| Österreichische Webanalyse (ÖWA) | |
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| Rechtsform | Verein (ZVR: 935018357) |
| Gründung | Februar 1998 |
| Sitz | Wien, Österreich |
| Zweck | Förderung des Online Marktes und die Erhebung vergleichbarer und objektiver Daten |
| Vorsitz | Georg Doppelhofer (Präsident), Stefan Lauterer (1. Vizepräsident), Mirko Popofsits (2. Vizepräsident) |
| Mitglieder | 102 Online-Angebote (Einzelangebote, Dachangebote, Vermarktungsgemeinschaften) sowie 429 Belegungseinheiten im Mediaplanungstool Zervice (Stand: Q4 2025 / März 2026) |
| Website | www.oewa.at |
Die Österreichische Webanalyse (ÖWA) ist ein auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhender Zusammenschluss von Online-Anbietern, Vermarktern und Werbeagenturen. Sie wurde 1998 als Kontrolleinrichtung für Online-Medien unter dem Dach des Vereines Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) ins Leben gerufen und ist seit 2001 als selbständiger Verein organisiert.
Ziele der ÖWA sind die Förderung des Online-Marktes sowie die Erhebung vergleichbarer und objektiver Daten zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Online-Angeboten für den Werbemarkt. Die Definition der Standards erfolgt in den Gremien der ÖWA gemeinsam durch Vertreter von Werbeträgern und Werbetreibenden. Die Datenerhebung erfolgt über eine technische Infrastruktur (Zensusmessung), die Zugriffe auf Websites, mobil optimierte Angebote und Apps plattformübergreifend misst. Ergänzend dazu ermittelt die ÖWA in einer methodisch kombinierten Reichweitenstudie (Fusion aus Zensus und Paneldaten) soziodemografische Nutzerdaten und die Kennzahl Unique User.
Regelmäßige Kontrollen stellen die Einhaltung der strengen Mess- und Veröffentlichungsrichtlinien sicher. Im vierten Quartal 2025 wies die ÖWA Daten für 102 Online-Angebote sowie 429 Belegungseinheiten aus. Mitglied in der ÖWA sind nahezu alle namhaften Medienunternehmen, Online-Anbieter und Mediaagenturen Österreichs, wodurch sie als maßgebliche Instanz für die Mediaplanung im digitalen Sektor gilt.
Studienentwicklung 2026
Im Februar 2026 kündigte die ÖWA eine umfassende Erweiterung ihres Portfolios an, um den sich wandelnden Nutzungsgewohnheiten (insbesondere bei jüngeren Zielgruppen) gerecht zu werden. Ziel ist es, neben der klassischen Webanalyse zwei weitere digitale Kernbereiche objektivierbar zu machen:
- Digitale Bewegtbildmessung: Als Ergänzung zum Teletest der AGTT wird eine vergleichbare technische Messung von Videoinhalten auf Websites und Apps (inklusive Connected TV) etabliert. Diese unterliegt der Prüfung durch die ÖWA-Geschäftsstelle und soll eine transparente Darstellung der digitalen Videonutzung ermöglichen.
- Social-Media-Analyse: Da eine direkte Messung auf Plattformen von Drittanbietern (wie Meta) aufgrund technischer Restriktionen nicht möglich ist, setzt die ÖWA hier auf eine differenzierte Erhebung via Schnittstellen. Dabei werden Basisdaten der Social-Media-Accounts (z. B. Follower-Zahlen) pro Kanal (YouTube, Facebook, Instagram etc.) abgefragt, um erstmals eine vergleichbare Darstellung österreichischer Anbieter auf diesen Plattformen zu bieten.
Die operative Umsetzung dieser Studien ist für das Jahr 2026 geplant, wobei die Richtlinien in enger Abstimmung mit den Marktteilnehmern definiert wurden.
Methode
Die ÖWA stellt den teilnehmenden Unternehmen Nutzungsdaten ihrer Onlineangebote auf Stunden-, Tages-, Wochen- und Monatsbasis zur Verfügung. Durch ein standardisiertes Messverfahren wird eine objektive Datenauswertung garantiert.
Grundprinzip
Ein bloßes Abzählen von Dateiaufrufen (sogenannten Hits) erlaubt keinen objektiven Nutzungsvergleich, da dieser Wert stark von der technischen Seitengestaltung abhängt. Die ÖWA-Methodik basiert daher auf der Differenzierung zwischen technischen Zugriffen und der tatsächlichen Reichweite bei Personen.
Die ÖWA veröffentlicht im Rahmen der technischen Zensusmessung Daten über Seitenaufrufe (Page Impressions), Einzelbesuche (Visits), Unique Clients und die durchschnittliche Verweildauer (Usetime). Da rein technische Verfahren lediglich Endgeräte (Browser, Apps) identifizieren können, aber keine direkten Rückschlüsse auf die dahinterstehenden Personen zulassen, wird die Zensusmessung mit einer Reichweitenstudie fusioniert. Durch dieses Verfahren wird die Kennzahl Unique User ermittelt, welche die tatsächliche Anzahl der Nutzer in Österreich sowie deren soziodemografische Merkmale ausweist.
Die Daten der ÖWA dienen der werbetreibenden Wirtschaft als objektiver Leistungsnachweis sowie den Publishern zur internen Angebotsoptimierung. Durch die monatliche Veröffentlichung der Schnittwerte wird eine marktweite Transparenz und Vergleichbarkeit der Online-Angebote gewährleistet.
Daten der ÖWA
Den ÖWA-Teilnehmern stehen die Daten permanent zur Verfügung. Die Daten werden in folgenden Zeiteinheiten ausgewertet: Stunden (nur Page Impressions), Tage, Wochen und Monate. Die Monats-, Quartals- und Jahresschnittwerte und der durchschnittliche Wochenwert werden zu den festgesetzten Terminen auf der ÖWA-Site veröffentlicht.
- Page Impression: Entspricht dem Sichtkontakt eines Nutzers mit einer Seite eines Online-Angebotes und wird nur dann gezählt, wenn die Seite eines Online-Angebotes von einem Nutzer aktiv angefordert wird.
- Visit: Ist der Besuch eines Nutzers bei einem Online-Angebot. Ruft der Nutzer mehrere Unterseiten eines Angebotes ab (liest er etwa mehrere Artikel einer Online-Zeitung), entstehen daher zwar mehrere Seitenaufrufe (Page Impressions), aber nur ein Visit.
- Unique Client (UC): Ist ein von mindestens einer Person verwendetes Endgerät, mit dem auf ein Internet-Angebot zugegriffen wird. Ein Unique Client kann daher von mehreren Personen bedient werden (z. B. Familien-PCs), eine Person kann andererseits auch auf mehrere Unique Clients zugreifen (z. B. PC zu Hause und am Arbeitsplatz). Wie oft eine Website von einem Gerät aufgerufen wird, ist für den Status Unique Client unerheblich. Der Wert gibt den Web-Anbietern annäherungsweise Auskunft darüber, wie viele verschiedene Personen die Website besuchen.
- Usetime: Beschreibt die durchschnittliche Dauer eines Besuches. Um die Verweildauer zu berechnen, wird die durchschnittliche Zeit, die zwischen zwei Seitenaufrufen liegt mit der durchschnittlichen Anzahl an Aufrufen verglichen.
Technik
Um die erforderlichen Daten zu zählen, wird in die jeweilige Seite eine standardisierte Grafik eingebaut, deren Aufrufe ausgewertet werden. Diese Grafik besteht nur aus einem Pixel und wird von einem normal konfigurierten Browser nicht angezeigt und ist nicht cachebar. Die Grafik wird trotz Zwischenspeicherung einer Seite immer neu aufgerufen. In diesen so genannten Zähltag können Anbieter Informationen zu den Seiteninhalten einfügen, die eine Auswertung nach Seitenkategorien ermöglichen. Siehe Zählpixel.
Technisches Messverfahren (IOMp und IOMb)
Seit Januar 2025 setzt die ÖWA zur technischen Datenerhebung die Verfahren INFOnline Measurement pseudonymus (IOMp) und INFOnline Measurement base (IOMb) ein. Diese lösten das zuvor verwendete „Skalierbare Zentrale Messverfahren“ (SZM) ab.
- IOMp (pseudonym): Erfordert die Einwilligung (Consent) der Nutzer und ermöglicht die Messung tiefergehender Kennzahlen wie Visits, Usetime und Unique Clients.
- IOMb (anonym): Eine zustimmungsfreie, cookielose Messung, die ausschließlich die Page Impressions (Seitenaufrufe) als Vollerhebung erfasst.
Da Kennwerte wie Visits und Clients in der anonymen Messung technisch nicht direkt identifizierbar sind, werden sie mittels eines Extrapolationsverfahrens aus den IOMp-Daten hochgerechnet. Dieses Verfahren folgt dem methodischen Standard der deutschen IVW.
Die Messung von mobil optimierten Websites sowie Mobile Apps ist vollständig in das IOM-Verfahren integriert, wobei gerätespezifische Nutzungsdaten plattformübergreifend erhoben und in den monatlichen Auswertungen zusammengefasst werden.
ÖWA Reichweitenstudie (Unique User)
Da die rein technische Messung keine Aussagen über die soziodemografischen Merkmale der Nutzerschaft zulässt, ermittelt die ÖWA im Rahmen einer Reichweitenstudie (ehemals ÖWA Plus) die Kennzahl Unique User.
Hierbei werden die Daten aus der technischen Vollerhebung (Zensus) mit den Ergebnissen eines Online-Access-Panels fusioniert. Die Panelteilnehmer stimmen einem permanenten Tracking ihrer Internetnutzung zu, wobei potenzielle Abweichungen zur Grundgesamtheit hinsichtlich Soziodemografie und Geografie durch Gewichtung korrigiert werden. Als Basis für diese Gewichtung dient der Austrian Internet Monitor (AIM). Durch Imputation und Kalibrierung werden Messlücken – etwa die Nutzung über mehrere Endgeräte (Multi-Clients) oder am Arbeitsplatz – geschlossen, um eine repräsentative Reichweite der Online-Angebote für den österreichischen Markt auszuweisen.
Methodische Einordnung
Angesichts der kontinuierlich steigenden digitalen Mediennutzung in allen Lebensbereichen nimmt die Bedeutung valider Nutzungsdaten stetig zu. Die ÖWA gilt dabei, vergleichbar mit der Media-Analyse (MA) und der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) im Printbereich, als das maßgebliche und objektivierte Messinstrument für den digitalen Sektor in Österreich. Zusammen bilden diese Studien das anerkannte Instrumentarium zur Beurteilung der Medialeistung. Die Daten der ÖWA dienen als verbindliche Grundlage für die Online-Mediaplanung sowie als anerkannte Währung für den heimischen Werbemarkt.
Stärken und Schwächen
- Standardisierung: Durch einheitliche Messkriterien (IOM-Verfahren) wird eine direkte Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen digitalen Angeboten und Vermarktungsgemeinschaften gewährleistet.
- Echtzeit-Daten: Website-Betreibern stehen technische Nutzungswerte nahezu in Echtzeit bis auf Seitenebene zur Verfügung.
- Zukunftssicherheit durch Datenschutzkonformität: Die Einführung der anonymen IOMb-Messung ermöglicht eine präzise Vollerhebung der Kontakte auch bei fehlender Nutzer-Einwilligung (Consent-Lücke) und trägt der steigenden Relevanz des Datenschutzes (DSGVO) Rechnung.
- Marktabdeckung: Während nahezu alle relevanten österreichischen Medienhäuser und Vermarkter teilnehmen (siehe dazu die Top-Online-Angebote im Jahr 2025), sind große internationale Plattformen (z. B. soziale Netzwerke oder Suchmaschinen) meist nicht in der ÖWA-Messung vertreten.
- Geografische Spezifikation: Die Reichweitenstudie (Unique User) konzentriert sich primär auf das Nutzungsverhalten innerhalb Österreichs, während die technische Zensusmessung die globale Nutzung abbildet.
Weitere österreichische Mediennutzungsstudien
- Internet – Austrian Internet-Monitor (AIM) / Austrian Internet Radar (AIR)
- Fernsehen – TELETEST
- Print – Österreichische Media-Analyse / Österreichische Auflagenkontrolle / Regioprint
- Radio – Radiotest
Belege
- Leistungen und Messumfang der ÖWA. ÖWA, abgerufen am 6. Mai 2026.
- Neue Studien der ÖWA zu Video- und Social Media. ÖWA, 23. Februar 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
- ( vom 7. Februar 2010 im Internet Archive)
- Leistungen der ÖWA: Standardisiertes Messverfahren. Österreichische Webanalyse (ÖWA), abgerufen am 6. Mai 2026.
- ÖWA Reichweitenstudie und Methodik. Österreichische Webanalyse (ÖWA), abgerufen am 6. Mai 2026.
- Leistungen der ÖWA. ÖWA, abgerufen am 6. Mai 2026.
- ÖWA Reichweitenstudie. Österreichische Webanalyse (ÖWA), abgerufen am 6. Mai 2026.
- World Wide Web
- Medienorganisation (Österreich)
- Internet in Österreich
- Verein (Wien)
- Vereinsgründung 1998
