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Die Fachhochschule Südwestfalen (FH SWF) ist eine staatliche Hochschule für angewandte Wissenschaften mit Sitz in Iserlohn und weiteren Standorten in Hagen, Mes

Fachhochschule Südwestfalen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fachhochschule Südwestfalen
Gründung 1. Januar 2002
Trägerschaft staatlich
Ort Iserlohn (Sitz), Hagen, Lüdenscheid, Meschede, Soest
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Land Deutschland
Rektor Alexander Prange
Studierende 10.285 WS 2025/26
davon 35,7 % weiblich
Mitarbeiter 895, davon 364 wissenschaftliche Mitarbeiter und 51 Lehrkräfte für besondere Aufgaben (WS 2025/26)
davon Professoren 165 (WS 2025/26)
Website fh-swf.de

Die Fachhochschule Südwestfalen (FH SWF) ist eine staatliche Hochschule für angewandte Wissenschaften mit Sitz in Iserlohn und weiteren Standorten in Hagen, Meschede, Soest sowie Lüdenscheid. Mit 10.285 Studierenden (Stand: Wintersemester 2025/26) gehört sie zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen. Die Fachhochschule Südwestfalen entstand 2002 durch den Zusammenschluss der Märkischen Fachhochschule mit den Abteilungen Meschede und Soest der Universität-Gesamthochschule Paderborn. Ihre älteste Vorgängerinstitution, die Provinzial-Gewerbeschule Hagen, wurde bereits 1824 gegründet.

Profil und Studienangebot

Als Hochschule für angewandte Wissenschaften verbindet die Fachhochschule Südwestfalen wissenschaftliche Ausbildung mit praxisorientierter Forschung und regionalem Wissenstransfer. Das Studienangebot umfasst 70 Studiengänge (46 Bachelor-, 24 Masterstudiengänge) in acht Fachgebieten: Ingenieurwissenschaften, Informatik und Digitalisierung, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Recht, Agrarwirtschaft, Gesundheitswissenschaften, Pädagogik und Psychologie sowie Umwelt und Nachhaltigkeit. Viele Studiengänge werden in dualer oder berufsbegleitender Form angeboten, unterstützt durch das Institut für Verbundstudien NRW.

Die Fachhochschule Südwestfalen beschäftigt 895 Mitarbeitende (Stand: Dezember 2025), darunter 165 Professorinnen und Professoren sowie 364 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2025 schlossen 1.481 Absolventinnen und Absolventen ihr Studium erfolgreich ab.

Standorte und Infrastruktur, Fachbereiche

Standort Hagen
Standort Iserlohn, Sitz der Hochschule
Standort Meschede
Hochschulcampus Soest (ehemaliges Kasernengelände)
Campus Soest mit den einzelnen Gebäuden

Die Fachhochschule Südwestfalen verfügt über fünf Standorte mit einer Gesamtnutzfläche von 105.200 m²:

  • Hagen (gegr. 1824, 22.506 m²): Fachbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik, Technische Betriebswirtschaft
  • Iserlohn (gegr. 1852, 31.037 m²): Fachbereiche Maschinenbau, Informatik und Naturwissenschaften; Hochschulverwaltung
  • Meschede (gegr. 1964, 15.252 m²): Fachbereich Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften
  • Soest (gegr. 1923, 33.046 m²): Fachbereiche Agrarwirtschaft, Maschinenbau-Automatisierungstechnik, Elektrische Energietechnik, Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften
  • Lüdenscheid (eröffnet 2012, vollwertiger Standort seit 2021, 3.181 m²): Studiengänge der Fachbereiche Hagen und Iserlohn

Eine Besonderheit stellt das Versuchsgut Welver-Merklingsen mit 95 Hektar Fläche dar, das dem Fachbereich Agrarwirtschaft für praxisnahe Forschung in nachhaltiger Landwirtschaft dient.

Forschung und Transfer

Die Fachhochschule Südwestfalen betreibt anwendungsorientierte Forschung mit einem jährlichen Drittmittelvolumen von 13,6 Millionen Euro (2025) bei einem Gesamthaushalt von 95,5 Millionen Euro.

HRK-Forschungsschwerpunkte

Auf der HRK-Forschungslandkarte sind drei zentrale Forschungsschwerpunkte der Fachhochschule Südwestfalen ausgewiesen:

Angewandte Agrarforschung und Umwelttechnik

  • Agrarische Biotechnologie und Tiergesundheit
  • Agrarökonomie, Unternehmensführung, Agrarmärkte und Agrarpolitik
  • Land- und Verfahrenstechnik, ländliche Entwicklung
  • Nachhaltige Erzeugung tierischer und pflanzlicher Produkte
  • Umweltverfahrenstechnik und Abwasserreinigung

Digitale Transformation der Wirtschaft

  • Prozessoptimierung und Big Data Analytics
  • E-Commerce und E-Governance
  • Markt- und Sozialforschung

Nachhaltige Produktion

  • Kunststofftechnik und Umformtechnik
  • Generative Fertigungsverfahren und Fügetechnik
  • Produktionsmanagement

Weitere Forschungsfelder

Digitale Produktion und Logistik

  • Robotik, autonome und intelligente Systeme
  • Supply Chain Management, Logistik und Blockchain-Technologien
  • Industrie 4.0 und Fuzzy-Technologien
  • Industrielle Bildbearbeitung und Computer Vision

Mobilität

  • Automatisiertes Fahren und Fahrwerktechnik
  • Leichtbau und Simulation (CAx)
  • Alternative Antriebe und Elektromobilität

Sichere Energieversorgung

  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien
  • Intelligente Netze (Smart Grids) und Speichersysteme

Werkstoffanwendungen und Oberflächentechnik

  • Bio- und Nanotechnologie
  • Hochfeste Stähle und Wärmebehandlung
  • Korrosions- und Oberflächentechnik

Anwendungen künstlicher Intelligenz

Frühpädagogik und Medienpädagogik

  • Partizipation und Inklusion, frühe MINT-Bildung
  • Medienbildung, Mediendidaktik und Mediensozialisation

Wissenschaftliche Einrichtungen und Projekte

Zu den wissenschaftlichen Einrichtungen gehören das Institut für Green Technology & Ländliche Entwicklung (i.green) und das IQEM – Institut für Qualitätsentwicklung und -management. Die Fachhochschule Südwestfalen ist als Innovative Hochschule anerkannt und Mitglied im Transferverbund Südwestfalen.

Aktuelle Forschungsprojekte umfassen unter anderem Digitalise_SWF (Transfer von Digitalisierungskompetenz in die Region Südwestfalen), TRAILS4SOIL (EU-Projekt zur Bodengesundheit), BELIS (nachhaltige Leguminosenzüchtung), TRANSFORM-R (Transformation bestehender Wertschöpfungssysteme zur zirkulären Ökonomie), AI4Drone und SIDDA (autonome Drohnenlogistik), SeGuForm (Selbstoptimieremnde Systeme in der Fertigungstechnik), ZEKAN-2L (Klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion) sowie zahlreiche Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Werkstoff- und Produktionstechnologie.

Promotion und wissenschaftliche Qualifizierung

Die Fachhochschule Südwestfalen betreut Promotionen im Rahmen des nordrhein-westfälischen Promotionskollegs sowie über Mitwirkungsmöglichkeiten bei kooperativen Promotionen in Zusammenarbeit mit promotionsberechtigten Universitäten. Die Fachhochschule Südwestfalen unterhält ein Alumni-Netzwerk für Promovierte und bietet Services für Promovierende an.

Wissenstransfer und Gründungsförderung

Die Fachhochschule Südwestfalen engagiert sich aktiv im Wissens- und Technologietransfer für die regionale Wirtschaft durch gemeinsame Forschungsprojekte, Technologietransferzentren, Weiterbildungsangebote sowie Gründerberatung. Sie ist Mitglied im European Digital Innovation Hub (EDIH) für mitarbeiterzentrierte digitale Transformation und Kooperationspartnerin im Mittelstand-Digital Zentrum Ländliche Regionen.

Internationale Partnerschaften

Die Fachhochschule Südwestfalen hat rund 60 Partnerhochschulen in über 30 Ländern weltweit und unterhält sowohl hochschulweite, fächerübergreifende als auch fachspezifische Kooperationen. Die Fachhochschule Südwestfalen ist Mitglied im Deutschen Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen (DHIK), im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie im Scholars at Risk Network. Sie bekennt sich zur Charta "Weltoffene Hochschulen" und hat einen Code of Conduct für internationale Kooperationen unterzeichnet.

Historische Entwicklung

Die Wurzeln der Fachhochschule Südwestfalen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück:

  • 1824: Gründung der Provinzial-Gewerbeschule Hagen
  • 1852: Gründung der Provinzial-Gewerbeschule Iserlohn
  • 1923: Gründung der Höheren Lehranstalt für praktische Landwirte in Soest
  • 1964: Eröffnung der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen mit Außenstelle Meschede in Soest
  • 1971: Umwandlung in Fachhochschulen (FH Hagen mit Abteilung Iserlohn; FH Südostwestfalen mit Abteilungen Höxter, Soest, Meschede)
  • 1972: Integration in die Universität-Gesamthochschule Paderborn (Meschede, Soest)
  • 1988: Gründung der Märkischen Fachhochschule in Iserlohn mit Abteilung Hagen
  • 2002: Zusammenschluss zur Fachhochschule Südwestfalen in heutiger Form
  • 2012: Eröffnung des Studienortes Lüdenscheid
  • 2021: Lüdenscheid wird vollwertiger Hochschulstandort

Besonderheiten und Auszeichnungen

Die Fachhochschule Südwestfalen zeichnet sich durch ihre stark praxisorientierte Ausbildung mit integrierten Praxissemestern, Projektarbeiten in Kooperation mit Unternehmen und anwendungsorientierten Abschlussarbeiten aus. Studiengänge der Hochschule belegen regelmäßig Spitzenplätze im CHE-Hochschulranking. Die Fachhochschule Südwestfalen ist als familienfreundliche Hochschule zertifiziert und verfügt über ein Familienbüro mit Kinderbetreuungsangeboten.

Die Fachhochschule Südwestfalen vergibt verschiedene Preise zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, darunter den Budde-Preis, den DAAD-Preis, den Dr. Kirchhoff-Preis, den Soester Agrarpreis und den Soester Innovationspreis.

Die Hochschule betreibt zahlreiche Aktivitäten zur Förderung des Interesses von Kindern und Jugendlichen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Beispiele sind regelmäßige Veranstaltungen wie Kinder-Uni, Girls'Day, MINT-(Mach)-Tage, Mathe-Tag oder Ferienkurse. Die Fachhochschule Südwestfalen ist Trägerin des zdi Netzwerks Bildungsregion Hochsauerlandkreis.

Mitgliedschaften

Die Fachhochschule Südwestfalen ist Mitglied in zahlreichen Vereinigungen, darunter die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), das Deutsche Institut für Normung (DIN), die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement, innovation2business.nrw, der Verband der Bibliotheken des Landes NRW sowie verschiedene regionale Technologie- und Innovationsnetzwerke.

Bekannte Mitglieder

Absolventen und Studenten des Standorts Hagen

  • Peter Dietrich Grothe (1806–1887), Direktor der Hagener Gewerbeschule und später Professor für Maschinenbau in Delft
  • Karl Halle (1819–1895), deutsch-britischer Pianist und Dirigent, Gründer des Hallé-Orchesters
  • Franz Grashof (1826–1893), Maschinenbau-Ingenieur und Professor für Theoretische Maschinenlehre an der Technischen Hochschule Karlsruhe, Mitbegründer des VDI
  • Harald Korte (1934–2014), Unternehmer und Verbandsfunktionär

Absolventen des Standorts Meschede

  • Alexandra Föster (* 2002), deutsche Ruderin und Olympionikin
  • Christoph Weber (* 1965), Politiker und Bürgermeister der Stadt Meschede

Absolventen des Hochschulcampus Soest

  • Jochen Borchert (* 1940), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von 1993 bis 1998
  • Constantin Heereman von Zuydtwyck (1931–2017), ehemaliger Präsident des Deutschen Bauernverbandes und Abgeordneter des Deutschen Bundestages
  • Bernhard Schulte-Drüggelte (* 1951), Bundestagsabgeordneter

Mitarbeiter des Standorts Meschede

  • Heinz Josef Algermissen, Studentenpfarrer von 1974 bis 1980, später Bischof von Fulda
  • Ulrich Busse (* 1943), Studentenpfarrer von 1970 bis 1971
  • Hubert Willi Klein (* 1949), Professor für Technische Mechanik und Apparatebau von 1990 bis 2015
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