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Die dänischen Kolonien sind Kolonien bzw. historische Besitzungen des Königreiches Dänemark außerhalb des eigenen Kernlandes. Dänemark war eine der ersten europ

Dänische Kolonien

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Die dänischen Kolonien sind Kolonien bzw. historische Besitzungen des Königreiches Dänemark außerhalb des eigenen Kernlandes. Dänemark war eine der ersten europäischen Kolonialmächte.

Dänemark-Norwegen und die kolonialen Besitztümer Dänemarks in Dänisch-Westindien, an der Goldküste und in Indien
Dänemark und seine Nebenländer auf einer deutschen Karte von 1891

Das dänische Kolonialreich erstreckte sich vom Indischen Ozean über die Karibik bis in die Arktis. Heute gehören nur noch Grönland und die Färöer als autonome Gebiete zum Königreich Dänemark.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht der Kolonien

Europa

  • Färöer (1380 / 1536 / 1814 bis 1948, seitdem weitgehend autonom)
  • Island (1380 / 1536 / 1814 bis 1918, ab dann Personalunion und seit 1944 unabhängige Republik)

Färöer und Island waren seit dem Mittelalter Besitzungen des Königreichs Norwegen, die nach dem Ende der Personalunion 1814 bei Dänemark verblieben.

Wichtigster ökonomischer Aspekt waren der Walfang und die Fischerei. Da die Färöer heute weitgehende Autonomie besitzen, werden sie nicht mehr als „Kolonie“ angesehen. Die Inselgruppe strebt die volle Souveränität an. Entscheidende Rolle spielt hierbei das noch unerschlossene Erdöl, das schon Norwegen zu einem reichen Land gemacht hat.

Afrika

→ Hauptartikel: Dänische Besitzungen an der Goldküste

An der Goldküste Westafrikas (heutige Küste von Ghana) hatte Dänemark im 17. und 18. Jahrhundert jeweils kurze Zeit verschiedene Stützpunkte und Festungen, die zusammenfassend als Dänische Goldküste bzw. als Dänisch-Guinea bezeichnet werden.

  • Fort Witsten in Takoradi, 1658 bis 1659, dann aufgegeben
  • Fort William (Ghana) in Anomabu, 1658 bis 1664, dann britisch
  • Fort Christiansborg in Accra, 1658 bis 1850, 1680 bis 1682 portugiesisch besetzt, dann an die Briten verkauft
  • Cong Heights in Cong, 1659 bis 1661, von Niederländern zerstört
  • Fort Carolusborg in Cape Coast, 1659 bis 1663, dann schwedisch
  • Fort Frederiksborg in Amanful, 1659 bis 1685, dann britisch
  • Fort Fredensborg in Old Ningo, 1734 bis 1850, dann an die Briten verkauft
  • Fort Prinzenstein bei Keta, 1780 bis 1850, dann an die Briten verkauft
  • Fort Kongensteen bei Ada (Ghana), 1784 bis 1850, dann an die Briten verkauft
  • Fort Augustaborg in Teshie, 1787 bis 1850, dann an die Briten verkauft
Siehe auch: Historische Forts von Ghana

Amerika

 
Briefmarke aus Dänisch-Westindien
  • Dänisch-Westindien (1666 bis 1917)

Dänisch-Westindien in der Karibik war für dänische und schleswig-holsteinische Farmer wichtig. Sie hielten schwarze Sklaven und bauten in erster Linie Zuckerrohr an, das dann in Flensburg und Kopenhagen raffiniert wurde. Die Inselgruppe wurde schließlich für 25 Mio. Dollar an die USA verkauft und am 1. April 1917 übergeben. Spuren der Kolonialzeit, insbesondere Gebäude, sind erhalten; auch sind die Inseln beliebtes Ziel für dänische Touristen.

Arktis

  • Grönland (1921 bis 1953, seitdem ein Land des Königreichs Dänemark mit schrittweise ausgeweiteter Autonomie)

Grönland gehörte von 1380 / 1397 / 1721 bis 1814 zu Norwegen, das in Personalunion mit Dänemark verbunden war.

Nachdem die in der Wikingerzeit errichteten Siedlungen der Skandinavier untergegangen waren, wurde Grönland ab dem 18. Jahrhundert „wiederentdeckt“. 1721 begann Hans Egede die protestantische Mission. Ökonomisch waren lediglich Stützpunkte für Walfang und Fischerei für Dänemark interessant. 1921 erklärte Dänemark die staatliche Oberhoheit über Grönland, die ihm dann vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag auch zugesprochen wurde.

Eine eigentliche Kolonisierung Grönlands setzte erst 1945 ein, da einerseits Grönland nun den Wert einer geostrategischen Basis hatte (US-Luftwaffenstützpunkt Thule) und andererseits die technischen Möglichkeiten vorhanden waren (Flugzeuge, Eisbrecher), eine mit europäischen Verhältnissen vergleichbare Versorgungslage zu erreichen.

Bis 1953 war Grönland eine dänische Kolonie. Mit Gründung der Vereinten Nationen (UN, United Nations) 1945 entstand für Dänemark die Verpflichtung, jährlich einen Bericht über die Behandlung Grönlands durch die Kolonialmacht vorzulegen. Hierdurch angestoßen kam die dänische Regierung von Staatsminister Hans Hedtoft im Jahr 1948 zu dem Schluss, dass dieser Status nicht mehr zeitgemäß sei. Durch eine Änderung des Dänischen Grundgesetzes im Jahr 1953 wurde Grönland als eines von drei Ländern des Königreichs Dänemark anerkannt. Die Grönländer sind seitdem (wie die Färinger) gleichberechtigte Bürger des Königreiches Dänemark.

Das Land wurde zunächst weiterhin von Dänemark verwaltet, jedoch nun mit dem Ziel der Entwicklung und letztlich einer Selbstverwaltung. So wurde im Jahr 1955 in der dänischen Regierung zunächst ein Grönlandministerium eingerichtet. Wenngleich das Ziel der dänischen Politik die Verbesserung der Lebensverhältnisse in Grönland war, und in diesem Bereich auch unbestreitbare Erfolge verbucht wurden, geschah dies vielfach in bevormundender und teils die Grundrechte verletzender Weise. So verfolgten die dänischen Behörden beispielsweise über mehrere Jahrzehnte ein Programm zur Zwangsverhütung bei jungen Grönländerinnen, das mit Menschenrechtsverletzungen einherging. Erst ab 2019 wurde das Programm öffentlich diskutiert, was 2025 zu einer Bitte um Entschuldigung durch die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen führte.

 
Wappen des Landes Grönland

Im Jahr 1973 trat Grönland als Teil des Königreichs Dänemarks den Europäischen Gemeinschaften (EGen) bei. Bei dem hierüber abgehaltenen Referendum 1972 hatte sich jedoch in Grönland bereits eine deutliche Mehrheit gegen diesen Schritt ausgesprochen. Der erste politische Schritt zur stärkeren Selbstbestimmung Grönlands war die 1979 eingeführte „Heimverwaltung“ (Hjemmestyre). Dies führte auch zur Gründung der Naalakkersuisut, der Regierung Grönlands. Vor diesem Hintergrund wurde 1982 ein weiteres Referendum nur in Grönland über den Verbleib in den Europäischen Gemeinschaften abgehalten. Nachdem sich erneut eine Mehrheit dagegen wandte, wurde 1984 der Grönland-Vertrag abgeschlossen, der den Austritt dieses dänischen Landes aus den EGen regelte, während das restliche Königreich Dänemark in den Gemeinschaften verblieb. Das Grönlandministerium wurde 1987 aufgelöst.

Im Jahr 2009 folgte dann die Selbstverwaltung (Selvstyre), bei der weitere Kompetenzen auf die Naalakkersuisut übertragen wurden. Ob Grönland weiterhin ein autonomes Land des Königreichs Dänemark bleibt oder seine Unabhängigkeit erklärt, ist derzeit offen und Gegenstand laufender politischer Debatten. Dänische Regierungen haben wiederholt ihren Wunsch nach einem Verbleib Grönlands bei Dänemark erklärt, aber auch unterstrichen, dass eine in einem Referendum angenommenen Unabhängigkeit selbstverständlich akzeptiert werden würde. Im Inatsisartut, dem grönländischen Parlament, sprechen sich sowohl Parteien für als auch gegen eine Unabhängigkeit aus. Die Befürworter spalten sich noch einmal in zwei Lager, je nachdem, ob sie sich für eine zeitnahe Unabhängigkeit einsetzen oder diesen Schritt erst zu einem noch nicht festgelegten, späteren Zeitpunkt vollziehen wollen.

Mit der Grönlandkrise, der Drohung einer Annexion Grönlands durch die USA im Jahr 2026, hat die Debatte zusätzliche Aktualität, aber auch eine neue Richtung erhalten.

Asien

 
Dänische Niederlassungen in Indien (1620–1845)

Die dänischen Kolonien in Asien wurden als Dänisch-Ostindien bezeichnet, da sie alle im historischen Indien lagen. Dies waren:

  • Neu-Dänemark (Ny Danmark), die Nikobaren, 1756 bis 1848/1868,
  • Serampore (auch Frederiksnagore) in Bengalen, 1755 bis 1845,
  • Trankebar (bzw. Dänisch-Indien), Seehafen an der Koromandelküste, 1620 bis 1845

Wichtigster wirtschaftlicher Aspekt war hier unter anderem der Gewürzhandel und generell der Zugang zum asiatischen Raum mit dem weiter östlich gelegenen Kaiserreich China. In China selbst unterhielt Dänemark keine Kolonien, aber Handelskontore. Zuständig für die indischen Kolonien war die Dänische Ostindien-Kompanie. Auf vier der Nikobaren-Inseln bestanden aber von 1778 bis 1784/1785 auch österreichische Kolonialansprüche.

Siehe auch

  • Dänisch-norwegische Personalunion
  • Kalmarer Union
  • Dänischer Gesamtstaat
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