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Die Partei der Europäischen Linken, in der Regel als Europäische Linke (EL) abgekürzt, ist eine europäische politische Partei, die am 8. Mai 2004 in Rom als Zus

Europäische Linke

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Die Partei der Europäischen Linken, in der Regel als Europäische Linke (EL) abgekürzt, ist eine europäische politische Partei, die am 8. Mai 2004 in Rom als Zusammenschluss von 15 europäischen Mitgliedsparteien aus dem linken und kommunistischen Spektrum gegründet wurde. Der EL gehören heute 23 Parteien an. Mitglieder im deutschsprachigen Raum sind die deutsche Partei Die Linke, die Kommunistische Partei Österreichs, die Partei der Arbeit der Schweiz und die luxemburgische déi Lénk.

Partei der Europäischen Linken
Partei­vorsitzender Walter Baier
Stellvertretende Vorsitzende Paolo Ferrero, Pierre Laurent, Anna Mikkola, Margarita Mileva, Maite Mola, Natasa Theodorakopoulou
Schatzmeister Brigitte Berthouzoz
Gründung 8. Mai 2004
Gründungsort Rom
Hauptsitz Square de Meeus 25, 1000 Brüssel, Belgien
Ausrichtung Linke Politik
Demokratischer Sozialismus
Antikapitalismus
Kommunismus
Farbe(n) rot
Parteinahe Stiftung transform! europe
Staatliche Zuschüsse 1.836.000 € (2021)
Sitze EU-Parlament
17 / 720 (2,4 %)
EP-Fraktion Die Linke (16)
fraktionslos (1)
Website www.european-left.org

Im Europäischen Parlament gehören die Abgeordneten der EL-Mitgliedsparteien der Fraktion Die Linke im Europäischen Parlament – GUE/NGL (Die Linke) an. Seit der Europawahl 2024 ist die GUE/NGL mit 46 Abgeordneten die zweitkleinste Fraktion im Europäischen Parlament (Stand: 25. März 2026). Der Fraktion gehören auch die Mitglieder der konkurrierenden Allianz der Europäischen Linken sowie unabhängige Mitglieder an. Die EL ist nicht auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beschränkt, sondern hat auch Mitglieder z. B. in der Schweiz, der Türkei und in Moldawien.

Präsident der EL ist seit dem 11. Dezember 2022 Walter Baier von der Kommunistischen Partei Österreichs.

Inhaltsverzeichnis

Mitglieder

Der EL beitreten können Parteien und Einzelpersonen. Letzteres war zunächst umstritten. Mittlerweile wurde dieser Streit behoben. Die EL-Mitglieder, die keiner der Mitgliedsparteien angehören, zahlen einen erhöhten EL-Beitrag von mindestens 24 Euro jährlich. Ein europäischer Zusammenschluss der Einzelmitglieder strebt an, den Status der Parteienpartei zu überwinden, und versteht sich als Netzwerk, welches daran arbeitet, den Fokus und die Aktivitäten der Partei und deren Mitgliedsparteien stärker auf die europäische Ebene auszurichten.

Mitgliedsparteien

Stand: 13. Februar 2025

Land Partei Europa-
parlamentarier
Nationale
Parlamentarier
Belgien  Belgien Partei der Arbeit Belgiens *)
2/22
15/150
Communistes de Wallonie-Bruxelles – –
Bulgarien  Bulgarien Balgarskata Lewiza – –
Deutschland  Deutschland Die Linke
3/96
64/630
Estland  Estland Eestimaa Ühendatud Vasakpartei – –
Finnland  Finnland Suomen kommunistinen puolue – –
Frankreich  Frankreich Parti communiste français -
9/577
Gauche républicaine et socialiste – –
Griechenland  Griechenland Syriza
4/21
47/300
Néa Aristerá –
11/300
Italien  Italien Partito della Rifondazione Comunista – –
Kroatien  Kroatien Radnička Fronta –
1/151
Luxemburg  Luxemburg Déi Lénk –
2/60
Moldau Republik  Moldau Partidul Comuniștilor din Republica Moldova nicht in der EU
10/101
Osterreich  Österreich Kommunistische Partei Österreichs – –
Rumänien  Rumänien Partidul Socialist Român – –
Schweiz  Schweiz Partei der Arbeit der Schweiz nicht in der EU
0/200
Slowenien  Slowenien Levica –
5/90
Spanien  Spanien Izquierda Unida –
5/350
Partido Comunista de España –
4/350
 *
Esquerra Unida i Alternativa –
1/350
 *
Tschechien  Tschechien Levice – –
Turkei  Türkei Sol Parti nicht in der EU –
Ungarn  Ungarn Magyarországi Munkáspárt 2006 – –
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Left Unity nicht in der EU –
*) 
Beitritt beantragt

Parteien mit Beobachterstatus

Stand: 7. November 2024

Land Partei Europa-
parlamentarier
Nationale
Parlamentarier
Belgien  Belgien Mouvement Demain – –
Italien  Italien Sinistra Italiana
2/76
4/400
Slowakei  Slowakei Komunistická strana Slovenska – –
Spanien  Spanien Sortu –
1/54
Tschechien  Tschechien Komunistická strana Čech a Moravy
1/21
0/200
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Transform nicht in der EU –
Zypern Republik  Zypern Anorthotiko Komma Ergazomenou Laou
1/6
15/56
Nordzypern  Türkische Republik Nordzypern Birleşik Kıbrıs Partisi nicht in der EU –
Yeni Kıbrıs Partisi –

Partnerparteien und -bewegungen

Stand: 24. August 2024

Land Partei Europa-
parlamentarier
Nationale
Parlamentarier
Deutschland  Deutschland Marxistische Linke – –
Frankreich  Frankreich Ensemble! – –
République et socialisme – –
Osterreich  Österreich Der Wandel – –
LINKS – –
Serbien  Serbien Solidarnost nicht in der EU –
Ungarn  Ungarn Táncsics – Radikális Balpárt – –
Igen Szolidaritás Magyarországért Mozgalom – –
Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Schottland  Schottland Democratic Left Scotland nicht in der EU –
Socialists for Independence –

Einzelmitglieder

Neben Parteien lässt die EL auch die individuelle Mitgliedschaft von Personen zu. Im Frühjahr 2020 hatte die EL 410 individuelle Mitglieder.

10. Legislaturperiode
Land Name Partei Amt
Deutschland  Deutschland Sebastian Everding Partei Mensch Umwelt Tierschutz MdEP
Irland  Irland Lynn Boylan Sinn Féin MdEP
Kathleen Funchion MdEP
Luke Flanagan – MdEP
Spanien  Spanien Estrella Galán Movimiento Sumar MdEP

Ehemalige Mitgliedsparteien

Stand: 2. September 2024

Land Partei
Belarus  Belarus Belarussische vereinigte Linkspartei „Gerechte Welt“ Am 30. Juni 2023 erklärte das Justizministerium von Belarus, dass die Partei nicht mehr registriert sei.
Belgien  Belgien Kommunistische Partij Parteiarbeit eingestellt 2009, ab Dezember 2013 nicht mehr als Mitglied aufgeführt
Parti Communiste Austritt auf dem Parteikongress am 30. Juli 2018 beschlossen; wird von der EL noch als Mitglied geführt.
Danemark  Dänemark Enhedslisten – de rød-grønne
Deutschland  Deutschland Deutsche Kommunistische Partei beendete am 27. Februar 2016 den Beobachterstatus.
Finnland  Finnland Vasemmistoliitto Im Jahr 2024 von der EL-Website gestrichen
Frankreich  Frankreich Gauche unitaire fusionierte im Herbst 2015 mit der PCF
Parti de Gauche ausgetreten am 1. Juli 2018
La France insoumise
Griechenland  Griechenland Ananeotiki Kommounistiki ke Ikologiki Aristera fusionierte im Jahr 2013 zur Syriza
Italien  Italien Partito dei Comunisti Italiani im Dezember 2014 in Partito Comunista d’Italia umbenannt
L’Altra Europa con Tsipras löste sich vor der EU-Wahl 2019 auf, ersetzt durch La Sinistra (kein Mitglied der EL)
Polen  Polen Młodzi Socjaliści löste sich 2015 auf, damit erlosch der Beobachterstatus
Portugal  Portugal Bloco de Esquerda Der Austritt wurde am 22. Juni 2024 beschlossen.
San Marino  San Marino Rifondazione Comunista Sammarinese ging 2012 in der Sinistra Unita auf, wurde bis 2018 noch als Mitglied geführt; Sinistra Unita ging 2017 in der Sinistra Socialista Democratica auf.
Slowenien  Slowenien Stranka za ekosocializem in trajnostni razvoj Slovenije (TRS)
Iniciativa za demokratični socializem (IDS)
gingen 2017 in Levica auf
Ungarn  Ungarn Ungarische Kommunistische Arbeiterpartei Austritt 1. Mai 2009

Geschichte

Die Initiative zur Gründung der EL ging in erster Linie von Parteien aus, die in der GUE/NGL im EU-Parlament und im Rahmen des Neuen Europäischen Linken Forums (NELF) zusammenarbeiteten. Nach zwei Jahren Vorbereitung fand der Gründungskongress am 8. und 9. Mai 2004 in Rom statt. Die Gründung einer europäischen Partei wurde dabei in linken politischen Kreisen kontrovers diskutiert. Ebenso waren die Arten der Mitgliedschaft in der EL umstritten. Die französische PCF plädierte für eine rein korporative Mitgliedschaft, während die deutsche PDS die Mitgliedschaft von Einzelpersonen befürwortete. In der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM) war der Beitritt zur EL stark umstritten, da sie auch die tschechische Mitgliedschaft in der EU weitgehend ablehnt. Die KSČM nahm schließlich am Gründungskongress teil, trat der EL aber nicht bei, da sie sich mit der Verurteilung des Stalinismus im Gründungsdokument nicht einverstanden erklärte.

Beim ersten regulären Parteikongress am 8. Oktober 2005 wurde in der Athen-Deklaration der Europäischen Linken die programmatischen Grundlagen festgelegt. Die Ungarische Kommunistische Arbeiterpartei trat mit Wirkung zum 1. Mai 2009 aus der EL aus, wie die KSČM hatte sie die Verurteilung des realen Sozialismus kritisiert. Auf der Tagung der EL in Luxemburg vom 24. bis 27. September 2010 wurde die Bulgarische Linke als Mitglied aufgenommen.

Kandidat der EL bei der Europawahl 2014 für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission war Alexis Tsipras von der griechischen Partei Syriza. Die Parteien der EL mussten leichte Mandatsverluste hinnehmen.

Bei der Europawahl 2019 waren Nico Cué und Violeta Tomić Spitzenkandidaten der EL. Bei der Wahl 2019 trat erstmals das linke Wahlbündnis Now the People an, dem EL-Mitglieds- und Beobachterparteien wie der portugiesische BE und die französische LFI angehörten. Insgesamt verlor die GUE/NGL-Fraktion elf Mandate.

Bei der Europawahl 2024 trat der österreichische EL-Vorsitzende Walter Baier als Spitzenkandidat der EL auf. Auf die EL entfielen etwa 3,5 % der Stimmen. Nach der Wahl formierten sich aus dem Wahlbündnis Now the People die europäische Partei Allianz der Europäischen Linken (AEL), die entsprechenden nationalen Parteien traten vorher aus der EL aus bzw. beendeten ihren Beobachterstatus. Im Gegensatz zur EL erlaubt die AEL nur die Mitgliedschaft von Parteien, die in einem Parlament vertreten sind. Die deutsche Die Linke verblieb in der EL, obwohl sie 2024 am Wahlbündnis Now the People beteiligt war.

Vorsitzende

Zeitraum Land Partei
2004–2007 Fausto Bertinotti Italien  Italien PRC
2007–2010 Lothar Bisky Deutschland  Deutschland Die Linke
2010–2016 Pierre Laurent Frankreich  Frankreich PCF
2016–2019 Gregor Gysi Deutschland  Deutschland Die Linke
2019–2022 Heinz Bierbaum Deutschland  Deutschland Die Linke
seit 2022 Walter Baier Osterreich  Österreich KPÖ

EL-Mitglieder in europäischen Institutionen

Überblick

Organisation Institution Sitze
Europaische Union  Europäische Union Europäisches Parlament
17/718
Europäische Kommission
0/27
Europäischer Rat
(Staats- und Regierungschefs)
0/27

Europäischer Rat

Die EL stellte von Januar 2015 bis Juli 2019 mit Alexis Tsipras von der griechischen Partei Syriza ein Mitglied des Europäischen Rates.

Finanzierung

Als registrierte europäische politische Partei hat die Partei Anspruch auf öffentliche europäische Finanzmittel, die sie seit 2004 kontinuierlich erhält.

Nachstehend ist die Entwicklung der europäischen öffentlichen Mittel dargestellt, die die Partei erhalten hat.

Betrag (€)Jahr0500.0001.000.0001.500.0002.000.0002.500.0002004200720102013201620192022Höchstbeträge der öffentlichen MittelBeträge der tatsächlich erhaltenen öffentlichen MittelEuropäische öffentliche Finanzierung der e...

In Übereinstimmung mit der Verordnung über europäische politische Parteien und europäische politische Stiftungen sammelt die Partei auch private Mittel, um ihre Aktivitäten mitzufinanzieren. Ab 2025 müssen europäische Parteien mindestens 10 % ihrer erstattungsfähigen Ausgaben aus privaten Quellen aufbringen, während der Rest aus europäischen öffentlichen Mitteln gedeckt werden kann.

Nachstehend ist die Entwicklung der von der Partei erhaltenen Beiträge und Spenden dargestellt.

Betrag (€)Jahr50.000100.000150.000200.000250.000300.000350.000400.000200420082012201620202024ELVon europäischen politischen Parteien gesam...

Betrag (€)Jahr03006009001200150018002100200420082012201620202024ELVon europäischen politischen Parteien gesam...

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