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Friedrich Wilhelm Güll (* 1. April 1812 in Ansbach; † 23. Dezember 1879 (nach anderen Angaben: 24. Dezember 1879) in München) war ein deutscher Dichter, der vor

Friedrich Güll

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Friedrich Wilhelm Güll

Friedrich Wilhelm Güll (* 1. April 1812 in Ansbach; † 23. Dezember 1879 (nach anderen Angaben: 24. Dezember 1879) in München) war ein deutscher Dichter, der vor allem durch seine Kinderlieder bekannt wurde.

Familie

Friedrich Güll ist der Sohn des Goldschmiedemeisters Christoph Joseph Güll (1785–1813) und dessen Frau Marg. Regina Güll (geb. Zunbrunn). Da der Vater bereits 1813 also ein Jahr nach Friedrich Wilhelms Geburt starb, wuchs er ab 1816 mit dem Stiefvater Joh. Leonhard Reissinger auf, der Schneidermeister war. Im Alter von 23 Jahren heiratete Friedrich Wilhelm 1835 Amalie Birkmeyer († 1860) in Ansbach. Die beiden hatten zusammen acht Kinder.

Leben

Friedrich Güll ließ sich 1829 im Königlich-Bayerischen Schullehrerseminar Altdorf ausbilden und lebte dann als Lehrer in Flachslanden und Ansbach.

Im Jahre 1842 zog er nach München, wo er Lehrer an der protestantischen Pfarrschule wurde. Zwei Jahre später eröffnete er noch einen Privatkurs für Mädchen aus den höheren Ständen und leitete ihn 27 Jahre lang. Um die Versorgung seiner Frau und seiner drei Kinder sichern zu können, erteilte Güll u. a. im Haus der Familie Kaulbach Privatunterricht. Die bayerischen Könige Maximilian II. und Ludwig II. gewährten dem berühmten Dichter ein Ehrengehalt.

Friedrich Güll starb 1879 nach einer Lungenentzündung im Alter von 67 Jahren in München.

Grabstätte

Grab von Friedrich Güll auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Friedrich Güll befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 33 – Reihe 10 – Platz 34, Standort).

Namensgeber für Straßen

Nach Friedrich Güll wurde 1878 in München im Stadtteil Am Schlachthof (Stadtbezirk 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) die Güllstraße benannt (Erstnennung). Lage Auch in Gülls Geburtsort Ansbach wurde die Güllstraße nach ihm benannt. Lage

Ehrungen

In seiner Geburtsstadt Ansbach erinnert heute das Güll-Brünnlein an ihn, das ein Motiv aus seinem Gedicht Der Pflaumenregen darstellt. Es befindet sich an der Außenwand der St.-Johannis-Kirche am Martin-Luther-Platz 25, gegenüber steht sein Geburtshaus. In Ansbach ist auch die Friedrich-Güll-Schule in der Güllstraße 1 seit 1929 nach Friedrich Güll benannt. Die Schule aus der Jugendstilzeit ist mit Motiven wie Büblein auf dem Eise über dem Schultor geschmückt.

Werk

Gertrud Caspari: Rätsel
Vom Büblein auf dem Eis

Mit seinen gemütvollen, unbefangenen Gedichten wie Das Büblein auf dem Eise, Osterhäslein oder Der erste Schnee gehörte Güll zu den wichtigsten Kinderlyrikern des Biedermeier. Erstmals erschienen seine Werke 1836 in Kinderheimath in Bildern und Liedern. Die Bebilderung hierzu lieferte Julius Nisle, das Vorwort der Romantiker Gustav Schwab, der Gülls Dichtertalent und seine Art, Lehrreiches mit guter Laune statt ernster Miene zu vermitteln, lobte. Viele der Dichtungen wurden von Karl Gottfried Wilhelm Taubert vertont. Der Komponist Heinrich Kaspar Schmid vertonte in op. 25 für Jugendchor die Gedichte Frisch auf, Tanzliedchen, Spruch von der Kirche, Wenn die Kinder schlafen ein, Osterhäslein, Sommernacht und Waffenschmied.

Unter dem Pseudonym „Adam Lenz“ gab er 1838 die Sammlung von Kinderreimen Großmutter und Enkel heraus. Es folgten u. a. Weihnachtsbilder (1840), eine Neuauflage der Kinderheimath mit Zeichnungen von Franz Graf von Pocci (1846), Neue Bilder für Kinder (1849), Perlen aus dem Schatz deutscher Lyrik (1850) und das zweibändige Lehrbuch Systematische Bilderschule (1847–1851).

Postum erschienen die Werke Leitstern auf der Lebensfahrt, ein Spruchbrevier (1881) und Räthselstübchen (1882), sein ehemaliger Schüler Hermann von Kaulbach illustrierte zum Andenken an ihn das Kaulbach-Güll-Bilderbuch.

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