einen Teil von Germanien bis zur Rheingrenze eroberte. Das Gebiet des heutigen Luxemburgs wurde Teil des Imperium Romanum.

Im 5. Jahrhundert n. Chr. – zur Zeit der Völkerwanderung – drängten die germanischen Franken die Römer zurück. Wandermönche bauten die ersten Klöster in dem Gebiet. Das Kloster Echternach wurde vom angelsächsischen Missionar Willibrord im Jahre 698 gegründet.

Luxemburg im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

 
Kaiser Sigismund (Holzschnitt, 1536)

Im Jahre 963, als das Land zum ostfränkischen Reich gehörte, erwarb Graf Siegfried I. durch einen Tauschhandel mit der Abtei St. Maximin in Trier den kleinen Bockfelsen im Alzettetal mit der Burg Lucilinburhuc. Damit legte er den Grundstein für das Adelsgeschlecht der Luxemburger und die Grafschaft Luxemburg.

1308 wurde Graf Heinrich von Luxemburg zum römisch-deutschen König gewählt. Er und sein Sohn Johann, der 1310 König von Böhmen wurde, begründeten die Machtstellung der Luxemburger im mittelalterlichen Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich). 1354 wurde die Grafschaft Luxemburg von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Erster Herzog wurde Wenzel I. Mit dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Sigismund 1437 starb die Hauptlinie des Hauses Luxemburg aus, die Herrschaft der Luxemburger im Reich endete. Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das französische Haus Burgund, doch blieb es staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karl der Kühne 1477 fiel Luxemburg mit dem übrigen burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria von Burgund und ihren Ehemann, den späteren römisch-deutschen Kaiser Maximilian I. von Habsburg. So gelangte es 1482 unter die Herrschaft der Habsburger und 1555 an deren spanische Linie. Seit der Verbindung des Herzogtums mit dem Haus Burgund und später mit den Habsburgern, die beide auch in Brabant, Flandern und Holland herrschten, ist die Geschichte Luxemburgs eng mit der der nördlichen und südlichen Niederlande (vgl. Burgundische Niederlande) verknüpft.

Heiliges Römisches Reich
 
Das Heilige Römische Reich um 1400
 
Reichskreiseinteilung seit 1512. Die kreisfreien Territorien sind weiß dargestellt.
 
Karte Luxemburgs von 1712 (Pieter van der Aa)

1659 führte der Pyrenäenfrieden zwischen dem Königreich Frankreich und dem von den Habsburgern regierten Königreich Spanien, dem die ehemals burgundischen Niederlande (einschl. Luxemburg) unterstanden, zur ersten Teilung Luxemburgs, der Abtretung des Südens des Landes von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich. Von 1684 bis 1697 war das Land infolge des Reunionskrieges von 1683/84 Ludwigs XIV. gänzlich unter französischer Herrschaft.

Im Spanischen Erbfolgekrieg 1713 fiel Luxemburg an die Österreichischen Niederlande und wurde somit erneut ein von Habsburg regiertes Territorium innerhalb des römisch-deutschen Reiches. Von 1795/1801 bis 1814 geriet das Land nach dem Einzug der französischen Revolutionstruppen abermals unter französische Herrschaft.

Großherzogtum Luxemburg innerhalb des Deutschen Bundes

Deutscher Bund/Zollverein
 
Deutscher Bund 1815–1866
 
Der Deutsche Zollverein 1834–1919
blau = zum Zeitpunkt der Gründung
grün = Erweiterungen bis 1866
gelb = Erweiterungen nach 1866
rot = Grenzen des Deutschen Bundes 1828
rosa = Relevante Veränderungen nach 1834

Das römisch-deutsche Reich, dem das Herzogtum angehört hatte, wurde 1806 aufgelöst. Luxemburg fiel wie die linksrheinischen deutschen Gebiete an Frankreich, bis das Kaiserreich Napoleons I. unterging. Der Wiener Kongress legte 1815 fest, dass das nun zum Großherzogtum erhobene Land ein Bundesstaat des neu gegründeten Deutschen Bundes wurde. Gleichzeitig führten die Kongressbeschlüsse zu einer Personalunion mit dem Königreich der Vereinigten Niederlande, sodass die Niederlande, zu denen noch das spätere Belgien gehörte und Luxemburg von 1815 an einen einheitlichen Staatsverband bildeten. Mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses wurde die zweite Teilung Luxemburgs bewirkt, eigentlich jedoch nur eine nicht vollständige Wiederherstellung des status quo ante: Einige nördliche Gebiete des alten Luxemburg fielen von Frankreich unmittelbar an die Niederlande, östliche an die preußische Rheinprovinz. 1830 schloss sich Luxemburg der Belgischen Revolution an. 1839 kam es zur dritten und letzten Teilung, in der das „Französische Quartier“, nämlich die französischsprachige Westhälfte, neben Gebieten um die Städte Arlon und Martelingen, als Provinz Luxemburg an Belgien fiel; seither verblieb dem Großherzogtum Luxemburg nur noch das „Germanische Quartier“, die moselfränkischsprachige Osthälfte.

Im deutschen Bundestag übte bis zur Auflösung des Deutschen Bundes 1866 das Königreich der Niederlande die Virilstimme für Luxemburg aus.

Die Luxemburgkrise und die vollständige Unabhängigkeit Luxemburgs

1867 kam es zur Luxemburgkrise: Napoleon III. versuchte, Luxemburg von König Wilhelm III. der Niederlande zu kaufen. Die Öffentlichkeit im Großherzogtum und anderen Gebieten des Deutschen Bundes stellte sich empört gegen diesen Plan: Luxemburg, das Heimatland der Dynastie der Luxemburger, die vier römisch-deutsche Kaiser gestellt hatte, sollte nicht an Frankreich fallen. Eine Protestbewegung plädierte mit einer Petition an den König-Großherzog Wilhelm III. für den Status quo. Damals wurde der spätere Wahlspruch Luxemburgs „Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“ (Wir wollen bleiben, was wir sind) in der luxemburgischen Bevölkerung populär. Die Krise mündete in den zweiten Londoner Vertrag von 1867, in dem das Land als Kompromiss als „für immer neutral“ erklärt wurde. Die Festung Luxemburg als Festung des Deutschen Bundes in Luxemburg wurde daraufhin geschleift.

Die vollständige Eigenständigkeit erreichte Luxemburg nach dem Tod des niederländischen Königs Wilhelm III. im Jahr 1890. Da dieser ohne männliche Nachkommen blieb, starb das niederländische Königshaus Oranien-Nassau in männlicher Linie aus. In Luxemburg galt – anders als in den Niederlanden – das salische Erbrecht. Aufgrund eines privatrechtlichen Erbvertrags zwischen den Prinzen des Hauses Nassau (Nassauischer Erbverein) übernahmen die nächsten männlichen Verwandten, die Herzöge von Nassau-Weilburg, die 1866 ihr Herzogtum an Preußen verloren hatten, die Regierung in Luxemburg. Adolph Wilhelm Carl August Friedrich von Nassau-Weilburg wurde – als Protestant in einem katholischen Land – Großherzog von Luxemburg. Damit erhielt Luxemburg seine eigene erbliche Dynastie, während in den Niederlanden die Erbfolge der Oranier durch eine Thronfolgerin, die Tochter Wilhelms III., Wilhelmina, weitergeführt wurde.

Nach Entstehung des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Kaiserreiches blieb das Großherzogtum bis 1919 Mitglied im Deutschen Zollverein.

Luxemburg im 20. Jahrhundert

 
Großherzogin Charlotte von Nassau-Weilburg 1896–1985

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde die vertragliche Neutralität Luxemburgs vom Deutschen Heer verletzt, das durch Luxemburg nach Frankreich einmarschierte und Luxemburg bis zum Kriegsende 1918 besetzte. Es kam zur Staatskrise von 1918/19: Wegen ihrer (angeblich) prodeutschen Haltung im Krieg, aber auch wegen ihres aktiven Eingreifens in die Politik vor dem Krieg geriet Großherzogin Marie Adelheid unter innenpolitischen Druck und dankte zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.

Siehe auch: Luxemburg im Ersten Weltkrieg

Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde 1919 dadurch eingeführt, dass die konstituierende Versammlung am 8. Mai 1919 beschloss, das Wahlrecht auf alle Frauen und Männer mit luxemburgischer Nationalität über 21 auszudehnen. Am 15. Mai 1919 trat die überarbeitete Verfassung in Kraft. Frauen durften am 28. September 1919 erstmals abstimmen, nämlich beim Referendum über die Fortführung der Monarchie, und zum zweiten Mal am 28. Oktober 1919 bei der Kammerwahl.

Die Union Économique Belgo-Luxembourgeoise wurde am 25. Juli 1921 unterschrieben und trat am 22. Dezember 1922 in Kraft. Dieser Vertrag regelte u. a. die Parität (Wechselkurs 1:1) zwischen der belgischen und der luxemburgischen Währung Luxemburgischer Franc. Fortan war der belgische Franc in Luxemburg als Zahlungsmittel anerkannt.

In den 1920er Jahren erstarkten neue politische Strömungen, etwa die aus der Arbeiterbewegung entstandene Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei (LSAP) und die katholisch orientierte Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (LCV), die allmählich die Vorherrschaft der Liberalen ablösten.

Der Nationalsozialismus sah Luxemburg wie Elsass-Lothringen und Ostbelgien als genuin deutsches Territorium mit deutschsprachiger, arischer Bevölkerung an. Seit der Machtergreifung ab dem 30. Januar 1933 drohte dem Großherzogtum Luxemburg die Annexion durch das NS-Regime.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg und der Besetzung Luxemburgs durch Deutschland am 10. Mai 1940 war Antisemitismus in Luxemburg verbreitet. In den 1930er Jahren flohen sehr viele vom Nationalsozialismus verfolgte Menschen aus Deutschland und Österreich nach Luxemburg. Ab 1936 wurden die Einreisebestimmungen für Flüchtlinge aus dem Deutschen Reich verschärft. Unter den Flüchtlingen war ein sehr hoher Anteil von Juden, von denen viele versuchten ein Geschäft in Luxemburg zu eröffnen. Auf Druck des Luxemburger Mittelstandes wurden Handelsgenehmigungen an Ausländer nach immer strengeren Regeln verteilt. Diese und andere fremdenfeindliche Maßnahmen betrafen die jüdische Minderheit besonders stark.

Am 10. Mai 1940 besetzten deutsche Truppen Luxemburg. Die Regierung und die Großherzogin flohen ins Exil nach London. Nach vorübergehender Militärverwaltung wurde eine Zivilverwaltung unter Gustav Simon, NSDAP-Gauleiter des angrenzenden Gaues Moselland, eingesetzt. Luxemburger wurden zur deutschen Wehrmacht und zum Kriegsdienst eingezogen, und jüdische Bürger wurden in deutsche Konzentrationslager deportiert. Im August 1942 annektierte Deutschland das besetzte Land und formte aus den Distrikten Landkreise.

Der Zweite Weltkrieg wurde zu einer Bewährungsprobe für die junge Nation und führte dazu, dass sich nationale Symbole wie die Monarchie und die luxemburgische Sprache im Bewusstsein der luxemburgischen Gesellschaft fest verankerten. Am 10. September 1944 wurde Luxemburg von US-amerikanischen Truppen erstmals befreit. Die Wehrmacht begann am 16. Dezember 1944 die Ardennenoffensive und rückte an ihrer linken Flanke auch gegen Luxemburg vor. Die 3. US-Armee unter General George S. Patton machte daraufhin auf Befehl von General Dwight D. Eisenhower einen Schwenk nach Norden, stoppte die Angreifer binnen weniger Tage und drängte sie zurück. Die deutsche Besetzung des Landes nahm erst Mitte Februar 1945 ihr definitives Ende, als der letzte deutsche Soldat luxemburgischen Boden verließ.

Die Deportation von Juden aus Luxemburg erfolgte in sieben Transporten vom 16. Oktober 1941 bis zum 17. Juni 1943. Luxemburg wurde von internationalen Historikern dafür kritisiert, dass keine objektive Aufarbeitung dieses Kapitels der Geschichte erfolgt sei und Luxemburg sich fälschlich nur als Opfer darstelle. Die daraufhin eingeleiteten Untersuchungen der luxemburgischen Historiker Denis Scuto und Vincent Artuso ergaben, dass die luxemburgische Verwaltungskommission, die als Ersatzregierung tätig gewesen war, sich aktiv an der Deportation beteiligt hatte. Sie habe nicht nur kollaboriert, sondern jüdische Erwachsene und Kinder aus eigenem Antrieb an Nazideutschland ausgeliefert. Sie habe dabei aktiv und nicht nur als Befehlsempfänger gehandelt. Luxemburg hat im Juni 2015 für dieses Fehlverhalten offiziell bei den jüdischen Gemeinden um Entschuldigung gebeten. Im Jahr 2021 schloss das Land mit der World Jewish Restitution Organization ein Abkommen zur Entschädigung jüdischer Schoa-Opfer. In Luxemburg gab es auch kaum eine Entnazifizierung.

Siehe auch: Luxemburg im Zweiten Weltkrieg und Germanisierung Luxemburgs

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Währungsunion Luxemburgs mit Belgien wiederhergestellt und die Zoll- und Wirtschaftsunion auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). Luxemburg wurde 1945 Mitglied der Vereinten Nationen. 1948 hob das Land die „immerwährende Neutralität“, die seit 1867 bestanden hatte, formell auf. Luxemburg wurde 1952 Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion). Luxemburg war eines der sechs Gründungsmitglieder der am 25. März 1957 gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Luxemburg ist Vertragspartei des 1985 mit vier weiteren EU-Staaten geschlossenen, nach dem luxemburgischen Moselort benannten Schengener Übereinkommens. 1986 kam es zur Verleihung des Karlspreises an das gesamte luxemburgische Volk wegen besonderer Verdienste um die Europäische Einigung. 1990 wurde das Schengener Durchführungsübereinkommen geschlossen, das am 26. März 1995 zwischen den Vertragsparteien zum Wegfall der Grenzkontrollen führte; es entstand der Schengen-Raum.

Luxemburg im 21. Jahrhundert

Anfang 2002 wurde der Euro als Nachfolger des Luxemburgischen Francs als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr eingeführt; seit Anfang 1999 war er bereits Buchwährung. Seit 2020 ist in Luxemburg als erstem Staat der Welt der öffentliche Nahverkehr kostenfrei nutzbar (einschließlich der 2. Klasse der Eisenbahn).

2023 trat nach langen Beratungen und Auseinandersetzungen eine neue Verfassung in Kraft. Darin wurden unter anderem eine ganze Reihe von Grundrechten der Bürger und Bürgerinnen eingeführt, das Luxemburgische als Staatssprache sowie die Trennung von Kirche und Staat festgeschrieben sowie festgehalten, dass der Großherzog „keine anderen Befugnisse als die, die ihm von der Verfassung und den Gesetzen zuerkannt werden“, hat. Hintergrund für Letztgenanntes war nicht zuletzt der 2021 erschienene Bericht von Jeannot Waringo über unkonstitutionelle Missstände am großherzoglichen Hof.

Politik

Staat, Verfassung und Hoheitssymbole

→ Hauptartikel: Luxemburgische Verfassung

Das Großherzogtum Luxemburg ist seit der Zweiten Londoner Konferenz von 1867 ein souveräner und unabhängiger Staat. Die aktuelle Verfassung Luxemburgs, deren rechtsverbindlicher Text in französischer Sprache formuliert ist, löste am 1. Juli 2023 die mehrfach grundlegend revidierte Verfassung von 1868 ab. Sie bezeichnet das Großherzogtum als eine parlamentarische Demokratie mit der Staatsform einer konstitutionellen Monarchie.

Die Verfassung garantiert Grundrechte, wie das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit und Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, sowie zahlreiche Öffentliche Freiheiten. Zu den in der Verfassung festgelegten Staatszielen zählt u. a. das Recht auf Arbeit, Umweltschutz, Tierwohl und Wissenschaftsfreiheit. Die weiteren Kapitel enthalten Regelungen zum Amt des Großherzogs, zur Abgeordnetenkammer, zur Regierung, zur Justiz und zum Staatsrat, zur Staatsverwaltung, zu den Gemeinden und zu den öffentlich-rechtlichen Einrichtungen.

Flaggen und Wappen Luxemburgs
 
Flagge
 
Zivilflagge (Roude Léiw)
 
Kleines Wappen
 
Mittleres Wappen
 
Großes Wappen

Die Flagge Luxemburgs ist eine rot-weiß-(hell)blaue Trikolore. Ferner gibt es die Zivilflagge Roude Léiw sowie als Wappen Luxemburgs ein kleines, mittleres und großes Wappen.

Der Wahlspruch des Großherzogtums Luxemburg lautet: Mir wëlle bleiwe wat mir sinn („Wir wollen bleiben, was wir sind“). Anlass war die Luxemburgkrise 1867, der von Napoleon III. beabsichtigte, nicht realisierte Erwerb des Großherzogtums Luxemburg, das Teil des Deutschen Bundes und dessen Staatsoberhaupt Wilhelm III. der Niederlande war.

Die erste und die letzte Strophe des Liedes Ons Heemecht (Unser Heimatland; luxemburgischer Originaltext: Michel Lentz, Musik: Johann-Anton Zinnen) aus dem Jahre 1864 stellen die Nationalhymne Luxemburgs dar.

Exekutive: Staatsoberhaupt, Regierung und Staatsrat

Staatschef ist nach Artikel 44 der Verfassung der Großherzog. Weiter heißt es: „Der Großherzog hat keine anderen Befugnisse als die, die ihm von der Verfassung und den Gesetzen zuerkannt werden.“ Mit Artikel 56 der Verfassung, wonach „[d]as Amt des Staatsoberhaupts […] in der direkten Nachkommenschaft Seiner Königlichen Hoheit Adolphe, Großherzog von Luxemburg, Herzog von Nassau, in der Reihenfolge der Primogenitur und der Repräsentation erblich [ist]“, wurde die Thronfolge erstmals durch staatliches Recht definiert; zuvor galt als Hausgesetz, dessen Änderung dem Großherzog ohne Mitwirkung des Parlaments zustand, der Nassauische Erbverein vom 30. Juni 1783. Staatsoberhaupt und Großherzog von Luxemburg ist seit 3. Oktober 2025 Guillaume von Nassau. Er ist formal Oberbefehlshaber der Armee.

Siehe auch: Liste der Großherzöge Luxemburgs und Wappen des Monarchen

Die Regierung setzt sich aus dem Premierminister, der den traditionellen Titel Staatsminister führt, dem Vize-Premierminister sowie Ministern und Staatssekretären zusammen. Sie wird vom Großherzog ernannt und muss sich dann einer Vertrauensabstimmung im Parlament stellen.

Seit dem 17. November 2023 ist Luc Frieden von der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) Staats- bzw. Premierminister. Er führt eine Koalition aus seiner CSV mit der liberalen Demokratischen Partei (DP). Xavier Bettel (DP), Friedens Vorgänger, ist Außenminister und Vize-Premierminister.

Siehe auch: Regierung Frieden-Bettel, Liste der Premierminister von Luxemburg und Liste der Außenminister Luxemburgs
Siehe auch: Liste der Verkehrsminister Luxemburgs und Liste der Verteidigungsminister Luxemburgs

Der Staatsrat ist ein beratendes Organ, das aus 21 Mitgliedern besteht. Das Nominierungsverfahren ist nicht in der Verfassung geregelt, sondern lediglich in einem Gesetz. Der Staatsrat wirkt bei der Gesetzgebung mit. Seine Opposition formelle bei Gesetzentwürfen hat eine auf drei Monate begrenzte aufschiebende Wirkung. Seit April 2024 ist Marc Thewes der Vorsitzende.

Legislative

 
Das Hôtel de la Chambre, Sitz der Abgeordnetenkammer

Die Abgeordnetenkammer (Chambre des Députés) übt die gesetzgebende Gewalt aus. Die drei Hauptaufgaben des Parlaments sind Gesetzgebung, Kontrolle der Regierung und politische Debatten. Sie hat 60 Sitze und ihr Präsident ist aktuell Claude Wiseler (CSV).

Das Parlament wird alle fünf Jahre nach Verhältniswahlrecht gewählt. Das Land ist in vier Wahlbezirke mit unterschiedlicher Abgeordnetenzahl eingeteilt, um so der Bevölkerungsverteilung des Landes gerecht zu werden (Norden [9], Osten [7], Zentrum [21] und Süden [23]). Die Grenzen der Wahlbezirke sind fast identisch mit denen der drei Distrikte, mit dem Unterschied, dass der Distrikt von Luxemburg-Stadt noch einmal in vier Bereiche unterteilt ist. Die Wähler haben entsprechende Stimmenzahlen und können ihre Stimmen entweder kumulieren (alle Stimmen an eine Partei) oder panaschieren (Personenwahl, maximal zwei Stimmen pro Kandidat).

Seit 1919 besteht Wahlpflicht für alle Staatsbürger über 18 Jahre. Dies gilt auch für jeden, der in das luxemburgische Wählerverzeichnis eingetragen ist und in Luxemburg wohnt.

Wenn die Abgeordnetenkammer mit der Mehrheit ihrer Mitglieder der Regierung das Vertrauen entzieht oder einen Misstrauensantrag gegenüber der Regierung annimmt, kann der Großherzog vorgezogene Neuwahlen ansetzen.

Sitzverteilung nach Partei in der Luxemburger Abgeordnetenkammer
Parteiname (Luxemburgisch) Parteiname (Deutsch) Parteikürzel Abgeordnete
Chrëschtlech-Sozial Vollekspartei Christlich-Soziale Volkspartei CSV 21
Demokratesch Partei Demokratische Partei DP 14
Lëtzebuerger Sozialistesch Aarbechterpartei Luxemburger Sozialistische Arbeiterpartei LSAP 11
Alternativ Demokratesch Reformpartei Alternative Demokratische Reformpartei ADR 5
Déi Gréng Die Grünen – 4
Piratepartei Lëtzebuerg Die Piraten – 3
Déi Lénk Die Linken – 2
 
Wahlbezirke: Norden (Grün), Zentrum (Blau), Süden (Rot) und Osten (Gelb). Angegeben ist die Anzahl der Parlamentssitze pro Bezirk.
Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Luxemburg

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 18,7 von 120 171 von 179 Stabilität des Landes: sehr nachhaltig
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024
Demokratieindex 8,88 von 10 10 von 167 Vollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024
Freedom in the World Index 97 von 100 — Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2024
Rangliste der Pressefreiheit 83,8 von 100 11 von 180 Zufriedenstellende Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2024
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 78 von 100 8 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2025

Rechtsordnung und Justiz

 
Cité judiciaire, Plateau St. Esprit

Das luxemburgische Privatrecht wurzelt in dem unter Napoleon Bonaparte entstandenen französischen Code civil. Zusammen mit dem französischen und belgischen Recht gehört es zu den am engsten an das napoleonische Zivilrecht angelehnten System des romanischen Rechtskreises. Das Strafrecht ist stark vom belgischen Vorbild beeinflusst. Hingegen entsprechen das Verwaltungsrecht und das Einkommensteuerrecht eher dem deutschen Vorbild. Die Rechtssprache ist Französisch; Gerichtssprachen Luxemburgisch, Deutsch und/oder Französisch, je nach dem einzelnen Fall.

Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch an der Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Obergerichtshof, der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst. In Straf- und Zivilsachen ist der Kassationshof die höchste Rechtsprechungsinstanz im Land. Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht, einen Verwaltungsgerichtshof sowie einen Verfassungsgerichtshof. Das Verwaltungsgericht sowie der Verwaltungsgerichtshof sind auf dem Kirchberg angesiedelt worden, die restlichen Gerichte in der Stadt Luxemburg haben ihren Sitz in der Cité judiciaire, auf dem Heilig-Geist-Plateau.

Militär

→ Hauptartikel: Streitkräfte Luxemburgs

Nach dem Londoner Vertrag 1867 sollte das Großherzogtum Luxemburg nicht nur neutral, sondern auch unbewaffnet sein. Aufgrund der Erfahrungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg – Luxemburg wurde trotz seines Status der immerwährenden Neutralität in beiden Kriegen von deutschen Truppen besetzt – gab es diese Position im Jahr 1948 auf. Eine großherzogliche Verordnung, die am 30. November 1944 die Neutralität für beendet erklärte und eine allgemeine Wehrpflicht eingeführt hatte, wurde 1948 durch das Parlament bestätigt. Die allgemeine Wehrpflicht wurde jedoch 1967 wieder abgeschafft und durch einen freiwilligen Wehrdienst ersetzt.

Die Streitkräfte Luxemburgs, des flächenmäßig kleinsten NATO-Mitglieds, bestehen heute aus der über 1100 Mitglieder starken Lëtzebuerger Arméi (Luxemburger Armee). Sie besteht aus Landeinheiten und seit 2020 aus einer Lufteinheit. Die Landeinheiten beinhalten zwei Infanteriekompanien, von denen die erste das luxemburgische Kontingent im Eurokorps darstellt. Die Lufteinheit ist Teil einer binationalen belgisch-luxemburgischen Einheit, die mit einem Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M ausgestattet ist. Während der Großherzog als zeremonieller Oberbefehlshaber fungiert, wird die Armee vom Chief of Defence angeführt, der den Rang eines Generals innehat. Jeder EU-Bürger, der seit mindestens drei Jahren in Luxemburg lebt und eine ausreichende Kenntnis der drei Verwaltungssprachen nachweisen kann, kann in Luxemburg zur Armee gehen, ohne seine Nationalität wechseln zu müssen.

Polizei und Nachrichtendienst

 
Streifenwagen der Police grand-ducale

Die Police grand-ducale (auch Police Lëtzebuerg genannt) ist als Organ der Exekutive für die innere Sicherheit, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und die Durchsetzung der Gesetze verantwortlich. Es gibt Circonscriptions régionales (Polizeidirektionen) in Luxemburg-Stadt, Diekirch, Esch/Alzette, und Grevenmacher. Darüber hinaus gibt es die nationalen Sondereinheiten Service de Police Judiciaire (Kriminalpolizei), Unité Centrale de Police de la Route (Verkehrs- und Autobahnpolizei sowie motorisierte Eskorte), Unité Centrale de Police à l’Aéroport (Flughafenpolizei), Unité de Garde et d'Appui Opérationnel (Bereitschaftspolizei), École de Police (Polizeischule) und Unité Spéciale (Spezialeinheit). Die Spitzeneinheit der Polizei ist die Direction Générale.

Der Service de Renseignement de l’État (SRE) ist der Nachrichtendienst Luxemburgs. Er soll Informationen sammeln und auswerten, um einer Bedrohung des luxemburgischen Territoriums, seiner Verbündeten oder internationaler Einrichtungen, die ihren Sitz in Luxemburg haben, vorzubeugen. Dazu gehört auch die Gefährdung kritischer Infrastruktur, insbesondere der Energie- und Wasserversorgung, des Straßenverkehrs und der Informationstechnik.

Außenpolitik

Luxemburg ist Sitz wichtiger europäischer Institutionen wie des Europäischen Gerichtshofs, des Europäischen Rechnungshofs, der Europäischen Investitionsbank und des Sekretariat des Europäischen Parlaments und gehört ebenfalls zu den Gründerländern der Europäischen Union.

Luxemburg ist aktiver Mitgestalter der Politik der Europäischen Union. Es legt auch EU-intern großen Wert auf eine angemessene Beteiligung der kleineren EU-Mitgliedstaaten sowie an Reformen als auch an der Weiterentwicklung der EU-Institutionen. Das Land ist leidenschaftlicher Befürworter der europäischen Zusammenarbeit und ratifizierte als erster Staat den Vertrag von Maastricht.

Im Jahr 1986 wurde das „Volk Luxemburgs“ mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Damit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text auf der Medaille, die Großherzog Jean stellvertretend für seine Staatsbürger überreicht wurde, lautet: „Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.“

Der luxemburgische Großherzog nimmt seit 2014 an den Treffen der Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder teil.

Politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Deutschland

Die Pflege guter Nachbarschaft mit Deutschland, Frankreich und Belgien hatte und hat für Luxemburg Priorität. Luxemburg versteht sich dabei als Gravitationszentrum der kulturell und wirtschaftlich florierenden Großregion Saar-Lor-Lux, zu der auch Trier und die belgische Wallonie zählen. 150.000 Grenzgänger aus Lothringen, Wallonien, dem Saarland, der Region Trier und der Eifel (insgesamt 36.000 aus Deutschland) arbeiten in Luxemburg. Die wichtigsten Bereiche der grenzüberschreitenden Kooperation sind Raumordnung, Arbeitnehmermigration, Zivilschutz, Kultur, Tourismus und Verkehr. Auf europäischer Ebene sind die politischen Interessen Luxemburgs ebenso zu großen Teilen eng mit den deutschen verzahnt. Die Deutsche Botschaft befindet sich in Luxemburg (Stadt).

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland sind intensiv: Deutschland ist für Luxemburg der größte Abnehmer luxemburgischer Exportwaren und zugleich einer der wichtigsten Lieferanten des Großherzogtums für Importgüter: circa 26 Prozent der Einfuhren kommen aus Deutschland. Von den 115 Luxemburger Banken hatten 2024 die deutschen Kreditinstitute mit 18 Niederlassungen die meisten ausländischen Bankniederlassungen eines Landes.

Deutschland und Luxemburg verbinden vielfältige Kulturbeziehungen. Luxemburg mit der Großregion war 2007 Europäische Kulturhauptstadt: Zahlreiche Projekte unterstrichen die engen kulturpolitischen Beziehungen. Die Zusammenarbeit in der Großregion wird auch nach dem Kulturjahr fortgesetzt. Auf den Gebieten Kunst, Theater, Literatur, Musik, Forschung und Wissenschaft gibt es regen Austausch. Die luxemburgischen Medien berichten regelmäßig über kulturelle Veranstaltungen in Deutschland. Aufgrund des problemlosen sprachlichen Zugangs finden das deutsche Fernsehen und die deutschen Printmedien in Luxemburg eine große Verbreitung. Seit 2007 wird eine grenzüberschreitende weiterführende Schule, das Deutsch-Luxemburgische Schengen-Lyzeum Perl, von Luxemburg und dem Saarland in Perl betrieben. Die Schüler erhalten in Deutsch, Französisch und Luxemburgisch Unterricht von Lehrkräften aus beiden Ländern.

Großregion

Luxemburg sieht sich im Mittelpunkt einer großstädtischen, wirtschaftlichen sowie verkehrsgeografischen Agglomeration, die weit über die nationalen Grenzen hinausreicht. Der unverkennbaren Tatsache wurde politisch durch die Gründung von Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wie der Großregion Rechnung getragen. Die wirtschaftliche Interdependenz dieses Ballungsraumes wird insbesondere durch die auf das Lohn- bzw. Preisgefälle relativ schnell reagierende Mobilität auf dem Arbeitsmarkt und dem Wohnungsmarkt sichtbar.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

 
Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Brüssel. Luxemburg ist einer von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
  • Benelux
  • Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD)
  • Europäische Union (EU)
  • Europarat
  • Europäische Patentorganisation (EPO)
  • Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO)
  • Internationale Arbeitsorganisation (IAO)
  • Internationale Atomenergieorganisation (IAEA)
  • Internationale Fernmeldeunion (ITU)
  • Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO)
  • Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO)
  • Internationaler Währungsfonds (IWF)
  • Organisation des Nordatlantikvertrags (NATO)
  • Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
  • Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO)
  • Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)
  • Vereinte Nationen (UNO)
  • Weltbank
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • Welthandelsorganisation (WTO)
  • Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
  • Weltpostverein (UPU)

Forschungspolitik

Im Jahr 2020 hat die luxemburgische Regierung eine nationale Forschungs- und Innovationsstrategie für die folgenden 10 Jahre eingeführt. Ihr Ziel ist es, Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, vielfältige und digitale Wissensgesellschaft zu schaffen. Die vier großen Schwerpunkte zur Erreichung des Ziels sind: "Umwandlung der Industrie und des Dienstleistungsgewerbes", "nachhaltige und verantwortungsbewusste Entwicklung", "personalisierte Gesundheitsversorgung" und "Bildung im 21. Jahrhundert". Beispiele für die Förderung sind zukünftige IT- und Kommunikationssysteme, Technologien und Maßnahmen in Bezug auf den Klimawandel sowie komplexe biomedizinische Systeme.

Verwaltungsgliederung

→ Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Luxemburgs
 
Politische Gliederung Luxemburgs

Das Staatsgebiet Luxemburgs ist von einem verwaltungstechnischen Standpunkt aus gesehen eingeteilt in 12 Kantone, 100 Gemeinden, 4 Wahlbezirke (Süden, Zentrum, Osten und Norden) und 2 Gerichtsbezirke (Luxemburg und Diekirch) mit 3 Friedensgerichten (Luxemburg, Esch/Alzette und Diekirch). Die Kantone haben keine eigene Verwaltungsstruktur. Sie dienen lediglich als territoriale Einheiten, auf deren Basis die Wahl- und Verwaltungsbezirke organisiert sind. Sie sind: Capellen, Clervaux, Diekirch, Echternach, Esch/Alzette, Grevenmacher, Luxemburg, Mersch, Redange, Remich, Vianden und Wiltz.

Gemeinden

Laut Artikel 121 der Luxemburger Verfassung bilden die Gemeinden eigenständige Körperschaften auf territorialer Grundlage, besitzen Rechtspersönlichkeit und verwalten durch ihre Organe ihre eigenen Interessen und ihr eigenes Vermögen. An der Spitze der luxemburgischen Gemeinde steht der Buergermeeschter (deutsch Bürgermeister, französisch Maire). Er führt als Verwaltungsbeamter die Geschäfte der Gemeinde. Ihm zur Seite gestellt sind die Schäffen (deutsch Schöffen, französisch Echevins) sowie der demokratisch nach Mehrheits- oder Verhältniswahl gewählte Gemeinderat, aus dem Bürgermeister und Schöffen hervorgehen sollen. Der Bürgermeister hat bei Sitzungen den Vorsitz inne und muss sich in allen wichtigen Angelegenheiten mit dem Schöffenrat einigen. Die Schöffen (und der Gemeinderat) können auch den Bürgermeister zum Handeln auffordern.

In Luxemburg dürfen sich beliebig viele Gemeinden frei zu Syndikaten (etwa „Zweckverbände“ oder „Vereine“) zusammenschließen, um die Vielzahl ihrer Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. So gibt es etwa Syndikate zur Grundversorgung der Bevölkerung oder für Musikschulen.

Siehe auch: Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg

Städte

 
Blick auf den Stadtteil Luxemburg-Grund

Das Großherzogtum Luxemburg weist rein rechnerisch nur eine Großstadt (mindestens 100.000 Einwohner) auf. Der statistische Urbanisierungsgrad ist in Luxemburg insgesamt gesehen sehr hoch. Im Jahr 2023 lebten 92 Prozent der Einwohner Luxemburgs in Städten, die jedoch überwiegend nur Land- und Kleinstädte sind. Die bevölkerungsreichste Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg (luxemburgisch Lëtzebuerg) mit über 136.200 Einwohnern (Großraum 142.000). Da sich ein Ort im Großherzogtum nur per Gesetz als „Stadt“ bezeichnen darf, hat Luxemburg nur zwölf Städte, denen die Stadtrechte oft bereits im Mittelalter verliehen wurden. Das im Osten gelegene Echternach (5.617, gleichnamiger Kanton über 19.000) ist die älteste Stadt Luxemburgs. Die größeren Städte liegen im Südwesten in der Minette-Region, in der sich die Eisen- und Stahlindustrie des Großherzogtums konzentriert. Dies sind unter anderem Esch an der Alzette (37.900, Großraum über 70.000), Differdingen (30.800) und Düdelingen (22.200). Im Norden Luxemburgs gibt es hingegen mehrere kleine Städte, die meist Hauptorte eines Kantons sind. Um die beiden Städte Diekirch (6900) und Ettelbrück (8500) bildet sich die Nordstad (insgesamt rund 23.000), der größte Ballungsraum im Norden Luxemburgs, der neben der Hauptstadt und Esch an der Alzette als dritter Entwicklungspol des Großherzogtums gilt.

Wirtschaft

 
Luxemburg ist Teil des Europäischen Binnenmarkts; zusammen mit 20 anderen EU-Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone

In Luxemburg hat der Finanzsektor, der 24 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt, die größte Bedeutung. Dienstleistungen insgesamt trugen 2023 zu 80 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, während Industrie und produzierendes Gewerbe 10,5 % sowie die Landwirtschaft 0,23 % zum BIP beitrugen.

Das durchschnittliche Einkommen ist gemäß einer Studie des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) zweieinhalbfach so hoch wie jenes des durchschnittlichen Europäers. Das durchschnittliche Vermögen eines Haushalts in Luxemburg beträgt 570.000 Euro, ausländische Ansässige sind tendenziell deutlich wohlhabender. Dies trifft für eine Minderheit der ausländischen Bürger zu, da die mit Abstand größte ausländische Gemeinde, die der Portugiesen, zum hohen ausländischen Durchschnittsvermögen wenig beiträgt. Der Kaufkraftstandard eines Luxemburgers liegt bei 253 Prozent des EU-Durchschnitts (Deutschland: 116 Prozent). Das luxemburgische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist, abgesehen von den Fürstentümern Liechtenstein und Monaco, das höchste weltweit. Das Buttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2024 138.757 USD. Das Bruttoinlandsprodukt der Stadt Luxemburg beträgt 213 Prozent des EU-Durchschnitts. Nur Greater London (315 Prozent) und die Region Brüssel-Hauptstadt (234 Prozent) weisen höhere Werte auf. Der Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 5 höchste von 176 Ländern.

Die meisten Statistiken bezüglich Luxemburg sind um den Faktor zwei respektive 0,5 verfälscht. Grund hierfür ist, dass im Großherzogtum Luxemburg circa die Hälfte aller Beschäftigten Grenzgänger und somit Nicht-Einwohner sind, die zusammen mit den Einwohnern das Bruttosozialprodukt in Luxemburg erwirtschaften und die gleichen Steuern und Sozialabgaben wie die Einwohner zahlen. Folglich ergeben sich in solchen Fällen entsprechend verfälschte Resultate, z. B. beim Bruttosozialprodukt pro Kopf oder der Kaufkraft pro Kopf etc., bei denen nur die eine Hälfte, nämlich die Einwohner, berücksichtigt wird, jedoch nicht die andere Hälfte, nämlich die Grenzgänger.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung wird in Kaufkraftstandards gemessen, um den internationalen Vergleich unter Ausschaltung der Unterschiede im Preisniveau zu ermöglichen. Dieser Quotient ist im Falle Luxemburgs verzerrt, weil ein hoher Anteil der Erwerbstätigen zwar zur Wertschöpfung des Landes beiträgt, jedoch als Nichtansässige nicht im Nenner des Quotienten verbucht sind. Im Jahr 2023 wohnten von den 482.600 im Lande Beschäftigten nur 255.900 im Landes selbst, die restlichen 226.700 als Grenzgänger außerhalb des Landes. Noch aus einem anderen Grunde ist diese Verhältniszahl nur bedingt brauchbar, um eine Aussage über den tatsächlichen Lebensstandard der luxemburgischen Bevölkerung zu machen: Das Bruttoinlandsprodukt enthält Ausgaben wie Bruttoinvestitionen (Produktionsmittel, staatliche Dienstleistungen, ...), die nicht direkt etwas mit dem Verbrauch der privaten Haushalte zu tun haben.

Mit einem GINI-Koeffizienten von 33,6 (2023) liegt Luxemburg im Drittel der EU-Länder mit der höchsten Einkommensungleichheit. Im weltweiten Vergleich liegt dieser Wert jedoch im Mittelfeld.

Das Land führt eine Wertpapierbörse – die Börse Luxemburg – mit dem Leitindex der Volkswirtschaft, dem LuxX-Index.

Siehe auch: Wirtschaftsgeschichte Luxemburgs

Dienstleistungen

 
Auf dem Kirchberg-Plateau befinden sich zahlreiche Banken, europäische Institutionen und Behörden (Sicht vom Pfaffenthal)

Luxemburg hat aufgrund seiner günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen und der geographischen Nähe zu Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden eine hohe Attraktivität für internationale Unternehmen im tertiären Sektor, insbesondere für Banken und Versicherungen. Der Sektor „Finanzdienstleistungen“ trug 2024 etwa 25,5 % zur Summe der Wertschöpfung zu Herstellungspreisen, der Sektor „Immobilien, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen“ 24,0 %. Handel, Hotellerie, Gastronomie, Transport und Kommunikation stellten 2024 19 % Wertschöpfung zu Herstellungspreisen mit abnehmender Tendenz. Die Anteile der Dienste der öffentlichen Verwaltung (2024: 7,6 %) sowie von Bildung, Gesundheit und Sozialfürsorge (2024: 12,0 %) nahmen im letzten Jahrzehnt zu.

Die meisten der in Luxemburg niedergelassenen großen Unternehmen bieten ihre Dienstleistungen nicht oder nur in geringem Umfang in Luxemburg an, sondern sind vor allem über den frei möglichen Dienstleistungsverkehr in anderen Staaten der Europäischen Union tätig.

Als Sitz mehrerer Behörden der Europäischen Union hat das Land auch Bedeutung als internationales Verwaltungszentrum.

Finanzplatz

 
Gründeraktie der National Bank Grossherzogthum Luxembourg vom 1. Juni 1873

Schwerpunkt der Luxemburger Volkswirtschaft ist der Finanzsektor, der 24 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Banken beschäftigten 2024 über 26.000 Mitarbeiter. Beim Global Financial Centres Index belegte der Finanzplatz Luxemburg 2025 den 19. Rang. Einer der Hauptpfeiler des Finanzplatzes Luxemburg sind die Fonds. Im Jahr 2024 hatten in Luxemburg mehr als 1.100 Investmentfonds ihren Geschäftssitz. Diese verwalteten insgesamt Anlagegelder in Höhe von über 1,0 Billionen Euro. Damit ist Luxemburg der größte Fondsstandort Europas; weltweit belegt er hinter den USA den zweiten Platz. Die Entstehung des Finanzplatzes Luxemburg wurde in erster Linie durch vorteilhafte gesetzliche Rahmenbedingungen, eine internationale Ausrichtung und niedrige Steuersätze begünstigt. Die Deutsche Bank gründete 1970 als erste Auslandstochter die Deutsche Bank Luxembourg S.A., weitere deutsche Geldinstitute und internationale Banken folgten.

Die Abhängigkeit von den Finanzinstituten ist ein Risiko für die luxemburgische Wirtschaft, weil im Falle einer Krise des Finanzsektors dadurch auch die Gesamtvolkswirtschaft in größere Mitleidenschaft gezogen wird.

Luxemburg ist oft als Steueroase bezeichnet worden. Es belegte 2024 beim Corporate Tax Haven Index des Tax Justice Networks weltweit den 10. Platz und den 4. Platz bei den EU/EFTA-Staaten. Im November 2014 gelangten in dem sogenannten Luxemburg-Leaks-Skandal 28.000 Seiten vertraulicher Dokumente im Original an die Öffentlichkeit, welche die Steuervermeidungsmodelle globaler Konzerne dokumentieren. Ungeachtet des Skandals ist Luxemburg weiterhin ein wichtiger Standort zur Steuervermeidung großer Konzerne.

Logistik

Zur Diversifizierung der Wirtschaft fördert die luxemburgische Regierung den Logistik-Sektor. Der Flughafen Luxemburg, der siebtgrößte Frachtflughafen Europas, der Moselhafen in Mertert sowie der Verladebahnhof zwischen Bettemburg und Düdelingen sind die großen Pfeiler des Logistikstandortes. Die luxemburgische Fluggesellschaft Cargolux ist die größte Luftfrachtgesellschaft in Europa.

Informations- und Kommunikationstechnik

Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) 2022 der Europäischen Union belegt Luxemburg den 8. von 27. Rängen. Es hat insbesondere einen hohen Anteil (8 % in 2023) von IT-Spezialisten an der Gesamtbeschäftigung. Die 5G-Abdeckung betrug 2023 99,6 %. Im selben Jahr nutzen 14,45 % der Unternehmen künstliche Intelligenz, womit Luxemburg an dritter Stelle der EU-Staaten war.

Luxemburg beherbergte im Jahr 2025 23 Datenzentren.

Schwerindustrie und verarbeitende Industrie

 
Stahlwerk in Differdingen

Die noch bis in die 1970er Jahre dominierende Schwerindustrie, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem auch mit deutschem Kapital gegründet worden war, war der Grundstein zu Luxemburgs Wohlstand und stützte sich auf die reichen Erzvorkommen im Südwesten des Landes. Seit der großen Strukturkrise in den 1970er Jahren hat sie an Bedeutung verloren. Eisen- und Stahlindustrie erarbeiten nur mehr 2,7 Prozent der Bruttowertschöpfung. Hauptarbeitgeber war der Stahlkonzern ARBED, der die langjährige Stahlkrise um den Preis der Verkleinerung der Belegschaft (von 27.000 in den frühen 1970er Jahren auf ca. 6700) und rigoroser Modernisierung überstehen konnte. Arbed hatte im Januar 2002 mit Usinor (französisch) und Aceralia (span.) eine Fusion zum seinerzeit zweitgrößten Stahlkonzern der Welt Arcelor vollzogen, der 2006 mit Mittal Steel zu dem weltweit größten Stahlhersteller ArcelorMittal fusionierte.

Hinzugekommen sind andere Industrien wie Chemie, insbesondere Autoreifen (Goodyear) und andere Kautschukerzeugnisse, sowie Kunststoffe und Kunstfasern, Maschinen- und Fahrzeugbau, keramische Industrie, Glas, Textilerzeugung und Lebensmittelproduktion. Hauptstandort der verarbeitenden Industrie ist immer noch das frühere Schwerindustrierevier im Südwesten Luxemburgs bei Esch an der Alzette („Minette“).

Baugewerbe

Mit 4,5 % der Summe der Wertschöpfung zu Herstellungspreisen (2024) ist das Baugewerbe als Wirtschaftszweig von nachgeordneter Bedeutung. Im Konjunkturablauf profitiert es zum einen von der Ansiedlung neuer Industrien, Banken und Versicherungen und der damit einhergehenden Nachfrage nach Büro- und Wohnraum. Zum anderen sind für die Branche die staatlichen Investitionen in das Straßen- und Autobahnnetz sowie die weiteren zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes von grundlegender Bedeutung.

Land- und Forstwirtschaft

Die Bedeutung der Landwirtschaft (0,2 Prozent an der Summe der Wertschöpfung zu Herstellungspreisen) ist rückläufig. Die Zahl der Betriebe nimmt kontinuierlich ab (2000: 2.728, 2024: 1.821). Dafür steigt die durchschnittliche Betriebsgröße (2000: 53,2 ha; 2024: 80,8 ha). Dennoch dominiert der Familienbetrieb. Die größte Bedeutung hat die Rinderhaltung. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird zu 42 % als Viehweide genutzt, 31 % dienen dem Anbau von Futterpflanzen oder sind Wiesen. Dem Getreideanbau dienen 20 % der Flächen, während der Weinbau 1 % der Flächen beansprucht.

Die Forstwirtschaft kann den einheimischen Holzbedarf nicht decken. Der Produktion von 299.000 m³ Rohholz stand 2024 eine Nettoeinfuhr von 590.000 m³ gegenüber.

Energie

Im Jahr 2023 hatte Luxemburg einen Endenergieverbrauch von 3 487.000 Tonnen Öläquivalent, der zu 60,8 % für den Transportsektor verwendet wurde. Die Industrie benötigte hiervon 14,5 %, Haushalte 11,5 % und der Dienstleistungssektor 13,1 %. Der Rest von knapp 0,1 % entfiel auf die Landwirtschaft. 63,8 % des Endenergiebedarfs wurden 2023 durch Ölprodukte gedeckt. Zu berücksichtigen ist, dass Luxemburg rechnerisch der Verkauf von Kraftstoff an Tanktouristen aus dem nahen Ausland zugerechnet wird.

Siehe auch: Energiewende nach Staaten#Luxemburg

Außenhandel

Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Geräte, Kunststoff- und Gummierzeugnisse, Transportmaterial, Erzeugnisse aus Stein, Glas, Keramik, chemische Erzeugnisse.

Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen und Apparate, Erzeugnisse der Eisen- und Stahlindustrie, Transportmaterial, Mineralstoffe einschließlich Mineralölprodukten, chemische Erzeugnisse, Textilerzeugnisse und Bekleidung, Kunststoff- und Gummierzeugnisse.

Die wichtigsten Handelspartner Luxemburgs sind Belgien, Deutschland und Frankreich. In diese Länder werden rund 60 Prozent exportiert und fast 80 Prozent aus diesen Ländern importiert. Die Handelsbilanz ist zwar negativ, die Dienstleistungsbilanz dafür größer als der Negativsaldo der Handelsbilanz, sodass die Leistungsbilanz positiv ist.

Arbeitsmarkt

→ Hauptartikel: Arbeitsmarkt in Luxemburg

Für den luxemburgischen Arbeitsmarkt spielt Arbeitsmigration, insbesondere durch Grenzgänger, eine herausragende Rolle. Während im Jahr 2023 im EU-Durchschnitt 85 % der Beschäftigten aus dem eigenen Land stammten, waren es in Luxemburg nur 39,6 %. Die luxemburgischen Beschäftigten waren 2022 zu 14 % im Groß- und Einzelhandel sowie in der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Krafträdern tätig, 13 % arbeiteten im Baugewerbe, 12,9 % in der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie 12,2 % bei Finanzdienstleistern und Versicherungen. Die Beschäftigungsquote lag 2023 mit 70,3 % im EU-Durchschnitt, wobei sie bei Frauen bei 66,8 % und bei Männern bei 73,6 % lag. Auch wenn im Dezember 2025 die saisonbereinigte Arbeitslosenquote mit 6,9 % und die Jugendarbeitslosigkeitsquote mit 18,6 % über dem EU-Durchschnitt lag, sieht die luxemburgische Handelskammer weiterhin einen Fachkräftemangel und die Notwendigkeit von Arbeitsmigration.

Für alle Beschäftigungsverhältnisse ist ein Mindestlohn per Gesetz vorgeschrieben. Seit dem 1. Mai 2025 beträgt der Mindestlohn für Gehaltsempfänger ab dem Lebensalter von 18 Jahren im Monat 2.703,74 € (unqualifiziert) bzw. 3.244,48 € (qualifiziert). Damit hat Luxemburg im 1. Halbjahr 2026 den höchsten Mindestlohn in der Europäischen Union. Setzt man den Mindestlohn ins Verhältnis zur Kaufkraft liegt Luxemburg hinter Deutschland, jedoch vor Frankreich und Belgien.

Tarifverträge und Gewerkschaften

Im Jahre 2019 waren geschätzt ca. 28 % der ansässigen Beschäftigten Mitglied einer Gewerkschaft. In Luxemburg können Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände Tarifverträge abschließen. Diese werden von Gewerkschaften mit Arbeitsgeberverbänden für einen Sektor oder direkt mit einzelnen Unternehmen abgeschlossen. Sektorale Tarifverträge gelten normalerweise nur für die beteiligten Parteien, können aber von der Regierung für alle Unternehmen des Sektors für verbindlich erklärt werden. Neben den Löhnen und Urlaub können diese auch Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen regeln. Nicht selten wird eine Indexierung der Löhne, also deren regelmäßige Anpassung an die Inflation, geregelt.

Betriebe mit mindestens 15 Arbeitnehmern sind verpflichtet, Betriebsräte/Personaldelegierte wählen zu lassen. Diese haben bestimmte Informations- und Mitwirkungsrechte über und an personalrelevanten Unternehmensvorgängen.

Im Rahmen des Luxemburger Modells, Tripartite, versuchen die Regierung, Arbeitgeberverbände und große Gewerkschaften in fünf verschiedenen Gremien, zu einer gemeinsamen Einschätzung der wirtschaftlichen Situation zu kommen und Lösungen für sozial- und wirtschaftliche Herausforderungen zu finden. Die Arbeitnehmerkammer (CSL), die von allen Arbeitnehmern des privaten Sektors gewählt wird, berät die Gesetzgeber arbeits- und sozialpolitisch und wirkt u. a. an der Berufsausbildung mit.

Siehe auch: Gewerkschaften in Luxemburg

Arbeitgeber

Die größten Arbeitgeber des Landes nach Anzahl der Beschäftigten sind (zum 1.1.) 2025: Staat (37.359), CFL (Bahn) (5.110), Dussmann Gruppe Luxemburg (4.880), Stadtverwaltung Luxemburg (4.547), Post Luxembourg (4.450), Amazon (4.370), Cactus (4.310), BGL BNP Paribas (3.890), PwC (3.610), ArcelorMittal (3.520), Goodyear (3.390), Cargolux Airlines International SA (3.200), Centre Hospitalier de Luxembourg (2.900), Université du Luxembourg (2.870) und Groupe Deloitte (2.580).

Staatshaushalt

Neben verschiedenen Verkehrssteuern erzielt der Staat einen Großteil seiner Einnahmen aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag: Hierzu zählen die Einkommen-, die Körperschaft- sowie die Gewerbesteuer.

Investmentfonds sind in Luxemburg von Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Vermögenssteuer befreit. Die Vermögenssteuer ist seit dem Jahr 2006 außerdem für natürliche Personen abgeschafft. Erbschaftssteuer wird nur beim Tod eines Einwohners des Landes fällig. Gebietsansässige zahlen auf Kapitalerträge außerdem zehn Prozent Quellensteuer.

Der Spitzensteuersatz für natürliche Personen liegt bei von 42 % zusammen mit dem Solidaritätszuschlag beträgt der effektive Spitzensteuersatz 45,78 %. Der Körperschaftsteuersatz beträgt 17 % (bzw. 15 % bei Umsätzen bis 175.000 €) ergänzt um 7 % Solidaritätszuschlag.

Die Staatsverschuldung beträgt für 2023 25,7 % des BIP. Das Haushaltsdefizit betrug 2023 1,3 % des BIP. Der Staatsverbrauch betrug im gleichen Zeitraum 17,6 % des BIP.

Das von der Stiftung Marktwirtschaft veröffentlichte EU-Nachhaltigkeitsranking projiziert die Staatsein- und ausgaben der EU-Mitgliedsstaaten in die Zukunft und ermittelt so eine Nachhaltigkeitslücke, die durch die in der Staatsschuld nicht enthalten zukünftigen demografischen Entwicklungen voraussichtlich entstehen wird, z. B. durch Pensionsverpflichtungen. Luxemburg hat im Vergleich zu anderen EU-Ländern eine sehr hohe Nachhaltigkeitslücke. Unter Berücksichtigung der impliziten Staatsschuld hat das Land die dritthöchste Staatsverschuldung aller 27 EU-Länder.

Infrastruktur

Verkehr

Straßen

Das im Jahr 2025 2.916 km lange Straßennetz Luxemburgs gliedert sich in (national-)staatliche Straßen und kommunale Straßen. Zu ersten gehören Autobahnen (167 km), Schnellstraßen, Nationalstraßen (856 km), Chemin Repris (1.874 km) und das nationale Radwegenetz. Die Benutzung aller öffentlichen Straßen ist für Personenwagen gebührenfrei, während LKW über 12 Tonnen eine Mautgebühr zahlen müssen. Der Verkehr auf den Autobahnen wird durch ein Verkehrsmanagementsystem (Contrôle et information du trafic sur les autoroutes – CITA) gesteuert. Die 6 Autobahnen, auf denen eine maximale Geschwindigkeit von 130 km/h, bei Nässe 110 km/h erlaubt ist, liegen im Süden des Landes. Drei von ihnen schließen an Autobahnen der Nachbarländer Belgien, Deutschland und Frankreich an.

Luxemburg hatte 2025 mit 670 PKW pro 1000 Einwohnern die zweithöchste PKW-Dichte der Europäischen Union (EU-Durchschnitt: 578 PKW je 1000 Einwohner). Niedrigere Steuern auf Kraftstoffe ziehen zahlreiche Tanktouristen aus den Nachbarländern an. Die durch niedrige Kraftstoffpreise nach Luxemburg gelockten Touristen sollen dort andere Käufe tätigen und die lokale Wirtschaft fördern.

Siehe auch: Straßensystem in Luxemburg und Liste der Autobahnen in Luxemburg

Eisenbahn

→ Hauptartikel: Schienenverkehr in Luxemburg
 
Französischer TGV im Bahnhof Luxemburg

Das luxemburgische Eisenbahnnetz umfasst 271 km (2024) befahrbare im Wesentlichen elektrifizierte Strecken. Neben eine Nord-Südroute gibt es im Süden des Landes eine Ost-Westroute. Die meisten Strecken befinden sich im bevölkerungsreichen Süden des Landes. Während der Netzzugang von der luxemburgischen Eisenbahnverwaltung, Administration des Chemins de Fer (ACF), verwaltet wird, verantwortet die staatseigene Eisenbahngesellschaft, Société Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL), die Instandhaltung der Infrastruktur.

Im Jahr 2023 betrug der Personenverkehr 95 % des Zugverkehrs. Überwiegend werden diese Leistungen von der staatlichen CFL angeboten, die für das Jahr 2024 eine Pünktlichkeit von über 90 % angab und die Beförderung in der zweiten Klasse kostenlos anbietet. Die französische SNCF betreibt mit dem TGV den einzigen Hochgeschwindigkeitszug im Großherzogtum. Der weitere Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes zur Strecke Brüssel-Luxemburg-Straßburg (Eurocaprail) soll bis 2029 verwirklicht werden. Grenzüberschreitende Züge gibt es auch nach Belgien und Deutschland, wobei letzte nur Nahverkehrszüge sind.

Siehe auch: Öffentliche Verkehrsmittel in Luxemburg und Liste der Eisenbahnstrecken in Luxemburg

Nahverkehr

Neben den Zügen und Bussen der CFL verkehren in Luxemburg außerdem Regionalbusse des Régime général des transports routiers (RGTR). Diese Linien verkehren meist stündlich und binden alle Orte an. Im Kanton Esch an der Alzette verkehren Busse des Transport intercommunal de personnes dans le canton d’Esch-sur-Alzette (TICE; auf Deutsch etwa: Gemeindeübergreifende Personenbeförderung des Kantons Esch an der Alzette). Die Regionalbusse werden von Subunternehmen im Auftrag dieser beiden Aufgabenträger betrieben. In der Hauptstadt selbst verkehren die Stadtbusse des städtischen Busbetriebs Autobus de la ville de Luxembourg (AVL). Auch diese Busse können seit dem 29. Februar 2020 kostenlos benutzt werden.

Siehe auch: Liste der städtischen Buslinien in Luxemburg
 
Schrägseilbahn am Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg

In Luxemburg-Pfaffental wurde zur Anbindung der CFL-Zugstrecke 1 eigens der neue Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg gebaut, der an die Tram in Luxemburg-Kirchberg angebunden ist.

Um den großen Höhenunterschied zwischen den beiden Stadtteilen schnell überwinden zu können, wurde eine Schrägseilbahn installiert, die Teil des Gratis-ÖPNV in Luxemburg ist.

Zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt Luxemburg ist unter der Bezeichnung Stater Tram seit Dezember 2017 eine moderne Straßenbahnlinie in Betrieb, an deren beiden Enden ein Streckenverlängerungsausbau stattfindet. Diese Straßenbahn kann, genau wie Züge und Busse, seit dem 29. Februar 2020 kostenlos benutzt werden.

Siehe auch: Öffentliche Verkehrsmittel in Luxemburg und Stater Tram

Luftverkehr

Der internationale Flughafen Luxemburg in Findel verzeichnete in den letzten Jahren einen beachtlichen Verkehrszuwachs. Findel wird von 16 Linien- und auch deutschen Chartergesellschaften angeflogen. Die luxemburgische Fluggesellschaft im Personenverkehr heißt Luxair. Ihr Pendant im Frachtbereich ist die Cargolux, deren Standort direkten Anschluss an die Autobahn besitzt und in den Flughafen Findel integriert ist.

Schifffahrt

Von km 242,28 der Mosel bei der Schleuse Apach (F) bis km 205,97 auf Höhe der Elektro-Solar-Fähre Sankta Maria II zwischen Oberbillig (D) und Wasserbillig (L) ist das Ministère de la Mobilité et des Travaux publics (MMTP), hier der Service de la navigation fluviale in Grevenmacher für die luxemburgische Mosel zuständig. Auf diesem Moselabschnitt von rund 39 km Länge bildet die Mosel die natürliche Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg.

Mit der Moselkanalisierung während der Jahre 1958–1964 wurden zwischen Metz und Koblenz 270 km Großschifffahrtsstraße geschaffen und Frankreich, Deutschland und Luxemburg haben 1964 die Moselkommission gegründet. Mit dieser Gründung wurde dem Hypothekenamt in Grevenmacher, der Administration de l´Enregistrement et des Domaines (AED), das Führen eines Binnenschiffregisters übertragen.

1966 wurde der Moselhafen in Mertert eröffnet, der für die Versorgung Luxemburgs eine tragende Rolle spielt.

Die Binnenschifffahrt war dem damaligen Ministère de la Mobilité et des Travaux publics, dem „Transportministerium“, unterstellt, das von 2013 bis 2014 in Ministère du Développement durable et des Infrastructures (MDDI) umbenannt wurde und heute das MMTP (Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten) ist.

Nachdem am 7. November 1990 das Gesetz, der Maritime Act, über die Errichtung eines luxemburgischen Seeschiffsregisters (pavillon maritime) verabschiedet worden ist, wurden die ersten Schiffe aus dem belgischen Register nach Luxemburg umgeflaggt. Zuständig ist das Commissariat aux Affaires Maritime (CAM), das damals dem Transportministerium unterstellt gewesen war und das heute direkt dem Wirtschaftsminister unterstellt ist. In den nachfolgenden Jahren ist das Register stark gewachsen und die Zahl der registrierten Seeschiffe stieg bis auf eine Zahl von über 220 und einer Gesamttonnage von knapp 2 Mio. Im Seeschiffsregister sind viele verschiedene Schiffstypen aller Größen eingetragen, auch Mega- und Luxusyachten. Auffallend sind Arbeitsplattformen der Offshore- und Öl- und Gasindustrie und Bagger sowie schwimmende Arbeitsfahrzeuge von spezialisierten Ingenieursunternehmen des Wasserbaus wie Häfen- und Infrastruktur und Wasserleitungsbau wie der belgischen Jan de Nul Group, die unter anderem auch einen Simulator zur Ausbildung und Training von Besatzungen in Capellen betreibt, oder auch das Unternehmen DEME.

Heutzutage haben etwa dreihundert Schifffahrtsgesellschaften Büros in Luxemburg. Die Branche erwirtschaftet derzeit einen Jahresumsatz von ca. 4 Milliarden Euro.

Zu den Interessenvertretungen gehört auf Seiten der Binnenschifffahrt u. a. die Sparte Shipping des Industrieverbands Féderation des Industriels Luxembourgeoise A.s.b.l. (FEDIL), der auch Partner für das Aushandeln von Arbeitszeit- und Tarifverträgen ist.

Auf Seiten der Seeschifffahrt wurde 2008 ein sog. cluster maritime gegründet. Erster Präsident dieser Vereinigung war Freddy Bracke. Aktuell ist der Vorsitzende Fabrice Maire.

Feuerwehr

In der Feuerwehr in Luxemburg waren im Jahr 2023 landesweit rund 500 Berufs- und 3.346 freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 99 Feuerwachen und Feuerwehrhäusern, in denen 171 Löschfahrzeuge und 26 Drehleitern bzw. Teleskopmasten bereitstehen, tätig sind. Der Frauenanteil beträgt 40 %. In den Jugendfeuerwehren sind 1.142 Kinder und Jugendliche organisiert. Der nationale Feuerwehrverband Fédération Nationale des Pompiers repräsentiert die luxemburgische Feuerwehr im Weltfeuerwehrverband CTIF.

Siehe auch: Corps grand-ducal d’incendie et de secours

Telekommunikation und Internet

Die internationale Vorwahl für Luxemburg lautet +352. Ortsvorwahlen existieren nicht. Nummern von Mobiltelefonen bestehen aus der dreistelligen Netzeinwahl, wobei die „6“ der Netzeinwahl Teil der Rufnummer ist und auch aus dem Ausland gewählt werden muss. Dieser Netzeinwahl folgt eine sechsstellige Rufnummer. Jeder Einwohner Luxemburgs hatte 2023 durchschnittlich 1,33 Mobiltelefone.

Im Jahr 2023 nutzten 99,3 Prozent der Einwohner Luxemburgs das Internet. 62,1 % der Bevölkerung nutzten Social Media.

Im Jahr 2021 waren 55,3 % der Festnetzanschlüsse in Luxemburg Glasfaseranschlüsse und 38 % ADSL- und VDSL-Anschlüsse über Kupferkabel. Im Durchschnitt verbrauchte ein Nutzer im Jahr 2021 8,1 GB pro Monat.

Das Institut Luxembourgeois de Régulation ist u. a. die Regulierungsbehörde für Telekommunikation.

Die Regierung hat Programme initiiert, die den Ausbau der Ultra-high-speed-Breitband-Internetzugänge und des 5G-Netzes fördern sollen.

Medien

Presse

Luxemburgs Presselandschaft bildete in ihrer politischen Vielfalt traditionsgemäß die Parteienlandschaft ab. Derzeit sind von den vier mehrsprachigen Tageszeitungen, mit einziger Ausnahme der Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek, dem Zeitungsorgan der KPL, allesamt entweder der Gruppe Editpress oder dem Medienhaus Saint-Paul zugeordnet. Aufgrund der gemeinhin schwieriger gewordenen Wirtschaftslage (steigende Produktionskosten, bei den Printmedien insgesamt sinkende Leserzahlen) sind die Verlage verstärkt auf Werbeeinnahmen angewiesen, was zur Verschlechterung der journalistischen Qualität geführt hat. Durch das im Jahre 1976 eingeführte System der Pressehilfe subventioniert der Staat mit ca. 1,5 Millionen Euro jährlich die Tagespresse und mit 200.000 bis 300.000 Euro die Wochenpresse. Ein Teil davon wird proportional zur Anzahl der redaktionellen Seiten gezahlt.

Mit ungefähr 82.000 Exemplaren auflagenstärkste Zeitung ist das 1848 gegründete, fast ausschließlich in Deutsch erscheinende Luxemburger Wort, das der römisch-katholischen Kirche sowie der CSV nahesteht. Die zweitstärkste Auflage hat das den Gewerkschaften OGBL und FNCTTFEL sowie der Partei LSAP nahestehende Tageblatt. Daneben gibt es das DP nahe Lëtzebuerger Journal, das neuerdings eine Kooperation mit Editpress eingegangen ist.

An Wochenzeitungen sind zu nennen die woxx sowie das unabhängige, eher an den Wirtschaftsverbänden orientierte d’Lëtzebuerger Land. Als Privat erscheint wöchentlich ein Boulevardblatt.

Zwei Wochenmagazine, Télécran und Revue, bieten ein ausführliches, auf die besonderen Sprachenverhältnisse des Landes zugeschnittenes Fernsehprogramm und widmen sich in Reportagen dem aktuellen Geschehen in Luxemburg. Zusätzlich erscheint alle zwei Wochen das Prominenten-Magazin Promi.

Die Sparte der Satire vertrat Den neie Feierkrop mit wöchentlicher Erscheinungsweise, die jedoch 2018 eingestellt wurde. In monatlichem Turnus erschien die Zeitschrift d’Wäschfra. Eine beliebte Comicserie hat den Superjhemp zum Helden.

Das Forum für Politik, Gesellschaft und Kultur ist eine Luxemburger Zeitschrift, die in elf Heften pro Jahr erscheint und sich in jedem Heft mit einem besonderen, meist gesellschaftspolitischen Schwerpunkt beschäftigt. Auch erscheint einmal monatlich das luxemburgisch-deutsche Magazin Grenzenlos.

Im Jahr 2007 kamen erstmals mit Point24 und L’essentiel zwei Gratiszeitungen auf den luxemburgischen Markt. Point24 wurde im Dezember 2012 eingestellt. L’essentiel war dagegen im Mai 2021 laut einer TNS-Ilres-Studie das reichweitenstärkste Medium im Printbereich.

Seit 2017 gibt es mit reporter.lu ein rein digitales Magazin. Die Internetzeitung war z. B. an den Recherchen zu den Pandora Papers beteiligt.

Die meisten luxemburgischen Zeitungen und Zeitschriften sind mehrsprachig. Der allergrößte Teil der Artikel ist auf Deutsch geschrieben, doch vielfach auch auf Französisch und nur ein kleiner Teil auf Luxemburgisch. Seit einigen Jahren erscheinen auch rein französischsprachige Tages- und Wochenzeitungen (Le Jeudi (Juni 2019 eingestellt), La Voix du Luxembourg (Sept. 2011 eingestellt), Le Quotidien). Ausschließlich in portugiesischer Sprache erscheinen Contacto und Correio.

Mit La Clef du cabinet des princes de l’Europe war bereits im Jahre 1704 die erste Zeitung in Luxemburg erschienen, die allerdings praktisch gänzlich für den französischen Markt bestimmt war. In Anbetracht der relativ geringen Bevölkerung überrascht, dass danach bis heute über vierhundert verschiedene Titel erschienen; davon kann ein Drittel als Zeitung im engeren Sinn angesehen werden.

Radio

Im Jahr 2002 gab es in Luxemburg einen internationalen, zwei nationale, vier regionale und etwa 20 lokale Radiosender.

Die Liberalisierung der Radiofrequenzen begann in Luxemburg im Jahre 1992. Zum Hörfunksender RTL Radio Lëtzebuerg kamen neue Sender hinzu, von denen der Sender Eldoradio, das portugiesischsprachige Radio Latina sowie das freie und alternative Radio ARA und Radio Aktiv am erfolgreichsten sind. Außerdem gibt es seit 1993 mit radio 100,7 erstmals einen öffentlich-rechtlichen Radiosender mit kulturellem Programmauftrag.

Der am meisten eingeschaltete Radiosender Luxemburgs ist RTL Radio Letzebuerg mit einer Einschaltquote von 65 % aller Luxemburger über 12 Jahren. Vor allem ‚de Journal‘, um 7:30h, 12:30h und 18:30h, mit nationalen und internationalen Nachrichten, ist sehr beliebt.

Besondere Bekanntheit über die Grenzen Luxemburgs hinaus hat der deutschsprachige Radiosender RTL Radio 93.3 und 97.0, der terrestrisch über UKW 93,3 MHz und 97,0 MHz mit einem Regionalprogramm für die gesamte Großregion Saar-Lor-Lux empfangen werden kann. Der Oldie-Sender RTL Radio hat keinen Regionalbezug und ist deutschlandweit über Satellit, Kabel und über einen Internetstream zu empfangen. Die Sendungen über Mittelwelle 1440 kHz wurden am 31. Dezember 2015 eingestellt.

Zwischen 2005 und 2015 wurden von Junglinster und Marnach aus DRM-Versuchssendungen über Kurz- und Mittelwelle ausgestrahlt.

Fernsehen

Der Privatsender und Marktführer RTL Télé Lëtzebuerg hatte bis 1996 keine Konkurrenz. 1996 entstand auf Wunsch der Bevölkerung aus dem Norden des Landes der eigenständige Fernsehsender Nordliicht TV. Seit 2001 gingen mit dem Parlamentsfernsehen Chamber TV, den oppene Kanal, RTL Zwee, Luxe TV und T.TV fünf weitere Fernsehsender an den Start, wobei letzterer im März 2007 den Betrieb einstellen musste. In den Hörfunk- und Fernsehprogrammen, die für den luxemburgischen Eigenbedarf ausgestrahlt werden, überwiegt die luxemburgische Sprache. Wortäußerungen deutsch- oder französischsprachiger Personen werden allerdings im Originalton wiedergegeben; sie werden nicht übersetzt, da Kenntnisse der deutschen und französischen Sprache beim Publikum vorausgesetzt werden.

Die meisten Luxemburger sehen zudem vor allem die deutschen TV-Sender (u. a. der RTL Group), während die portugiesischen und französischen Einwohner eher Sender in ihrer Sprache bevorzugen.

Seit dem 4. April 2006 werden Fernsehsender in Luxemburg auch über DVB-T ausgestrahlt.

Kultur

 
Blauer Hirsch – Logo der Kulturhauptstadt Europas 2007
 
Im Schloss Clerf ist die Ausstellung The Family of Man untergebracht
 
Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean und das Fort Thüngen

Die Kultur Luxemburgs ist durch die Zugehörigkeit zu den deutschen und französischen Kultur- und Sprachräumen sowie durch den Zustrom europäischer und außereuropäischer Einwanderer vor allem durch ihre Diversität geprägt.

1994 hat die UNESCO das Ensemble der Luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Luxemburg war 1995 und 2007 Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 2007 war Luxemburg gemeinsam mit der Großregion europäische Kulturhauptstadt. Miteinbezogen war auch die rumänische Stadt Hermannstadt (Sibiu).

Im Oktober 2003 wurde in Luxemburg das trinationale deutsch-französisch-luxemburgische Kulturinstitut Pierre Werner (benannt nach dem ehemaligen luxemburgischen Premierminister) eröffnet.

Literatur

→ Hauptartikel: Bibliothekswesen in Luxemburg

Antoine Meyer hat mit seinem E’ Schrek ob de’ Lezeburger Parnassus den Grundstein zu einer eigenständigen Luxemburger Literatur gelegt.Edmond de la Fontaine, genannt Dicks, tat den nächsten großen Schritt hin zu einer Luxemburger „Nationalliteratur“. Denn er war der erste Autor, der Theaterstücke auf Luxemburgisch schrieb. Am bekanntesten wurde er jedoch durch Gedichte und als Liedermacher. „Ach du mäin am Kamäin“ oder „Gëff mer eng Bees, gëff mer eng Bees fir mat op d’Rees“ gewannen rasch den Status von Volksliedern. Als Sohn eines Notablen stellt er als „erfolgreicher Versager“ (Romain Hilgert) das Gegenstück zu Michel Rodange dar, den man eher als „armen Schlucker“ bezeichnen konnte, der auch von seinem „Renert“ bis zu seinem Tode nur an die hundert Exemplare verkaufte. Das Nationale Literaturarchiv wurde 1986 gegründet, bezog 1995 das Servais-Haus in Mersch, das Mitte Oktober 2009 um das Becker-Eiffes-Haus erweitert wurde. Das Literaturarchiv dient zum einen der Forschung und zum anderen der breiten Öffentlichkeit insbesondere durch besondere Themen-Ausstellungen. Seit November 2011 ist das Luxemburger Autorenlexikon online verfügbar.

Die Bibliothèque nationale du Luxembourg ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 Bände und 3500 internationale Zeitschriftentitel aus allen Disziplinen. In den Lese- und Nachschlageräumen sind rund 30.000 Bände frei zugänglich. Jährlich wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 Bände erweitert. Die luxemburgische Sprachensituation macht die Anschaffung von Literatur zusätzlich teuer. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schlossbesichtigung öffentlich zugängliche Hofbibliothek mit 30.000 Bänden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu etwa 10 Prozent erschlossen und daher noch weitgehend unbekannt.

Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind die der Universität Luxemburg, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, Bibliothèque du Grand Seminaire, Statec usw.), die Bibliotheken der ausländischen Kulturinstitute sowie die Bibliotheken europäischer Institutionen: die Europäische Kommission, das Europaparlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank etc.

Film

→ Hauptartikel: Luxemburgischer Film
 
Kulisse des Venedig-Filmsets in Esch (2001)
 
Dreharbeiten zum Spielfilm Der Kaufmann von Venedig (2003)

Der 2019 verstorbene Regisseur Pol Cruchten gilt als Pionier des Luxemburger Kinos und gewann 1993 mit seinem Spielfilm Hochzäitsnuecht den renommierten Max-Ophüls-Preis. Der luxemburgische Film ist des Weiteren maßgeblich durch den aus Düdelingen stammenden Regisseur Andy Bausch geprägt, der mit der Komödie Le club des chômeurs (2002) den bisher populärsten Luxemburg-Film drehte. Darüber hinaus kann Bausch auf zahlreiche Engagements als Regisseur bei in Deutschland gedrehten Serien und Fernsehfilmen verweisen. Als unbestrittene Ikone des luxemburgischen Films gilt der 2009 verstorbene Charakterdarsteller Thierry van Werveke, der in über 60 Spielfilmen und Fernsehsendungen mitwirkte (u. a. als Henk in Knockin’ on Heaven’s Door). Nationale als auch internationale Popularität genießen vor allem die bedeutenden luxemburgischen Schauspielerinnen Désirée Nosbusch und Vicky Krieps, die 2022 als erste Luxemburgerin mit dem Europäischen Filmpreis geehrt wurde. Zudem hat Myriam Muller zahlreiche Verdienste als Schauspielerin für den luxemburgischen Film und als Art Directorin für die luxemburgische Theaterszene erbracht. Über die Grenzen Luxemburgs hinaus bekannt sind zudem die Filmschauspieler Luc Feit, André Jung, Jules Werner, Marco Lorenzini und Tommy Schlesser sowie der bereits verstorbene René Deltgen. Der ebenfalls bereits verstorbene Entertainer Camillo Felgen wirkte zudem auch in zahlreichen Spielfilmen als Schauspieler mit.

Die junge luxemburgische Filmszene zeigt sich kreativ und innovativ, wie Filmreakter, Pyramid Pictures und Feierblumm Productions zeigen. Filme in luxemburgischer Sprache werden relativ wenig produziert. Dafür kommen diese beim nationalen Publikum besonders gut an, wie der Spielfilm Kleine Geheimnisse (2006) von Pol Cruchten. In den letzten Jahren haben sich einige luxemburgische Filmproduktionsgesellschaften wie Samsa Film, Delux Film, Minotaurus Film, lucil film oder Iris Production einen Namen gemacht. Im Jahr 2010 hat die staatliche Filmförderung (Fonds national de soutien à la production audiovisuelle) mit 4,68 Millionen Euro insgesamt 23 Filme unterstützt. Einen Überblick über das Luxemburger Filmschaffen gibt das Centre national de l’audiovisuel (CNA) in Düdelingen.

Ab Mitte der 1990er Jahre wurden in Luxemburg zahlreiche international bekannte Spielfilme produziert. Die Filme wurden zumeist von Produktionsfirmen aus den USA, England und Frankreich in Koproduktion mit luxemburgischen Filmproduktionsfirmen wie Delux Productions des Luxemburger Produzenten Jimmy de Brabant hergestellt. Das Großherzogtum als Produktionsstandort wurde zumeist aufgrund steuerlich begünstigter Herstellungsbedingungen ausgewählt. Eine entsprechende Infrastruktur mit professionell ausgestatteten Filmstudios und filmspezifischen Dienstleistungsunternehmen befand sich in Contern, einer Gemeinde einige Kilometer östlich der Hauptstadt Luxemburg (Stadt). Hier entstanden u. a. der Horrorfilm Shadow of the Vampire (2000) mit John Malkovich und Willem Dafoe, der für drei Oscars nominierte Spielfilm Das Mädchen mit dem Perlenohrring (2004) mit Scarlett Johansson und die Innenaufnahmen zur Verfilmung des Cornelia-Funke-Romans Herr der Diebe (2005). Zudem ließ im Jahre 2001 eine Luxemburger Filmproduktionsfirma für den Spielfilm Secret Passage (2004) mit John Turturro in Esch-sur-Alzette auf dem ehemaligen Stahlwerk-Areal Terre Rouge ⊙49.4881125.973051 auf einer 40.000 m2 großen Fläche eine bis zu 15 Meter hohe Kulisse errichten, die mit einem 600 Meter umfassenden Kanalsystem und 118 Hausfassaden das zeitgenössische Venedig des 16. Jahrhunderts darstellte. Das für rund 5 Millionen Euro erbaute „Venise-sur-Alzette“ war eines der größten Freiluft-Filmsets der europäischen Filmgeschichte. In der Folge nutzten weitere Filmproduktionen die Kulisse. Zunächst wurde das Set so präpariert, dass es 2003 für den Spielfilm Das Mädchen mit dem Perlenohrring als Kulisse für die niederlandischen Stadt Delft des 17. Jahrhunderts diente. Anschließend wurde der Spielfilm Der Kaufmann von Venedig (2004) mit Al Pacino, Jeremy Irons und Joseph Fiennes zum großen Teil im erneut modifizierten Venedig-Set in Esch gedreht. In der Folge diente das Set noch weiteren Produktionen, die einige Szenen ihrer Filme im Venedig-Set realisierten, so z. B. Tempesta (2004) mit Rutger Hauer, Herr der Diebe (2005) und De-Lovely – Die Cole Porter Story (2005) mit Kevin Kline. Im Sommer 2007 wurde das Filmset abgerissen, da die Witterung den Bauten zusetzte.

Des Weiteren wurden die Filme Retrograde – Krieg auf dem Eisplaneten (2004) mit Dolph Lundgren, Gestrandet im Paradies (2005) mit Billy Zane, Minotaur (2006) mit Tom Hardy und Irina Palm (2007) mit Marianne Faithfull in Luxemburg gedreht. Im Jahre 2006 wurde mit dem Spielfilm Flawless (2007) mit Michael Caine und Demi Moore in den Hauptrollen eine der aufwendigsten Filmproduktionen der Luxemburger Filmgeschichte produziert. Als Drehorte dienten u. a. nicht mehr genutzte Gebäudeteile des EU-Parlaments auf dem Kirchberg-Plateau, das Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg und die Kasematten in Luxemburg (Stadt). Bei den Oscars 2014 konnte eine luxemburgische Ko-Produktion erstmals einen Oscar gewinnen. Mr Hublot wurde in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm ausgezeichnet.

Musik

 
Die Luxemburger Philharmonie

Die Musikszene in Luxemburg gewinnt seit den 1990er Jahren immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Musikbands über die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr viele Schüler- wie Studentenbands. Insbesondere die Luxemburgische Metal-/Rock-/Hardcore-Szene gewinnt immer mehr Zuwachs (z. B. Eternal Tango).

Außerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die auf vielen Festen auftritt. Gut besuchte und in der Regel hochkarätig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion „Summer in the City“. Einer der Höhepunkte ist die „Blues’n’Jazz Rallye“ in der Altstadt und ein Konzertreigen auf dem Marktplatz, ebenso das „New Orleans Jazz Festival“, das in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Partnerstadt New Orleans jährlich an Ostern veranstaltet wird. Eine weitere bekannte Veranstaltung ist der „Blues Express“, der jährlich Anfang Juli im Fond-de-Gras stattfindet.

Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der Streitkräfte haben hier Bedeutung. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den Solistes Européens unter der Leitung von Jack Martin Händler auftreten.

Luxemburg gewann fünfmal beim Eurovision Song Contest, u. a. 1972 mit Vicky Leandros (Après toi). Im Jahr 1993 nahm das Land letztmals teil, bevor man sich von der Veranstaltung zurückzog. Seit 2024 nimmt das Land nach 31 Jahren Abwesenheit wieder am Wettbewerb teil.

Siehe auch: Luxemburg beim Eurovision Song Contest

Theater

Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition mit jährlich 80 bis 100 Aufführungen. Die Aufführungen spiegeln die Mehrsprachigkeit des Landes wieder und sind in Luxemburgisch, Französisch, Deutsch und Englisch. Bedeutende Theater in der Hauptstadt sind das Stadttheater (Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg), das Kapuzinertheater (Theater des Capucins) und das Nationaltheater von Luxemburg. Auch in den Städten Esch an der Alzette und Ettelbrück gibt es Theater. Im ganzen Land verstreut sind in den Gemeinden zahlreiche Laienspielgruppen aktiv, deren Auftritte stets gut besucht sind.

Essen und Trinken

→ Hauptartikel: Luxemburgische Küche
 
Judd mat Gaardebounen und Diekirch Bier

Beliebte landestypische Gerichte sind Judd mat Gaardebounen, geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen sowie Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, und die sogenannten Kniddelen, große Knödel bestehend aus Mehl, Wasser, Eiern und Salz. Desserts sind zum Beispiel Quetschentaart und Omelette soufflée au kirsch. Regionale Spezialitäten sind Ardennenschinken, Schwein in Aspik, Riesling-Pasteten, Krebse und Hechte sowie gebackene Fische aus Mosel und Untersauer.

Die Weißweine der luxemburgischen Mosel (Weinbau in Luxemburg) sind der frische, dezent fruchtige Riesling, der erfrischende, leichte und trockene Elbling, der fruchtige Auxerrois, der sanfte fruchtige Rivaner, der Pinot Gris und der elegante Pinot Blanc. Der sehr würzige Weißwein Gewürztraminer und der vollmundige Rotwein Pinot Noir vervollständigen das Sortiment der Luxemburger Weine, welche das Qualitätssiegel „Marque Nationale – Appellation Contrôlée“ tragen.

Die luxemburgische Landwirtschaft trägt ihren Teil zum guten Essen bei. So wurde 1994 das Qualitätsprogramm „Produit du terroir“ aufgelegt, das garantiert, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus der Region stammen.

Eine weitere berühmte Spezialität ist der sogenannte Kachkéis, ein gekochter Käse, der oft mit Gewürzen verfeinert wird, oft auch mit (luxemburgischem) Senf bestrichen gegessen wird.

Sitten und Gebräuche

In Luxemburg sind Traditionen in vielen weltlichen und religiösen Festen lebendig. Die Ende August bis Anfang September stattfindende Schueberfouer (Schobermesse) ist das bedeutendste Schaustellerfest auf dem Glacis-Platz, dessen Ursprünge ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Bei der Éimaischen, dem traditionellen Emmaus-Fest am Ostermontag, ziehen viele Luxemburger auf den Platz beim Fischmarkt und in Nospelt, um dort eine der nur an diesem Tag erhältlichen Keramikpfeifen in Vogelform, den Péckvillchen, zu bekommen. Am ersten Fastensonntag wird in vielen Ortschaften das Burgbrennen gefeiert.

Das wichtigste religiöse Fest in Luxemburg ist die Muttergottesoktav, die vom dritten bis fünften Sonntag nach Ostern gefeiert wird und währenddessen zu Unserer Lieben Frau, der Schutzheiligen von Luxemburg, gepilgert wird. Begleitet wird das Fest von einem Jahrmarkt, dem Oktavmäertchen auf dem Wilhelmsplatz. Die Echternacher Springprozession ist eine religiöse Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach stattfindet. Die Teilnehmer „springen“ zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen der Stadt bis zur Echternacher Basilika mit dem Grab des Heiligen Willibrord.

Feiertage

  • 1. Januar (Neujahr)
  • Ostermontag
  • 1. Mai (Tag der Arbeit)
  • 9. Mai (Europatag)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • 23. Juni (Luxemburgischer Nationalfeiertag)
  • 15. August (Maria Himmelfahrt)
  • 1. November (Allerheiligen)
  • 6. Dezember (Nikolaustag) (schulfrei für alle Grundschüler)
  • 25. Dezember (Weihnachtsfeiertag)
  • 26. Dezember (Hl. Stefan)

Wenn ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag fällt, so kann ein anderer Tag stattdessen freigenommen werden. Dies muss binnen drei Monaten nach dem Feiertag geschehen.

Die Hauptferienzeit geht vom 15. Juli bis zum 15. September. Da Luxemburg sehr klein ist, sind im ganzen Land zur gleichen Zeit Ferien. Jedoch kann die Ferienzeit dank verschiedener Feiertage bis zu einer Woche variieren. Beispielsweise gehen am Nikolaustag nur die Schüler ab der Mittelstufe zur Schule.

Sport

Fußball

Fußball ist die beliebteste Sportart in Luxemburg.

Seit 2021 ist das Stade de Luxembourg das größte Fußballstadion des Landes (Kapazität: 9471 Plätze). Es ist Austragungsort der Heimspiele der Luxemburger Fußballnationalmannschaft (Nationalstadion) sowie für die Luxemburgische Rugby-Union-Nationalmannschaft. Davor war das 1931 eröffnete Josy-Barthel-Stadion das Nationalstadion sowie größte Fußballstadion des Landes (Kapazität: 8054 Plätze). Jeff Strasser, Spieler mit den drittmeisten Einsätzen in der Fußballnationalmannschaft, war sieben Jahre in der ersten deutschen Bundesliga aktiv. International konnte die Nationalmannschaft in den letzten Jahren immer wieder gute Resultate erzielen (Fifa-Rangliste: 92. Platz). Der nationale Fußballverband Luxemburgs heißt Fédération Luxembourgeoise de Football (FLF).

Höchste Spielklasse im Klubfußball ist die Nationaldivision. Die erfolgreichsten Fußballmannschaften Luxemburgs sind Racing FC Union Luxemburg (28-mal Meister, 22-mal Coupe de Luxembourg), Jeunesse Esch (28-mal Meister, 13-mal Coupe de Luxembourg) und F91 Düdelingen (26-mal Meister, 15-mal Pokalsieger – inkl. Vorgängervereine).

Radsport

Radsport ist die Sportart, die in Luxemburg mit dem größten Erfolg betrieben wird.

Das Etappenrennen Tour de Luxembourg ist seit 1935 eines der ersten Vorbereitungsrennen zur Tour de France. Nach drei Jahrzehnten konnte mit Fränk Schleck 2009 erstmals wieder ein Luxemburger gewinnen. Mit François Faber (1909), Nicolas Frantz (1927 und 1928), Charly Gaul (1958) und Andy Schleck (2010) stammen außerdem insgesamt vier Tour-de-France-Sieger aus Luxemburg. Faber war auch der erste Nicht-Franzose, der das bedeutendste Etappenrennen der Welt gewinnen konnte. Derzeit sind die Rennfahrer Alex Kirsch und Bob Jungels, der 2010 Junioren-Weltmeister im Einzelzeitfahren wurde, aktive Profifahrer.

Leichtathletik

Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Luxemburg

Das Großherzogtum Luxemburg brachte bis heute zwei Olympiasieger der Leichtathletik hervor. Michel Théato holte bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris im Marathonlauf Gold. Der Sieg wird jedoch bis heute dem Medaillenspiegel Frankreichs zugerechnet. Der zweite luxemburgische Olympiasieger war der Leichtathlet Josy Barthel. Er gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki über 1500 m olympisches Gold.

Die Stadt Luxemburg war 2013 Austragungsort der Spiele der kleinen Staaten von Europa, einem zweijährlich stattfindendes Multisportereignis, das von den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von neun europäischen Kleinstaaten organisiert wird.

In der Stadt Luxemburg finden außerdem jährlich der Stadtlauf JPMorgan City Jogging und der Luxemburg-Marathon statt. Der Marathon ist – begleitet von Fackeln und bengalischer Beleuchtung – einer der wenigen Marathons weltweit, die abends ausgetragen werden.

 
Turner und Sportsfunktionäre aus Luxemburg präsentieren ihre Nationalflagge bei einem internationalen Turnevent in Tschechien

Inklusion

Special Olympics Luxemburg wurde 1990 gegründet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.

Sonstiges

  • Das Centre National Sportif et Culturel (D’Coque) in der Hauptstadt ist das größte Sportzentrum des Landes. Die Hallenkonstruktion wurde erst in den 1990er Jahren als Erweiterung der Piscine Olympique Luxembourg erbaut und erinnert in ihrer Form an eine Jakobsmuschel. Neben ihrer Funktion als Sportzentrum wird sie für Großveranstaltungen, Konzerte und als Konferenzzentrum verwendet. Die große Halle umfasst 4300 Quadratmeter und hat 8000 Plätze.
  • Mit der Confédération Européenne de Volleyball (CEV) und der European Table Tennis Union (ETTU) sind zwei europäische Sportverbände in Luxemburg ansässig.
  • Die Luxembourg Euro Meet ist das größte Schwimmereignis in Luxemburg und findet jährlich im Januar auf dem Kirchberg der Hauptstadt in D’Coque statt.
  • Jährlich wird in Bettemburg der Christmas Gym Cup, ein internationaler Gerätturn-Wettkampf im Junioren- und Seniorenbereich, durchgeführt. Die Turnerin Céleste Mordenti hat Luxemburg bei mehreren Welt- und Europameisterschaften im Gerätturnen vertreten.

Siehe auch

 
Portal: Luxemburg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Luxemburg
  • Liste der höchsten Bauwerke in Luxemburg

Literatur und Dokumentarfilm

Bibliografie, Dokumentation

  • Repères bibliographiques. Bibliografie zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft Luxemburgs. Statec, wird fortlaufend ergänzt.
  • Archives nationales du Grand-Duché de Luxembourg. Nationalarchiv.
  • Centre de documentation sur les migrations humaines. Dokumentationszentrum zur Einwanderung und Auswanderung.

Atlas

  • Digitale Topographische Karte von Luxemburg. Herausgeber: l’administration du cadastre et de la topographie (deutsch/englisch/französisch)
  • Der Luxemburg Atlas – Atlas du Luxembourg. Herausgeber: Universität Luxemburg, Emons, Köln 2009, ISBN 978-3-89705-692-3. (Karten, Fotos, deutsch/französische Texte)

Statistik

  • Statec (Hrsg.): Luxemburg in Zahlen. Ausgabe 2025 Auflage. September 2025, ISSN 1019-6471 (public.lu [PDF]). 

Gesellschaft

  • Christian Wille, Ursula Roos: Grenzüberschreitende Lebenswelten an der luxemburgischen Grenze? Eine empirische Annäherung am Beispiel von Grenzpendlern und Wohnmigranten. In: Karina Pallagst, Andrea Hartz, Beate Caesar (Hrsg.): Border Futures – Zukunft Grenze – Avenir Frontière. Zukunftsfähigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Arbeitsberichte der Akademie für Raumforschung und Landesplanung 20, 2018, S. 168–189. mehr Info
  • Christian Wille (Hrsg.): Lebenswirklichkeiten und politische Konstruktionen in Grenzregionen. Das Beispiel der Großregion SaarLorLux. Wirtschaft – Politik – Alltag – Kultur. transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-2927-9.
  • IPSE (Hrsg.): Doing Identity in Luxemburg. Subjektive Aneignungen – institutionelle Zuschreibungen – sozio-kulturelle Milieus. transcript-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1448-0.

Dokumentarfilm

  • Reisewege Luxemburg – Burgen, Banken, Bastionen. – Dokumentation, 45 Min., Film von Wolfgang Felk, Erstsendung: 26. April 2006, Produktion: Saarländischer Rundfunk
  • Fahr mal hin – Neuerburg/Vianden. Sieben auf einen Streich – Burgentour durch Eifel und Ösling. – Dokumentation, 30 Min., Film von Wolfgang Felk, Erstsendung: 8. Juni 2000, Produktion: Südwestrundfunk
  • Heim ins Reich – Wéi Lëtzebuerg sollt preisesch ginn, Das Scheitern einer Annexion – Dokumentation, 120 Min., Film von Claude Lahr, Erstaufführung: 2004, Produktion: Nowhere Land, Centre National de l’Audiovisuel
  • Luxemburg und Belgien von oben. ZDF 2024
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