Europa (eigene Schreibweise: EUROPA, Labelcode 00967) ist ein 1965 von Andreas E. Beurmann gegründetes Hörspiellabel.
| Europa | |
|---|---|
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| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1965 |
| Sitz | Hamburg (Studio Körting) Berlin (Europa / Sony Music) |
| Leitung | Heikedine Körting (Studio Körting) Arndt Seelig (Europa / Sony Music) |
| Umsatz | 60 Mio. € (2009) |
| Branche | Audio- und Video-Produktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene |
| Website | play-europa.de |
Zentraler Produktionsstandort der Hörspiele von Europa ist seit jeher das in Hamburg ansässige Studio Körting, ehemals Studio EUROPA. Seit 1973 wird die Herstellung der Hörspiele alleinverantwortlich von Heikedine Körting geleitet, der Ehefrau des Labelgründers Beurmann. Auch nach der 2004 vollzogenen Übernahme von Europa durch Sony Music ist die als „Königin der Hörspiele“ apostrophierte Körting weiterhin als Produzentin sämtlicher Hörspiele von Europa tätig. Körting produzierte als Schlüsselfigur des Labels bisher mehr als 3500 Hörspiele. Ihre Produktionen erzielten über 500 Millionen Verkäufe, Milliarden Streams und wurden mit hunderten Goldenen und Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Dabei sind Die drei ??? mit über 240 Hörspielen, mehr als 50 Millionen verkauften Tonträgern, über 35 Milliarden Streams und über 150 Goldenen und Platin-Schallplatten die erfolgreichste Hörspielreihe der Welt.
Europa ist mit eigenproduzierten Kinder- und Jugendhörspielen wie Die drei ???, Die drei ??? Kids, Die drei !!!, Fünf Freunde, TKKG und Die Teufelskicker klarer Marktführer für Hörspiele in Deutschland. Als Klassiker des Genres gelten die von Europa produzierten Hörspielreihen Winnetou, Hui Buh, Hanni und Nanni, sowie die Erwachsenenhörspielreihen Larry Brent, Macabros und die Gruselserie. Insgesamt werden Europa mehr als 90 Hörspielserien, tausende Hörspielfolgen und ein großes Repertoire an Kindermusik mit dutzenden Künstlern und Bands wie Detlev Jöcker und Heavysaurus zugerechnet.
Die Europa-Hörspiele der 1970er und 1980er Jahre wurden durch die in unzähligen Produktionen zu hörenden ikonischen Stimmen von Peter Pasetti, Horst Frank, Günter König, Lutz Mackensy und insbesondere dem als „Märchenonkel der Nation“ bekannten Hans Paetsch geprägt. Besonders populär sind zudem die bis heute aktiven Hauptfigurensprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich aus der seit 1979 produzierten Reihe Die drei ???.
Vorgeschichte
Gründung der Miller International Schallplatten GmbH
Im Jahr 1961 gründete der US-Amerikaner David L. Miller zusammen mit Andreas Beurmann und Wilhelm Wille in Hamburg die Miller International Schallplatten GmbH. Miller hatte 1957 das Orchester 101 Strings mit Musikern der Hamburgischen Staatsoper und der Hamburger Symphoniker geschaffen. Dieses spielte Unterhaltungsmusik, Tanzmusik, Evergreens und volkstümliche Klassik auf Schallplatten ein, die auf dem US-amerikanischen Markt zu einem äußerst günstigen Preis vertrieben wurden. Das Konzept war sehr erfolgreich, und Miller wollte mit der Gründung von Miller International zusätzlich den deutschen Markt erreichen. Zu Beginn wurden neben den Musikalben auch erste Märchenlesungen unter Millers Label Somerset vertrieben. Das Angebot umfasste zudem Sprachkurse, Klassik und Unterhaltungsmusik in allen Variationen. 1964 entstand die LP Grimms Märchen mit Lesungen von Märchen der Gebrüder Grimm mit Hans Paetsch als Sprecher. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, welcher Grundstein hier gelegt wurde.
Geschichte
1965: Gründung
Das Label Europa inkl. des damals noch rechteckigen Markenzeichens wurde maßgeblich erdacht von Andreas Beurmann. Zu dieser Zeit des Kalten Krieges waren Deutschland und auch Europa geteilt und die Idee stand in engem Zusammenhang mit seinem Wunsch eines vereinten Europas, welches damals noch in weiter Ferne schien. Ab 1965 verkaufte Miller International in Deutschland unter diesem neuen Label seine Schallplatten für den Einheitspreis von fünf Mark und unterbot die zu diesem Zeitpunkt üblichen Preise von zwölf bis 25 Mark für vergleichbare Produktionen erheblich. Aufgrund des dadurch eintretenden Erfolgs wuchs das Unternehmen, und der Firmensitz wurde von Hamburg in ein größeres Gebäude in der nahe gelegenen Gemeinde Quickborn verlegt.
1966 bis 1969: Einführung von Kinder-Hörspielen
Erzähler: Hans Paetsch
1966 wurde die EUROPA-Kinderserie eingerichtet. Die Aufnahmen der Hörspiele fanden zunächst unter improvisierten Tonstudiobedingungen in der Privatwohnung von Andreas Beuermann in der Magdalenenstraße in Hamburg statt. Erster offizieller Titel der Serie ist Struwwelpeter, gelesen von Hans Paetsch. Zu den frühen Veröffentlichungen zählen ferner Die Schatzinsel, Ali Baba und die vierzig Räuber / Aladin und die Wunderlampe sowie Münchhausens Abenteuer. Anfangs hielt sich der Erfolg der darin veröffentlichten Märchenlesungen und Abenteuerhörspiele noch in Grenzen, da sie für die Kinder und Eltern der damaligen Zeit eine Neuheit darstellten. Sie wurden etwa als elektrische Großmutter verspottet. Ergänzt wurden die Hörspiele durch Musik- und Kinderlieder-Einsteiger wie Wunderbare Welt der Musik und Kinderlieder.
Die EUROPA-Kinderserie erweiterte sich nach 1966 rasch mit weiteren Märchen, Abenteuern und Kinderliedern, die den Fokus auf günstige Familienproduktionen legten. Zu den ersten Nachfolgetiteln gehörten Siegfried – Die Nibelungensage, Das Zauberpferd und Biblische Geschichten, die typisch für die Mischung aus klassischen Sagen und moralischen Erzählungen waren. 1967 entstand mit den Winnetou-Hörspielen die erste von Europa produzierte Erfolgsserie. Die Produktion dieser Hörspiele unter Regisseuren wie Heikedine Körting nahm zusehends an Fahrt auf und leitete den Hörspielboom der 1970er Jahre ein. Bereits ab 1969 wird die Musikkassette (MC) das Medium der „Kassettenkinder“ und entscheidend für den kommerziellen Erfolg von EUROPA. 1969 erfolgte zudem ein Umzug in Beurmanns neues Haus in die Agnesstraße 16 und damit in die Nähe der Alster.
1970 bis 1981: Hörspielboom mit Kinderserien
Ab 1970 folgten Titel wie Hui Buh (1970), Hanni und Nanni (1972) und Die Hexe Schrumpeldei (1973). Heikedine Körting übernahm 1973 die alleinige Produktionsverantwortung bei Europa und produzierte bis 1985 über 1.200 Hörspiele, darunter Fünf Freunde (1978), Die drei ??? (1979) und TKKG (1981). Diese drei Produktionen avancierten zur bis heute gültigen Haupteinnahmequelle des EUROPA-Labels und wurden für ihre millionenfachen Verkäufe mit zahlreichen Gold- und Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Die Jugendkrimi-Reihe Die drei ??? entwickelt sich mit über 240 Hörspielen, mehr als 50 Millionen verkauften Tonträgern, über 35 Mrd. Streams und über 150 Gold- und Platinschallplatten zur erfolgreichsten Hörspielproduktion der Welt. Anfang der 1980er Jahre folgte ein weiterer Umzug in eine üppige Villa an der Hamburger Rothenbaumchaussee, in dem bis heute die Aufnahmen zu zahlreichen Hörspielen von Europa stattfinden.
1982 bis 1988: Blütezeit
Der Übergang von LP zu MC-Kassetten erleichterte EUROPA den Massenverkauf ihrer Produktionen. In den 1980ern erreichte das Kinderhörspiel endgültig seinen Höhepunkt. Es gab kaum ein Kinderzimmer ohne Kassettenrekorder und den Hörspielen von Europa. Das Label erreichte Millionenauflagen dank günstiger Kassettenträger und Partnerschaften mit Verlagen wie Bastei. Ab Mitte der 1980er wuchs das Label weiter, was 1990 zur Fusion mit BMG Ariola führte; der Fokus lag auf lizenzierten Serien für breite Zielgruppen. Schon ab 1969 experimentierte EUROPA mit Abenteuer- und Mystery-Hörspielen jenseits der Kinderserie, die ältere Hörer ansprachen. Der echte Erwachsenen-Boom kam jedoch erst mit den von H. G. Francis verfassten Gruselhörspielreihen Gruselserie (1981) und Larry Brent (1983).
1989 bis 2021: Krise und Renaissance
Ab dem Ende der 1980er Jahre gerieten die Hörspielproduktionen wegen schlechter Verkaufszahlen ins Stocken. Hauptgrund war eine Interessenverschiebung der Kinder und Jugendlichen, da Computerspiele immer mehr in den Vordergrund rückten. Anfang der 1990er Jahre wurden bei EUROPA praktisch nur noch Die-drei-???- und TKKG-Hörspiele produziert.
Ab Ende der 1990er Jahre erlebten die Hörspiele eine Renaissance. Durch das aufkommende Internet konnten die „Hörer von damals“ sich austauschen, und das Interesse an alten Hörspielen und Neuproduktionen stieg stark an. Ein Zeugnis dafür war auch die immense Anzahl von Kassetten und Langspielplatten, die auf Trödelmärkten angeboten wurden. Die zumeist hohen Preise ermöglichten einen erneuten Hörspielboom. Ab dem Jahr 1999 legte EUROPA die alten Hörspiele unter dem Motto Rückkehr der Klassiker mit Erfolg neu auf. Bei der Neuauflage dieser „Klassiker“-Hörspiele wurden jedoch bei einigen Titeln aufgrund von Rechtsstreitigkeiten Zwischenmusiken ersetzt. Dies stieß bei vielen Fans auf Ablehnung, da für sie diese Musik die besondere dramaturgische Atmosphäre in den Hörspielen ausmachte, die nun fehlte. Denn viele der alten Fans kannten diese „Klassiker“-Hörspiele, in der ursprünglich untermalten Version, schon seit ihrer Kindheit. Zusätzlich gab es weiterhin ein großes Interesse an der Serie Die drei ???, dem Flaggschiff des Labels. Neue Serien wurden allerdings nur für die ganz jungen Hörer produziert.
Europa brachte im Oktober 2005 nach längerer Zeit wieder eine neue Serie auf den Markt. Die Serie Teufelskicker startete mit drei Folgen als offizielles Lizenzprodukt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, dem weitere drei folgten. Die Hörspiele werden nach Vorlage der gleichnamigen Bücher von Frauke Nahrgang produziert.
Aufgrund eines Lizenzstreits mit Franckh-Kosmos, dem Verlag der Die-drei-???-Bücher, wurde die erfolgreiche Hörspielserie im November 2006 von DiE DR3i abgelöst. Erst nach monatelangem Rechtsstreit wurde ab dem 4. April 2008 die Serie Die drei ??? mit den Folgen 121 und 122 wieder fortgesetzt und die Serie Die Dr3i eingestellt. Europa gab im September 2011 bekannt, dass ab 2012 keine Hörspiele mehr auf Audiokassette produziert werden. Diese werden dann nur noch auf CD und als MP3-Download erhältlich sein. Lediglich die Detektivserie Die drei ??? wird aufgrund der relativ großen Nachfrage weiterhin auf Audiokassette erscheinen. Gründe der Einstellung sind zum einen die immer geringer werdende Nachfrage nach Audiokassetten und zum anderen die Einstellung der Produktion von Magnettonbändern.
Im Sommer 2019 gab der Verlag eine langfristige Kooperation mit Playmobil bekannt, die mit einem Hörspiel zum Playmobil-Kinofilm beginnt. Bei der Zusammenarbeit sollen Playmobil-Hörspielreihen in mehreren Ländern und Sprachen entstehen, u. a. England, Frankreich und Spanien.
2022 bis heute: Hörspiele für eine neue Generation
2022 wurde für ein Publikum ab 16 Jahren die Dachmarke EUROPA NEXT eingeführt. Sie umfasst Hörspiele aus den Genres Thriller, Mystery, True Crime und Krimi. Bereits vor der offiziellen Einführung des neuen Labels veröffentlichte EUROPA im Februar 2020 die erste Staffel der Mystery-Thriller-Serie „Vidan“, die sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Es folgten unter anderem die Serien „Hurricane – Stadt der Lügen“ (ab 2022), „Lost Minds“ (ab 2023), „Gnadenlos“ und „Delete“ (beide 2025).
Regisseure
Die Hörspielproduktion von Europa in den Jahren von 1966 bis 1973 wurde von drei Regisseuren geprägt. Seit 1973 ist Heikedine Körting für die Hörspielproduktion vieler Serien verantwortlich. Nach Körtings Übernahme des Regiestuhls überflügelten die Hörspiele in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für das Unternehmen die Musikproduktionen endgültig. 1974 musste aufgrund der ersten Ölkrise erstmals der Einheitspreis der Tonträger von fünf auf sechs Mark erhöht werden.
Sieglinde Dziallas
Die damalige Lebensgefährtin von Mitgründer Andreas Beurmann, Sieglinde Dziallas, führte von 1966 bis 1968 unter dem Pseudonym Claudius Brac Regie. Beurmann konnte im Laufe der Zeit immer mehr Hamburger Bühnenschauspieler für die Hörspiele gewinnen, und so waren in den ersten Jahren Schauspieler wie Hans Paetsch, Benno Gellenbeck, Peter Folken, Horst Fleck und Marga Maasberg zu hören. Dziallas und Beurmann nahmen auch die Bearbeitungen der Buchvorlagen vor.
Konrad Halver
1968 starb Sieglinde Dziallas überraschend, und Beurmann zog sich vorerst aus der aktiven Hörspielproduktion zurück. Konrad Halver übernahm die Regie und Vorlagenbearbeitung. Unter seiner Ägide wurden neben einer Hörspiel-Fassung der Winnetou-Serie mit ihm selbst in der Hauptrolle etwa 75 Hörspiele produziert und veröffentlicht. Die spätere Hauptregisseurin Heikedine Körting begann unter Konrad Halver mit den Hörspielskripten Die kleine Seejungfrau und Die Schneekönigin ihre Karriere bei Europa. Konrad Halver verließ Europa im Jahr 1972.
Dagmar von Kurmin
Konrad Halvers Nachfolgerin auf dem Regiestuhl war Dagmar von Kurmin. In der kurzen Zeit ihrer Regie bis 1973 erschienen 15 Hörspiele, darunter einige weitere Karl-May-Vertonungen und eine Hörspiel-Fassung von Moby-Dick.
Heikedine Körting
Im Jahr 1973 übernahm Heikedine Körting, die neue Lebensgefährtin und spätere Ehefrau von Andreas Beurmann, nach ihrem Einstand 1969 die nahezu alleinige Regie bei den Europa-Hörspielen und ist bis heute in dieser Position. Bis 1985 erschienen unter ihrer Leitung 1.200 Hörspiele. Ihre Produktionen erhielten zahlreiche Goldene und Platin-Schallplatten.
Autoren
Einen großen Anteil am Erfolg der Europa-Hörspiele in den 1970er bis 1980er Jahren hatte der aus Itzehoe stammende Autor H. G. Francis. Unter verschiedenen Pseudonymen schrieb Francis hunderte von Hörspielen und Vorlagen für Europa. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Gruselserie (vormals auch H. G. Francis’ Gruselserie) und Commander Perkins. Er verfasste nicht nur Originalskripte zu Serien wie Masters of the Universe, sondern arbeitete auch zahlreiche Vorlagen zu Hörspielen um, etwa Die drei ??? oder TKKG sowie einige Folgen der Fünf Freunde. Insgesamt verfasste Francis über 600 Hörspiele mit einer Gesamtauflage von 120 Millionen Tonträgern. Er erhielt für seine Hörspiele 120 Goldene Schallplatten und sechs Platin-Schallplatten. Damit schuf Francis eines der umfangreichsten Prosa-Werke der deutschen Nachkriegszeit.
Douglas Welbat, Katja Brügger und Bertram von Boxberg waren für die Drehbücher der erfolgreichen Erwachsenenserien Macabros und Larry Brent verantwortlich. Welbat führte bei diesen zur damaligen Zeit einzigartigen Horror-Thriller-Hörspielen unter dem Pseudonym Charly Graul Regie und übernahm in Macabros auch die Hauptrolle.
Peter Lerf schrieb und produzierte für Europa die erste Staffel von Dragonbound. Europa zeigte sich an einer zweiten Staffel nicht interessiert, seitdem vertreibt Peter Lerf die Serie unter dem Hörspiellabel Gigaphon selbst. 2024 wurde bekannt, dass die Firma Holysoft die Serie übernahm und eine dritte Staffel in Arbeit ist.
Der ab den frühen 1980er Jahren bei Europa beschäftigte André Minninger produziert seit 1994 gemeinsam mit Heikedine Körting u. a. die Hörspiel-Serien Die drei ???,TKKG, Hanni und Nanni und Gruselserie, für die er auch die Hörspielskripte und Dialogbücher schreibt.
Sprecher
Oliver Rohrbeck (Justus Jonas),
Andreas Fröhlich (Bob Andrews)
Europa-Hörspiele sind durch ikonische Stimmen wie dem insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren als „Märchenonkel der Nation“ bekannten Hans Paetsch geprägt, der in unzähligen Produktionen als Erzähler fungierte.
Aus selbiger Generation stammt zudem die unverwechselbare Stimme des Schauspielers Peter Pasetti, der u.a als Erzähler in den ersten 67 Episoden der „Drei ???“ und als „Skeletor“ in der Hörspielserie Masters of the Universe Kultstatus erlangte.
Die markante Stimme des Schauspielers Horst Frank verkörperte zusammen mit seiner Ehefrau – der Schauspielerin Brigitte Kollecker – das zankende Pärchen Tom Fawley und Eireen Fox in drei Episoden der Gruselserie von H. G. Francis. Ferner sprach er in insgesamt neun Folgen der Hörspielreihe Die drei ??? den Hauptkommissar Samuel Reynolds. In der Europa-Fassung von 20.000 Meilen unter dem Meer von Jules Verne lieh er Kapitän Nemo seine Stimme und bewies ferner seine Vielfältigkeit in der Rolle des Lon Dsi, Protagonist der dreiteiligen Serie Kung Fu. In weiteren Reihen fungierte Horst Frank als Erzähler.
In den 1970er Jahren gewann der Schauspieler Hans Clarin große Popularität mit seiner Sprecherdarstellung des Schlossgespenstes „Hui Buh“. Zudem gab es zahlreiche Schauspieler und Schauspielerinnen aus dem entscheidend von Gustaf Gründgens mitgeprägten Hamburger Theaterleben, die Heikedine Körting für die Hörspiele engagierte. Zum Stammensemble der Europa-Hörspiele gehörten u. a. Gottfried Kramer, Wolfgang Draeger, Henry Kielmann, Joachim Wolff, Katharina Brauren, Douglas Welbat und Gisela Trowe. Hervorzuheben seien zudem noch die in zahlreichen Produktionen zu hörenden Lutz Mackensy, Karl-Ulrich Meves, Benno Gellenbeck, Peter Kirchberger, Wolfgang Kieling, Michael Hinz, Andreas von der Meden, Pinkas Braun, Claus Wilcke, Judy Winter, Volkert Kraeft, Uwe Friedrichsen, Manfred Steffen, Ursela Monn, Karin Anselm, Horst Janson und Günther Ungeheuer.
Besonders bekannt sind die drei Hauptsprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich aus der seit 1979 produzierten Reihe „Die drei ???“.
Ebenso sehr bekannt sind die Sprecher der Hauptfiguren der Reihe „TKKG“ Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski und Veronika Neugebauer.
Musik
Ein anderer Aspekt war die Musik von Carsten Bohn als Untermalung für mehr als 170 Europa-Hörspiele, insbesondere für die Reihen Die drei ??? und TKKG. Diesbezüglich kam es zu einem Rechtsstreit zwischen Bohn und Europa, infolge dessen seit 1986 diese Kompositionen nicht mehr in den Hörspielen verwendet werden.
Produktionen
- Hui Buh, das Schlossgespenst (1973–1983)
- Die Hexe Schrumpeldei (1973–1979)
- Käptn Knaller (1973)
- Perry Rhodan (1973–74, 1983–84)
- Hanni und Nanni (1972–76, 1986–87, 2000–2025)
- Commander Perkins (1976–1982)
- Enid Blytons Rätsel um… (1976–1980)
- Fünf Freunde (1978–83, 1988–91, seit 1999)
- Burg Schreckenstein (1978)
- Sindbad (1978)
- Trixie Belden (1978–1980)
- Die drei ??? (1979–2005, seit 2008)
- Bille und Zottel (1980)
- Die verwegenen Vier (1980)
- TKKG (seit 1981)
- Flash Gordon (1981–1982)
- Die Funk-Füchse (1981)
- Die Gruselserie (1981–1982, seit 2019)
- Sherlock Holmes (1982)
- Edgar Wallace (1983)
- Larry Brent (1983–1986, 2003)
- Macabros (1983–1984)
- Abenteuer-Serie (1983)
- Tom und Locke (1983–1984)
- Dämonenkiller (1984)
- Flitze Feuerzahn (1984–1987)
- Pizzabande (1984–1995)
- Masters of the Universe (1984–1988)
- Princess of Power (1985)
- Asterix (1986–1992)
- Marshall Bravestarr (1987)
- Regina Regenbogen (1987)
- Schloß-Trio (1988–1989)
- Knight Rider (1989–1990)
- Wendy (1989–1993)
- Hexe Lilli (1994)
- Tiger-Team (1997–2000)
- Bob der Baumeister (2001–2015, seit 2016)
- Thomas und seine Freunde (2005–2013)
- DiE DR3i (2006–2007)
Aktuelle Produktionen
Während die erfolgreichen großen Hörspielserien (Die drei ???, TKKG, Fünf Freunde etc.) weiterhin unter der Leitung von Heikedine Körting entstehen, setzt Europa bei neuen Serien vermehrt auf verschiedene Tonstudios und Regisseure.
| Serie | Regie | Jahr |
|---|---|---|
| Fünf Freunde | Heikedine Körting | 1978–1983, 1988–1991, seit 1999 |
| Die drei ??? | 1979–2005, seit 2008 | |
| TKKG | seit 1981 | |
| Gruselserie | 1981–1982, seit 2019 | |
| Die Teufelskicker | Thomas Karallus | seit 2005 |
| Hui Buh, das Schlossgespenst | Simon Bertling, Christian Hagitte | seit 2008 |
| Die drei !!! | Thomas Karallus | seit 2009 |
| Die drei ??? Kids | Ulf Blanck | seit 2009 |
| Filly | Thomas Karallus | seit 2011 |
| Kati & Azuro | seit 2011 | |
| Die Punkies | seit 2016 | |
| Der kleine Hui Buh | Simon Bertling, Christian Hagitte | seit 2016 |
| Die Fuchsbande | Johanna Steiner | seit 2017 |
| Schlau wie vier | Thomas Karallus | seit 2017 |
| TKKG Junior | Frank Gustavus | seit 2018 |
Labelzugehörigkeit
- 1965–1969: Miller International Schallplatten GmbH
- 1969–1989: Music Corporation of America (MCA); David L. Miller verkaufte Miller International an MCA, blieb dem Unternehmen bis zu seinem Tod 1985 aber als Berater verbunden.
- 1989–2004: Bertelsmann Music Group; Miller International wurde 1989 in die Entertainment-Produktsparte BMG des Bertelsmann-Konzerns integriert und firmierte seitdem als BMG Ariola Miller.
- 2004–2008: Seit der Fusion von Sony Music Entertainment mit der Bertelsmann Music Group zur Sony BMG Music Entertainment ist der Name Miller völlig verschwunden und Europa ist Teil der Produktsparte Family Entertainment des Major-Labels. Der Firmensitz wurde 2004 wieder zurück nach Hamburg verlegt. Im Oktober 2007 wurde der Firmensitz nach München verlegt. Der Umzug geht einher mit einer veränderten Ausrichtung der Unterhaltungssparte – fortan will Sony BMG Family Entertainment neben Hörspielen verstärkt auch auf den Vertrieb zugehöriger Merchandising-Produkte setzen.
- seit 2008: Die beiden Gesellschaften Bertelsmann Music Group und Sony Music Entertainment haben sich wieder getrennt. Bertelsmann hat seinen 50-prozentigen Anteil am Musikunternehmen Sony BMG an Sony abgegeben. Die zentrale Produktionsstätte Studio Körting, ehemals Studio EUROPA, das unter der Leitung von Heikedine Körting auch weiterhin für den absoluten Großteil von Europas Hörspielproduktionen verantwortlich ist, sitzt noch immer in Hamburg und gehört zur derzeit in Berlin ansässigen Sony Music Entertainment Germany GmbH, einer 100-prozentigen Tochter von Sony.
Auszeichnungen
Goldene und Platin-Schallplatten
- Die drei ???: 33 × Gold; 26 × Platin und 110 × Gold im „Kids-Award“
- Fünf Freunde: 30 × Gold und 5 × Platin im „Kids-Award“
- TKKG: 21 × Gold und 1 × Platin; 21 × Gold im „Kids-Award“
- Hanni und Nanni: 12 × Gold
- Bob der Baumeister: 3 × Gold
- Masters of the Universe: 2 × Gold
- Hui Buh, das Schlossgespenst: 3 × Gold und 1 × Platin
Siehe auch
Europas größte Konkurrenten auf dem deutschsprachigen Hörspielmarkt waren die Deutsche Grammophon sowie das damals dazugehörige Label Karussell und das Label Maritim.
