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Das griechische Alphabet ist das Schriftsystem, in dem die griechische Sprache seit etwa dem 9. Jahrhundert v. Chr. geschrieben wird. Das griechische Alphabet u

Griechisches Alphabet

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Das griechische Alphabet ist das Schriftsystem, in dem die griechische Sprache seit etwa dem 9. Jahrhundert v. Chr. geschrieben wird. Das griechische Alphabet umfasst heute 24 Buchstaben, die ebenso wie im lateinischen Alphabet als Majuskeln (Großbuchstaben) und Minuskeln (Kleinbuchstaben) vorkommen. Im Zeitalter des Hellenismus wurden drei Betonungs- und zwei Hauchzeichen (Diakritika) eingeführt. Diese wurden über 1000 Jahre später in der Orthografie verpflichtend. Nach einem weiteren Jahrtausend wird seit einer Rechtschreibreform im Jahr 1982 lediglich ein Betonungszeichen für mehrsilbige Wörter verwendet (siehe diakritische Zeichen in der neugriechischen Orthographie).

Griechisches Alphabet
Schrifttyp Alphabet
Sprachen Griechisch
Verwendungszeit seit ≈ 800 v. Chr.
Abstammung Protosinaitische Schrift
 → Phönizische Schrift
  → Griechisches Alphabet
Abgeleitete Armenisches Alphabet
Altitalisches Alphabet
Gotisches Alphabet
Glagolitische Schrift
Kyrillisches Alphabet
Koptische Schrift
Lateinisches Alphabet
Unicodeblock U+0370–U+03FF
U+1F00–U+1FFF
ISO 15924 Grek
Wegweiser auf Ikaria. Schriftart: Transport. Nachzeichnung eines Fotos.

Die griechische Schrift ist eine Weiterentwicklung der phönizischen Schrift und war die erste Alphabetschrift im engeren Sinne; zuvor verwendeten die Griechen eine Silbenschrift (Linear B). Vom griechischen Alphabet stammen unter anderem das lateinische, kyrillische und koptische Alphabet ab (siehe Ableitung der lateinischen und kyrillischen aus griechischen Buchstaben).

Inhaltsverzeichnis

Buchstaben

Klassische Buchstaben

Buch-
stabe
Var. 1) Name Altgriechisch Neugriechisch
Deutsch Griechisch Trans-
kription
Aus-
sprache 4)
Trans-
kription 5)
Aus-
sprache 6)
bis 1982 2) ab 1982 3)
Α, α Alpha ἄλφα άλφα (álfa) a [​a​], [​aː​] a (αι = e) [​a​] ([​ɛ​])
Β, β ϐ Beta βῆτα βήτα (víta) b [​b​] v [​v​]
Γ, γ Gamma γάμμα γάμ[μ]α (gám[m]a) g [​g​] g (γγ = ng, γκ = ⟨n⟩g 7),
γχ = nch, γξ = nx)
[​ɣ​] ([​ŋ​]), vor E- und
I-Lauten [​ʝ​]
Δ, δ Delta δέλτα δέλτα (délta) d [​d​] d [​ð​]
Ε, ε ϵ Epsilon antik Ei (εἶ, Aussprache „Ej“),⁠
später ἒ ψιλόν,
dann ἔψιλον
έψιλον (épsilon) e [​e​] (ει = [​eː​]) e (ει = i) [​ɛ​] ([​i​])
Ζ, ζ Zeta ζῆτα ζήτα (zíta) z [​zd​], [​dz​] z [​z​]
Η, η Eta ἦτα ήτα (íta) ē [​ɛː​] i [​i​]
Θ, θ ϑ Theta θῆτα θήτα (thíta) th [​tʰ​] th [​θ​]
Ι, ι Iota ἰῶτα ιώτα (ióta) i [​i​], [​iː​] i (αι = e) [​i​], [​j​] ([​ɛ​])
Κ, κ ϰ Kappa κάππα κάπ[π]α (káp[p]a) k [​k​] k (γκ = ⟨n⟩g 7)) [​k​], [​c​], [​ɟ​] ([​ɡ​], [​ŋ​])
Λ, λ Lambda antik λάβδα (labda),⁠
später λάμβδα,
Neuzeit λάμδα⁠
λάμδα (lámda),
auch λάμβδα (lámvda)
l [​l​] l [​l​]
Μ, μ My μῦ μι (mi) m [​m​] m (μπ = ⟨m⟩b 8),
μψ = ⟨m⟩bz 8))
[​m​] ([⟨m⟩​b​], [⟨m⟩​bz​]),
vor β und φ: [​ɱ​]
Ν, ν Ny νῦ νι (ni) n [​n​] n (ντ = ⟨n⟩d 8)) [​n​] ([⟨n⟩​d​])
Ξ, ξ Xi ξῖ ξι (xi) x [​ks​] x [​ks​], [​gz​]
Ο, ο Omikron antik Ou (οὖ),⁠
dann ὂ μικρόν,
später ὄμικρον
όμικρον (ómikron) o (ου = ou,
historisch oft u)
[​o​] ([​u​]) o (οι = i, ου = ou) [​ɔ​] ([​i​], [​u​])
Π, π ϖ Pi πῖ πι (pi) p [​p​] p (μπ = ⟨m⟩b 8)) [​p​] ([⟨m⟩​b​])
Ρ, ρ ϱ Rho ῥῶ ρω (ro) r(h) [​r​], [​rʰ​] r [​r​]
Σ, σ ς, 9) Ϲ, ϲ 10) Sigma σῖγμα σίγμα (sígma) s [​s​], [​z​] s [​s​]
Τ, τ Tau ταῦ ταυ (taf) t [​t​] t (ντ = ⟨n⟩d 8)) [​t​] ([⟨n⟩​d​])
Υ, υ ϒ Ypsilon antik Y (ὖ; Aussprache erst „U“, später „Ü“),⁠
dann ὖ ψιλόν,
später ὔψιλον
ύψιλον (ýpsilon) y (bei αυ,
ευ, ου
: u)
[​y​], [​yː​] y (ου = ou [historisch oft u], sonst nach Vokal v oder f; υι = i) [​i​] ([​u​], [​v​], [​f​])
Φ, φ ϕ Phi φῖ φι (fi) ph [​pʰ​] f [​f​]
Χ, χ Chi antik Chei (χεῖ),⁠
später χῖ
χι (chi) ch [​kʰ​] ch [​x​], [​ç​]
Ψ, ψ Psi ψῖ ψι (psi) ps [​ps​] ps (μψ = ⟨m⟩bz 8)) [​ps​], [​bz​] ([⟨m⟩​bz​])
Ω, ω  11) Omega antik O (ὦ),⁠
dann ὦ μέγα,
später ὠμέγα
ωμέγα (oméga) ō [​ɔː​] o [​ɔ​]

Anmerkungen:

1) 
Variante, alternative Glyphe für den Buchstaben
2) 
Siehe dazu unter Diakritische Zeichen, Spiritus und Akzente, sowie ausführlicher unter Polytonische Orthographie. Die altgriechische Transkription entspricht dem deutschen Namen, die neugriechische ist in der rechts benachbarten Spalte aufgeführt.
3) 
In der monotonischen Orthographie des Neugriechischen. In Klammern: Transkription (siehe dazu auch Anmerkung 5).
4) 
Rekonstruierte Aussprache im 5. Jahrhundert v. Chr.; siehe auch Altgriechische Phonologie.
5) 
Die neugriechische Transkription wird nicht einheitlich gehandhabt. Die hier verwendete Transkription richtet sich nach der in der Wikipedia verwendeten Namenskonvention Neugriechisch.
6) 
Siehe ausführlich in Aussprache des Neugriechischen.
7) 
Das n entfällt am Wortanfang.
8) 
Nicht vor stimmlosen Konsonanten; das m oder n entfällt am Wortanfang.
9) 
Nur und immer am Wortende, außer es folgt ein Apostroph. (Beispiel: μέσα kann zu μες oder μεσ’ verkürzt werden.)
10) 
Die unziale, C-ähnliche Form des Sigmas, bekannt als lunares Sigma, wird im kirchlichen Kontext noch regelmäßig verwendet.
11) 
In spätantiken römisch-griechischen Unzial-Inschriften finden sich Beispiele für ein Omega mit einer W-ähnlichen Form – so beispielsweise im Mosaik der drei Grazien im heutigen Narlıkuyu – oder in einer dem modernen Kleinbuchstaben (ω) ähnlichen Form.

Nichtklassische Buchstaben

Archaische Buchstaben, die außer Gebrauch kamen

Einige Zeichen aus dem phönizischen Alphabet existierten in bestimmten älteren Formen des griechischen Alphabets. Durch die Standardisierung des Alphabets wurden diese archaischen Buchstaben abgeschafft. Die Buchstaben Digamma, Koppa und Sampi blieben aber als Zahlenzeichen bestehen.

Buch-
stabe
Vari-
anten
Name (deutsch) Transkrip-
tion
Aus-
sprache 1)
Erläuterung
Ϝ, ϝ Ͷ, ͷ Digamma (Wau) w [​w​] Das Digamma ging wie das Ypsilon aus dem phönizischen Waw hervor und bezeichnete ursprünglich den Laut [w] (wie in englisch water). Als dieser Laut in den meisten Dialekten wegfiel, wurde das Zeichen überflüssig. Die Bezeichnung Digamma („Doppelgamma“) bezieht sich darauf, dass es wie zwei aufeinander gelegte Gammas (Γ) aussieht.
Später Zahlzeichen für 6.
Ͱ, ͱ Heta h [​h​] Historisches Derivat von Eta als Konsonant.
Ϻ, ϻ San s [​s​] Das San entsprach dem phönizischen Zade. Es stand meistens für [s], wurde aber schon früh durch das Sigma ersetzt. Im arkadisch-kyprischen Dialekt hatte es den Lautwert [ts].
Ϙ, ϙ Ϟ, ϟ Koppa q [​k​] Das Koppa entsprach dem phönizischen Qoph, das den semitischen [q]-Laut bezeichnete. Im Griechischen wurde das Koppa anfangs für [k] vor [o] oder [u] verwendet.
Später Zahlzeichen für 90.
Ͳ, ͳ Ϡ, ϡ Sampi ss [​s:​] Ionischer Buchstabe. Der Ursprung des Sampi ist nicht eindeutig geklärt, es könnte vom San abstammen. Der genaue Lautwert ist nicht sicher erschließbar, Möglichkeiten sind [ss] oder [ks].
Später Zahlzeichen für 900.

Anmerkung:

1) 
Rekonstruierte Aussprache im 5. Jahrhundert v. Chr.

Später ergänzte Buchstaben

Zwei Zeichen wurden später für spezielle Zwecke ergänzt:

  • Das Scho (Ϸ ϸ) entstand im 1. Jahrhundert v. Chr. in Baktrien, um den Laut [​ʃ​] (wie in deutsch „Schule“) in der baktrischen Sprache wiederzugeben. Dieses Phonem gibt es in der neugriechischen Standardsprache nicht.
  • Das Jot (Ϳ ϳ) – griechische Schreibung γιοτ giot, Aussprache [​j​] wie im Deutschen – wurde im 19. Jahrhundert aus dem lateinischen Alphabet übernommen, vor allem um in protogriechischen und frühaltgriechischen Texten das Phonem /j/ in Abgrenzung zum vokalischen /i/ wiedergeben zu können. Zusätzlich wurde das Zeichen, ebenfalls im 19. Jahrhundert, in die Schrift des Arvanitischen übernommen.

Namen der Buchstaben

Die Bezeichnungen der Buchstaben haben im Griechischen keine Bedeutung. Sie wurden größtenteils aus dem Phönizischen übernommen. Dort bezeichnen die Buchstabennamen Begriffe, denen nach dem akrophonischen Prinzip ein Lautwert zugeordnet wurde. Beispielsweise bedeutet aleph „Ochse“ und beth „Haus“.

Die Namen einiger Vokale gehen auf die byzantinische Zeit zurück. Ihre Bezeichnungen in klassischer Zeit unterschieden sich teils, z. B. wurden die Buchstaben Omikron und Omega schlicht οὖ ​[⁠oː⁠]​ und ὦ ​[⁠ɔː⁠]​ genannt. Erst als die Aussprache der beiden Buchstaben zusammenfiel, erhielten die Buchstabenbezeichnungen die unterscheidenden Zusätze mikrón und méga (Omikron bedeutet „kleines O“, Omega „großes“ bzw. „breites O“). Ähnlich verhält es sich bei den Namen Epsilon („einfaches E“) und Ypsilon („einfaches Y“ oder entsprechend der Aussprache etwa „einfaches Ü“), bei denen psilón zur Unterscheidung von den inzwischen gleichlautenden Buchstabenkombinationen αι und οι angefügt wurde.

Aussprache

Lautverschiebung

Die antiken und modernen Lautwerte der griechischen Buchstaben unterscheiden sich recht stark, weil die tiefgreifenden lautlichen Veränderungen, die die griechische Sprache in den 2800 Jahren seit der Einführung des modernen Alphabets durchlebte, in der Orthografie nicht mitvollzogen wurden. Daher sind alt- und neugriechische Wörter im Schriftbild oft identisch oder sehr ähnlich, obwohl sich ihre Aussprache unterscheidet.

Betonung

Das sprachliche Rhythmusgefühl der Griechen hat seit Beginn der Notation mit drei Betonungszeichen (Akut ´, Gravis `, Zirkumflex ῀) in der Epoche des Hellenismus, aber auch schon davor erstaunliche Stabilität gezeigt. Bis in die Neuzeit werden mehrsilbige Wörter ausschließlich in einer der letzten drei Silben betont (ähnlich den spanischen Betonungsregeln). Hat jedoch eine der letzten zwei Silben einen langen Vokal (zum Beispiel η oder ω), dann wird die drittletzte Silbe nicht betont. Siehe für das Altgriechische unter Altgriechische Phonologie – Akzent. Das galt auch für das Neugriechische in polytonischer Orthographie. In der seit 1982 geltenden monotonischen Orthographie sind nur die Akzente zu einem einzigen zusammengefallen.

Wegen dieses griechischen Sprachrhythmus entstehen bei der Transkription in Sprachen ohne Betonungszeichen Diskrepanzen, die dem ausländischen Leser oder „Sprecher“ des Altgriechischen nicht auffallen, wenn er seinen eigenen Sprachrhythmus verwendet. Berühmte Beispiele sind die Namen antiker Persönlichkeiten: Πυθαγόρας Pythagóras (nicht Pythágoras), Αριστοτέλης Aristotélēs (nicht Aristόteles), Αλέξανδρος Aléxandros (nicht Alexánder). Siehe dazu Deutsche Betonung altgriechischer Eigennamen.

Altgriechisch

→ Hauptartikel: Altgriechische Phonologie
 
Frühform des griechischen Alphabets. Kylix aus Böotien, um 420 v. Chr.Archäologisches Nationalmuseum, Athen

In den antiken Aussprachen der zahlreichen lokalen Dialekte war die Laut-Buchstaben-Zuordnung im Griechischen zunächst regional recht differenziert. Je nach Dialekt wurden lokale Schriftsysteme entwickelt, die sich nur allmählich anglichen. Erst gegen Ende des 5. Jahrhunderts und unter dem Einfluss des aufstrebenden Athens vereinheitlichte ein Teil der Griechen ihre Schreibweise weitgehend entsprechend der ionischen Variante (geschrieben an der ägäischen Küste Kleinasiens) bis zum heute üblichen griechischen Alphabet.

Bei der Darstellung der Vokale musste das Altgriechische wegen der Vereinheitlichung aber mit sieben Buchstaben für 12 Phoneme auskommen. Alpha, Iota und Ypsilon konnten für lange oder für kurze Laute stehen. Bei den e- und o-Lauten wurde dagegen zwischen Epsilon bzw. Omikron für die Kurzvokale ​[⁠e⁠]​, ​[⁠o⁠]​ und Eta bzw. Omega für die offenen Langvokale ​[⁠ɛː⁠]​, ​[⁠ɔː⁠]​ unterschieden. Für die geschlossenen Langvokale ​[⁠eː⁠]​ und ​[⁠oː⁠]​ verwendete man indes die Digraphen Epsilon-Iota (ει) und Omikron-Ypsilon (ου). Daneben ist zu beachten, dass die Diphthonge Alpha-Ypsilon (αυ) und Epsilon-Ypsilon (ευ) als [au] und [eu] gesprochen wurden.

Die Vereinheitlichung des Alphabets zum Ionischen hin wurde nicht von allen Regionen gleichermaßen mitgetragen. So behielten und verbreiteten die griechischen Siedlungen Italiens dort ihr westgriechisches Alphabet, woraus sich letztendlich das Lateinische entwickelte.

Die im Schulunterricht westlicher Länder etablierte Aussprache ist länderspezifisch akademisch (z. B. im deutschen Schulsystem für ευ [ɔʏ] sowie für τ und θ unterschiedslos [tʰ]) und weicht in einigen Punkten von der heute nach wissenschaftlichen Kriterien rekonstruierten Aussprache ab. So wurden Theta, Phi und Chi in der Antike als aspirierte Verschlusslaute und nicht als Reibelaute gesprochen. In Griechenland selbst wird heute für alle Texte, auch für altgriechische, die neugriechische Aussprache verwendet. Auch in anderen orthodoxen Ländern ist die dem Neugriechischen nahestehende byzantinische statt der antiken Aussprache Grundlage für die Aussprache griechischer Wörter.

Neugriechisch

→ Hauptartikel: Aussprache des Neugriechischen

Wie in den meisten Sprachen ist auch im Griechischen die Aussprache der Konsonanten relativ eng definiert, während die Aussprache der Vokale instabiler ist. Weil aber im Griechischen die Schrift weitgehend historisch geblieben ist, wurde die Orthographie durch den Lautwandel der Vokale weit weniger phonematisch. Zwar können geschriebene Vokale wie die Konsonanten mit nur wenigen Auspracheregeln (vergleichbar dem Französischen und Deutschen, nicht aber dem Englischen) korrekt gelesen werden. Umgekehrt ist die Schreibweise von gesprochenen Vokalen nicht eindeutig. Diskrepanzen entstehen beispielsweise bei ehemaligen Diphtongen, wo im Neugriechischen einer der Vokale nicht mehr gesprochen wird (ι für ει, οι, υι) oder der Laut sich vollständig verändert hat (ε für αι oder ι für η). Nur manchmal ist hier die Schreibweise grammatikalisch definiert. Dadurch ist das Erlernen der griechischen Rechtschreibung auch für Muttersprachler mit Schwierigkeiten verbunden.

Aussprache plosiv stimmhaft stimmlos
griechisch
κ γ χ ξ
π β φ ψ
τ δ θ ζ
entspricht deutsch
(englisch)
g j, r ∗ ch gs
b w f bs
d th (en) th (en) z (en)
Anmerkung
∗ 
Nicht rollendes, sondern reibendes r wie im Hochdeutschen.

Die griechische Sprache kennt keine Unterscheidung nach harten (aspirierten) und weichen Konsonanten wie zum Beispiel t und d im Deutschen. Die Plosive κ, π und τ werden weich ausgesprochen (siehe Tabelle rechts). Bei der Einführung ausländischer Aussprachen wird deshalb zur Unterscheidung für weiche Konsonanten auf Digraphen ausgewichen, die aber fälschlich als Diphthonge gesprochen werden – μπ, γκ und ντ für [b], [ɡ] und [d]. So erscheinen beispielsweise bei der Transkription ausländischer Namen und deren Aussprache drei, vier oder gar fünf aufeinanderfolgende Konsonanten, zum Beispiel von Karsten Wildberger nach Κάρστεν Βιλντμπέργκερ.

Nach heutigem Stand der Forschung betrifft die wichtigste Änderung bei der Aussprache der Konsonanten die stimmhaften und die aspirierten Verschlusslaute (β, γ, δ, θ, φ, χ) des Altgriechischen, die zu Reibelauten geworden sind. Sie sind in der Aussprache eindeutig festgelegt und lassen sich auch weitgehend fehlerfrei diktieren. Ausnahmen davon sind die gleichen Aussprachen von γγ und γκ sowie in manchen Fällen von ι und γ.

/?

Transkription

Für die Transkription altgriechischer Wörter in die lateinische Schrift gibt es eine recht eindeutige Norm (siehe Tabelle oben). Einzig bei der Wiedergabe der Buchstaben η und ω (mit oder ohne Makron), des Digraphen ου (ou oder u) und des einfachen υ (normalerweise y, in Diphthongen u; v. a. im englisch-amerikanischen Sprachraum auch generell als u) gibt es kleinere Unterschiede.

Die Umschrift des Neugriechischen wird nicht einheitlich gehandhabt, eine existierende ISO-Norm konnte sich bislang nicht durchsetzen. Zum Teil orientiert sich die Umschrift an der Aussprache, zum Teil am griechischen Schriftbild.

Ligaturen

 
Text von 1821 (Konstantinos Nikolopoulos) mit den genannten drei Ligaturen

Des Weiteren gibt es Ligaturen aus byzantinischer Zeit. Diese wurden in der Minuskel-Handschrift entwickelt, und im frühen Buchdruck wurden einige von ihnen weiterverwendet. Heute sind jedoch nur noch drei von ihnen gebräuchlich:

  • das Stigma (Ϛ ϛ), zusammengesetzt aus Sigma und Tau (στ); als Zahlzeichen Ersatz für Ϝ.
  • die Ligatur Ϗ ϗ für και ke, deutsch „und“, die Verwendung erfolgt analog zum „Kaufmanns-Und“ (&).
  • die Verbindung aus Omikron und Ypsilon (Ȣ ȣ, in moderner Typografie auch Ʊ ʊ) als Ersatz für die häufig benötigte Vokalverbindung „ου“ mit dem Lautwert /u/.
  • Beispiele für byzantinische handschriftliche Ligaturen
  •  
    -γερ-
    (-ger-)
  •  
    -εῖ-
    (-ei-)
  •  
    καὶ
    (kai)
  •  
    -μω-
    (-mō-)
  •  
    -ος
    (-os)
  •  
    οὖν
    (oûn)
  •  
    φησὶ
    (phēsi)
  •  
    στ
    (st)

Diakritische Zeichen

Spiritus und Akzente

→ Hauptartikel: Polytonische Orthographie
 
Beispiel für die Glyphe Ͱ für [h] am Beispiel ἭΡΑ (Hera)

Als der Buchstabe H, der ursprünglich für [h] stand, den Lautwert [​[⁠ɛː⁠]​] erhielt, entwickelte man durch Halbierung des H das Zeichen Ͱ (Heta), um weiterhin den [h]-Laut wiedergeben zu können. Später entwickelte sich daraus der Spiritus asper, ein diakritisches Zeichen, das wie ein hochgestelltes kleines c aussieht und über dem anlautenden Vokal steht. In Analogie zum Spiritus asper wurde später der Spiritus lenis, der die Form eines spiegelverkehrten Spiritus asper hat, für einen vokalischen Anlaut ohne [h] entwickelt.

Beispiele:

  • Spiritus asper (῾): ὕδωρ hydōr („Wasser“), ῥυθμός rhythmos („Rhythmus“), Ἕλλας Hellas („Griechenland“)
  • Spiritus lenis (᾽): ἐγώ egō („ich“), Ἔρως Erōs („Liebe“)

Das Altgriechische verfügte über einen musikalischen Akzent mit drei verschiedenen Tönen. Diese können bedeutungsunterscheidend sein, z. B. bedeutet pan mit steigend-fallendem Ton „alles“, während dasselbe Wort im steigenden Ton der Name des Gottes Pan ist. Der musikalische Akzent wandelte sich schon in hellenistischer Zeit zu einem dynamischen Akzent, wie er im Deutschen und den meisten anderen europäischen Sprachen vorkommt. Um die antiken Texte weiterhin korrekt aussprechen zu können, entwickelte man drei Zeichen als Bezeichnung der Töne:

  • der Akut, griechisch Oxeia, (´) für den Hochton, Beispiel: Διοτίμα Diotíma
  • der Gravis, griechisch Bareia, (`) für den Tiefton, Beispiel: καὶ αὐτὸς τιμῶ kaì autòs timô („auch ich selbst ehre“)
  • der Zirkumflex, griechisch Perispomenē, (῀) für den Steig- und Fallton, Beispiel: Φαῖδρος Phaîdros

Im modernen Griechisch (das keinen h-Laut mehr hat und auch keine Töne mehr kennt) wurden diese Akzente und Spiritus 1982 abgeschafft. Die Akzente wurden durch ein einziges Zeichen, den Tonos (τόνος) ersetzt, der heute in mehrsilbigen Wörtern die betonte Silbe kennzeichnet. Dieses vereinfachte System wird „monotonisch“ (μονοτονικό monotoniko) genannt; hin und wieder wird jedoch noch das alte, „polytonische“ Akzentsystem (πολυτονικό polytoniko) inklusive Spiritus verwendet – sowohl in literarischen Produktionen als auch in privaten Alltagstexten.

Weitere diakritische Zeichen

Das Trema (¨; neugriechisch διαλυτικά dialytiká [Neutrum Plural]) kam im Zeitalter des Hellenismus auf, als zunehmend vokalische Diphthonge anders als die betreffenden Εinzelbuchstaben gesprochen wurden (αυ, ευ) – Beispiele sind Αὔρα (Aura) und Εὐρώπη (Europa) – oder sogar zu einem Laut (Digraph) zusammengefasst wurden (αι, ει, οι, υι, ου) – Beispiele: Αἴγυπτος („Ägypten“), εἰκοσάεδρον („Ikosaeder“), οἶκος („Haus“; mittelgriechisch etwa ['ykɔs]), υἱοθεσία („Adoption“; mittelgriechisch etwa [hyɔ⁠θɛ'sia]) und οὐρανός („Uranos, Himmel“). In Fällen, in denen die betreffenden Vokale doch getrennt gesprochen werden sollen, erhält der zweite Vokal ein Trema (αϋ, εϋ und αϊ, εϊ, οϊ, οϋ, υϊ). In dieser Funktion wird das Zeichen auch heute noch genutzt – Beispiel „Kutter“: καΐκι, sprich [ka'iki], wäre ohne Trema ['kɛki] auszusprechen. Die Kennzeichnung erübrigt sich jedoch, wenn von den beiden Vokalen der erste betont wird, denn auch dann werden die beiden getrennt ausgesprochen (άυ, έυ und άι, έι, όι, όυ, ύι).

In den Langdiphthongen ēi, ōi und āi verstummte das i bereits früh. Ab dem 12. Jahrhundert wurde es als Iota subscriptum („untergeschriebenes Iota“) unter den vorangehenden Vokal gesetzt, Beispiel: τῇ statt τηῖ (tē „der“, Dativ des bestimmten femininen Artikels). Bei Großbuchstaben wird das Iota meist als Iota adscriptum („dazugeschriebenes Iota“) neben den vorangehenden Vokal gesetzt, Beispiel: Ἅιδης, sprich Hādēs („Hades, Unterwelt“). Im Neugriechischen wurde das Iota subscriptum im Zuge der Reform von 1982 abgeschafft.

Satzzeichen

Im Neugriechischen und in modernen Drucken altgriechischer Texte werden die gleichen Satzzeichenformen wie in lateinschriftlichen Texten verwendet, mit zwei Ausnahmen:

  • Das griechische Fragezeichen ; (ερωτηματικό erotimatiko, Unicode U+037E greek question mark) ähnelt einem lateinschriftlichen Semikolon.
  • Statt eines Semikolons, in altgriechischen Texten auch statt eines Doppelpunktes, wird der Hochpunkt · (άνω τελεία áno telía, Unicode U+0387 greek ano teleia) verwendet, auch Kolon genannt.

Zahlzeichen

→ Hauptartikel: Griechische Zahlzeichen

Die altgriechischen Buchstaben sind zugleich Zahlzeichen. Es gab zwei Zählweisen, die thesische und die milesische, wohl von Milet abgeleitet. Der Gebrauch beider Zählweisen ist schon in der Ilias belegt.

Die thesische Zählweise weist den Buchstaben Alpha bis Omega je nach ihrem Standort im Alphabet die dazugehörige Ordnungszahl als Wert zu. Alpha hat den Wert eins und Omega den von vierundzwanzig. Nach dieser Zählweise sind die Gesänge Homers nummeriert.

Die milesische Zählweise ist mit geringen Abweichungen aus der im phönizischen benutzten konstruiert. Auch das hebräische Alphabet benutzt diese Technik für die Zahlenwerte. Alpha bis Theta nehmen die Werte eins bis neun an, Iota bis Koppa, nicht mit Kappa zu verwechseln, die zum vorigen parallelen Zehnerwerte, nämlich zehn, zwanzig … bis neunzig, und Rho bis Sampi die entsprechenden Hunderter, so dass Alpha dann wieder auch Tausend bedeuten kann.

Geschichte

 
Tontafel mit Linear-B-Inschrift aus Mykene

Frühere ägäische Schriftsysteme

Schon einige Jahrhunderte vor Entstehung des griechischen Alphabets war die griechische Sprache schriftlich festgehalten worden. Die mykenische Kultur verwendete vom 14. bis 12. Jahrhundert v. Chr. die Silbenschrift Linear-B, die aus der Linear-A-Schrift der Minoer Kretas entwickelt worden war. Nach dem Untergang der mykenischen Kultur geriet sie aber während der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ (12.–9. Jahrhundert v. Chr.) wieder in Vergessenheit. Einzig auf Zypern hielt sich die kyprische Schrift, die den kretisch-minoischen Schriften nahestand. Das griechische Alphabet steht in keiner Verbindung zur Linearschrift B.

Entstehung

Phönizische Buchstaben und ihre griechischen Entsprechungen
Phönizisch Griechisch
  Aleph Α Alpha
  Beth Β Beta
  Gimel Γ Gamma
  Daleth Δ Delta
  He Ε Epsilon
  Waw Ϝ Digamma
  Zajin Ζ Zeta
  Heth Η Eta
  Teth Θ Theta
  Jodh Ι Iota
  Kaph Κ Kappa
  Lamed Λ Lambda
  Mem Μ My
  Nun Ν Ny
  Samech Ξ Xi
  Ajin Ο Omikron
  Pe Π Pi
  Sade Ϻ San
  Qoph Ϙ Koppa
  Resch Ρ Rho
  Schin Σ Sigma
  Taw Τ Tau

Das griechische Alphabet stammt von dem phönizischen Alphabet ab. Die genauen Umstände sowie Ort und Zeit der Entstehung sind weitgehend unbekannt. Wahrscheinlich geschah die Übernahme im 9. Jahrhundert v. Chr., auch wenn manche Forscher einen früheren Zeitpunkt annehmen. Als Entstehungsorte werden Euböa, Kreta, Rhodos und Zypern vorgeschlagen. Die ersten überlieferten griechischen Inschriften, auf der Dipylon-Kanne von Athen und dem Nestorbecher von Pithekoussai, stammen aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr.

Das phönizische Alphabet war, wie die anderen semitischen Schriften, eine Konsonantenschrift. Im Griechischen spielten aber die Vokale eine weitaus größere Rolle als in den semitischen Sprachen, weshalb für sie auch eigene Buchstaben benötigt wurden. Zu diesem Zweck wurden phönizische Buchstaben, die im Griechischen nicht vorkommende Laute bezeichneten, zu Vokalzeichen umfunktioniert. Es ist unklar, ob es sich bei der Schaffung der Vokalzeichen um eine geplante Innovation oder eine bloße Fehlinterpretation des phönizischen Systems handelte. Aus dem Aleph für den Knacklaut [ʔ] wurde das Alpha für [a], aus dem He für [h] das Epsilon für [e], aus dem Jodh für [j] das Iota für [i] und aus dem Ajin für den speziellen semitischen Kehllaut ​ʕ​ das Omikron für [o]. Aus dem phönizischen Waw entwickelten sich im Griechischen zwei Buchstaben: das konsonantische Digamma für [w] und das vokalische Ypsilon für [u] (später [y]). Dadurch war das griechische Alphabet die erste Schrift, die sowohl Konsonanten als auch Vokale durch eigenständige Zeichen darstellte, und somit die erste Alphabetschrift im engeren Sinne. Es ist aber davon auszugehen, dass die Entwicklung der Vokalzeichen in einem einzigen Schritt vonstattenging, da sie schon in den frühesten bekannten griechischen Inschriften vorhanden sind und keinerlei Schriftdenkmäler bekannt sind, in denen Griechisch in einer Konsonantenschrift geschrieben würde.

 
Korinthische Vase mit den Namen Perseus, Andromeda und Ketos in einer Frühform des griechischen Alphabets

Ansonsten entsprachen sich die phönizischen und griechischen Buchstaben weitgehend. Einige Konsonantenzeichen wurden in ihrem Lautwert angepasst: Aus dem phönizischen Tet für das emphatische [tˁ] wurde das griechische Theta (Θ) für das aspirierte [tʰ], aus dem phönizischen Zajin für [z] wurde das Zeta (Ζ), das ursprünglich wahrscheinlich [dz] oder [zd] gesprochen wurde. Im Phönizischen gab es drei verschiedene s-Laute, Samech, Sade und Schin, im Griechischen jedoch nur einen. Daher wurde das Samech zum Xi (Ξ) für [ks] umfunktioniert; aus dem Sade entwickelte sich der griechische Buchstabe San (Ϻ), der aber schon früh zugunsten des aus dem Schin hervorgegangenen Sigma (Σ) aufgegeben wurde. Die phönizische Sprache unterschied zwischen dem Kaph für [k] und dem Qoph für [q]. Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Kappa (Κ) und Koppa (Ϙ), die beide [k] gesprochen wurden. Weil sich zwei Buchstaben für denselben Laut als redundant erwiesen, wurde das Koppa später abgeschafft. Das phönizische Heth, das einen im Griechischen nicht vorkommenden h-ähnlichen Laut bezeichnete, wurde zum griechischen Η, das zunächst Heta genannt wurde und für [h] stand. Erst später wurde es zum Vokalzeichen für [ɛː].

Die Reihenfolge der Buchstaben hatten die Griechen von den Phöniziern übernommen. An das Ende des Alphabets wurden die neuentwickelten Zeichen Υ, Φ, Χ, Ψ und Ω angehängt. Das Ypsilon (Υ) stammte ebenso wie das Digamma von dem phönizischen Waw ab, den Buchstaben Omega (Ω) für [ɔː] bildeten die Griechen aus dem Omikron neu. Genuin griechische Neubildungen ohne Entsprechung im Phönizischen sind Phi (Φ) für [pʰ], Chi (Χ) für [kʰ] und Psi (Ψ) für [ps].

Epichorische Alphabete

 
Verbreitung der epichorischen Alphabete nach Kirchhoff (1887), Einfärbung entsprechend seiner Einteilung
 
Alphabete von Euböa, Ionien, Athen und Korinth

Ursprünglich war das griechische Alphabet ebenso wie das phönizische linksläufig, das heißt, es wurde von rechts nach links geschrieben. Danach wurde furchenwendig, das heißt, abwechselnd links- und rechtsläufig, geschrieben, erst später setzte sich die rechtsläufige Schreibrichtung durch. Bis ins 9. Jahrhundert n. Chr. gab es nur die heutigen Großbuchstaben, die ohne Wortzwischenräume oder Satzzeichen geschrieben wurden (scriptio continua).

Zunächst war die griechische Schrift keineswegs einheitlich. Es bildeten sich lokale (sogenannte epichorische) Alphabete mit jeweils unterschiedlichen Zeichen. Sie werden nach der Einteilung des Gräzisten Adolf Kirchhoff in drei Hauptgruppen und nach den Farben benannt, die Kirchhoff in seinen Studien zur Geschichte des Griechischen Alphabets von 1887 zu ihrer Markierung verwendete. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal sind die sogenannten Supplement-Zeichen, also die zusätzlich zu der übernommenen phönizischen Schrift neu geschaffenen Zeichen Φ, Χ und Ψ. Bei den „grünen“ Alphabeten auf Kreta fehlen diese Supplement-Zeichen völlig. Die „roten“ Alphabete (auch „westgriechische Alphabete“ genannt), die z. B. auf Euböa und in Lakonien verwendet wurden, haben Φ und Ψ mit den Lautwerten [pʰ] und [kʰ]. Die „blauen“ Alphabete unterteilen sich in zwei Untergruppen. Die „hellblauen“ Varianten in Attika verwenden Φ und Χ für [pʰ] und [kʰ]. Die „dunkelblauen“ Alphabete etwa in Korinth und auf Rhodos haben zusätzlich dazu noch das Zeichen Ψ mit dem Lautwert [ps].

Standardisierung in der Antike

 
Griechische Inschrift mit Widmung an Ptolemaios VI. von Ägypten, 2. Jahr­hundert v. Chr.

Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begann sich die ionische Variante des griechischen Alphabets (meist als ionisches Alphabet oder milesisches Alphabet bezeichnet) auch in anderen Städten durchzusetzen. In Athen wurde 403 v. Chr. unter dem Archonten Eukleides das ionische Alphabet amtlich eingeführt. Das milesische Alphabet besaß einige zusätzliche Buchstaben, gleichzeitig wurden nicht mehr benötigte Buchstaben wie das Digamma abgeschafft. Im alten attischen Alphabet gab es keine Unterscheidung zwischen langen und kurzen e- und o-Lauten, beide wurden mit Epsilon bzw. Omikron geschrieben. Für das lange [ɔː] war im milesischen Alphabet das Omega (Ω) entwickelt worden. Weil im ionischen Dialekt der h-Laut ausgefallen war, hatte man in Milet das Η zum Vokalzeichen für [ɛː] umfunktioniert. In Attika hatte man die Lautfolgen [ks] und [ps] zuvor mit ΧΣ und ΦΣ geschrieben, nun gab es dafür die Buchstaben Xi (Ξ) und Psi (Ψ). Durch die Vormachtstellung Athens wurde das milesische Alphabet zur Standardvariante der griechischen Schrift und verdrängte nach und nach die epichorischen Alphabete.

Spätantike und Mittelalter

Im 3. Jahrhundert v. Chr. entwickelte Aristophanes von Byzanz in Alexandrien die Tonzeichen zur Unterscheidung der Töne. Diese ursprünglich als Lesehilfe gedachten Akzente benötigte man für poetische und Theatertexte, zumal der Tonakzent einem Druckakzent zu weichen begann.

In der Spätantike entstanden in Griechenland ähnlich wie im Westen Europas neue Schriftformen, die für die neuen Schreibstoffe und -techniken besser geeignet waren. Daraus ging die mittelalterliche griechische Buchschrift hervor, zunächst die sogenannten Unziale.

Die Minuskeln entwickelten sich erst in byzantinischer Zeit, wohl in Syrien im 9. Jahrhundert, aus einer Vereinfachung der Alltagsschrift (Kursive). Großbuchstaben wurden höchstens für Überschriften und ähnliche Auszeichnungen gebraucht. Noch im 12. Jahrhundert wanderte das nicht ausgesprochene Iota unter den vorangehenden Vokal (Iota subscriptum).

  •  
    Auszug aus dem Bankes-Homer-Manuskript (2. Jahrhundert), mit einer Frühform der Unziale
  •  
    Unziale im Codex Vaticanus (4. Jahrhundert)
  •  
    Kursive (Papyrus aus dem Jahr 545)
  •  
    Minuskelschrift (10. Jahrhundert)
  •  
    Minuskelschrift, Überschrift in Unziale und eine Initiale (11. Jahrhundert)
Schriftentwicklung nach der hellenistischen Zeit hin zu den Kleinbuchstaben (in Abbildungen)
an-
tik 1)
Unzi-
ale 2)
Kursive 3) Minuskel 3) Ligaturen der
Renaissance 4)
Druck
(1540) 5)
mo-
dern 6)
Alpha                 
Beta            
Gamma              
Delta              
Epsilon                 
Zeta            
Eta                 
Theta              
Iota               
Kappa              
Lambda              
My              
Ny              
Xi            
Omikron                 
Pi              
Rho              
Sigma                  
Tau              
Ypsilon                 
Phi              
Chi            
Psi            
Omega                 

Erläuterungen:

1) 
nach dem Vorbild der Theodotos-Inschrift, etwa 70 n. Chr.
2) 
nach dem Vorbild des Papyrus 39 aus dem 3. Jahrhundert
3) 
nach Carl Faulmann 1880
4) 
basierend auf der Schriftart RgreekL2 (“Renaissance Greek with Ligatures”) von Andreas U. Schmidthauser, die sich an Aldus Manutius’ editio princeps von 1495 eines Werkes des Apollonios Dyskolos orientiert.
5) 
Schriftart Grecs du roi. Die Buchstaben gehen in dieser Schriftart überwiegend Ligaturen ein, sodass die hier gezeigten einzelstehenden Glyphen eher weniger häufig vorkommen. Die Drucke aus dieser Zeit verwenden bereits Großbuchstaben in der modernen Weise, die sich von den modernen Formen kaum unterscheiden; diese sind deshalb hier nicht mit aufgelistet.
6) 
Schriftart Times New Roman

Neuzeit

 
Schreibschrift (1880)

Die heute übliche Zuordnung, Großbuchstaben am Beginn von Namen sowie gegebenenfalls am Beginn von Sätzen zu verwenden, kam erst in der frühen Neuzeit auf. In der frühen Neuzeit gab es in der gedruckten Schrift zahlreiche Ligaturen und Abkürzungen, die später wieder verschwanden. Einzig das Stigma (Ϛ, ϛ), die Ligatur aus Sigma und Tau, und die Verbindung aus Omikron und Ypsilon (Ȣ und ȣ, in moderner Typographie mit Ʊ und ʊ wiedergegeben) haben sich bis heute erhalten.

Gleichzeitig hat sich in Griechenland eine Schreibschrift herausgebildet, die teilweise auf andere Formen der griechischen Minuskeln zurückgeht als die heute übliche Druckschrift. Es existieren aber auch einige Varianten in der Druckschrift, die den schreibschriftlichen Formen ähneln, so ϑ für θ, ϰ für κ oder ϖ für π. Einige Buchstaben der Schreibschrift gleichen Formen der lateinischen Schreibschrift, so das Beta dem b, das Eta dem n oder das Psi dem y. Diese Schreibschrift, bei der nicht alle Buchstaben miteinander verbunden sind, ist auch die Grundlage der heutigen persönlichen Handschriften griechischer Schreiber.

Die in Spätantike und Mittelalter entwickelte Orthographie für das Altgriechische blieb auch für das Neugriechische zunächst verbindlich, obwohl viele Unterscheidungen phonetisch nicht mehr benötigt wurden. Erst 1982 vereinfachte man das Alphabet, indem man den Spiritus abschaffte und statt der drei Akzente einen einzigen, reinen Betonungsakzent (Tonos) einführte.

Typografie

Der erste bekannte Druck mit Lettern in griechischer Schrift ist ein Ausschnitt aus dem platonischen Dialog Gorgias, enthalten in einer römischen Ausgabe der Noctes Atticae des Aulus Gellius aus dem Jahr 1469.

Im 16. Jahrhundert wirkte als bedeutendster Drucker mit griechischen Typen der Pariser Drucker Robert Estienne.

Weitere Verwendung

Verschriftung anderer Sprachen als das Griechische

Außer für das Griechische wurde das griechische Alphabet in der Antike auch für einige weitere antike Sprachen verwendet. Dazu gehörten in Kleinasien gesprochene Sprachen wie Phrygisch und Lydisch, die auf dem Balkan gesprochene thrakische Sprache sowie einige weitere ausgestorbene Sprachen wie Baktrisch in Zentralasien. Von allen diesen Sprachen sind jedoch nur spärliche Schriftquellen erhalten.

 
Albanisch-griechisches Alphabet (mittlere Spalte) neben anderen Alphabeten (1872)

Im 19. Jahrhundert verwendeten albanische orthodoxe Christen eine Erweiterung des griechischen Alphabets, das albanisch-griechische Alphabet.

Heute findet das griechische Alphabet im Sinne einer Schrift praktisch nur für die griechische Sprache Verwendung. Daneben werden nur vereinzelt einige in Griechenland gesprochene Minderheitensprachen wie Aromunisch oder Arvanitisch in griechischer Schrift aufgezeichnet. Außerdem schreiben die Karamanlı, eine christlich-orthodoxe Minderheit aus der Türkei, ihre türkische Mundart in griechischer Schrift. Bei allen diesen Minderheitensprachen ist allerdings die schriftliche Verwendung sehr selten.

Verwendung griechischer Buchstaben in Wissenschaft und Technik

In Wissenschaft und Technik hat sich eine punktuelle Nutzung des griechischen Alphabets etabliert. Diese Entwicklung begann bereits in den frühmodernen Wissenschaften in Wechselwirkung mit dem etwa zeitgleich einsetzenden Humanismus, der das Studium antiker griechischer Autoren und Texte auch wissenschaftlicher Natur wiederbelebte. Entsprechend greifen auch heute noch mathematisch-naturwissenschaftliche Notationen oft auf griechische Buchstaben als Formelzeichen zurück. So werden Winkel meist mit griechischen Kleinbuchstaben bezeichnet. Viele spezielle Funktionen sind nach griechischen Buchstaben benannt bzw. werden mit ihnen bezeichnet, ebenso viele mathematische und physikalische Konstanten. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Kreiszahl π{\displaystyle \pi }  (nicht zu verwechseln mit der vom gleichen griechischen Buchstaben abgeleiteten griechischen Minuskel ϖ{\displaystyle \varpi } , mit der seit Carl Friedrich Gauß die lemniskatische Konstante bezeichnet wird). Daher spielt das griechische Alphabet beim Formelsatz noch immer eine bedeutende Rolle.

Außerhalb der mathematisch-naturwissenschaftlichen Formelnotation wird das griechische Alphabet in wissenschaftlichen Bezeichnungssystemen häufig zum Ausdruck der Position oder Stellung bezeichneter Objekte in Rangfolgen und Größenfolgen bzw. Anordnungen und Konfigurationen verwendet. Gleichfalls üblich ist Vergabe von Bezeichnungen einfach nach der zeitlichen Vergabereihenfolge. Bekannte Beispiele sind:

  • in Natur- und Humanwissenschaften sowie der Medizin:
    • die Bezeichnung von Anordnungen bzw. Stellungen in der Biologie und Chemie, siehe beispielsweise unter Ständigkeit,
    • die differenzierte Benennung ähnlicher Motive in der Sekundärstruktur von Polypeptidketten bzw. Proteinen,
    • in der Verhaltensforschung die Bezeichnung entsprechend sozialer Rangposition: „Alphatier“ als Leittier einer Gruppe, „Beta-Tiere“ mittleren Ranges und „Omega-Tiere“ als rangniedrigste Gruppenmitglieder,
    • die Bayer-Bezeichnung von Sternen in Sternbildern, bei der griechische Buchstaben für die Reihenfolge nach scheinbarer Helligkeit stehen,
    • in der Physik Alpha-, Beta- und Gammastrahlung,
    • die Bezeichnung der Varianten des Betacoronavirus SARS-CoV-2, das ab 2020 die COVID-19-Pandemie auslöste,
  • in der Softwareentwicklung bezeichnen „Pre-Alpha“, „Alpha“ und „Beta“ typische Entwicklungsstadien bzw. Reifegrade von noch unfertigen, aber bereits testweise einsetzbaren Softwareversionen.

Verwendung griechischer Buchstaben in Kommunikation und Marketing

In den westlich geprägten Industrie- und Konsumgesellschaften, die in der Tradition klassisch-humanistischer Bildung stehen, finden die griechischen Buchstaben punktuell Verwendung in Kommunikation und Marketing – teils mit ihrer graphischen Darstellung als gestalterischem Akzent, teils mit ihrem in lateinischer Schrift ausgeschriebenen Namen:

  • als typographisches Element in Logos,
  • als Bestandteil von Firmen-, Projekt-, Produkt- und Markennamen (etwa für diverse Fahrzeugserien des italienischen Fahrzeugherstellers Lancia).

Aus dem griechischen Alphabet abgeleitete Schriften

Das lateinische Alphabet geht auf eine von den Etruskern übernommene westgriechische Variante, dem altitalischen Alphabet zurück, als während der griechischen Besiedelung noch etruskische Königshäuser in Mittelitalien und damit auch im Latium herrschten. Einige Unterschiede im Lautwert klassischer griechischer und lateinischer Zeichen erklären sich mit deren westgriechischen Ursprung; so stand X dort ebenso wie später im Lateinischen für [ks] und nicht wie im Ionischen (das sich seit etwa 400 v. Chr. durchgesetzt hatte) für [kʰ]. Andere Unterschiede sind dem Einfluss der etruskischen Herrscher geschuldet; zum Beispiel verfügte die etruskische Sprache nicht über die Laute [g] und [w], weshalb den griechischen Buchstaben Γ und Ϝ die Lautwerte [k] bzw. [f] zugeordnet wurden. Die Römer (Latiner) übernahmen sie in Form der westgriechischen Buchstaben C und F. Später wurden die Buchstaben Y und Z übernommen, um griechische Lehnwörter, die in der Epoche des Hellenismus zahlreich übernommen wurden, wiedergeben zu können.

Das kyrillische Alphabet wurde im 10. Jahrhundert auf Grundlage einer griechischen Unzialschrift entwickelt. Zusätzlich zu den im griechischen Alphabet vorhandenen Zeichen enthält das kyrillische Alphabet für Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, Zeichen aus dem glagolitischen Alphabet. Die Aussprache des Griechischen hatte sich zu dieser Zeit bereits gewandelt, weshalb etwa die kyrillischen Buchstaben В und И ebenso wie Β und Η im Mittel- und Neugriechischen als [v] und [i] ausgesprochen werden. Ursprünglich wurden auch diejenigen griechischen Buchstaben übernommen, deren Aussprache im Kirchenslawischen mit der anderer Lettern zusammenfiel, wie Ѳ (Fita), das auf das griechische Θ zurückging und [f] gesprochen wurde, und Ѡ (Omega). Nach der Oktoberrevolution wurden Ѳ (Fita) und Ѯ (Ksi) abgeschafft, im Russischen auch das І (Iota). Letzteres blieb aber im Ukrainischen, Belarussischen und Kasachischen als Vokal І (im Ukrainischen zudem als Ї), im Serbischen und Mazedonischen als Konsonant Ј erhalten.

Die Kopten in Ägypten verwenden für die mittlerweile nur noch als Sakralsprache benutzte koptische Sprache das koptische Alphabet. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung des griechischen Alphabets, das mit Zeichen aus der altägyptischen demotischen Schrift erweitert wurde.

Die ausgestorbene gotische Sprache wurde mit dem gotischen Alphabet geschrieben. Dieses entwickelte im 4. Jahrhundert der Bischof Wulfila ebenfalls auf Grundlage des griechischen Alphabets. Daneben enthält die gotische Schrift Buchstaben, die aus dem lateinischen Alphabet oder der Runenschrift übernommen wurden.

Die armenische und die georgische Schrift wurden beide im 5. Jahrhundert vom Heiligen Mesrop neu entwickelt. Dabei zeigt vor allem die Reihenfolge der Buchstaben griechischen Einfluss. Ähnlich verhält es sich mit dem glagolitischen Alphabet, das im 9. Jahrhundert von Kyrill von Saloniki, nach dem das kyrillische Alphabet benannt ist, erschaffen wurde.

Siehe auch: Ableitung der lateinischen und kyrillischen aus griechischen Buchstaben

Griechisch auf Computersystemen

Kodierung

Für die Kodierung griechischer Zeichen wurden in den 1980er Jahren verschiedene 8-Bit-Zeichenkodierungen entwickelt, speziell ISO 8859-7 und Windows-1253. Diese sind ähnlich, aber inkompatibel, und enthalten nur die für die monotonische Orthografie des Neugriechischen benötigten Zeichen, also die Grundbuchstaben, den Hochpunkt als Satzzeichen, Vokale mit Tonos (Akut) sowie Iota und Ypsilon mit Dialytika (Trema).

Im seit den 1990er Jahren entwickelten Unicode sind auch alle in der polytonischen Orthografie enthaltenen Buchstaben mit einem oder mehreren Diakritika als precomposed („vorher zusammengesetzt“, das heißt als einzelnes Schriftzeichen) Zeichen verfügbar. Die monotonischen Zeichen (einschließlich der Vokale mit Tonos [Akut] sowie Iota und Ypsilon mit Dialytika [Trema]) finden sich im Unicodeblock Griechisch und Koptisch, die nur in der polytonischen Orthographie vorkommenden Zeichen (mit Diakritika) im Unicodeblock Griechisch, Zusatz. Auch die mit der Entwicklung des griechischen Alphabets zusammenhängenden Zeichen für griechische Zahldarstellungen und altgriechische Musik sind in den Blöcken Altgriechische Zahlzeichen bzw. Altgriechische Notenschriftzeichen vorhanden.

Siehe auch: Griechisch und Koptisch in Unicode

Zeicheneingabe durch Anklicken in Bildschirmtabellen

 
Screenshot der freien Zeicheneingabe-Software BabelMap

In vielen Textverarbeitungsprogrammen können die Zeichen zusammen mit ihrem Unicode-Codepunkt im Menüpunkt Sonderzeichen einfügen gefunden und generiert werden. Ein ähnliches Hilfsmittel ist die kostenfrei verfügbare Software BabelMap (nur Windows), in der Zeichenfolgen durch Klicks zusammengestellt und anschließend zum Einfügen in andere Programme kopiert werden können.

Ähnliche Lösungen speziell für polytonisches Griechisch lassen sich als Online-Funktion im Internet finden, beispielsweise Lexilogos.

Tastatureingabe

Die griechischen Zeichen können auf der Computertastatur mit einem Code eingeben werden.

Beispiel: ά entsteht unter Windows in Microsoft Office durch

  • Eingabe der Unicode-Wertes (hexadezimal): 1F00 eintippen und anschließend Alt + c drücken,
  • Eingabe des Dezimalcodes (dezimaler Wert des Unicode-Wertes): Alt-Taste gedrückt halten und gleichzeitig 7936 auf dem Ziffernblock eingeben (Num-Taste muss dabei aktiviert sein): Alt + 7936

Zu Eingabemethoden für andere Betriebs- und Textsysteme siehe unter Unicode, Verwendung auf Computersystemen.

Unter Windows gibt es unverändert seit Windows 98 eine praktikable Methode. Es lassen sich fast alle griechischen Zeichen durch bestimmte Tastenkombinationen erzeugen. Voraussetzung ist, dass statt der Deutsch-Tastatur die griechische, genauer „Griechisch (Polytonisch)“-Tastatur, angewählt und benutzt wird, möglicherweise muss sie dazu über die Systemeinstellungen heruntergeladen und hinzugefügt werden.

  • Beispiele: ά wird generiert durch die Eingabe von öa, ᾴ durch die Eingabe von Alt Gr + q und folgendem a im Dokument bei eingeschalteter „Griechisch (Polytonisch)“-Tastatur.

Mit der deutschen Standard-Tastaturbelegung E1 können griechische Buchstaben eingegeben werden. Dabei wird die „Horn-und-Griechisch-Wahltaste“   (Alt Gr + ü) und anschließend eine andere Taste betätigt, die den griechischen Buchstaben auswählt. Diese Methode eignet sich eher für Eingabe einzelner griechischer Buchstaben (beispielsweise in wissenschaftlichen Texten) als für die Eingabe längerer Texte.

Eingabe in TeX und LaTeX

In TeX, das als Textsatzsystem zu Zeiten entwickelt wurde, als Computer einen sehr beschränkten Speicher besaßen, wurden ausschließlich für den Einsatz im systemeigenen Mathematikmodus (für den Formelsatz) eigene Befehle allein für diejenigen griechischen Buchstaben definiert, die sich von optischen Pendants aus dem lateinischen Alphabet unterscheiden (eine nichtlateinische Schrift vorzugeben, war ebenfalls nicht möglich); wegen der geplanten Verwendung in mathematischen Formeln wurden die Kleinbuchstaben zusätzlich so definiert, dass sie kursiv dargestellt werden. Im auf TeX aufbauenden LaTeX wurden diese Einschränkungen später mit Hilfe diverser Zusatzpakete aufgehoben. In modernen LaTeX-Varianten kann Griechisch direkt eingegeben werden, für den gelegentlichen Einsatz und für den Formelsatz werden die Befehle jedoch weiterhin benötigt (siehe auch Griechische Buchstaben im Formelsatz).

Griechische Buchstaben in LaTeX
Buch­stabe Großbuchstaben Kleinbuchstaben
Z. (#) LaTeX-
Syntax
M. (∗) Z. (#) LaTeX-
Syntax
M. (∗)
Alpha Α \Alpha (x) A{\displaystyle \mathrm {A} }  α \alpha α{\displaystyle \alpha } 
Beta Β \Beta (x) B{\displaystyle \mathrm {B} }  β \beta β{\displaystyle \beta } 
Gamma Γ \Gamma Γ{\displaystyle \Gamma }  γ \gamma γ{\displaystyle \gamma } 
Delta Δ \Delta Δ{\displaystyle \Delta }  δ \delta δ{\displaystyle \delta } 
Epsilon Ε \Epsilon (x) E{\displaystyle \mathrm {E} }  ε
ϵ
\varepsilon (V)
\epsilon
ε{\displaystyle \varepsilon } 
ϵ{\displaystyle \epsilon } 
Zeta Ζ \Zeta (x) Z{\displaystyle \mathrm {Z} }  ζ \zeta ζ{\displaystyle \zeta } 
Eta Η \Eta (x) H{\displaystyle \mathrm {H} }  η \eta η{\displaystyle \eta } 
Theta Θ \Theta Θ{\displaystyle \Theta }  θ
ϑ
\theta
\vartheta (V)
θ{\displaystyle \theta } 
ϑ{\displaystyle \vartheta } 
Iota Ι \Iota (x) I{\displaystyle \mathrm {I} }  ι \iota ι{\displaystyle \iota } 
Kappa Κ \Kappa (x) K{\displaystyle \mathrm {K} }  κ
ϰ
\kappa
\varkappa (x)
κ{\displaystyle \kappa } 
ϰ{\displaystyle \varkappa } 
Lambda Λ \Lambda Λ{\displaystyle \Lambda }  λ \lambda λ{\displaystyle \lambda } 
My Μ \Mu (x) M{\displaystyle \mathrm {M} }  μ \mu μ{\displaystyle \mu } 
Ny Ν \Nu (x) N{\displaystyle \mathrm {N} }  ν \nu ν{\displaystyle \nu } 
Xi Ξ \Xi Ξ{\displaystyle \Xi }  ξ \xi ξ{\displaystyle \xi } 
Omikron Ο \Omicron (x) O{\displaystyle \mathrm {O} }  ο \omicron (x) o{\displaystyle \mathrm {o} } 
Pi Π \Pi Π{\displaystyle \Pi }  π
ϖ
\pi
\varpi
π{\displaystyle \pi } 
ϖ{\displaystyle \varpi } 
Rho Ρ \Rho (x) P{\displaystyle \mathrm {P} }  ρ
ϱ
\rho
\varrho (V)
ρ{\displaystyle \rho } 
ϱ{\displaystyle \varrho } 
Sigma Σ \Sigma Σ{\displaystyle \Sigma }  σ
ς
\sigma
\varsigma
σ{\displaystyle \sigma } 
ς{\displaystyle \varsigma } 
Tau Τ \Tau (x) T{\displaystyle \mathrm {T} }  τ \tau τ{\displaystyle \tau } 
Ypsilon (I) Υ \Upsilon Υ{\displaystyle \Upsilon }  υ \upsilon υ{\displaystyle \upsilon } 
Phi Φ \Phi Φ{\displaystyle \Phi }  φ
ϕ
\varphi (V)
\phi
φ{\displaystyle \varphi } 
ϕ{\displaystyle \phi } 
Chi Χ \Chi (x) X{\displaystyle \mathrm {X} }  χ \chi χ{\displaystyle \chi } 
Psi Ψ \Psi Ψ{\displaystyle \Psi }  ψ \psi ψ{\displaystyle \psi } 
Omega Ω \Omega Ω{\displaystyle \Omega }  ω \omega ω{\displaystyle \omega } 

Anmerkungen:

(#) 
Zeichendarstellung bei direkter Eingabe als Unicode-Zeichen.
(∗) 
Darstellung im Mathematikmodus für den Formelsatz in MediaWiki, das die technische Grundlage der Wikipedia bildet, verwendet ebenfalls die LaTeX-Syntax. Die exakte Darstellung ist abhängig von individuellen Einstellungen.
(x) 
In TeX nicht verfügbar, in LaTeX nur über Zusatzpakete.
(I) 
In Abhängigkeit von der benutzten Schriftart ist eventuell kein Unterschied zum lateinischen Ypsilon zu erkennen. Die ursprüngliche und in einigen Schriftarten bis heute verwendete Glyphe unterscheidet sich aber deutlich:  .
(V) 
Diese nur als Variante definierten Kleinbuchstaben-Glyphen sind im deutschsprachigen Raum die historisch weit häufiger benutzten Formen. Beim Epsilon und Phi sind zudem beide Glyphen in TeX – verglichen mit dem Unicode-Standard – vertauscht und deshalb die Variante hier vor der TeX-Hauptform präsentiert.

Siehe auch

  • Protosinaitische Schrift (Beziehungen der griechischen Schriftzeichen zu ihren Ursprüngen)
  • Vom Mysterium der Buchstaben (eine frühbyzantinische christliche Auslegung des griechischen Alphabets)
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