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Die Generation Deutschland (GD) ist die Jugendorganisation der rechtspopulistischen und rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie wurde am 29

Generation Deutschland

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Die Generation Deutschland (GD) ist die Jugendorganisation der rechtspopulistischen und rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie wurde am 29. November 2025 in Gießen gegründet. Die Vorgängerorganisation Junge Alternative für Deutschland (JA) hatte sich am 31. März 2025 selbst aufgelöst.

Generation Deutschland
(GD)
Basisdaten
Art Jugendorganisation
Gründungsdatum 29. November 2025
Gründungsort Gießen
Vorsitzender Jean-Pascal Hohm
Stellvertreter Jan Richard Behr
Adrian Maxhuni
Patrick Heinz
Schatzmeister Lennart Scharpe
Struktur
Mitglieder 2.410 (Stand Februar 2026)
Gliederung 14 Landesverbände
Adressen
Website generationdeutschland.de

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte

Siehe auch: Junge Alternative für Deutschland #Geschichte

Im Januar 2025 trennte sich die AfD auf dem Parteitag in Riesa von ihrer Jugendorganisation Junge Alternative für Deutschland (JA). Diese wurde seit 2023 vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als gesichert rechtsextrem geführt. Gleichzeitig wurde die Gründung einer neuen Jugendorganisation vorgeschlagen, die enger an die Partei angebunden werden sollte, damals unter dem Namen „Patriotische Jugend“. Laut Aussage der Parteispitze sollte die Reform mehr Durchgriffsmöglichkeiten schaffen, etwa bei Fehlverhalten. Im Februar beschloss die JA ihre Auflösung zum 31. März 2025, begründet wurde dies auch mit einem möglicherweise drohenden Vereinsverbot.

Gründung im November 2025

Die neue Jugendorganisation der AfD wurde am 29. November 2025 in Gießen in den Hessenhallen gegründet. Dazu wurden etwa 1000 Mitglieder erwartet. 26 Organisationen und Personen wurden offiziell eingeladen und durften somit einen Infostand aufstellen. Dazu zählen auch die Zeitschrift Sezession sowie der Jungeuropa Verlag, die vom BfV dem Rechtsextremismus zugeordnet werden. Laut Recherchen des Spiegel sind oder waren viele Delegierte für rechtsextreme oder neonazistische Organisationen auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD aktiv.

Der Beisitzer Kevin Dorow forderte in seiner Bewerbungsrede, anstelle von Abgrenzung müsse man auf die Verschiebung des Overton-Fensters setzen. Im Bezug auf einen Social-Media-Post Björn Höckes zitierte er den Spruch „Jugend muss durch Jugend geführt werden“, was laut Dorow der „Leitstern“ der GD sein müsse. Da dieser Leitsatz neben der Nutzung durch die Bündische Jugend auch als zentrale Maxime aller Jugendorganisationen im Nationalsozialismus verwendet wurde, wird der Vorfall von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen Verdacht auf Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen geprüft. Ein von der Parteispitze zunächst sehr schnell eingeleitetes Parteiausschlussverfahren gegen den Burschenschaftler Dorow aufgrund seiner Provokationen mit NS-affiner Sprache wurde nach zwei Monaten fallen gelassen.

Zur geplanten Neugründung hatte unter anderem das Aktionsbündnis Widersetzen zu Gegenprotest aufgerufen. Widersetzen hatte bereits bei den Parteitagen der AfD in Riesa und Essen Blockadeaktionen und Demonstrationen organisiert. Ein Bündnis aus Parteien von Linke bis FDP, Vertretern der Religionsgemeinschaften sowie sozialen Organisationen rief ebenfalls zu Demonstrationen auf. Hinzu kam ein Demokratiefest vor dem Rathaus. Am Tag der Neugründung kam es in Gießen zu Demonstrationen und Blockadeaktionen, wodurch die Veranstaltung erst mit zwei Stunden Verspätung beginnen konnte. Laut Angaben der Veranstalter der Demonstrationen erschienen über 50.000, laut Polizeiangaben 25.000 Menschen. Die Proteste verliefen überwiegend friedlich, es kam jedoch teilweise zu Auseinandersetzungen an Blockaden. Etwa 50 Polizisten sowie mindestens 36 Demonstrierende erlitten größtenteils leichte Verletzungen. Vertreter von Polizei und Demonstranten warfen sich gegenseitig Gewalttätigkeiten vor. Bei einer Schlägerei mit Gegendemonstranten wurde der AfD-Politiker Julian Schmidt leicht verletzt.

Besondere mediale Beachtung erfuhr der Auftritt Alexander Eichwalds, der sich um einen Vorstandsposten bewarb. Seine Rede erinnerte inhaltlich und stilistisch an Adolf Hitler und führte zu Spekulationen, es könnte sich bei ihm um einen eingeschleusten Satiriker oder V-Mann handeln. AfD-Chef Tino Chrupalla gab daraufhin bekannt, dass Eichwald „kein Mitglied der Partei bleiben“ werde. Dieser äußerte sich zunächst nicht, beteuerte später jedoch, seine Rede sei ernst gemeint gewesen.

Dem Politikwissenschaftler Reiner Becker zufolge versuchte die AfD-Spitze, durch die Neugründung mehr Kontrolle über die Jugendorganisation zu gewinnen. Dadurch sollen laut Becker Skandale vor den 2026 anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen sich die AfD Wahlsiege erhofft, verhindert werden.

Struktur

Die Generation Deutschland ist – anders als die JA, die als eigenständiger Verein unabhängig von der Mutterpartei war – als „rechtlich unselbständige Teilorganisation“ direkt der Partei unterstellt. Als Zweck der Generation Deutschland ist laut den derzeitigen Statuten die Verbreitung von AfD-Parteiprogramm und -Gedankengut definiert. Organisatorische oder „sonstige Loyalitätsbindungen“ zu anderen Organisationen werden untersagt.

Bundeskongresse

Der Bundeskongress der Generation Deutschland ist das höchste Gremium der Organisation. Nachdem der Gründungskongress noch als Mitgliederversammlung durchgeführt wurde, sollen die künftigen Bundeskongresse als Delegiertenversammlungen stattfinden.

Bundeskongresse der Generation Deutschland
Nr. Datum Ort Land Ereignisse
1. 29. November 2025 Gießen Hessen  Hessen Gründung und Wahl des Vorstandes

Bundesvorstand

Der Bundesvorstand der Generation Deutschland besteht gemäß dem Jugendstatut aus einem Vorsitzenden, bis zu drei stellvertretenden Vorsitzenden, je einem Finanzbeauftragten, stellvertretendem Finanzbeauftragten und Schriftführer sowie bis zu acht Beisitzern.

Der aktuelle Bundesvorstand wurde auf dem Gründungskongress in Gießen am 29. November 2025 gewählt. Bereits etwa zwei Monate vor der Gründung wurde von den „Jugendkoordinatoren“ der Landesvorständen der AfD eine abgestimmte Liste mit den designierten Mitgliedern des 15-köpfigen Bundesvorstands der Jugendorganisation geschaffen. Die Landesverbände Bayern sowie Nordrhein-Westfalen hatten sich wegen interner Streitigkeiten nicht einigen können. Mit Ausnahme des Baden-Württembergers Mio Trautner, der gegen die kurzfristig kandidierende Julia Gehrckens verlor, wurden die Kandidaten der Landesverbände auch gewählt.

Mitglieder des Bundesvorstandes der Generation Deutschland
Name Funktion Landesverband
Jean-Pascal Hohm Bundesvorsitzender Brandenburg
Jan Richard Behr stv. Bundesvorsitzender Rheinland-Pfalz
Adrian Maxhuni stv. Bundesvorsitzender Niedersachsen
Patrick Heinz stv. Bundesvorsitzender Nordrhein-Westfalen
Lennard Scharpe Finanzbeauftragter Sachsen
Reinhild Goes stv. Finanzbeauftragte Niedersachsen
Christopher Wiedenhaupt Schriftführer Berlin
Kevin Dorow Beisitzer Schleswig-Holstein
Alexander Claus Beisitzer Thüringen
Julia Gehrckens Beisitzerin Niedersachsen
Nafiur Rahman Beisitzer Hessen
Florian Ruß Beisitzer Sachsen-Anhalt
Wendelin Fessl Beisitzer Mecklenburg-Vorpommern
Cedric Krippner Beisitzer Nordrhein-Westfalen
Helmut Strauf Beisitzer Bayern

Landesverbände

Landesverband Gründungsdatum Vorsitzende
  Bayern  Bayern 20. Dezember 2025 Franz Schmid
  Berlin  Berlin 7. Februar 2026 Martin Kohler
  Brandenburg  Brandenburg 7. Februar 2025 Fabian Jank

 

Bremen  Bremen 31. Januar 2026 Marcel Fetke

 

Hamburg  Hamburg 25. Januar 2026 Michael Schumann
  Mecklenburg-Vorpommern  Mecklenburg-Vorpommern 10. Januar 2026 Alexander Tschich
  Niedersachsen  Niedersachsen 21. Februar 2026 Micha Fehre
  Nordrhein-Westfalen  Nordrhein-Westfalen 17. Januar 2026 Luca Hofrath
  Rheinland-Pfalz  Rheinland-Pfalz 14. Dezember 2025 Bailey Wollenweber, Jan Richard Behr
  Saarland  Saarland 28. Februar 2026 Benjamin Jung
  Sachsen  Sachsen 31. Januar 2026 Lennard Scharpe
  Sachsen-Anhalt  Sachsen-Anhalt 17. Januar 2026 Florian Ruß
  Schleswig-Holstein  Schleswig-Holstein 18. Januar 2026 Jasper Griebel
  Thüringen  Thüringen 17. Januar 2026 Carolin Lichtenheld

Mitglieder

Die Organisation richtet sich an 14- bis 35-Jährige. Anders als zuvor bei der JA ist eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der AfD erforderlich, Ausnahmen gibt es nur für Mitglieder unter 16 Jahren. Stand November 2025 lagen der GD nach eigenen Angaben 2.000 Anträge auf Mitgliedschaft vor.

Politische Einordnung

Der Bundesvorsitzende der GD, Jean-Pascal Hohm, sagte gegenüber dem RBB aus, dass es bei der GD nur um eine neue Form gehe. Inhaltlich solle es keine Unterschiede zur JA geben. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Landesverbands Bayern, Franz Schmid. Auch dem Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Sinan Selen zufolge besteht eine personelle und ideelle Kontinuität zwischen der JA und der GD. Inhaltliche Paradigmenwechsel seien nicht zu erwarten. Der Spiegel ging anhand der Kandidatenliste für den Bundesvorstand eher davon aus, dass die GD noch radikaler als die JA ausgerichtet sein wird. Laut dem Politikwissenschaftler Benjamin Höhne werde sich die GD trotz anfänglich „schriller Töne“ womöglich eher gemäßigter geben, da ihr sonst das gleiche Schicksal wie der JA drohe.

Der Politikwissenschaftler Wilhelm Knelangen sieht anhand der Personalien und von der GD genutzten Schlagworte keine Anzeichen für eine Mäßigung oder Demokratisierung im Vergleich zur JA. Die „Kampfsignale“ zeigten klar, dass es sich nicht um eine Tarnorganisation handle, sondern um Rechtsextreme, die auch als solche aufträten.

Verhältnis zur Identitären Bewegung und zum Vorfeld

Viele der Mitglieder des Bundesvorstandes haben enge Kontakte zur völkischen Identitären Bewegung (IB) sowie zu neurechten Vorfeldorganisationen der AfD. Die IB steht auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD, weswegen eine Parteimitgliedschaft für aktive oder ehemalige IB-Mitglieder eigentlich nicht möglich ist. Der Bundesvorsitzende der GD, Jean-Pascal Hohm, sieht nach eigener Aussage in Mitgliedschaften oder Unterstützung der IB keinen Ausschlussgrund für Mitglieder der GD. Er kündigte eine „enge“ Zusammenarbeit mit dem Vorfeld der AfD an und warb in seiner Rede auf dem Gründungsparteitag für Engagement in den Vorfeldorganisationen. Auch der Vorsitzende des bayrischen Landesverbandes, Franz Schmid, kritisierte mehrmals den Unvereinbarkeitsbeschluss der AfD mit der IB und äußerte, dass er die IB nicht für rechtsextrem halte.

Daniel Fiß, welcher nach einer Zeit in der neonazistischen Szene bis 2019 zweiter Bundesvorsitzender der IB war, erstellte die Website der GD und wurde in den Vorstand des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Die Beisitzerin im Bundesvorstand der GD Julia Gehrckens ist in der Fraueninitiative „Lukreta“ aktiv, die aus der IB entstanden ist. Der Vorsitzende der GD Brandenburg, Fabian Jank, nahm mehrfach an Aktionen der IB teil und hatte als Student in einem Hausprojekt der Identitären in Halle gewohnt.

Bei der Gründung des NRW-Landesverbandes der GD wurde der in der rechtsextremen Szene gut vernetzte und bereits in der JA aktive Luca Hofrath, der Wunschkandidat des in der NRW-Jugend tonangebenden völkischen Lager um Matthias Helferich, mit Zweidrittel-Mehrheit der Delegierten gewählt. In seiner Rede vor den Delegierten forderte er, die Parteijugend müsse „ideologisch gefestigt bleiben“, sie sei Teil des „rechten Mosaiks“. In der Vergangenheit forderte er, dass die AfD offen mit Gruppen aus der rechtsextremen Szene zusammenarbeiten soll.

Nachdem die Münchner Abendzeitung über enge Kontakte von Tim Schulz, stellvertretender Vorstand des Landesverbands Bayern, in die rechtsextreme und neonazistische Szene berichtet hatte, trat dieser von seinem Posten zurück. Schulz drehte unter anderem mehrere teils antisemitische Social-Media-Beiträge mit einem prominenten Mitglied der Jungen Nationalisten und offen bekennendem Neonazi. Mehrere Bilder zeigen ihn in T-Shirts der IB sowie zusammen mit führenden IB-Akteuren.

Einstufung durch den Verfassungsschutz

In mehreren Bundesländern werden die AfD-Landesverbände von den jeweiligen Landesverfassungsbehörden als gesichert rechtsextrem eingestuft, und somit automatisch auch die dortigen GD-Landesverbände als fester Teil der AfD. Auch der Bundesvorsitzende der GD, Jean-Pascal Hohm, wird vom Landesverfassungsschutz Brandenburg seit 2023 als rechtsextrem eingestuft.

Dem Bundesministerium des Innern zufolge seien in einigen Bewerbungsreden auf dem Gründungskongress Aussagen vorgekommen, die als tatsächliche Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, also als verfassungsfeindlich, zu werten seien. Die Aussagen gäben Anhaltspunkte für eine durch die GD angestrebte rechtliche Diskriminierung von deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund. Des Weiteren seien Verbindungen zwischen GD-Mitgliedern und anderen extremistischen Gruppen bekannt. Da die GD der neuen Satzung zufolge ein „rechtlich unselbstständiger“ Teil der AfD ist, sei die Mutterpartei verantwortlich.

Der bayerische Landesverband der GD wird als Teil der Mutterpartei vom Bayerischen Verfassungsschutz beobachtet. Sein Vorsitzender Franz Schmid wird schon länger vom Verfassungsschutz beobachtet, unter anderem weil er einen gegen die Menschenwürde gerichteten ethnischen Volksbegriff vertrete.

Am 6. März 2026 stufte der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz die „Generation Deutschland Nordrhein-Westfalen“ (GD NRW) als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein. Grund dafür seien Anhaltspunkte, dass es sich bei der GD NRW um eine Fortführung der „Jungen Alternative NRW“ (JA NRW) mit einem hohen Maß an personeller Kontinuität in den Führungspositionen handele. Die GD NRW folge nach Bekundungen von Führungspersonen der Agenda der aufgelösten JA NRW, welche zuvor bereits als Verdachtsfall im Phänomenbereich Rechtsextremismus vom Verfassungsschutz NRW beobachtet wurde.

Stephan J. Kramer, Präsident des Amt für Verfassungsschutz Thüringen, sieht in Anbetracht der Redebeiträge während der Gründungsveranstaltung der GD keine Mäßigung oder Distanzierung im Bezug auf die Vorgängerorganisation. Eindeutige Hinweise auf eine fortschreitende Radikalisierung lieferten laut Kramer völkisch-nationalistische Aussagen, Anspielungen und Parallelen zu Kernprinzipien der Hitlerjugend sowie die für den Bundesvorstand ausgewählten Personalien und deren Positionen. Man müsse eher von einer Nachfolgeorganisation der JA unter dem Schutz des Parteienprivilegs ausgehen.

Film

  • Adrian Altmayer, Noah Cordes: Das sind die Köpfe hinter der „Generation Deutschland“. In: Spiegel TV, 3. Dezember 2025, 21 Min. (YouTube).
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